Colle-Aufbau - Do5

Rolvaag, Mikael (2260)
Fossan, Petter (2327)

Norwegen-chT, Oslo 2000 Runde 3

 

1.d4 c5 2.e3 e6 3.Sf3 Sf6 4.Ld3 d5 5.c3 Sc6 6.Sbd2 Ld6 7.0-0 0-0 8.dxc5 Lxc5 9.e4 Dc7 10.De2 Te8?

Der schwarze Königsturm ist auf diesem Feld oft nützlich, aber hier ist er schlecht, da er nichts gegen die Drohung e4-e5 unternimmt, welche dem weißen Königsläufer die Diagonale b1-h7 öffnet.

11.e5 Sd7

11...Sg4 12.Sb3 [12. Lxh7+?! ist hier nicht überzeugend, denn nach 12...Kxh7 13.Sg5+ Kg8 14.Dxg4 Dxe5! 15.Dh5 Df5 ist der weiße Angriff abgeschlagen.] 12...Le7 13.Te1 f6 14.exf6 Sxf6 [oder 14...Lxf6 15.h3 Sge5 16.Sxe5 Dxe5 17.Lxh7+ mit weißer Gewinnstellung.] 15.Sg5 Ld6 16.Sxh7! und Weiß gewinnt.

12.Sb3 Lf8

Nach 12...Lb6 gab Koltanowski eine eindrucksvolle Angriffsvorstellung beginnend mit 13.Lf4 f6 14.Tae1 Scxe5? [14... Tf8 wurde von Koltanowski als Verbesserung vorgeschlagen.] 15.Sxe5 Sxe5 16.Lxh7+ Kf8 [16...Kxh7? 17.Dh5+ Kg8 18.Dxe8+] 17.Lg6 Td8 18.Dh5 Ke7 19.Sd4 Ld7? 20.Txe5! fxe5 21.Lxe5 Dc4? 22.Dh4+ Kf8 23.Ld6+ Kg8 24.Dh7 matt Koltanowski-O'Hanlon, Dublin 1937

12...Le7 verhindert zwar das Läuferopfer auf h7, aber nach 13.Te1 kann Weiß seine vorteilhafte Stellung "in aller Ruhe" ausbauen.

13.Lxh7+! Kxh7 14.Sg5+ Kg6 15.f4!

Dieser Schlüsselzug macht das Läuferopfer überlegenswert. Der schwarze König ist total entblöst und es droht entscheidend der Damenzug nach g4.

Forciert verläuft das Spiel nach 15.Dd3+ f5 16.exf6+ Kxf6 17.Df3+ Ke7 18.Df7+ Kd8 19.Sxe6+ Txe6 20.Dxe6 Sf6 mit einer unklaren Stellung.

15...Sdxe5?

Ein Zeichen der Resignation, denn nun kann Weiß seinen Angriff ohne Minusfigur fortsetzen. Schlecht sind auch 15...Lc5+? 16.Sxc5 Sxc5 17. Dg4 +- und 15...f6? 16.Dd3+ f5 17.Dg3 +-

Der beste schwarze Versuch ist zweifelsohne 15...f5! nun gibt Lane 16.Df3 mit weißer Gewinnstellung. [Schlecht ist 16.exf6?! Sxf6 17.Dd3+ Se4! Eine gute Alternative ist jedoch 16.Df2!?, denn nach 16...Sf6 17.exf6 gxf6 hat der weiße Springer nun den Rückzug 18.Sf3] So einfach ist die Sache nach 16...Sf6! aber keineswegs: 17.Dh3 [nach 17.exf6 gxf6 18.Sh3 ist der weiße Springer unglücklich postiert. Die Stellung nach 17.Dg3 Sh5 18.Sxe6+ Sxg3 19.Sxc7 Se2+ 20.Kf2 Sxc1 21.Taxc1 Le6 22.Ke3 ist schwer einzuschätzen.] Mit dem Rückopfer 17...Sxe5 18.fxe5 Dxe5 kann Schwarz nun versuchen, sich aus der Umklammerung zu befreien. Mit 19.Lf4! sollte Weiß aber trotzdem am Drücker bleiben, z.B. 19...De2 20.Sf3! dies verhindert nicht nur den schwarzen Damenzug nach g4, sondern droht auch ein vernichtendes Schach auf e5. 20...Sg4 [oder 20...Kf7 21.Sbd4 Dxb2 22.Tab1 mit ausgezeichneter Kompensation.] 21.Sh4+ Kf7 22.Sd4 Da6 [oder 22...Dxb2 23.Dxg4! fxg4 24.Lc1+] 23.Shf3 Sf6 24.Sg5+ und der schwarze König tut sich sehr schwer, ein sicheres Plätzchen zu finden.

16.fxe5 Dxe5 17.Dg4?!

Danach kann Schwarz wieder kämpfen. 17.Dd3+ f5 18.Lf4 Df6 19.Dg3 De7 20.Sxe6+ Kf7 21.Sc7 hätte locker gewonnen.

17...f5 18.Dh4 De2 19.Dh7+ Kf6 20.Sh3?

Viel besser war 20.Sf3 Ld6 21.Lg5+ Kf7 22.Lh6! mit klarem Vorteil für Weiß.

20...Le7??

Ein fataler Fehlzug, der dem schwarzen König den Fluchtweg über das Feld e7 verstellt. Nach 20...e5, oder 20...Dg4 wäre Schwarz wieder voll im Spiel gewesen.

21.Sf4 Dg4

Dies überdeckt zwar das Feld g6, stellt dafür aber die Dame ein.

22.h3 1-0

22.h3 Dg5 was sonst? 23.Sxd5+ exd5 24.Lxg5+ und die schwarze Dame ist weg.

Anmerkungen: Klaus Schumacher