Königsindisch – E64

Fischer, Philipp - 1796
Telioridis, Vasilios - 1878

SC Leinzell II – SG Gmünd III
Bezirksliga 0405, Runde 8, Brett 2, 06.03.2005

 

FotoPhilipp zeigt in dieser Partie eine tadellose Leistung. Mit schnörkellosem Spiel nützt er die sich ihm bietenden Chancen und schiebt seinen Gegner nach allen Regeln der Kunst vom Brett.

1.Sf3 Sf6 2.c4 g6 3.g3 Lg7 4.Lg2 0-0 5.d4 c5 6.Sc3 Sa6 7.d5 d6 8.e4 Tb8 9.0-0 Sc7 10.a4 a6

Die andere Möglichkeit ist 10...b6, um den Vorstoß b6-b5 »langsam« vorzubereiten, z.B. 11.Te1 a6 12.Lf1 e5 13.dxe6 Sxe6 14.h3 Lb7 15.Lg2 Te8 16.Dd3 Dc7 17.Le3 Tbd8 18.Tad1 mit leichtem Vorteil für Weiß in P.Nikolic-Spragett, Hastings 1989

11.a5 b5 12.axb6 Txb6 13.Te1

Ein Beispiel, dass man im Zeitalter von Fritz & Co die Stellungsbewertung in Eröfffnungsbüchern überprüfen kann und sollte, gibt uns die Variante 13.Ta3 e6 14.dxe6 Lxe6 15.Dd3 Sg4 16.Sa4 Tb4 17.b3 (Kortschnoj-Visier, Palma de Mallorca 1968) mit klarem Vorteil für Weiß gemäß Mc Nab in The Fianchetto King's Indian. Fritz 8 teilt diese Meinung nicht, nach 17...f5 18.Td1 fxe4 19.Dxe4 De8 20.Txd6 hat er das Argument 20...Lxc4! mit einer hochkomplizierten Stellung.

13...Tb4 14.Sd2

Interessant war 14.e5!? Sg4 15.exd6 exd6 16.Ta4 Txa4 17.Sxa4 mit verteiltem Spiel in Vaitonis-Geller, Saltsjobaden 1952

14...Sg4 15.h3 Se5 16.Lf1 h6?!

Bisher gab es an den Zügen von Schwarz nicht viel auszusetzen. Aber hier und im 18. Zug habe ich den Eindruck, dass ihm nichts mehr einfällt. Besser war nach meiner Meinung 16...e6!? und nach beispielsweise 17.f4 Sd7 18.Sf3 exd5 19.cxd5 Te8 entsteht eine typische Benonistruktur mit beiderseitigen Chancen.

17.f4 Sd7 18.Sf3 Kh7?!

Auch nach 18...Sb6 19.Sa2 Ta4 20.Db3 Se8 21.e5 hat Weiß deutlichen Vorteil. Das kleinste Übel war vielleicht noch 18...Se8 die Stellung nach 19.e5 Dc7 20.e6!? mit weißer Initiative ist aber auch nicht jedermanns Sache.

19.e5! ± Se8

Nach 19...dxe5 20.Sxe5! Sxe5 21.fxe5 geht Schwarz ebenfalls schweren Zeiten entgegen.

20.Sa4 Sb6?

Dies forciert eine Abtauschaktion, welche nur dem Weißen entgegenkommt. Schwarz hätte mit 20...Dc7 seiner Dame unbedingt Manöverierraum geben müssen, obwohl seine Lage nach 21.Ld2 Tb7 22.Lc3 auch nicht beneidenswert ist.

21.Ld2! Txa4 22.Txa4 Sxa4 23.Dxa4

Nun sind die Folgen der verfehlten Abtauschaktion offensichtlich. Bei Schwarz sind die zwei einzigen aktiven Figuren (der Springer auf d7 und der Turm auf b4) verschwunden. Bei Weiß hat sich die Aktivität der Figuren (bei der Dame und dem schwarzfeldrigen Läufer) deutlich erhöht.

23...dxe5?! 24.fxe5 f6?

Danach geht es mit der schwarzen Stellung rapide bergab. Da die unkoordinierten Figuren von Schwarz die schwachen Bauern auf a6, c5 und e7 auf die Dauer nicht mehr verteidigen können, helfen andere Züge aber auch nicht mehr. Nach beispielsweise 24...Dc7 25.Da5 [gut ist auch 25.La5 Db7 26.b4!] 25...f6 [oder 25...Lf5 26.g4 Ld7 27.Dxc7 Sxc7 28.Le3 Tc8 29.Ta1 +-] 26.Dxc7 Sxc7 27.La5 +- sollte Weiß auch problemlos gewinnen.

25.La5! +-

Nun muss Schwarz die Damen tauschen, wonach sich der schwarzfeldrige Läufer von Weiß als »Abräumer« betätigt.

25...Dd7

Oder 25...Ld7 26.Lxd8 Lxa4 27.e6! mit Zugumstellung zur Partie. Nach 25...Sc7 26.Dc6 gewinnt Weiß bei anhaltendem Angriff eine Figur.

26.Dxd7 Lxd7 27.e6! La4 28.Ld8! Sd6 29.Lxe7 Sf5 30.Lxf8 Lxf8 31.g4 Sd6 32.e7 1-0

Kommentar: Klaus Schumacher