Diagramm 41-2005

Graf – Wurm, Augsburg 1953

Der Läufer e3 steht der Dame im Wege, die sonst sofort nach h6 ziehen könnte. Also kann er, getreu dem Desperado-Motiv, sich rücksichtslos opfern:

Dia

1.Lxc5! bxc5 2.Dh6
droht Matt auf g7 und eventuell auf f8, falls der schwarze Springer nach e8 zieht.

2...Sd7
deckt beides. Was nun?

3.Tf7!!
der Turm zwingt den König aus seinem Versteck.

3...Kxf7 4.Dxh7+ Lg7
nützt auch nichts mehr.

5.Dxg7+ Ke8 6.Dxg6 matt

Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist!

Kommentar: Kurt Richter

Diagramm 42-2005

Plater – Piechota, Polen 1956

Freie Bahn dem Läufer – Weiß am Zuge erzwingt ein Matt in vier Zügen. Fast ein Schema! Doch man muss es sehen.

Dia

 
1.Se7+!

demaskierte den Läufer c2 und erzwang das Matt:

1...Texe7

1...Kh8 2.Dxh7+! Sxh7 3.Txh7 matt

2.Lxh7+ Sxh7

2...Kh8 3.Lg6+ Kg8 4.Dh8 matt

3.Dxh7+ Kf8 4.Dh8 matt

Kommentar: Kurt Richter

Diagramm 43-2005

Zuckerman – Suttles, New York 1966

Es gilt für Weiß, den Läufer g2 zu demaskieren. Würde aber zu diesem Zwecke der Springer e5 beliebig wegziehen, könnte sich Schwarz noch mit 1...Ka7 der direkten Bedrohung entziehen. Diese Überlegung brachte Weiß auf den kuriosen Einfall:

Dia

1.Sc6!!
damit droht dreierlei: einmal e4-e5 (weswegen der Springer auch tabu ist), dann Dxc5 und schließlich auch noch Sxa5+. Zudem ist dem schwarzen König das Feld a7 genommen. In diesem Dilemma fand Schwarz nichts besseres als
1...Sbxa4 2.e5 Kb6
doch er kam vom Regen in die Traufe:
3.Td6 Sb7 4.Tf6 b3
Schwarz ist bereit, den Turm g8 zu geben und setzt alle seine Hoffnungen auf seinen b-Bauern. Aber Weiß hält den Griff eisern fest:
5.De6! b2 6.Db3+ Kc5 6...Lb5 bietet auch keine Rettung mehr: 7.Sd4+! Ka7 8.Sxb5+ +- 7.Se4 matt
Das war beileibe kein »Ritter von der traurigen Gestalt«, sondern ein wahres Teufelspferd!

Kommentar: Kurt Richter

Diagramm 44-2005

Wachtel – Musiol, Polen 1953

Bitte sehr: Wer denkt in einer solchen Stellung an Matt? So hatte Schwarz zuletzt wohl a7-a6 gezogen – und sah sich nach

Dia

1.Te5!!

in einem fröhlichen Mattnetz, dem er nur durch die sinnlosen Züge 1...Tb5 und 1...b5 entrinnen könnte. Sie glauben es nicht? Bitte überzeugen Sie sich selbst!

1...Txe5

oder 1...Le2 2.Txc5+ bxc5 3.Lc7 matt

2.Lxe5 b5

2...Lg2 3.Lc3 matt

3.Lc7 matt

Kommentar: Kurt Richter

Diagramm 45-2005

Richter – Abramavicius, Hamburg ol 1930

1.d4 d5 2.Sc3 Sf6 3.Lg5 e6 4.e4 dxe4 5.Sxe4 Le7 6.Lxf6 Lxf6 7.Sf3 Sd7 8.Ld3 0-0 9.De2 c5 10.0-0-0 cxd4 11.g4 g6 12.h4 Lg7 13.h5 Te8 14.hxg6 hxg6 15.g5 e5 16.Th4 Sf8 17.Tdh1 Lf5 18.Df1 Tc8
der Läufer auf g7 und der Springer auf f8 scheinen den schwarzen König ausreichend abzusichern. Kurt Richter bewies aber das Gegenteil:

Dia

19.Th8+!! Lxh8 20.Txh8+ Kxh8 21.Dh1+!

21.Sf6? scheitert an 21...Lg4! -+

21...Sh7?

Nur mit 21...Kg8 hätte Schwarz in der Partie bleiben können: 22.Sf6+ Dxf6 23.gxf6 Tc6! [23...Lxd3? 24.Dh6 Se6 25.Sg5 +-] 24.Lxf5 Txf6 25.Le4 ±

22.Sf6 Kg7?

22...Dxf6 verliert aber auch: 23.gxf6 Kg8 24.Lxf5 +-

23.Dh6+ 1-0

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 46-2005

Richter – Alexandrescu, München ol 1936

1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 dxe4 4.Sxe4 Sd7 5.Sf3 Sgf6 6.Sxf6+ Sxf6 7.Lg5 Le7 8.Ld3 c5 9.0-0 0-0 10.dxc5 Da5 11.Te1 Dxc5 12.Se5 h6 13.b4 Dxb4 14.Tb1 Da5 15.Ld2 Dxa2 16.Te3 Dd5 17.Tb5 Dd6 18.Tg3 Kh8

Dia

19.Txg7!!

19.Lxh6 reicht nur zu einem Dauerschach: 19...gxh6 20.Dd2 Sg8 21.Txg8+ [oder 21.Th3 f5 22.Txh6+ Sxh6 23.Dxh6+ =] 21...Kxg8 22.Dxh6 f5 23.Dg6+ =

19...Kxg7 20.Lxh6+! Kg8

Besser war 20...Kxh6 nach 21.Dd2+ Kg7 22.Dg5+ Kh8 23.Dh6+ Kg8 24.Sg4 Dxd3 25.Sxf6+ Lxf6 26.cxd3 gibt es am weißen Sieg aber auch keinen Zweifel, da Schwarz auch noch den f6-Läufer abgeben muss.

21.Df3 Se8 22.Dg4+ Kh8 23.Lg7+ Sxg7 24.Dh3+ Lh4 25.Dxh4+ Sh5 26.Dxh5+ Kg7 27.Dg5+ 1-0

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 47-2005

Kurt Richter – Matt in drei Zügen, 1931

Dia

Dass Weiß hier glatt auf Gewinn steht, ist außer Zweifel. Sie sollen den schwarzen König aber in nur drei Zügen matt setzten!
Der Springer auf c3 ist das anzustrebende Mattbild. Dies erreicht Weiß mit

1.Tc5!! dxc5

oder 1...d5 2.c3! dxc3 3.Sxc3 matt

2.c4!

sehr schön, dies deckt den Springer und zwingt Schwarz zum Schlagen en-passent!

2...dxc3 3.Sxc3 matt

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 48-2005

Mieses – Lubitel, Metz 1935

Obwohl es auf den »ersten Blick« nicht danach aussieht, kann Weiß am Zuge hier gewinnen – und zwar im Handumdrehen!

Dia

Die Versuche, den a-Bauern voranzubringen, sind langwierig und wahrscheinlich nicht ausreichend. Schlagartig wird die Partie aber beendet nach

1.g4+! Kh4

oder 1...fxg3 2.Th4+! gxh4 [2...Kxh4 3.Txh6 matt] 3.Tb5+ Dxb5 4.axb5 und Weiß erhält ein gewonnenes Bauernendspiel.

2.Kh2! h5 3.Th6

nebst Matt.

Kommentar: Bernd Schneider