Diagramm 9-2005

Dorrington – Williams, Halifax 2004

1.e4 c5 2.Sc3 Sc6 3.Sge2 g6 4.d4 cxd4 5.Sxd4 Lg7 6.Le3 d6 7.Dd2 Sf6 8.f3 Ld7 9.0-0-0 Tc8 10.Kb1 Se5 11.g4 0-0 12.h4 b5 13.h5 Sxf3 14.Sxf3 Lxg4 15.Le2 b4 16.Sd5 Sxe4 17.De1 e6 18.Sf4 Da5 19.Sd4 Lf5 20.Sb3? – mit welchem Zug gab Schwarz nun dem Weißen »den Rest«?

Dia

20...Txc2!!

Ein heftiger K.O.-Schlag, wonach es keinen Mangel an opferhaltigen Mattvarianten gibt.

21.Sxa5

Alternativen gefällig?
21.Kxc2 Dxa2 -+ mit der tödlichen Drohung 22.Tc8+
21.Ld4 Sc3+ 22.Lxc3 Txb2+ 23.Kxb2 bxc3+ 24.Ka1 Da3 25.Tb1 Db2+ 26.Txb2 cxb2 matt
21.Sd3 Txb2+ 22.Sxb2 Sc3+ 23.Kc1 Sxa2+ 24.Kd2 Lc3 matt

Sd2+ 22.Dxd2 Txb2+ 23.Kc1 Tb1 matt

Kommentar: Gerd Treppner

Diagramm 10-2005

Iljin – Lund, Serpukhov 2004

Alle Figuren von Weiß sind bedrohlich auf den schwarzen König ausgerichtet. Wie setzte Weiß seinen Angriff fort?

Dia

1.Lxg6!
Nach dieses Läuferopfer kann der weiße Springer entscheidend eingreifen, entweder über e6, oder über f5. Gleichzeitig bekommen die weißen Türme »freie Fahrt« auf der e-Linie.
1...fxg6
Auf 1...Kxg6 folgt 2.Sf5 Sg8 3.Txe7! und Schwarz ist verloren, z.B. 3...Txe7 4.Txe7 Dc8 5.Sh4+ nebst matt.
2.Se6+ Kf7
Oder 2...Kh7 3.Sf8+ Txf8 4.Txe7+ +-
3.Dxh6 Tg8 4.Tf3 Ke8 5.Txf6! bxa4
Schwarz wählt ein Ende mit Schrecken. 5...exf6 6.Sxc5+ Kd8 7.Sxd7 macht natürlich keinen Spaß.
6.Df8+ Txf8 7.Txf8 matt

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 11-2005

Jobava – Grischuk, Calvia 2004

1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.Sc3 dxc4 5.a4 Lf5 6.Se5 Sbd7 7.Sxc4 Dc7 8.g3 e5 9.dxe5 Sxe5 10.Lf4 Sfd7 11.Lg2 g5 12.Lxe5 Sxe5 13.Dd4 f6 14.0-0-0 Le7 15.Se3 Le6 16.De4 Lb3 17.Td2 0-0 18.h4 gxh4 19.Dxh4 Tf7 20.Sf5 Kh8 21.Le4 Taf8 22.f4 Sc4 – Weiß übt großen Druck gegen den schwarzen König aus. Aber auf d2 hängt die Qualität. Finden Sie den besten Zug für Weiß.

Dia

23.Sg7!!

Weiß öffnet für seinen Läufer die Diagonale b1-h7. Da nun matt auf h7 droht, hat Schwarz keine Wahl. Nach 23.Td3? kommt Schwarz zu 23...Lc5 und der h7-Bauer ist ausreichend überdeckt.

23...Txg7 24.Lxh7 f5 25.Dh5 Lh4 26.Lxf5+ 1-0

Die Aufgabe erfolgte keinesfalls zu früh: 26.Lxf5+ Th7 [26...Kg8 27.Le6+ führt zum Matt] 27.Lxh7 Dxh7 28.Txh4 mit entscheidendem Materialübergewicht.

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 12-2005

Sutovsky – Kunte, Pune 2004

1.e4 c5 2.Sf3 e6 3.Sc3 a6 4.d4 cxd4 5.Sxd4 Dc7 6.Ld3 Sf6 7.De2 b5 8.e5 b4 9.Scb5 axb5 10.Sxb5 Db7 11.exf6 gxf6 12.Lf4 Ta5 13.Lc4 Sc6 14.0-0-0 b3 15.cxb3 Txa2 16.Kb1 Ta5 17.Td5 Le7 18.Thd1 Tg8 19.Sc7+ Kd8 20.Txd7+ Lxd7 21.Txd7+ Kc8 22.Lxe6 Se5 – Weiß hat für die Minusqualität einen gewaltigen Angriff. Aber sowohl der Läufer e6, wie auch der Turm d7 sind angegriffen. Wie geht es weiter?

Dia

23.Sb5!! Dxb5

Nach 23...Sxd7 greifen die weiße Dame und der Läufer f4 entscheidend ein: 24.Dc4+ Kd8 25.Lc7+ Ke8 26.Lxf7+ Kf8 27.Lxg8 nun ist die schwarze Stellung hoffnungslos.

