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Diagramm 18-2006
 
Diagramm 18 – 2006
Hier wurde eine »Schachmaschine« demontiert. Wie zerlegte Weiß am Zuge die misslungene schwarze Partieanlage?
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Tipps und Tricks zu aktueller Schachsoftware
Juli 2000 - von Peter Schreiner
 
 
Platz sparen beim Multi-Engine-System Fritz
Die Firma ChessBase hat mittlerweile eine Vielzahl von starken Schachprogrammen im Angebot. Die Programme wie Hiarcs 7.32, Nimzo 7.32, Junior 6.0, Fritz 6.0 usw. werden alle mit einer eigenen, im wesentlichen identischen Benutzeroberfläche, ausgeliefert. Besitzt man jetzt mehrere dieser Programme und installiert diese parallel, wird für jedes Programm nicht nur der eigentliche Schachalgorithmus, sondern auch das graphische Interface neu installiert. Auch wenn große Festplatten heutzutage erschwinglich sind, ist diese Platzverschwendung unnötig und sollte daher vermieden werden.
 
Spätestens nach der Markteinführung von Fritz 5.32 oder Junior 5.0 greifen alle ChessBase-Programme (auch das Datenbankprogramm!) auf ein gemeinsames Verzeichnis zu, in das die Engines von der Installationsroutine kopiert werden. Dieses Unterverzeichnis trägt die schlüssige Bezeichnung ENGINES. Nehmen wir an, Sie besitzen die Programme Hiarcs 7.32, Nimzo 7.32 und haben nun auch seit einiger Zeit Fritz 6.0 mit der völlig neu gestalteten Benutzergrafik installiert. Sie könnten z.B. die Schachmotoren von Hiarcs 7.32 und Nimzo 7.32 in Kombination mit der neuen Fritz 6-Grafik benutzen und die damit überflüssigen, eigenständigen Benutzeroberflächen dieser Programme löschen und so viel Festplattenspeicher einsparen.
 
Falls Sie lieber mit der älteren Fritz-Oberfläche von Hiarcs 7.32 oder Nimzo 7.32 arbeiten wollen, können Sie stattdessen die brandneue Fritz6-Engine auch unter diesem Interface einsetzen. Wie auch immer, die Vorgehensweise bleibt immer gleich. Jedes Programm wird in einem eigenen Unterverzeichnis im übergeordneten Verzeichnis ChessBase (Fritz532, Nimzo732, usw.) installiert.
 
Betrachten Sie den Installationspfad von Hiarcs auf der Festplatte des Computers. Sie haben Hiarcs 7.32 und gleichzeitig Nimzo 7.32 / Fritz 6.0 installiert. Standardmäßig wird die Software von ChessBase in den Pfad C:\PROGRAMME\CHESSBASE\HIARCS732 kopiert. Der eigentliche Schachmotor (= Engine) von Hiarcs steht aber in dem Verzeichnis ENGINES. Alle ChessBase-Programme greifen (wie bereits zuvor erwähnt) auf dieses Verzeichnis zu.
 
Sie können also bedenkenlos den Ordner HIARCS732 löschen und damit eine Menge Platz sparen. Die Hiarcs-Engine können Sie trotzdem mit Fritz 6 oder ChessBase weiternutzen, da diese Programme beim Aufruf einer Engine automatisch im Ordner ENGINES nachschauen und den Schachalgorithmus von dort aus aufrufen. Im oben beschriebenen Beispiel könnten Sie noch den Ordner NIMZO732 löschen, dessen Schachmotor ebenso im Verzeichnis ENGINES steht.
 
 
Pfadangaben zu den Nalimov-TableBases
Die Informationen aus den Nalimov-Endspieldatenbanken werden von den aktuellen Top-Programmen während der Suche aktiv genutzt und steigern die Endspielstärke beträchtlich. Insbesondere die aktuellen ChessBase-Programme und das amtierende Weltmeisterprogramm Shredder 4.0 machen von diesen Endspieltabellen ausführlichen Gebrauch.
 
Die Anbindung an die einzelnen ChessBase-Programme erfolgt über die Konfigurationsdatei "ChessBase.ini", die im Windows-Verzeichnis abgespeichert ist. Bei der Installation des Endspielturbos werden die Pfadangaben für die ChessBase-Programme automatisch in diese Initialisierungsdatei eingetragen. Was ist nun zu tun, wenn Sie die Endspieltabellen auf eine andere Partition verschieben wollen? Dazu eine typische Zuschrift eines Lesers:
"Hallo Peter! Ich habe folgendes Problem: - Tablebases wurden auf neue Festplatte E:/TBs verschoben, altes Verzeichnis war D:/TBs. Was muss ich nun tun damit Fritz 6 die Tablebases wieder findet?"
 
Die Lösung des Problems ist relativ einfach. Die Informationen stehen (wie erwähnt) in der Datei "ChessBase.ini" im Windows-Verzeichnis. Diese Textdatei kann mit jedem beliebigen Texteditor, z.B. dem im Lieferumfang von Windows enthaltenen Notepad, bearbeitet werden. Nun muss der Abschnitt zu den TableBases, speziell die Pfadangabe, so bearbeitet werden, damit Fritz & Co wissen, wo die Informationen der Nalimov-Bases auf der Festplatte gespeichert sind. Im Fall des Lesers sieht der Eintrag wie folgt aus:
[Tablebase]
Path=d:\tbs
CacheSizeKB=2048
(Anmerkung: Dieser Wert gibt die Größe des Cache vor. Er kann durchaus auf 4096 erhöht werden)
 
Da sich die Endspieltabellen jetzt auf dem Laufwerk E:\TBS befinden, muss der Pfad in der Datei entsprechend angepasst werden. Der Verweis in der Zeile lautet jetzt Path=e:\tbs. Nach diesem kleinen Eingriff können Fritzen und Kollegen im Endspiel wieder zur Hochform auflaufen.
 
