Diagramm 49-2004

Nunn – Portisch, Reykjavik 1988

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 d6 5.Lxc6+ bxc6 6.d4 exd4 7.Dxd4 Sf6 8.0-0 Le7 9.Sc3 0-0 10.Te1 Lg4 11.Dd3 Lxf3 12.Dxf3 Sd7 13.b3 Lf6 14.Lb2 Te8 15.Tad1 Te6 16.Dh3 De8 17.f4 Td8 18.De3 Sb6 19.e5 dxe5 20.f5 Txd1 21.Txd1 Te7 22.Se4 Td7 23.Sxf6+ gxf6 24.Te1 Dd8 25.De4 Sd5 26.Dg4+ Kh8 27.Lc1 Df8 28.c4 Sb4 29.Dh4 Dd6 30.Dh6 Td8 31.h3 c5 32.Te4 Tg8 – der nächste Zug von Weiß war für den ungarischen Großmeister eine riesige Überraschung. Sehen Sie das Motiv, das ihm entging?

Dia

 
33.Dxh7+!! 1-0

John Nunn: »Portisch war vollkommen überrascht, als ich diesen Zug spielte.«

Das Mattmotiv mit Turm und Läufer war also nicht im Arsenal des ungarischen GMs. Nach 33.Dxh7+!! geht nichts mehr: 33...Kxh7 34.Th4+ Kg7 35.Lh6+ Kh7 36.Lf8 matt

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 50-2004

Bu Xiangzhi – Miezis, Reykjavik 2004

1.Sf3 c5 2.c4 Sf6 3.Sc3 d5 4.cxd5 Sxd5 5.d4 cxd4 6.Dxd4 Sxc3 7.Dxc3 Sc6 8.e4 a6 9.Lc4 Lg4 10.0-0 e6 11.Se5 Sxe5 12.Dxe5 Tc8 13.Lb3 Le2 14.Te1 Lb5 – wieder einmal ein Beispiel, wo die Vernachlässigung der Entwicklung drastisch bestraft wurde. Weiß zieht und gewinnt!

Dia

15.Lxe6!! fxe6

Auf 15...De7 folgt 16.Lxf7+! Kxf7 17.Df5+ und der Turm auf c8 fällt.

16.Dh5+ g6 17.De5!

Ein schönes Motiv. Die Dame kehrt zurück und holt sich den Turm auf h8.

17...Kf7 18.Dxh8 Dh4 19.Te3! Ke7

Auf 19...Ld6 folgt 20.Tf3+ Ke7 21.Lg5+! Dxg5 22.Dxc8 +-

20.Ld2 Kd7 21.a4 Lc4 22.Th3 Dxe4 23.Txh7+ Kc6 24.Th4 1-0

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 51-2004

Spoelman – Gagunashvili, Amsterdam 2004

1.e4 d6 2.d4 Sf6 3.Sc3 g6 4.Lg5 c6 5.Dd2 b5 6.Ld3 Lg7 7.f4 0-0 8.Sf3 Lg4 9.0-0-0 b4 10.Se2 Db6 11.f5 Sbd7 12.Df4 Lxf3 13.gxf3 c5 14.Lxf6 Lxf6 15.Dg4 cxd4 16.fxg6 Se5 17.gxh7+ Kh8 18.Dh3 Tac8 19.Kb1 Sxd3

Dia

20.Thg1! auf 20.Txd3 kann Schwarz mit 20...Dc5 und auf 20.cxd3 mit 20...b3 noch mitspielen.

20...Txc2 die Idee hinter dem 20. Zug von Weiß zeigt sich in der Variante 20...Sf2 21.Tg8+! Txg8 22.hxg8=D+ Kxg8 23.Tg1+ Lg7 24.Dxc8+ +-

21.Dh6! Txb2+ Verzweiflung, denn 21...Tfc8 scheitert an 22.Tg8+! Txg8 23.hxg8=D+ Kxg8 24.Tg1+ +-

22.Ka1 Se5 23.Dxf8+ Kxh7 24.Dg8+ Kh6 25.Tg3 Sg6 26.Th3+ Sh4 27.Txh4+! 1-0

Schade, dass sich Schwarz das Finale nach 27.Txh4+! nicht mehr zeigen ließ: 27...Lxh4 28.Dh8+ Kg6 29.Tg1+ Lg5 30.Sf4 matt

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 52-2004

Lahno – Seps, Biel 2004

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Lc4 e6 7.Lb3 b5 8.Lg5 Le7 9.Df3 Db6 10.0-0-0 Sbd7 11.The1 Sc5 – wenn man sich diese Stellung ansieht, ist es kaum zu glauben, dass die Partie nur noch zwei Züge dauert.

