Diagramm 1-2005

Smyth – Helms, New York 1915

1.d4 f5 2.Sf3 Sf6 3.c4 e6 4.Sc3 b6 5.e3 Lb7 6.Ld3 Ld6 7.a3 a5 8.0-0 0-0 9.Dc2 Sc6 10.e4 fxe4 11.Sxe4 Sxe4 12.Lxe4 Sxd4 13.Lxh7+ Kh8 14.Sxd4 Dh4 15.g3 Dxd4 16.Ld3 Tf3 17.Le3 De5 18.Tae1 Taf8 19.Lxb6 Dh5 20.Le3 Dh3 21.Le4 – alle Figuren von Schwarz sind auf den weißen König ausgerichtet. Sehen Sie, wie Schwarz nun die Angelegenheit beendete?

Dia

21...T8f5!

Mit diesem Kraftzug führt Schwarz seine letzte Reserve ins Feld. Das Ziel dieses Turms ist natürlich h5.

22.Lxf5

Auf 22.Lxb7 folgt 22...Th5 und Weiß kann das Matt nicht mehr verhindern.

22...Dg2+!!

Dieses Damenopfer zwingt den weißen König in eine tödliche »Abzugsmaschine«.

23.Kxg2 Txg3 matt

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 2-2005

Torrie – Gould, Toronto 1946

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Lc5 4.b4 Lxb4 5.c3 La5 6.d4 d6 7.Db3 Dd7 8.0-0 Lb6 9.dxe5 Sa5 10.Db4 Sxc4 11.Dxc4 Se7 12.exd6 Dxd6 13.La3 De6 14.Db5+ Ld7 15.Dg5 h6 16.Dc1 0-0-0 17.Sd4 Df6 18.e5 Dg6 19.Lxe7 Lh3 20.g3 De4 21.f3 De2 22.Tf2 – Schwarz hat zwar eine Figur weniger, aber dafür einen gewaltigen Trumpf im Ärmel, den er nun ausspielte. Was zog er?

Dia

 
22...Txd4! 23.Sd2

Auf 23.Txe2 folgt 23...Td1 matt und nach 23.cxd4 Lxd4 wird Weiß ebenfalls schnell matt gesetzt.

23...Dxf2+!

Natürlich hätte 23...Txd2 auch zum Matt geführt.

24.Kxf2 Te4+ 0-1

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 3-2005

Lasker,Edward – Thomas,George   London 1912

1.d4 f5 2.e4 fxe4 3.Sc3 Sf6 4.Lg5 e6 5.Sxe4 Le7 6.Lxf6 Lxf6 7.Sf3 0-0 8.Ld3 b6 9.Se5 Lb7 10.Dh5 De7 – um seine frühe Offensive gegen den schwarzen König zu rechtfertigen, muss Weiß nur noch den »richtigen« Zug entdecken. Welcher ist das?

Dia

11.Dxh7+!!

Ein herrliches Damenopfer. Der schwarze König wird ins Freie gezerrt und wandert anschließend das gesamte Brett hinab.

11...Kxh7 12.Sxf6+ Kh6

12...Kh8 erlaubt 13.Sg6 matt. Ab hier sind alle schwarzen Zuege erzwungen.

13.Seg4+ Kg5 14.h4+ Kf4 15.g3+ Kf3 16.Le2+

Mit 16.0-0 gxf6 17.Sh2 matt wäre es einen Zug schneller gegangen.

16...Kg2 17.Th2+ Kg1 18.Kd2 matt

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 4-2005

Krylenko – Siniavskaya, Leningrad 1984

1.d4 d5 2.Sf3 e6 3.Lf4 Sf6 4.e3 Le7 5.h3 Sbd7 6.Ld3 0-0 7.0-0 Te8 8.Sbd2 Sf8 9.Se5 S6d7 10.Dh5 g6 11.Dh6 Lf6 12.Sxd7 Lg7 – hat Weiß nach diesem Zwischenzug etwas besseres als den Damenrückzug?

Dia

 
13.Dxg7+!! Kxg7 14.Le5+ Kh6?

Nach 14...f6 15.Lxf6+ Dxf6 16.Sxf6 Kxf6 und nun z.B. 17.e4 wäre Weiß mit dem Mehrbauern natürlich auch auf Sieg gestanden.

15.Sf6 Sd7 16.Sg4+ Kh5 17.Lg7!!

Nach diesem Glanzzug wird Schwarz unweigerlich matt gesetzt.

17...Tg8 18.Sf6+! Sxf6 19.Le2+ Kg5 20.Sf3+ Kh5 21.Se5+ Kh4 22.g3+ Kxh3 23.Lxf6 Dxf6 24.Lg4 matt

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 5-2005

Ftacnik – Cvitan, Deutschland 1997

1.d4 Sf6 2.Sf3 g6 3.c4 Lg7 4.Sc3 0-0 5.e4 d6 6.Le2 e5 7.0-0 Sc6 8.d5 Se7 9.Sd2 Se8 10.b4 f5 11.c5 Sf6 12.f3 f4 13.Sc4 g5 14.a4 Sg6 15.La3 Tf7 16.b5 dxc5 17.Lxc5 h5 18.a5 g4 19.b6 g3 20.Kh1 Sh7 21.d6 Dh4 22.Lg1 Lh3 23.bxc7? – Nun setzte Schwarz zum großen »Showdown« an. Wie setzte er fort?

