Kuriositäten 4

In den letzten Jahren haben auch die elektronischen Schachuhren verstärkt ins Geschehen eingegriffen. Ihr Hauptvorteil dürfte sein, dass mit ihnen im »Fischer-« oder »Bronstein-Modus« gespielt werden kann und damit dann Artikel 10 der FIDE-Regeln nicht mehr benötigt wird.

Dass sie jedoch auch ihre Tücken haben können, berichtet uns John van der Wiel in der Zeitschrift Schach (Ausgabe 3/95) in seinem Turnierbericht von Wijk aan Zee 1995:

Zu einem merkwürdigen Zwischenfall kam es in der Partie von Pawel Tregubow gegen Nigel Short. Die digitale Uhr zeigte für den Russen 0:06 (ist gleich sechs Sekunden) für etwa fünf Züge an. In einer scharfen, unklaren Stellung brütete Short über seiner Fortsetzung, als Tregubows Uhr plötzlich auf 0:00 sprang – Verlust durch Zeitüberschreitung!

Short informierte den Schiedsrichter äußerst fair darüber, was geschehen war und dass er nicht auf Zeit gewonnen habe. Daraufhin stellte der Referee zwar die Zeit wieder richtig ein, vergaß aber, das defekte Chronometer durch ein korrekt funktionierendes zu ersetzen.

Unter den gestrengen Augen des Schiedsrichters wanderte die Uhr des Russen kurze Zeit später wieder von sechs auf null Sekunden, was bei Nigel wenig Begeisterung zutage förderte, zumal sein Gegner die Zeitnotphase schadlos überstand …

Rochade-Europa