Colle-Aufbau - Do5

Nickl, Klaus (2185)
Wohlfahrt, Herbert (2270)

Österreich-ch 1994 Runde 5

 

1.d4 Sf6 2.Sf3 e6 3.e3 d5 4.Ld3 c5 5.c3 Sc6 6.Sbd2 Ld6 7.0-0 0-0 8.dxc5 Lxc5 9.e4 dxe4 10.Sxe4 Sxe4

Möglich ist auch 10...Le7, nach 11.De2 [11.Sxf6+ Lxf6 12.Dc2 ist ebenfalls interessant.] 11...Dc7 12.Sxf6+ Lxf6 13.Td1 hat Weiß in jedem Fall die besseren Aussichten.

11.Lxe4 Dxd1 12.Txd1

In diesem Endspiel hat Weiß die besseren Chancen, da er vorläufig die d-Linie kontrolliert. Ein weiteres wichtiges Plus für den Weißspieler ist die Bauernmehrheit auf dem Damenflügel, welche es ihm oft ermöglicht, dort einen gefährlichen Freibauern zu bilden.

12...f6

Das schwarze Problem ist, auf welchem Wege er seinen schlafenden Damenflügel aktiviert. Normalerweise versucht er den Vorstoß e6-e5 zu realisieren, und dann seinen weißfeldrigen Läufer nach e6 oder g4 zu entwickeln.

In der Partie Haag-Dönnebrink, Deutschland 1997 versuchte Schwarz dagegen zunächst auf der d-Linie gegenzuhalten: 12...Td8 13.Lf4 f6 14.b4! Lb6 [14...Le7 15.Lc7! Txd1+ 16.Txd1 ist ebenfalls klar besser für Weiß.] 15.Ld6 Sd4 16.Sxd4 Txd6 17.Sb3 Txd1+ [17...Lc7 18.Txd6 Lxd6 19.Td1 löst das schwarze Problem auch nicht.] 18.Txd1 f5 [nach 18...e5 19.Sc5! Lxc5 20.Td8+ Kf7 21.bxc5 ist der schwarze Damenflügel völlig lahmgelegt.] 19.Lf3 e5 20.Ld5+ Kf8 21.a4 a5 22.b5 Ke7 23.c4 Le6 24.Lxe6 Kxe6 25.c5 Lc7 26.b6 Ld8 27.Td6+ Ke7 28.Kf1 e4 29.Ke2 Ke8 30.Ke3 Le7 31.Td5 g6 32.Kd4 Lh4 33.g3 Lf6+ 34.Kc4 Ke7 35.Kb5 Lc3 36.c6 bxc6+ 37.Kxc6 und in hoffnungsloser Lage überschritt Schwarz die Bedenkzeit. Ein sehr instruktives Beispiel für dieses Endspiel, ohne einen offensichtlichen Fehler begangen zu haben, wurde Schwarz chancenlos "an die Wand gespielt".

13.b4! Lb6?!

Hier wird der Läufer zur Zielscheibe für die weißen Bauern. Die bessere Wahl ist 13...Le7, aber auch hier hat Weiß alle Möglichkeiten, z.B. 14.a4 a5 [oder 14...Td8 15.Le3 e5 16.a5!] 15.b5 Sd8 16.c4! Sf7 17.La3 und der weitere Vormarsch des weißen c-Bauern ist nicht zu verhindern.

14.a4 e5?!

Auch nach dem besseren 14...a5 15.b5 nebst Lc1-a3 und c3-c4-c5 steht der weiße Vorteil außer Frage.

15.a5! Lc7

15...Td8 16.Txd8+ Lxd8 17.a6 Lc7 18.b5 Sd8 19.Le3 ist ebenfalls hoffnungslos.

16.a6! Td8 17.Txd8+ Sxd8 18.Le3 Lb6?

Dies verliert schnell, aber auch mit anderen Zügen kann Schwarz die Niederlage nicht mehr abwenden, z.B. 18...g6 19.b5! Kg7 20.axb7 Lxb7 21.Lxb7 Sxb7 22.b6 Ld8 23.Txa7 Tb8 24.c4 +-

19.axb7 Lxb7 20.Lxb7 1-0

Anmerkungen: Klaus Schumacher