Französisch - C18

Geilfuss, Albert (1414)
IM Jurek, Josef (2329)

Csörgö-Simultan, Hussenhofen, 17.06.2001

 

Albert GeilfussNachdem IM Josef Jurek im Mittelspiel einige gute Chancen auslässt, versucht er ein gleichstehendes Endspiel "mit der Brechstange" zu gewinnen und wird von dem 10-jährigen Albert Geilfuss "eiskalt" ausgekontert:

1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 Lb4 4.e5 c5 5.a3 Lxc3+ 6.bxc3 Se7 7.Dg4 0-0 8.Ld3 f5 9.exf6 Txf6 10.Lg5 Tf7 11.Dh4 h6 12.Lxe7 Txe7 13.Se2!

Albert findet die beste Fortsetzung. Nach 13.Sf3 e5! 14.dxe5 Txe5+ 15.Kd2 [15.Sxe5?? Dxh4] 15...Dxh4 16.Sxh4 Sc6 gefällt mir die schwarze Stellung besser.

13...Sc6 14.0-0?!

Danach kann sich Schwarz befreien. Wenn Weiß um Vorteil kämpfen will, muss er mit 14.f4 zunächst den Vorstoß e6-e5 verhindern.

14...e5! 15.Tfe1?

Nach 15.dxc5 Da5 16.c4! e4! entsteht eine sehr verwickelte Stellung mit besseren Chancen für Schwarz.

15...c4?

Schwarz hätte sich mit 15...exd4 den Bauern schnappen sollen. Nach 16.Dh5 Se5! 17.f3 [17.cxd4 Lg4!] 17...Sxd3 hätte er klaren Vorteil gehabt.

16.Lg6 Ld7 17.f4!?

Ein sehr unangenehmer Zug für den Simultanspieler, der sich nun in kürzester Zeit entscheiden muss.

17...exf4?!

17...e4 18.f5! hätte zu einer unübersichtlichen Stellung mit beiderseitigen Chancen geführt.

18.Sxf4?!

Nach dem Zwischenzug 18.Dh5! hätte Schwarz große Probleme mit seinem d-Bauern gehabt.

18...Txe1+ 19.Dxe1

Natürlich nicht 19.Txe1?? Dxh4

19...Df6 20.Dg3?

Dieser natürlich aussehende Zug stellt einen Bauern ein. Notwendig war 20.g3 Dd6 und die bessere Bauernstruktur gibt Schwarz Vorteil.

20...Se7?

Hat der IM 20...Sxd4! übersehen, oder traute er den Verwicklungen nicht? Interessanterweise hatte Albert diesen starken Zug bereits auf seinem Partieformular notiert.

21.Lh5?!

Besser war 21.Te1 Tf8 22.Sh5 Dxg6 23.Txe7 Dxg3 24.Sxg3 Lc6 mit leichtem Vorteil für Schwarz.

21...Tf8 22.Tf1 g5?!

Nach 22...Dd6! 23.Le2 Sf5 24.Df3 Lc6 ist der weiße a-Bauer auf Dauer nicht zu halten.

23.Le2 Dd6 24.Sh5!

Diese Entlastungsaktion kommt gerade noch rechtzeitig und führt zu einer ausgeglichenen Stellung.

24...Txf1+ 25.Kxf1 Dxg3 26.Sxg3 Kf7 27.Kf2 Ke6

Vielleicht hätte Schwarz seinen Läufer vor dem Abtausch bewahren sollen?!

28.Lg4+ Kd6 29.Lxd7 Kxd7 30.Kf3 Ke6 31.Kg4 Kf6 32.Kh5 Sg6?

Da die Partie nach 32...Kg7 wohl mit einem Remis beendet worden wäre, versucht es der Meister mit der Brechstange. Er hätte auf diesen zweifelhaften Gewinnversuch wahrscheinlich verzichtet, wenn er gewusst hätte, welch gute Technik Albert im Endspiel bereits hat.

33.Kxh6 Sh4 34.Sh5+ Kf5 35.g3 Sf3 36.h3 Se1? 37.g4+ Ke6 38.Kxg5

Nun steht Weiß glatt auf Gewinn. Albert lässt in der Folge auch nichts mehr anbrennen.

38...Sxc2 39.Sf4+ Kf7 40.a4 Se3 41.h4 b6 42.h5 a6 43.h6 b5 44.axb5 axb5 45.Se2 Sd1 46.Kf5 b4

Ein letzter verzweifelter Versuch.

47.cxb4 c3 48.b5 c2 49.b6 Sc3 50.Sc1! Sb5 51.Ke5  1-0

Kommentar: Klaus Schumacher