Dia

12.Sf5!! exf5

Nach 12...Lf8 wird die schwarze Stellung mit 13.Txd6! ausgehebelt. [Stark ist natürlich auch 13.Lxf6 gxf6 14.e5! Lb7 15.Sxd6+ Lxd6 16.Dxf6 +-] 13...Sxb3+ 14.axb3 Lxd6 15.Sxg7+ Kd7 16.e5 +-

13.Lxf6 1-0

Schwarz gab nicht zu früh auf: 13.Lxf6 gxf6 [oder 13...Lxf6 14.exf5+ +-] 14.Sd5 Sxb3+ 15.axb3 Db8 16.exf5 Ta7 17.De4 +-

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 53-2004

Short – Ye Jiangchuan, Taiyuan 2004

1.e4 c5 2.Sf3 e6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sc6 5.Sc3 Dc7 6.Le2 a6 7.0-0 Sf6 8.Kh1 Le7 9.f4 d6 10.Sxc6 bxc6 11.Dd3 0-0 12.b3 Lb7 13.Lb2 c5 14.Tae1 Tae8 15.Dh3 Sxe4 16.Ld3 Sf6 17.Te3 g6 18.Sd1 c4 19.bxc4 Dc5 20.f5 e5 21.Tg3 Le4 22.Se3 Lxd3 23.cxd3 Kh8 24.Lc1 Tg8 25.fxg6 fxg6 – um den schwarzen König sieht es nicht besonders gut aus. Die Frage ist aber, wie geht es konkret weiter?

Dia

26.Sd5!

Richtig, der Springer, die beste Verteidigungsfigur von Schwarz, soll beseitigt werden. Gleichzeitig öffnet sich für den Läufer die Diagonale c1-h6.

26...Sxd5?

Nur mit 26...Sh5 wäre Schwarz im Spiel geblieben. Aber nach 27.Tgf3 ist der weiße Sieg nur eine Frage der Zeit.

27.Dxh7+!! 1-0

Das Finale nach 27.Dxh7+!! kennen wir schon vom Diagramm 49-2004: 27...Kxh7 28.Th3+ Kg7 29.Lh6+ Kh7 30.Lf8+ Lh4 31.Txh4 matt

Kommentar: Klaus Schumacher

Diagramm 54-2004

Navara – McShane, Lausanne 2004

1.d4 g6 2.e4 Lg7 3.Sc3 d6 4.Le3 Sd7 5.f4 a6 6.Sf3 b5 7.e5 Lb7 8.Ld3 e6 9.De2 Se7 10.0-0-0 Sb6 11.g4 Dd7 12.Se4 0-0-0 13.Thf1 Kb8 14.Sg3 f5 15.exf6 Lxf6 16.Sg5 Sed5 17.Ld2 The8 18.Df2 b4 19.S5e4 Da4 20.Kb1 Lh8 21.f5 exf5 22.gxf5 gxf5 23.Sxf5 – obwohl es nicht unbedingt danach aussieht, »zauberte« Schwarz am Zuge einen gewaltigen Angriff auf das Brett. Was zog er?

Dia

23...Txe4!! 24.Lxe4 Sc3+!

Das war die Absicht hinter dem Qualitätsopfer.

25.Lxc3

25.bxc3?! Lxe4 und wenn Weiß nun die Fesselung in der f-Linie mit 26.Se3 verhindert, folgt sehr stark 26...b3!! 27.axb3 Dxb3+ 28.Kc1 Da3+ 29.Kb1 Sa4 30.Sc4 Db3+ 31.Ka1 Dxc4 -+

25...bxc3 26.Td3?

Besser war 26.De3, aber nach 26...Lxe4 27.b3 Da3 28.Dc1 Db4! steht Schwarz ebenfalls auf Gewinn.

26...Lxe4 27.Txc3 Tf8 28.Dh4 Db5 29.Tf4 Lxf5 0-1

Kommentar: Klaus Schumacher