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Diagramm 19-2006
 
Diagramm 19 – 2006
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Mit besonderem Flair, die WM 1997 in Paris - Teil 2
Turnierbericht von Peter Schreiner - Dezember 1997
 
 
Die Favoriten
Im Vergleich zu den früheren Turnieren haben die Amateure an Spielstärke erheblich zugelegt und waren jederzeit für eine Überraschung gut. Ein Grund dafür ist die immer schnellere Hardware, die ohne weiteres die effiziente Abarbeitung eines Schachprogramms in einer "normalen" Hochsprache ermöglicht. Viele z.B. in "C" entwickelten Programme bieten den Vorteil, dass sie universell auf verschiedenen Hardwareumgebungen (IBM-Kompatible, Alpha oder Mac) einsetzbar sind. Fritz 5 wurde in Paris von dem bewährten Gespann Morsch/Feist betreut und gehörte für mich in Verbindung mit dem eigens für das Turnier mitgebrachten Pentium II 300 MHz und üppigen 256 MB RAM zu den ernsthaftesten Anwärtern auf den ersten Platz.
 
Der Titelverteidiger Stefan Meyer-Kahlen war mit Shredder angereist, um seinen im Vorjahr errungenen Titel zu verteidigen. Seit dem Titelgewinn im letzten Jahr gingen die Einschätzungen zu der Spielstärke von Shredder gehörig auseinander. Stefan musste sich mit dem Vorurteil auseinandersetzen, dass der Gewinn des Titels in Jakarta eher auf die Abwesenheit der Topprogramme zurückzuführen war und auch von einigen Fachjournalisten gehörige Kritik einstecken. Wir hatten aufgrund unserer Tests die Spielstärke des Windows Programms mit ca. 2400 Elo nach SSDF-Niveau auf einem P90 eingeschätzt, was kurz vor Turnierbeginn durch die Resultate der neuesten SSDF-Liste dann auch bestätigt wurde; also mit Sicherheit ein absolutes Topprogramm mit einem sehr ausgewogenen positionellen Spielstil. Shredder untermauerte im Verlauf des Turniers mit seinem 3.Platz diese Einschätzung (Spitzenprogramm) dann auch eindrucksvoll.
 
Der Österreicher Chrilly Donninger konnte mit seinem Nimzo in den letzten Mikro-WMs immer herausragende Ergebnisse erzielen und gehörte für mich mit seinem völlig neu konzipierten Hydra alias Nimzo 98 ebenfalls zum engeren Favoritenkreis. Große Chancen auf den Titel hatten natürlich auch die auf den superschnellen 767 MHz Alphas laufenden Ferret und Dark Thought. Auf Ferret wurde ich erstmals in Paderborn 1995 aufmerksam, als das amerikanische Programm Amateurweltmeister wurde und die beiden späteren Co-Sieger MChess Pro und Chess Genius besiegen konnte. Nach Paris reiste Ferret als amtierender Vizeweltmeister und Blitzweltmeister an und rechnete sich mit Sicherheit sehr gute Titelchancen aus.
 
Zu meinem persönlichen Geheimtipp gehörte das deutsche Programm Dark Thought, das von Ernst Heinz und Markus Gille an der Universität Karlsruhe entwickelt wird. Schon in Paderborn spielte das Programm bis in die Schlussrunde um den Titel mit und konnte beim Aegon-Turnier 1997 ein sehr gutes Resultat erreichen. Zu meinen Lieblingsprogrammen gehört seit langer Zeit das französische Programm Virtual Chess, das neben einem originellen, grafisch sehr aufwendigen Benutzerinterface auch über eine sehr hohe Spielstärke verfügt. Der Hersteller des Programms war, wie weiter oben beschrieben, gleichzeitig einer der Hauptsponsoren des Turniers und das Medieninteresse richtete sich - zumal nach dem lange Zeit sehr erfolgreichen Turnierverlauf - vor allem auf das heimische Programm.
 
