Kuriositäten 1

Im Zusammenhang mit den FIDE-Regeln ergeben sich manchmal kuriose und für die Betroffenen sogar tragische Situationen. Von solch einem Vorfall berichtet uns z.B. auch Boris Gulko in der Zeitschrift Schach (Ausgabe 2/96):

 

»Alexander Ivanov ist für meine Begriffe der am langsamsten spielende Großmeister der Welt. Einmal war ich Augenzeuge, wie er die Zeit überschritt, quasi ohne einen einzigen eigenen Zug ausgeführt zu haben.

Zunächst benötigte er eine Stunde und 20 Minuten, um eine in häuslicher Analyse detailliert vorbereitete Variante aufs Brett zu zaubern, dann machte sein Gegner einen unerwarteten Zug, woraufhin Alexander nach 40-minütigem Nachdenken die Zeit überschritt!

Anschließend erklärte er seien Teamkollegen (ja, es war ein Mannschaftskampf!) freudestrahlend, dass er in der Schlussstellung glatt auf Gewinn gestanden hätte …«

 

Zu diesem Vorfall passt auch die Anmerkung von Ralf Lau aus derselben Schachzeitschrift (Ausgabe 4/92):

 

»Die kürzeste Partie, die durch Überschreitung der Bedenkzeit verloren wurde, spielte Friedrich Sämisch im Jahr 1938 in Prag. Nach nur 12 Zügen hatte er seine Bedenkzeit von 2½ Stunden aufgebraucht.«

Rochade-Europa