Weitaus anwenderfreundlicher ist der Zugriff auf die TableBases beim Weltmeister-Programm Shredder 4.0 einzustellen. Der gewünschte Pfad kann bei ihm in einem kleinen Dialogfenster mit der Maus eingestellt werden. Die Dialogbox rufen Sie über den Menüeintrag OPTIONEN/ENDSPIELDATENBANKEN/PFAD zu TableBases auf.
 
 
Parallelanalyse mit Fritz 6
Eine wichtige Neuerung von Fritz 6 ist die Option, mehrere Engines parallel zur Analyse einzusetzen. Die entsprechende Funktion ist leider etwas unzureichend dokumentiert, zumindest kommt es diesbezüglich relativ häufig zu Anfragen bei der Redaktion, wie dieses Feature zu nutzen ist. In Fritz 6.0 wird die Parallelanalyse unter "Kiebitze/Kiebitz hinzuholen" aktiviert. In der Dialogbox können Sie jetzt festlegen, welche Engines an der aktuellen Position mitrechnen sollen. Beachten Sie, dass maximal sechs Engines aktiv sein können.
 
Ein Kiebitz, also eine Schachengine, wird in ein eigenes Fenster geladen und zeigt dort die Bewertungen zur aktuellen Stellung an. Prinzipiell muss man beim Einsatz dieser Funktion zwischen dem normalen Spielmodus und dem Analysemodus unterscheiden. Im Spielmodus rechnet ein Kiebitz nur dann mit, während sein menschlicher Gegner am Zug ist. Diese Funktion ist in erster Linie als Hilfestellung während einer laufenden Partie gedacht. Als seriöser Schachspieler nehmen Sie natürlich während der laufenden Partie keine Ratschläge von dritter Seite an und können das Feature durch einen Rechtsklick in das jeweilige Variantenfenster auch abschalten.
 
Besonders interessant ist diese Option vor allem im normalen Analysemodus, z.B. beim Nachspielen von Partien oder der intensiven Prüfung der aktuellen Fernschachstellungen. Dort laufen die Engines ständig mit und zeigen ihre Bewertungen im jeweiligen Analysefenster an. Dabei wird man schnell feststellen, dass nur in den seltensten Fällen Einigkeit zwischen den einzelnen Programmen bei der Beurteilung einer Stellung herrscht. Also eine sehr nützliche Orientierungshilfe, die allerdings in Anbetracht der extremen Belastung der Systemressourcen maßvoll angewandt werden sollte.
 
Hinweisen möchten wir noch auf eine kleine, aber nützliche Feinheit. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Variantenfenster einer Engine. Im Kontextmenü finden Sie den Eintrag "Verriegeln", der ebenfalls bei den Analyse nützliche Dienste leisten kann. Nehmen wir an, Sie möchten eine bestimmte Position innerhalb einer Partie besonders tiefschürfend analysieren. Mit der Funktion "Verriegeln" weisen Sie eine Engine an, die Position dauerhaft zu analysieren. Während die Engine ihre Analysearbeit verrichtet, können Sie weiter die Notation nachspielen und mit Hilfe der anderen Kiebitze weiteranalysieren. Mit der Funktion "Zur Riegelstellung" (Rechtsklick auf das Analysefenster) kommt man zur verriegelten Stellung zurück.
 
 
CD-Wechsel bei Thompson-Datenbanken vermeiden
Im Lieferumfang des WM-Paketes 2000 sind unter anderem die im Vergleich zu den Nalimov-Datenbanken etwas ins Hintertreffen geratenen Endspieldatenbanken von Ken Thompson enthalten. Die Thompson-Datenbanken enthalten die wichtigsten Endspiele (Fünfsteiner oder weniger) mit den jeweils theoretisch möglichen Stellungen. Jede Konstellation, z.B. K+T+B gegen K+T, ist in einer eigenen Datenbank gespeichert, die in Form einer Tabelle vorliegt. In dieser Tabelle wird jeder möglichen Position ein konkreter Wert zugeordnet, der angibt, ob die Stellung verloren ist oder eben nicht.
 
Sowohl mit Shredder 4.0 als auch mit Genius 6.5 kann man auf die Informationen dieser Endspieldatenbanken zugreifen. Lästig ist allerdings, dass die Informationen (die einzelnen Datenbanken) auf vier unterschiedlichen CD-Roms untergebracht sind. Je nach Endspieltypus kann es auf Dauer recht nervig werden, wenn man mit den unterschiedlichen CDs hantieren muss.
 
Lösung: kopieren Sie die Inhalte sämtlicher Endspiel-CDs doch einfach (genügend Festplattenspeicher vorausgesetzt) auf die Festplatte. Die dafür benötigten 1,7 Gigabyte nehmen sich bei den heutigen Plattengrößen relativ bescheiden aus. Jetzt können die Programme Shredder und Genius immer auf alle Endspieldatenbanken zugreifen und Sie werden nicht mehr mit lästigen Abfragen nach einer der entsprechenden CDs konfrontiert.
 
Peter Schreiner
 
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