Zum guten Schluss gehörte natürlich noch das von mir betreute Programm MChess Pro 7.0 von Marty Hirsch zu den Topfavoriten. Die im Vorfeld dieser Meisterschaft erzielten Testresultate waren außerordentlich gut, so dass wir uns ebenfalls Hoffnungen auf den Titelgewinn machten. Leider hat es nicht geklappt ...
Trotz der Abwesenheit von Rebel, Genius und Hiarcs war also ein sehr starkes Teilnehmerfeld am Start und der Ausgang des Turniers war damit völlig offen.
 
 
1. Runde - Sonntag 26.10.1997
Am Sonntag startete das Turnier um 10 Uhr morgens. MChess muss mit seinem K6/233 MHz gegen Dark Thought antreten, das auf einem der superschnellen, mit 767 MHz getakteten Alpha läuft. Auf dem Monitor von Dark Thought steht ein großes Werbeschild von DEC und man kann schon von weitem die Message erkennen: 767 MHz! Für mich selbst war die Partie gegen Dark Thought nicht ohne persönliche Bedeutung, da von dem Computerschachfreak Prof. Ingo Althöfer von der Universität Jena für alle Programme auf K6, die gegen einen der Alphas gewinnen konnten, ein Freibier ausgesetzt war. MChess enttäuschte mich nicht und das erste Freibier wurde sichergestellt.
 
Chrilly Donningers "Hydra" oder Nimzo 98 verlor gegen das auf einem Pentium II 300 MHz agierende spanische Programm Toledo antreten, das sich im weiteren Turnierverlauf auch für andere Programme als äußerst unangenehmer Gegner entpuppte. Während der Partie hatte das Nimzo-Team einige Schwierigkeiten mit dem für das Turnier mitgebrachten Rechner, der recht willkürlich mitten in der Partie sein Powermanagement aktivierte und die Performance des Programms drastisch drosselte. Nach Anfrage beim Turnierleiter durfte Nimzo 98 auf einen der vom AMD bereitgestellten Maschinen mit 200 MHz umsteigen. Erste dunkle Vorahnungen dürften das Team um Fritz 5 nach der Partie gegen IsiChess beschlichen haben, in der IsiChess trotz schwacher Hardware ein Remis erzielen konnte!
 
 
2. Runde - Montag 27.10.1997
Die im Spielsaal bereitgestellten Klappstühle brechen je nach eingenommener Sitzhaltung zusammen und sind daher nicht ohne Tücken. Da ich mit gebrochenem Bein nach Paris gereist bin und nur auf Krücken laufen kann, bitte ich die charmante Betreuerin Estelle vom Sponsor Titus um eine etwas komfortablere Sitzgelegenheit, da ich mir nicht noch einen Knochen brechen möchte. Sie sagt mir zu, dass sie einen anderen Stuhl für mich besorgen will.
 
Zwischenzeitlich lässt sich endlich auch einmal jemand von AMD im Turniersaal blicken. Herr Kafka ist Marketing Chef von AMD und muss sich mit den Vorwürfen der Teilnehmer auseinandersetzen, denen im Vorfeld von AMD eine schnellere Maschine versprochen war. Dem Marketing-Profi gelingt es erfolgreich, die Leute zu beruhigen und er verkündet eine gute Nachricht: am Abend gegen 19 Uhr kommt ein Techniker von AMD mit schnelleren Prozessoren und wird diese in die Maschinen einbauen. Dann können alle ab der 4. Runde mit den schnelleren K6/233 MHz spielen. Klasse!
 
Das dänische Programm Gandalf von Steen Suurballe und Dan Wulff gehört zu der Gruppe der wissensbasierten Programme mit relativ umfangreichen Heuristiken. Neben einem guten Essen ist es für Dan Wulff immer ein besonderes Vergnügen, einem der ganz Großen bei einer WM ein Bein zu stellen. In Paderborn 1995 musste Hiarcs in einer vielbeachteten Partie dran glauben; in Paris wurde nun der amtierende Weltmeister Shredder mit einem bemerkenswerten Figurenopfer niedergestreckt!
 
