Diagramm 9-2006

Spassky – Darga, Varna ol 1962

1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 e6 5.Sc3 Dc7 6.Le3 a6 7.a3 b5 8.Le2 Lb7 9.f4 Sf6 10.Lf3 d6 11.0-0 Sa5 12.De2 Sc4 13.e5 Sxe3 14.Dxe3 dxe5 15.fxe5 Sd7 16.Lxb7 Dxb7 17.Df4 Sb6 18.Tad1 Sa4 19.Sxa4 bxa4 20.Kh1 Lc5 – Exweltmeister Boris Spassky war nun in seinem Element. Wie baute er seinen Vorteil partientscheidend aus?

Dia

21.Sxe6!

Nach diesem schönen Springeropfer ist der schwarze König den weißen Schwerfiguren hilflos ausgeliefert.

21...fxe6 22.Dxa4+ Db5

22...Ke7 23.Dh4+ Ke8 24.Dg4 ist auch nicht besser.

23.Dg4 Dc6 24.Dxg7 Tf8 25.Txf8+ Lxf8 26.Dxh7 Tc8 27.Dg6+ 1-0

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 10-2006

Spassky – Nikolaevsky, UdSSR 1963

1.d4 d5 2.c4 dxc4 3.Sf3 Sf6 4.e3 e6 5.Lxc4 c5 6.0-0 a6 7.a4 cxd4 8.exd4 Sc6 9.Sc3 Le7 10.Le3 0-0 11.De2 Sb4 12.Se5 b6 13.f4 Sfd5 14.Tad1 Lf6 15.Se4 Lb7 16.f5 exf5 17.Txf5 Sxe3 – wie soll Weiß nun reagieren?

Dia

18.Sxf6+!

Natürlich nutzt Spassky die Gelegenheit, um mit einem Figurenopfer den Weg zum schwarzen König zu öffnen. Nach 18.Dxe3?! Lxe5 19.Txe5 Tc8 hält sich der weiße Vorteil in Grenzen.

18...gxf6 19.Dxe3 fxe5 20.Dxe5 h6 21.Tf6!

Stark war auch 21.Lxf7+! Txf7 22.Txf7 +-

21...Kh7 22.Tdf1! Ld5 23.Df5+ Kg8 24.Dg4+ Kh7 25.Txh6+! 1-0

Nach 25.Txh6+! Kxh6 26.Tf5 ist es aus!

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 11-2006

Spassky – Geller, Riga 1965

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 Sf6 5.0-0 Le7 6.Te1 b5 7.Lb3 0-0 8.c3 d6 9.h3 Sd7 10.d4 Sb6 11.Sbd2 Lf6 12.Sf1 Te8 13.S1h2 exd4 14.cxd4 Sa5 15.Lc2 c5 16.Sg4 Lxg4 17.hxg4 cxd4 18.g5 Le7 19.e5 Lf8 – obwohl die Partie erst 19 Züge »alt« ist, ist die schwarze Stellung bereits sturmreif. Wie setzte Weiß am Zuge fort?

Dia

20.Lxh7+!!
eine sehr schöne Variation des klassischen Läuferopfers auf h7.
20...Kxh7
auf 20...Kh8 bringt 21.g6 ebenfalls die Entscheidung.
21.g6+ Kg8
andere Züge sind auch nicht besser: 21...fxg6 22.Sg5+ Kg8 23.Df3 +-, oder 21...Kxg6 22.Dd3+ f5 23.exf6+ Kf7 [23...Kxf6 24.Lg5+] 24.Sg5+ Kxf6 25.Df3+ Kg6 26.Df7+ Kh6 27.g4 nebst matt in wenigen Zügen.
22.Sg5 fxg6 23.Df3
mit den beiden Drohungen 24.Df7+ und 24.Dh3 ist der Kampf praktisch entschieden. Nach dem erzwungenen Damenopfer 23...Dxg5 24.Lxg5 war der Rest nur noch eine Frage der Technik. Spassky siegte nach 44 Zügen.

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 12-2006

Spassky – Petrosian, Moskau WM 1969

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Lg5 Sbd7 7.Lc4 Da5 8.Dd2 h6 9.Lxf6 Sxf6 10.0-0-0 e6 11.The1 Le7 12.f4 0-0 13.Lb3 Te8 14.Kb1 Lf8 15.g4 Sxg4 16.Dg2 Sf6 17.Tg1 Ld7 18.f5 Kh8 19.Tdf1 Dd8 20.fxe6 fxe6 – Fritz & Co haben hier ernsthafte Schwierigkeiten, die beste Fortsetzung für Weiß zu finden. Sie sind sicher besser als die Maschinen?

Dia

21.e5! dieses Räumungsopfer (mit der Idee Se4) ist klar die beste Fortsetzung. Gut ist auch 21.Sf3 aber nach 21...Sg8 kann Schwarz noch kämpfen.

