Denk, Jürgen - 1815
Krätschmer, Thilo - 1945

SC Leinzell I - SF Spraitbach I   5-3
LL0102, Runde 5, 23.12.2001

 

Jürgen hatte oft gute Stellungen und hätte mehr Punkte erzielen können. Hier muss sich sein Gegner entscheiden, ob und falls ja, wie er sich den in der Anfangsphase der Partie geopferten Bauern zurückholen soll.

13...Sxf4

Die Gambitfortsetzung 13...f6 sieht nach 14.exf6 Sxf4 15.gxf4 Dg6 auf den ersten Blick gut aus, nach 16.0-0 gxf6 17.Kh2 Tg8 18.Tg1 zeigt sich aber, dass Schwarz kaum Kompensation hat.

Gleichwertig zu Partiefortsetzung ist 13...Scxe5 14.Dxe8 Sxf3+ 15.Lxf3 Txe8 16.Kd2 mit weißem Vorteil.

14. gxf4!?

Die Alternative 14.exf4 ergibt nach 14...Sxe5 15.Dxe8 Sxf3+ 16.Lxf3 Txe8+ 17.Kd2 ebenfalls weißen Vorteil.

14...Sxe5 15.Dxe8 Sxf3+ 16.Lxf3 Txe8 17.Td1

Möglich war auch 17.Kd2 Td8 18.Le4 und der d-Bauer fällt.

17...a5? 18.c5?

Ein unnötiger Sicherheitszug. Mit 18.bxa5! Lxa3 (oder 18...c6 19.Txd3) 19.Tb1 hätte sich Weiß einen wichtigen Bauern einverleiben können.

18...axb4 19.axb4 Td8 20.0-0?!

Eine strategische Ungenauigkeit, und dies gleich in doppelter Hinsicht:
1.) Spätestens seit Nimzowitsch wissen wir, dass man Freibauern blockieren und wenn möglich schnellstens eliminieren muss.
2.) Ein weiteres Allgemeingut ist, dass der König im Endspiel eine starke Figur darstellt und sich daher nicht "verstecken" sollte.
Nach diesen Hinweisen ist es nicht schwer gute Alternativzüge zu finden. 20.Le4 oder 20.Kd2 bieten sich praktisch von selbst an. In beiden Fällen hat Weiß einen soliden Vorteil.

20...d2!

Natürlich lässt sich Thilo nicht die Chance entgehen, seinen Freibauern aufzuwerten.

21.Ta1?!

Danach kann Jürgen nur mit Mühe Nachteil vermeiden. Besser war 21.Tb1 mit der möglichen Folge 21...g6 22.Tfd1 Lg7 23.Kf1 Td7 24.Ke2 Thd8 25.Tb3 c6 26.Le4 und der schwarze d-Bauer fällt.

21...g6 22.Tfd1 Lg7 23.Ta2 Lc3 24.Tc2!? Lxb4 25.Tb2 Lxc5 26.Txb7+ Kc8 27.Tb2 Td6 28.Tdxd2 Txd2 29.Txd2  ½-½

Kommentar: Klaus Schumacher