ChessTal spielt gegen das französische Programm Chess Guru. Normalerweise geht dem Programm von Chris Wittington der Ruf voraus, dass es seine Partien in erster Linie im opferlustigen Angriffsstil gewinnt. Diese Partie gewinnt ChessTal, zur großen Freude von Operator Thorsten Czub, sicher im Turmendspiel. MChess Pro 7.0 kann trotz Qualitätsgewinn gegen den heimischen Vertreter Virtual Chess II nur ein Remis erreichen und verschenkt einen wichtigen halben Punkt.
 
 
3. Runde - Montag 27.10.1997
In der Pariser Börse scheint es keinen Stuhl für mich zu geben. Trotz mehrfachem Hinweis auf meine Behinderung zuckt Betreuerin Estelle nur mit den Schultern. Mittlerweile sind wieder einige Teilnehmer mit ihrem Stuhl zusammengebrochen. Ich drohe Estelle, mich als Berichterstatter über dieses Turnier in der RE über die mangelnde Fürsorge von Seiten des Veranstalters auszulassen. Das hilft! Binnen kürzester Zeit bekomme ich einen bequemen, gepolsterten Stuhl, um den mich alle Teilnehmer beneiden ...

Der spätere Turniersieger Junior setzt sich - noch auf einem K6/200 MHz - gegen das französische Programm Capture sicher durch. Das holländische Programm Kallisto konnte beim Aegon-Turnier ein Topresultat mit einer Performance von über 2600 Elopunkten erzielen. Ganz klar, dass sich Bart Westrate zusammen mit Betreuer Jan Louwman große Hoffnungen gemachte hatte. Irgendwie kam Kallisto bei dem Turnier nicht richtig in Fahrt und musste gegen Chess Guru schon bald aufgeben. Die interessanteste Partie der Runde gewinnt MChess Pro 7.0 gegen den spanischen Vertreter Toledo.

Nach Abschluss der Runde wird der für 19 Uhr angekündigte Techniker von AMD mit den schnelleren 233 MHz - Prozessoren sehnsüchtig erwartet. Er kommt nicht und er kommt nicht; die Stimmung wird deutlich gereizter. Endlich, kurz vor 21 Uhr erscheint der Techniker mit den Prozessoren, schraubt fleißig die PC's auf und macht sich an die Arbeit. Nachdem ich meinen eigenen Rechner vor einer eventuellen Aufrüstaktion in Sicherheit weiß, hinke ich mit Thorsten Czub und einigen Teilnehmern noch zu einem feuchtfröhlichem Umtrunk. Kaum liege ich im Hotelbett, klingelt das Telefon. Marty Hirsch ist dran und will die ersten Resultate wissen.

Ziemlich verärgert erzählt er mir, dass in Paris die Weltmeisterschaft stattfindet und kein Mensch etwas Genaues weiß; lediglich auf dem Server von ChessBase in Deutschland gibt es ein paar Informationen. Ich soll die Veranstalter einmal fragen, ob sie schon einmal etwas vom Internet und dessen Möglichkeiten zur schnellen Übermittlung von Informationen gehört haben. Richtig, der Mann hat recht. Im Turniersaal gibt es keinen Internetzugang, warum auch immer. Ein Telefonanschluß ist im Saal, Rechner sind auch da, da kann es doch eigentlich nicht so schwierig sein, ein Modem anzuschließen und für den nötigen Informationsfluss zu sorgen ...
 

 
4. Runde - Dienstag 28.10.1997
Es ist 9 Uhr in der Früh und die 4.Runde sollte eigentlich losgehen. Im Turniersaal geht es etwas konfus zu. Gestern Abend war der Techniker von AMD da und hat festgestellt, dass die mitgebrachten schnelleren K6/233 MHz-Prozessoren nicht zu der Stromversorgung der Motherboards passen. Also mussten die 233er wieder ausgebaut und die langsameren 200 MHz-Chips eingesetzt werden ...
 