21...dxe5 nur eine Zugumstellung ist 21...Sh5 22.Dg6! dxe5 23.Se4

22.Se4 Sh5 andere Züge verlieren sofort, z.B. 22...Sxe4 23.Txf8+ +-, oder 22...exd4 23.Txf6 +-

23.Dg6! exd4 die schönste Variante ließ sich Petrosian leider nicht zeigen: 23...Sf4 24.Txf4! exf4 25.Sf3 Db6 [25...De7 26.Sfg5!] 26.Tg5!! Lc6 [26...Dd8 27.Se5] 27.Sf6 Le4 28.Dxh6+!! +-

24.Sg5! 1-0

Nach 24.Sg5! ist Schwarz hilflos: 24...hxg5 25.Dxh5+ Kg8 26.Df7+ Kh7 27.Tf3 mit der Idee Th3 matt.

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 13-2006

Larsen – Spassky, Belgrad 1970

1.b3 e5 2.Lb2 Sc6 3.c4 Sf6 4.Sf3 e4 5.Sd4 Lc5 6.Sxc6 dxc6 7.e3 Lf5 8.Dc2 De7 9.Le2 0-0-0 10.f4 Sg4 11.g3 h5 12.h3 – diese Stellung ging seinerzeit um die Welt. Wie setzte Spassky nun fort?

Dia

12...h4! 13.hxg4

Nach 13.Lxg4 entscheidet 13...Lxg4 14.hxg4 hxg3 15.Tg1 Th2 -+

13...hxg3 14.Tg1 Th1!

Gut war auch 14...Dh4 15.Tg2 Dxg4!! -+

15.Txh1 g2 16.Tf1

Auf 16.Tg1 folgt 16...Dh4+ 17.Kd1 Dh1 -+

16...Dh4+ 17.Kd1 gxf1=D+ 0-1

17...gxf1=D+ 18.Lxf1 Lxg4+ 19.Kc1 De1+ 20.Dd1 Dxd1 matt

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 14-2006

Spassky – Kinnmark, Göteborg 1971

1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sc3 Lb4 4.Lg5 0-0 5.e3 d6 6.Ld3 Lxc3+ 7.bxc3 e5 8.Se2 h6 9.Lxf6 Dxf6 10.Sg3 c6 11.0-0 d5 12.f4 exd4 13.cxd4 De7 14.Df3 Sd7 15.cxd5 cxd5 16.Sf5 Da3 17.Dg4 g6 18.Sxh6+ Kh7 – obwohl bei ihm zwei Figuren hängen, steht der Anziehende klar auf Sieg. Man muss aber die richtige Fortsetzung finden. Welche ist das?

Dia

19.Sxf7! Dxd3

19...Txf7 20.Dxg6+ Kh8 21.Dxf7 Dxd3 22.Tf3 +-

20.f5!!

Solche Züge in der Vorausberechnung zu sehen, zeichnet den wahren Meister aus!

20...Da6

20...gxf5 21.Txf5 Sf6 22.Dh4+ +-
20...Tg8 21.Dg5! Kg7 22.Sd6 +-

21.Sg5+ Kg8 22.Dh4 Sf6 23.fxg6 Kg7 24.Sh7 1-0

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 15-2006

Spassky – Pfleger, München 1979

1.e4 c6 2.d4 d5 3.Sc3 dxe4 4.Sxe4 Sd7 5.Lc4 Sgf6 6.Sxf6+ exf6 7.Se2 Sb6 8.Lb3 Ld6 9.c4 Lc7 10.Lf4 0-0 11.Lxc7 Dxc7 12.c5 Sd7 13.0-0 b6 14.cxb6 axb6 15.Te1 Lb7 16.Sg3 Tfe8

Dia

Nun inszenierte Spassky einen unwiderstehlichen Angriff auf den schwarzen König. Können Sie es ihm gleich tun?

17.Lxf7+! Kxf7 18.Dh5+ g6

18...Kf8 hilft auch nicht: 19.Dxh7 Df4 20.Sf5 Dg5 21.h4 +-

19.Dxh7+ Kf8 20.h4! 1-0

Nach 20.h4! ist Schwarz völlig hilflos, z.B. 20...Tac8 21.Dxg6! mit der Idee Sf5

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 16-2006

Andruet – Spassky, Bundesliga 8788

1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 Lb4+ 4.Ld2 Lxd2+ 5.Dxd2 d5 6.Sc3 0-0 7.e3 De7 8.Tc1 Td8 9.Dc2 Sbd7 10.cxd5 exd5 11.Ld3 Sf8 12.0-0 Sg6 13.Se2 c6 14.Sg3 Te8 15.Dc5 Dd8 16.Sd2 Sh4 17.b4 a6 18.a4 Ld7 19.Tb1 Sg4 20.Dc2 g6 21.b5 axb5 22.axb5 h5 23.bxc6 bxc6 24.Tfe1 Df6 25.Sdf1 Ta3 26.Te2 c5 27.dxc5 – Spassky benötige nun nur noch zwei Züge, um Weiß zur Aufgabe zu bewegen. Wie setzte er fort?

Dia

27...Se5!

Nach 27...Tc3 kann Weiß mit 28.c6!? noch Widerstand leisten.

28.Lb5

Auch nach 28.Tb6 bringt 28...Df3!! die Entscheidung. Nur mit 28.Lxg6 fxg6 29.Tb6 Le6 hätte Weiß den aber hoffnungslosen Kampf fortsetzen können.

28...Df3!! 0-1

Nach dem genialen 28...Df3!! gab sich Weiß geschlagen, wegen 29.gxf3 Sexf3+ 30.Kh1 Lh3 nebst Matt!

Kommentar: Klaus Schumacher