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Diagramm 22-2006
 
Diagramm 22 – 2006
In dieser Stellung stellte Weiß seine Dame nach e5 und erwartete von Schwarz die Aufgabe. Dieser spielte aber weiter und zog …
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Leiden 2001
Turnierbericht von Peter Schreiner - Dezember 2001
 
Wenn man sich mit der Geschichte des Schachspiels beschäftigt, wird man schnell feststellen, dass einige Nationen immer wieder konstant eine große Anzahl von Spitzenspielern vorzuweisen haben. Ein ähnliches Phänomen gibt es auch im Computerschach. Holland, das übrigens auch im "Normalschach" eines der schachfreundlichsten Länder ist, kann gleich eine ganze Phalanx von Programmierern der Spitzenklasse vorweisen.
 
Man kann darüber spekulieren, ob die Ursache dafür in der würzigen Seeluft zu suchen ist oder ob es eine plausiblere Erklärung dafür gibt. Ich persönlich glaube, dass die Ursache für die Häufung von Top-Programmierern in unserem Nachbarland vor allem daran liegt, dass in Holland bereits seit Anfang der Achtziger regelmäßig eine nationale Computerschachmeisterschaft ausgerichtet wird. Ein regelmäßiger Wettbewerb ist die beste Motivation für Spitzenleistungen.
 
Auch in diesem Jahr wurde wieder eine Meisterschaft von dem holländischen Computerschachverband CSVN ausgerichtet. Der Zeitplan war insbesondere für Teilnehmer aus dem Ausland sehr ungünstig, denn das Turnier wurde an zwei aufeinander folgenden Wochenenden ausgetragen. Dies führte dazu, dass etliche Top-Programme, wie z.B. Shredder oder Junior, nicht mit von der Partie waren. Sieger wurden mit knappem Vorsprung die beiden neuesten Versionen der von der Schröder B.V. vertriebenen Programme Chess Tiger + Rebel Century vor einer Experimentalversion von Fritz.
   Endstand:     1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6
1  Chess Tiger   * 1 1 1 0 1 ½ 1   1 ½ 1 1        9.0 57.75
2  Rebel Century 0 * 1 1 1 ½ 1 ½ 1 1 1         1  9.0 50.75
3  Fritz         0 0 * ½ 1 1 1 1 1   1       1 1  8.5
4  Isichess X    0 0 ½ * 1 ½ ½ ½ 1 1     1 1      7.0
5  The King      1 0 0 0 * ½   1 1   0 1 1     1  6.5 33.25
6  Diep          0 ½ 0 ½ ½ * ½ ½   1   1   1 1    6.5 31.50
7  SpiderChess   ½ 0 0 ½   ½ *   0   1 1   1 1 1  6.5 24.75
8  Kallisto II-x 0 ½ 0 ½ 0 ½   * ½ 1     1 1 1    6.0
9  Ant             0 0 0 0   1 ½ *     ½ 1 ½ 1 1  5.5 18.75
10 Crafty        0 0   0   0   0   * 1 1 ½ 1 1 1  5.5 15.75
11 Sjeng         ½ 0 0   1   0     0 * ½ 0 1 1 1  5.0 17.00
12 Tao           0       0 0 0   ½ 0 ½ * 1 1 1 1  5.0 13.25
13 Xinix         0     0 0     0 0 ½ 1 0 * 1 1 1  4.5
14 Morphy XP           0   0 0 0 ½ 0 0 0 0 * 1 1  2.5
15 Gadget            0     0 0 0 0 0 0 0 0 0 * 1  1.0
16 EEC             0 0   0   0   0 0 0 0 0 0 0 *  0.0
Turniere mit Beteiligung der klassischen Brettgeräte sind sehr selten geworden. In Holland wird diese Tradition kontinuierlich gepflegt und so war auch in diesem Jahr wieder ein starkes Teilnehmerfeld zusammengekommen. Besonders gespannt war man im Vorfeld, wie sich der neue Rechenwinzling Pocket Fritz von Stefan Meyer-Kahlen auf einem IPAQ der Firma Compaq gegen die Elite der klassischen Brettgeräte halten würde. Insbesondere der seinerzeit in stark limitierter Auflage produzierte TASC R 40 wurde als einer der Turnierfavoriten angesehen.
 