Das gilt auch für die Varinate 23...fxe6 24.Txb7 Kxb7 25.De4+ +-

24.Td5+ fxe6 25.Txb5 Txb5 26.Dxb5 Tg6 27.De8+ 1-0

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 13-2005

Van den Doel – Bosch, Leeuwarden 2004

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Sf6 4.d3 d6 5.0-0 g6 6.c3 Lg7 7.Te1 0-0 8.h3 Ld7 9.Sbd2 De8 10.Sf1 Sh5 11.a4 Kh8 12.d4 f5 13.exf5 gxf5 14.dxe5 dxe5 15.Sg3 Sxg3 16.fxg3 e4 17.Lf4 a6 18.Lxc6 Lxc6 19.Sd4 Dd7 20.Kh2 Ld5 21.Dh5 c5 22.Sc2 Lf7 23.De2 Tae8 24.Ted1 Dc8 25.Se3 Td8 26.a5 Lb3 27.Txd8 Txd8 28.Dh5 Le6 29.Tf1 Tg8 30.Dh4 Dd7 31.Td1 Df7 32.Ld6 Tc8 33.Df4 Df6 34.Sd5 Df7 35.Le5 Td8 36.Lxg7+ Dxg7 – Schwarz hat seine Hoffnungen auf die Fesselung des weißen Springers gesetzt. Dies war eine Fehlkalkulation. Warum?

Dia

 
37.Sc7! Txd1

Auf 37...Ld7 folgt ebenfalls 38.Se6 und Schwarz kann kapitulieren.

38.Sxe6 1-0

Nach 38.Sxe6 ist das Gespann Dame plus Springer unerbittlich, z.B. 38...Dg6 39.Db8+ Dg8 40.De5+ +-

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 14-2005

Carlsen – Nikolic, Wijk aan Zee 2005

1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sd2 c5 4.exd5 exd5 5.Sgf3 c4 6.b3 cxb3 7.axb3 Lb4 8.Se5 Se7 9.Ld3 Sbc6 10.0-0 Lc3 11.Ta4 Lxd4 12.Sxc6 Sxc6 13.La3 Le6 14.Sf3 Lb6 15.Da1 Dc7 16.b4 f6 17.Te1 Kf7 18.b5 Sa5 19.Dd1 Tae8 – die unsichere Stellung des schwarzen Königs wurde hier gnadenlos ausgebeutet. Was zog Weiß?

Dia

 
20.Sg5+! fxg5

20...Kg8 21.Sxe6 mit weißem Figurenplus kommt natürlich nicht in Frage.

21.Df3+ Kg8 22.Txe6! 1-0

Nach 22.Txe6! Df7 [oder 22...Txe6 23.Df8 matt] folgt 23.Txe8+ Dxe8 24.Txa5! mit Figurengewinn, da 24...Lxa5 an 25.Dxd5+ nebst matt scheitert.

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 15-2005

Botvinnik – Spielmann, Moskau 1935

1.c4 c6 2.e4 d5 3.exd5 cxd5 4.d4 Sf6 5.Sc3 Sc6 6.Lg5 Db6 7.cxd5 Dxb2 – war dieser Bauer vergiftet? Führen Sie die weißen Figuren.

Dia

8.Tc1!
Nach diesem Zug ist Schwarz verloren. Schlecht ist 8.Sa4, weil nach 8...Db4+ 9.Ld2 Dxd4 10.dxc6 Se4 11.Le3 Db4+ 12.Ke2 bxc6 13.Tc1 Schwarz zumindest ein Remis hat.
8...Sb4
Schlecht ist auch 8...Sd8 9.Lxf6 exf6 10.Lb5+ Ld7 11.Tc2 Db4 12.De2+ Le7 13.Lxd7+ Kxd7 14.Dg4+ +-
9.Sa4 Dxa2
9...Da3 10.Tc3 Dxa2 11.Lc4 +-
10.Lc4 Lg4 11.Sf3 Lxf3 12.gxf3 1-0
12.gxf3 Da3 13.Tc3 Sc2+ 14.Dxc2 +-

Kommentar: Zoran Petronijevic

Diagramm 16-2005

Nakamura – Kudrin, San Diego 2004

1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 d5 4.Lf4 Lg7 5.e3 c5 6.dxc5 Da5 7.Tc1 Se4 8.cxd5 Sxc3 9.Dd2 Dxa2 10.Txc3 0-0 11.Lc4 Da1+ 12.Tc1 Dxb2 13.e4 Da3 14.Sf3 Dxc5 15.d6 Da3 16.Lxf7+ Kh8 17.Lg5 Sc6 18.dxe7 Sxe7 19.Tc7 Da1+ 20.Tc1 Da3 21.Tc7 Da1+ 22.Ke2 Dxh1 23.Lxe7 Lg4 24.Lxf8 Txf8 25.h3 Lxf3+ 26.gxf3 Dxh3 27.Txb7 Dc8 28.Ld5 Dc5 29.e5 Lxe5 30.Dh6 Lc7 31.Kf1 – scheinbar ist nicht sehr viel los. Aber Schwarz am Zuge hat hier die Möglichkeit, eine partieentscheidende Drohung aufzustellen. Sehen Sie welche?

Dia

Nach der Fortsetzung 31...Tb8? endete die Partie schnell remis.
Es ist nicht leicht zu sehen, aber mit 31...Tf4!! droht Weiß das Damenschach auf c1 und anschließendem Damengewinn nach einem Schach des Turms. Der Versuch 32.Dh3 [nach 32.Le4 kommt die Idee des Turmzuges zum tragen: 32...Dc1+ 33.Kg2 Tg4+ 34.fxg4 Dxh6 -+] führt nach 32...Tf5 zu einem einfachen Gewinn für Schwarz: 33.Le4 Dc4+ 34.Ke1 La5+ 35.Kd1 Td5+! 36.Lxd5 Dxd5+ 37.Ke2 Dxb7 -+
Gut war auch 31...Tf5 32.Le4 Th5 und hat Schwarz mit dem Mehrbauern berechtigte Gewinnaussichten.
32.Dh4 Dc1+
32...Kg7 33.Txc7+ Dxc7 34.Dd4+ Kh6 35.Dh4+ mit Dauerschach.
33.Kg2 Df4 34.Dxf4 ½-½

Kommentar: Klaus Schumacher