Offensichtlich scheint AMD die Veranstaltung nicht ganz ernst zu nehmen, denn ein Ansprechpartner ist auch nicht mehr vorhanden. Da kann man nur neidisch auf die Betreuung der Alpha-Rechner von Seiten des Herstellers DEC schauen. Die Firma hat neben den Rechnern extra zwei Spezialisten aus den USA nach Paris geschickt, um im Problemfall schnelle, kompetente Hilfe zu gewährleisten. Die Alphas laufen während des Turniers wunderbar, dafür hilft Techniker Jeff den leidgeplagten K6-Usern (also der Konkurrenz!) mit kompetenter Hilfe aus. Amir Ban hat jetzt auch die Nase voll und bestellt sich bei dem Direktversender Gateway einen schnellen Intel PII/300 MHZ für die restlichen Runden des Turniers.
 
Die misslungene Umrüstaktion von AMD war noch für den ersten offiziellen Protest dieser Mikro-WM verantwortlich. In dieser Runde wurde MChess Pro 7.0 gegen das bisher lediglich als Werbephantom bekannte Programm Goliath ausgelost. Die Partie verlief bis zum 19.Zug von Weiß (MChess Pro 7.0) ganz normal.
 
In dieser Stellung stürzte Goliath total ab. Laut Reglement wurde dem Operator des Programms (Autor Borgstädt war leider nicht anwesend) genügend Zeit eingeräumt, um das Programm erneut zu starten. Leider war das Programm nur mit einem rudimentären Textmodus ausgestattet (von dem Komfort der beworbenen Windowsversion war nichts zu sehen), der Operator hatte offensichtlich überhaupt keine Computererfahrung und war mit der Rekonstruktion der oben abgebildeten Position restlos überfordert. Mit vereinten Kräften von Thorsten Czub, Gerd Isenberg, Dan Wulff und mir selbst konnten wir schließlich die Stellung in Goliath eingeben. Das Ergebnis ließ auf einen Bug schließen, da Goliath in der oben abgebildeten Position z.B. ein einzügiges Matt mit 19...Lh6+ ankündigte oder bei einem Neustart in dieser Position einfach wieder abstürzte. Nach über drei Stunden musste dann Prof. Jaap van den Herik entscheiden und sprach MChess den Punkt zu. Die Partie wurde nach dem Protest gegen die Wertung am Donnerstag fortgesetzt und von MChess gewonnen. Die Begründung des Protestes finden Sie im Kurzbericht zu den Runden 6 und 8.
 
Das holländische Programm Diep war erstmals bei einer Mikro-WM dabei. Der Autor Vincent van Diepveen verfügt über ein beträchtliches Selbstbewusstsein und rechnete sich auch einige Chancen auf einen der vorderen Plätze aus. In einem Artikel im ICCA-Journal behauptete ein Autor, dass Diep bei Langzeitanalysen das stärkste Schachprogramm der Welt sein soll. In der 4.Runde musste Diep gegen Virtual Chess II, einen der Geheimfavoriten jedoch eine Niederlage hinnehmen. Eine wichtige Begegnung war die Partie von Junior K6/200 MHz gegen den amtierenden Vizeweltmeister Ferret auf dem 767er Alpha, welche von Junior siegreich gestaltet werden konnte. Nach einigen Remisen musste Fritz 5 eine empfindliche Niederlage gegen das amerikanische Programm Stobor hinnehmen.
 
 
5. Runde - Dienstag 28.10.1997
Zu einem Fixpunkt des Turniers hatte sich zwischenzeitlich CS Tal Bediener Thorsten Czub (Spitzname "Handyman") entwickelt. Wie schon weiter oben erwähnt, tröpfelten die Informationen über diese WM nur sehr spärlich an die Außenwelt. Zwischenzeitlich waren viele Computerschachfans weltweit ziemlich sauer über die miserable Informationspolitik der Organisatoren; denn Genaues (Ergebnisse, Zwischenstände, etc.) war eigentlich kaum via Internet zu erfahren. Thorsten Czub ergriff die Iniative und übermittelte Spielergebnisse, Kurzberichte usw. via Handy nach England zu Chris Wittington, der die diktierten Berichte niederschrieb und danach im virtuellen Computerschachclub CCC postete.
 