Dia

 
23...Lxg2+! 24.Kxg2 Dh3+!!

Ein grandioser Zug. Nach 24...Sg5? beseitigt Weiß die Mattgefahren mit 25.Tf2! +-

25.Kxh3 Sg5+ 26.Kg2 Sh4+ 0-1

Schade, dass sich Ftacnik das hübsche Finale nicht mehr zeigen ließ: 27.Kh1 g2 matt

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 6-2005

Rubinstein – Hromadka, Mährisch Ostrau 1923

1.e4 e5 2.f4 Lc5 3.Sf3 d6 4.Sc3 Sf6 5.Lc4 Sc6 6.d3 Lg4 7.h3 Lxf3 8.Dxf3 Sd4 9.Dg3 De7 10.fxe5 dxe5 11.Kd1 c6 12.a4 Tg8 13.Tf1 h6 14.Se2 0-0-0 15.Sxd4 Lxd4 16.c3 Lb6 17.a5 Lc7 18.Le3 Kb8 19.Kc2 Ka8 20.Tf3 Sd5 21.Lg1 Sf4 22.Df2 Lb8 23.g3 Sxh3 24.Txf7 Dd6 – die weiße Dame und der Läufer g1 bilden eine imposante Batterie auf der Diagonalen g1-a7, aber der Bauer a7 ist geschützt und außerdem hat Schwarz die beiden gerade »gegabelt«. Was soll Weiß tun?

Dia

 
25.Db6!! Td7

Auf 25...axb6 folgt 26.axb6+ La7 27.Txa7+ Kb8 28.Tfxb7+ Kc8 29.La6! und Schwarz wird matt.

26.Lc5 Txf7 27.Lxd6 Tf2+ 28.Dxf2 Sxf2 29.Lc5 1-0

Schwarz verliert entweder den Turm auf g8 oder den Springer auf f2.

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 7-2005

Botvinnik – Keres, Moskau 1966

1.c4 Sf6 2.Sc3 e5 3.Sf3 Sc6 4.g3 Lc5 5.Sxe5 Lxf2+ 6.Kxf2 Sxe5 7.e4 c5 8.d3 d6 9.h3 h5 10.Le2 Sh7 11.Kg2 h4 12.g4 Sg5 13.Le3 Ld7 14.Dd2 Se6 15.b4 b6 16.Tab1 Lc6 17.Thf1 Lb7 18.Kg1 Sc6 19.Sd5 Scd4 20.Ld1 f6 21.Kh2 Lc6 22.a4 a5 23.bxa5 bxa5 24.Df2 Ta7 25.g5 0-0 26.g6 f5 – der g6-Bauer ist ein regelrechter Stachel im »schwarzen Fleisch«. Weiß muss nun nur noch seine Dame auf die h-Linie bringen …

Dia

 
27.Tb8!! 1-0

Bereits die Entscheidung – die schwarze Dame wird von der Verteidigung des Bauern auf h4 abgelenkt. Da Schwarz nach 27...Dxb8 28.Dxh4 das Matt nicht mehr verhindern kann, gab Keres sofort auf.

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 8-2005

Anand – Lautier, Biel 1997

1.e4 d5 2.exd5 Dxd5 3.Sc3 Da5 4.d4 Sf6 5.Sf3 c6 6.Lc4 Lf5 7.Se5 e6 8.g4 Lg6 9.h4 Sbd7 10.Sxd7 Sxd7 11.h5 Le4 12.Th3 Lg2 13.Te3 Sb6 14.Ld3 Sd5 15.f3 Lb4 16.Kf2 Lxc3 17.bxc3 Dxc3 18.Tb1 Dxd4 19.Txb7 Td8 20.h6 gxh6 – eine wilde Stellung. Der schwarze Läufer ist in Schwierigkeiten, aber die unerfreuliche Fesselung des Turms e3 scheint die schwarze Stellung noch zusammenzuhalten. Mit welchem Zug verblüffte Weiß seinen Gegner?

Dia

21.Lg6!!

Ein herrlicher Doppelangriff. Neben dem f7-Bauern hängt auch die schwarze Dame.

21...Se7

Nach 21...Df6 22.Lxf7+ gewinnt Weiß ohne Probleme, und 21...Dxd1 führt nach 22.Txe6+! zum Matt: 22...Se7 23.Texe7+ Kf8 24.Lxh6+ Kg8 25.Lxf7 matt

22.Dxd4 Txd4 23.Td3! Td8 24.Txd8+ Kxd8 25.Ld3 1-0

Der Läufer auf g2 geht unweigerlich verloren.

Kommentar: Klaus Schumacher