Nun, das Ergebnis von 100% für Pocket Fritz spricht eine eindeutige Sprache und beweist, dass die Entwicklung an den seinerzeit sündhaft teuren Brettgeräte nicht spurlos vorübergegangen ist. Man muss sich eben beim Anblick des Rechenzwerges bewusst machen, dass hier ein modernes Programm mit 200MHz-Rechenpower loslegt. Anbei die Partie der beiden Titelaspiranten aus dem Turnier, die recht unspektakulär verlief. Bereits relativ früh hatte Pocket Fritz einen Bauern mehr, den er sauber verwertete:
 
Tasc R40 - Pocket Fritz   Leiden 2001
1.d4 d5 2.Sf3 Sf6 3.c4 c6 4.e3 Lf5 5.cxd5 cxd5 6.Db3 Dc7 7.Sc3 e6 8.Ld2 Sc6 9.Tc1 Le7 10.Lb5 0-0 11.0-0 Tfc8 12.Se2 Se4 13.Tfd1 Db6 14.Da4 a6 15.Lxc6 bxc6 16.Se5 Dxb2 17.Tb1 Da3 18.Dxa3 Lxa3 19.Lb4 Lxb4 20.Txb4 c5 21.dxc5 Sxc5 22.Sd4 Sd3 23.Sxf5 Sxb4 24.Se7+ Kf8 25.Sxc8 Txc8 26.a3 Sc2 27.a4 Sa3 28.Kf1 Ke7 29.Td3 Sc4 30.Sxc4 dxc4 31.Td2 h5 32.Ke2 g5 33.f4 Kf6 34.Tc2 Kf5 35.fxg5 Kxg5 36.Tc1 Tc7 37.Tc3 Kf5 38.Kf3 f6 39.h3 a5 40.h4 Tc5 41.Kg3 Ke4 42.Kf2 e5 43.Ke1 f5 44.Ke2 Tc6 45.Kf2 Kd5 46.Tc1 c3 47.Ke2 Ke4 48.Tc2 Tg6 49.Txc3 Txg2+ 50.Kd1 Ta2 0-1
 
Das Ergebnis wird den echten Liebhaber von Brettgeräten keinesfalls entmutigen. Nach wie vor ist die Spielstärke der Brettcomputer für den durchschnittlichen Vereinsspieler mehr als ausreichend. Auf der anderen Seite ist es schon erstaunlich, wenn man sieht, wie die teilweise imposant anzuschauenden Brettgeräte von einem Rechner auseinandergenommen werden, der gerade einmal halb so groß wie der Moduleinschub vieler Brettcomputer ist.
   Endstand:                1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4
 1 Pocket Fritz             x + +   + + +   +     +     7.0
 2 Mephisto Atlanta I       - x =   =   + + =       +   4.5
 3 Tasc R40                 - = x = +     = +         + 4.5
 4 Mephisto Montreux            = x = = - +   +       + 4.5
 5 Mephisto Atlanta II      - = - = x       +   + +     4.0
 6 Mephisto Magellan        -     =   x -     + =   + + 4.0
 7 Saitek Cougar            - -   +   + x + -   =       3.5
 8 Mephisto Berlin Pro 86020  - = -     - x   + + +     3.5
 9 Mephisto Lyon 68020      - = -   -   +   x       + + 3.5
10 Mephisto Milano                -   -   -   x = + + + 3.5
11 Mephisto Polgar 5 MHz            - = = -   = x = +   3.0
12 Mephisto MM V            -       -     -   - = x + + 2.0
13 Challenger Sensory 9       -       -     - - - - x + 1.0
14 Fidelity Challenger Voice    - -   -     - -   - - x 0.0
Peter Schreiner
 
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