Diese Form der Vorortberichterstattung war zwar nicht immer ganz objektiv, kam aber bei den Freaks weltweit hervorragend an! Später wurde die Übertragung der mündlichen Berichte von Prof. Ingo Althöfer von der Universität Jena übernommen, der sich mehrmals täglich mit Thorsten Czub kurzschloss und der weltweit verstreuten Gemeinde immer spannende Berichte zukommen ließ. Die New Yorker Schachversandfirma ICD übernahm generös die Kosten für diese Telefonate und Thorsten hielt sich trotz der Doppelbelastung Operator und Reporter vor Ort ganz hervorragend. Warum sich die ICCA nicht selbst um die entsprechende Darstellung ihres Turniers im Internet gekümmert hat, bleibt für mich ein Rätsel ...
 
MChess Pro musste gegen ChessSystem Tal antreten, das über eine gigantische, mehrere 100 MB große Eröffnungsbibliothek verfügt. Die beiden Programme leierten eine obskure Theorievariante in der Bauernraubvariante des Najdorf-Sizilianers herunter und nach Abschluss der Abtestung der Eröffnungskenntnisse war eine forcierte Remisvariante auf dem Brett. Nicht immer sind die modernen Riesenbibliotheken von Vorteil, dafür konnten Thorsten und ich eine kleine Verschnaufpause einlegen, da unsere Partie bereits nach einer Stunde zu Ende war. Das deutsche Programm mit dem lustigen Namen XXXX II von Martin Zentner gewann gegen das im Vorfeld hoch eingeschätzte holländische Programm Kallisto, das zu den Favoriten gezählt wurde und in diesem Turnier seinen Status als WM-Kandidat nicht untermauern konnte. Virtual Chess setzte den Glanzpunkt in dieser Runde und platzierte sich mit einem sicheren Gewinn gegen Junior an der Tabellenspitze.
 
 
6. Runde - Mittwoch 29.10.1997
Heute ist die Hälfte des Turniers überschritten und es zeichnen sich die ersten Konturen in der Tabelle ab. Die meisten Teilnehmer bewohnen das gleiche Hotel in der Nähe des Turnierortes und schon beim Frühstück wird heftig über den weiteren Verlauf des Turniers spekuliert. Amir Ban hat jetzt endlich seinen PII/300 MHz von Intel bekommen und muss nicht mehr länger mit dem bisher genutzten "lahmen" K6/200 MHz spielen.
 
Das erste "Opfer" von dem "aufgerüsteten" Junior ist das etwas exzentrische englische Programm ChessSystem Tal, das eine Vielzahl von speziellen Heuristiken über Angriffsmotive enthält und daher (der Name verpflichtet) ganz untypisch für einen Computer zugunsten von Angriffschancen sehr opferfreudig ist. Das Programm ist nicht unbedingt auf Geschwindigkeit optimiert und erreichte trotz des Pentium II/300MHz lediglich ca. 6000 Positionen in der Sekunde.
 
Das amerikanische Programm Crafty ist eine Entwicklung von Robert Hyatt, der seit Anfang der 80er eine feste Größe im Computerschach ist und in dieser Zeit mit dem damaligen Superrechner Cray Blitz bereits aufsehenerregende Erfolge erringen konnte. Im Unterschied zu den kommerziellen Programmen ist Crafty für jedermann im Internet frei verfügbar und in diversen Versionen für den PC oder Alpha erhältlich. Heute spielte Crafty auf einem 500 MHz Alpha gegen Virtual Chess II, das mit dem Gewinn der Partie die Führung nach der ersten Hälfte des Turniers einnimmt.
 
 
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