Diagramm 33-2005

Krylov – Tarassov, UdSSR 1961

Ein Schulfall – sehr eindrucksvoll wird hier der schwarze König in ein elementares Lehrbuchmatt gelockt.

Dia

 
Weiß am Zuge – löst man im Fluge!

Eins: 1.Dxg8+! Kxg8
Zwei: 2.Th8+! Kxh8
Drei: 3.Lf7 matt

und alles war vorbei! So schnell muss so etwas gehen.
Ein schöneres Beispiel für dieses Mattbild ist wohl schwerlich zudenken!

Kommentar: Kurt Richter

Diagramm 34-2005

Bucher – Müller, Basel sim 1959

Dia

Schwarz sah hier einen verlockenden Damentausch mit siegverheißendem Endspiel und spielte

1...Db5+??

Schwarz hätte 1...Kd6 ziehen und sich mit Dauerschach durch 2.Dd8+ Kc5 3.Da5+ abfinden sollen. Weiß beantwortete den schwarzen Damentauschversuch mit der prächtigen Riposte

2.Tc4+!!

und Schwarz hatte beträchtlich das Nachsehen:

2...Kxc4

oder 2...Kd6 3.Dd8 matt

3.Dc3 matt

Das entzückende Epaulettenmatt auf c3 ist allein schon »das ganze Geld« wert!

Kommentar: Kurt Richter

Diagramm 35-2005

Winz – Videla, Mendoza 1955

Taktische Schlagfertigkeit – Schwarz hatte den weißen Eckturm verspeist und wurde nun das Opfer eines Mattüberfalls. Was zog Weiß?

Dia

 
Der Pfahl im Fleische auf e6 wird dem schwarzen König zum Verhängnis:

1.Lxc7+! Txc7 2.De8+!! Kxe8 3.Tb8+ Tc8 4.Txc8 matt

Solche Kombinationen gehören zum täglichen Brot des Schachspielers.

Kommentar: Kurt Richter

Diagramm 36-2005

Borik – Novak, Cihak 1969

1.e4 e5 2.Sf3 f5 3.Lc4 fxe4 4.Sxe5 Dg5 5.d4 Dxg2 6.Dh5+ g6 7.Lf7+ Kd8 8.Lxg6 Dxh1+ 9.Ke2 c6 10.Sc3 Sf6 11.Dg5 Le7 12.Sf7+ Ke8 13.Sxh8+ hxg6 14.Dxg6+ Kd8 15.Sf7+ Ke8 16.Se5+ Kd8 – Weiß hat im Stil der Anderssenzeit großzügig geopfert und stand nun vor der Frage, ob sich die Investition gelohnt hat. Und in der Tat: Die Gelegenheit ist günstig! Aber ob sie jeder erkennt?

Dia

Ein hochelegantes Mattbild nach der Art des erstickten Matts bildet den Hauptinhalt der Gewinnführung. Es folgte

17.Lf4! Dxa1

17...Df3+ 18.Sxf3 exf3+ 19.Kxf3 ist natürlich auch chancenlos.

18.Sf7+ Ke8 19.Sd6+ 1-0

19.Sd6+ liegt natürlich nahe, aber nach 19...Kd8 nicht der zweite Zug 20.De8+!! mit der Glanzidee 20...Sxe8 [oder 20...Kc7 21.Dxc8+ Kb6 22.Dxb7+ Ka5 23.b4 matt] 21.Sf7 matt

Kommentar: Kurt Richter

Diagramm 37-2005

Forintos – Tomovic, Budapest 1957

Heftiges Matt-Gewitter – Weiß steht auf Matt, aber Schwarz wird matt!

Dia

 
Weiß gönnte dem Gegner keine Atempause und setzte ihn zwangsläufig matt:

1.Ld3+

Eine Zugumstellung ist 1.Th8+! Kxh8 2.Df8+ Kh7 3.Ld3+ g6 4.Dxf7+

1...g6 2.Th8+! Kxh8 3.Df8+ Kh7 4.Dxf7+ Kh8 5.Df8+! Kh7 6.Lxg6+! Kxg6 7.Dg8 matt

Kommentar: Kurt Richter

Diagramm 38-2005

Radovici – Neamtu, Rumänien 1963

1.e4 c5 2.Sf3 e6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 a6 5.Sc3 b5 6.Ld3 Lb7 7.0-0 d6 8.a4 bxa4 9.Txa4 Sf6 10.De2 Le7 11.Le3 0-0 12.f4 Dc7 13.Tc4 Dd7 14.e5 Sd5 15.exd6 Lxd6 16.Se4 Sxe3 17.Dxe3 Ld5 18.Tc3 Lb4 – das doppelte Läuferopfer (meist auf g7 und h7) zur Zertrümmerung der Rochadestellung ist aus klassischen Beispielen wohlvertraut. Seltener ist das hier erfolgte kombinierte Opfer von Springer und Läufer:

Dia

 
18.Sf6+! gxf6 19.Lxh7+! 1-0

19.Lxh7+! Kxh7 [bei 19...Kh8 entscheidet ebenfalls 20.Dh3 +-] 20.Dh3+ Kg7 21.Tg3 matt
Ein sehr instruktives Beispiel für diese Kombinationsart.

Kommentar: Kurt Richter

Diagramm 39-2005

Thiermann – Schmitt, Bad Kissingen 1954

Hier hatte Schwarz zuletzt den verständlichen Zug ...Ld6-e7? gemacht und fiel damit einer Springergabel zum Opfer, deren Begründung in einem Mattbild liegt:

Dia

 
1.Ta6! Dxa6 2.Sc7+ Kf7

Das angesprochene Mattbild: 2...Txc7 darf wegen 3.Dd5 matt nicht geschehen.
Der Rest ist einfach:

3.Dd5+ Kf8 4.Sxa6 Td8 5.Dxb7 Txd1+ 6.Kf2 Td4 7.Sc7 1-0

und Schwarz streckte die Waffen.

Kommentar: Kurt Richter

Diagramm 40-2005

Beni – Soluch, Steyr 1953

Ein bekanntes Mattbild – wieder einmal wird ein Entwicklungsrückstand gnadenlos bestraft. Wie sorgte Weiß am Zuge nun für ein sehr schnelles Partieende?

Dia

Weiß deckte die Schwachstellen von Schwarz auf mit

1.Dxa6! Da4

oder 1...bxa6 2.Txb8+ +- bzw. 1...Le7 2.Da7 Lxg5 3.Dxb8+ +-

2.Dxa5!

Das Damenopfer beseitigt den das Feld c6 deckenden Springer. 2.Txb7 gewann natürlich auch; z.B. 2...Td8 3.Dxa5! +-

2...Dxc2+

Resignation. Die Pointe ist das Läufer-Turm-Mattbild auf d8: 2...Dxa5 3.Lc6+! bxc6 4.Txb8+ Kd7 5.Td8 matt

3.Ke3 1-0

Kommentar: Kurt Richter