Chronik des Computerschachs

Hersteller: Steinwender EDV Beratung, Preis: 59.90 Euro
besprochen von Peter Schreiner – Dezember 2005

Vor der Zeit des Internets war die Zeitschrift Computerschach & Spiele die wichtigste Informationsquelle für Interessenten mit dem Schwerpunkt Computerschach. Die Zeitschrift wurde 1983 von Frederic Friedel sowie Dieter Steinwender gegründet und konnte sich binnen kurzer Zeit erfolgreich auf dem Markt behaupten. Neben der professionellen Aufmachung des Magazins war für den Erfolg die Tatsache entscheidend, dass in den frühen Achtzigern speziell der Markt für Schachcomputer geradezu boomte. Ab 1984 wurde die Zeitschrift über den Falken-Verlag vertrieben.

Die beiden Gründer des Magazins übernahmen die Positionen des Herausgebers und Chefredakteurs und koordinierten die Beiträge der zahlreichen freien Mitarbeiter aus dem In- und Ausland. Insbesondere die hohe Fachkompetenz trug maßgeblich dazu bei, dass die Zeitschrift auf breite Akzeptanz bei der Leserschaft stieß. CSS erschien sechs mal jährlich und im Laufe der Jahre entstand damit ein riesiger Fundus zum Thema Computerschach. Viele Schachfreunde, die erst später den Einstieg in das Computerschach vorgenommen haben, versuchten verzweifelt und mit teilweise hohem Kostenaufwand, an ältere Ausgabe des Magazins zu kommen.

Die große Nachfrage brachte den Hersteller auf die Idee, den vorhandenen Informationsfundus in digitaler Form auf einer DVD anzubieten. Für die vorliegende DVD-Chronik wurden 105 Hefte mit über 5000 Seiten gescannt und entsprechend aufbereitet. Jede Heftseite wurde einzeln eingescannt, bearbeitet und indiziert. Also ein beträchtlicher Arbeitsaufwand, der für dieses anspruchsvolle Projekt zu leisten war.

Zugriff auf die Inhalte der einzelnen Jahrgänge und Hefte hat man über eine übersichtliche Oberfläche. Die einzelnen Seiten liegen als Bildgrafik vor und man kann sie – wie auf einer Website – in jedem gängigen Internetbrowser einsehen. Zugriff auf das umfangreiche Material gibt es über mehrere Indizes und die jeweiligen Inhaltsverzeichnisse.

Die Chronik des Computerschachs enthält alle Ausgaben von Computerschach & Spiele von 1983 bis 2000. Insgesamt 105 Ausgaben (im Jahr 1984 waren die Ausgaben 5 und 6 als Doppelnummer erschienen) befinden sich in Form einzelner eingescannter Seiten auf der CD. Jede Seite liegt mit einer Auflösung von 1195×1717 Pixel bei 150 DPI im JPEG-Format vor. Daraus resultiert eine optimale Druckgröße von 20,2×29,1 Zentimetern, bzw. DIN-A4-Format. Insgesamt sind dies 5.478 Seiten Information! Jeder Jahrgang, jede Ausgabe und jede Seite ist mit einer Vorschau versehen.

Als Erweiterung der Zeitschrift gab es früher einen speziellen Diskettenservice. Auf den Disketten wurden Programme, Partien, Stellungen ausgeliefert, die in der jeweiligen Heftausgabe besprochen wurden. Diese Daten sind ebenfalls im Lieferumfang der DVD enthalten. Abgerundet wird der Lieferumfang mit drei Datenbanken, die alle in den Heften veröffentlichten Partien und Stellungen enthalten.

Das Fazit zu diesem Produkt ist einfach. Wer sich für Computerschach interessiert, kommt an dieser DVD nicht vorbei. Die vom Hersteller vorgenommene Lösung mit dem Einscannen der Seiten ist zwar nicht ganz optimal, z.B. ist keine Volltextsuche in dem umfangreichen Archiv möglich – aber die Scanns lassen sich sehr gut lesen. Diese lückenlose Dokumentation des Computerschachs von 1983-2000 eignet sich übrigens nicht nur für Computerschachfreaks, sondern dürfte als Informationsquelle auch »normale« Schachfreunde ansprechen. Inhalt der DVD:

  • 105 Hefte
  • 1700 Artikel von 185 Autoren
  • 5477 Textseiten
  • 1200 Schlagwörter
  • alle Partien, Stellungen und Turniere
  • CSS-Service 1990-2000
  • Gratis-Bonus: 277.000 aktuelle Computerschachpartien

Computer, Schach & Spiele gibt es mittlerweile nicht mehr als Printausgabe. Die Herausgeber setzen jetzt ganz auf das Internet und die Ausgaben sind als Onlinezeitschrift verfügbar. Mehr Informationen zu der vorliegenden DVD und den Aktivitäten von CSS finden Sie unter www.computerschach.de

Peter Schreiner

Rochade-EuropaPeter Schreiner