Französisch - Co2

Schumacher, Klaus
Fink, Torsten

SC Leinzell I - SV Aalen I
LL8485, Runde 6, Brett 4, 1985

 

Klaus SchumacherNach dem Motto "Initiative um jeden Preis" opfert Weiß mutig zwei Bauern und bringt seinen Gegner damit in große Bedrängnis:

1.e4 c5 2.c3 e6 3.d4 d5 4.e5 Sc6 5.Sf3 Db6 6.Ld3

Das Milner-Barry Gambit gilt als fragwürdig, da es laut Theorie dem Anziehenden keine ausreichende Kompensation für sein geopfertes Material gibt. Die Alternativen sind 6.Le2 und 6.a3.

6...cxd4 7.cxd4 Ld7

Natürlich nicht 7...Sxd4? 8.Sxd4 Dxd4? 9.Lb5+ mit Damenverlust.

8.0-0 Sxd4 9.Sxd4 Dxd4 10.Sc3 a6

John Watson schlug schon vor einigen Jahren vor, mit 10...Dxe5 einfach den zweiten Bauern zu nehmen, dazu mehr in Partie 2.

11.De2 Se7 12.Kh1 Sc6 13.f4 Db6

Laut Theorie sind 13...Sb4! oder 13...Lc5!? bessere Alternativen.

14.Le3 Dc7

Nach 14...d4 15.Lf2 bekommt der weiße Springer das wunderschöne Feld e4.

15.Lf2 Le7 16.a4!?

Auch 16.Lg3 war beachtenswert.

16...0-0 17.a5

Nimmt Schwarz diese zweite Bauernopfer nicht an, folgt Sa4-b6 nebst Strangulation.

17...Sxa5 18.f5

Der schwarze König wird aufs Korn genommen.

18...Ld8 19.f6

Der Bauer auf f6 ist der Pfahl im Fleische der schwarzen Stellung. Man könnte ihn auch als Sargnagel bezeichnen.

19...g6 20.De3 Kh8 21.Dh6 Tg8 22.Lb6!?

Ein "Hammerzug"! Er hat nur einen Mangel, dass nämlich alternativ 22.Ld4! nebst Tf4-h4 noch besser gewesen wäre.

22...Dxe5

Oder 22...Dxb6 23.Tf3! Lxf6 der einzige Zug, um die Drohung Th3 zu entkräften 24.exf6 [24.Th3? Lh4! 25.Txh4 Tg7] 24...e5 25.Sxd5 Dd4 26.Se7 mit weißem Vorteil.

23.Lxd8 Taxd8 24.Txa5

Mit drei Bauern für einen Springer ist Schwarz zwar materiell entschädigt, aber seine gefährdete Königsstellung gibt Weiß Vorteil.

24...Lc6 25.Se4 Dh5 26.Dxh5?

Die herannahende Zeitnot macht sich bemerkbar. Nach 26.Sg5! Le8 27.Dxh5 gxh5 28.Sf3 steht Weiß klar besser.

Stark war auch 26.Dc1! e5 27.Sg5 Tgf8 28.Tf3

26...gxh5 27.Sd2 Tg4?

Nun bekommt Weiß wieder Oberwasser. Nach 27...e5! wäre der Partieausgang völlig offen gewesen.

28.Sf3 Tb4 29.Se5 Kg8?!

29...Le8 leistete mehr Widerstand.

30.Sxc6 bxc6 31.Txa6 c5 32.Le2 Txb2 33.Lxh5 Tb7 34.Tfa1 h6 35.Ta8 Txa8 36.Txa8+ Kh7 37.h3?!

Besser war 37.Kg1 um ins Quadrat des c-Bauern zu laufen.

37...Tb1+ 38.Kh2 Tf1 39.Tf8

Genauer war 39.Ta7 c4 [39...Txf6 40.Txf7+ ergibt die Partiefortsetzung] 40.Lxf7! Txf6 41.Lxe6+ mit Schach!

39...Txf6

Nach 39...c4 muss Weiß genauer spielen: 40.Txf7+ Kg8 41.Tg7+ Kf8 42.Lf3 c3 [42...d4 43.Td7 e5 44.Td8+ Kf7 45.Ld5+] 43.Tc7 d4 44.Kg3 und Weiß sollte gewinnen.

40.Txf7+ Txf7 41.Lxf7 d4 42.Lxe6 1-0

Kommentar: Jürgen Denk + Klaus Schumacher