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Diagramm 23-2006
 
Diagramm 23 – 2006
Schwarz hat zwei Bauern geopfert und steht nun vor der Frage, ob er sich auf e5 wieder einen zurück holen soll. Was meinen Sie?
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Shredder 6.0 - das vielseitige Schachprogramm!
besprochen von Peter Schreiner - Dezember 2001 - Teil 1
 
 
Erfolgreichstes Turnierprogramm
Ungefähr zeitgleich mit dieser RE-Ausgabe wird Shredder 6.0 von Stefan Meyer-Kahlen auf den Markt kommen. Shredder war in den letzten fünf Jahren mit Abstand das erfolgreichste Turnierprogramm bei den regelmäßig von der ICCA (International Computerchess Association) ausgerichteten Weltmeisterschaften und kann auf eine beeindruckende Erfolgsbilanz zurückblicken:
Jakarta 1996 (Mikro-WM)
Platz 1 unter 24 Teilnehmern = Weltmeister Mikro-Computer
Paris 1997 (Mikro-WM)
Platz 3 unter 36 Teilnehmern
Paderborn 1999 (Mikro-WM + Offene WM)
Platz 1 unter 32 Teilnehmern = Weltmeister Mikro-Computer + Weltmeister aller Klassen!
London 2000 (Mikro-WM)
Platz 1 unter 14 Teilnehmern = Weltmeister Mikro-Computer
Maastricht 2001 (Mikro-WM)
Platz 3 unter 18 Teilnehmern = Weltmeister Mikro-Computer
 
Die WM-Turniere waren für Shredder offensichtlich ein besonders gutes Pflaster. Ebenfalls beeindruckend ist die Erfolgsbilanz des Programms bei den regelmäßig ausgetragenen IPCC-Turnieren der Universität Paderborn. Bei den beiden letzten Turniere 2000 + 2001 hieß der Sieger ebenfalls Shredder. Es liegt auf der Hand, dass man in Anbetracht dieser kontinuierlichen Leistungen kaum von einem Zufall, Schwachstellen des Schweizer Systems usw. sprechen kann.
 
Nach Einschätzung aller Experten zeichnet sich Shredder vor allem durch eine in allen Phasen des Schachspiels ausbalancierte Engine aus, die sowohl im positionellen als auch im taktischen Bereich kaum Schwächen zeigt. Zudem dürfte es wohl kaum einen zäheren Verteidiger im Computerschach geben. In der Summe dieser Eigenschaften stellt Shredder ein ausbalanciertes Schachprogramm dar, das keine einseitigen Stärken oder Schwächen zeigt und daher die unterschiedlichsten Stellungstypen sehr gut behandelt.
 
Im Unterschied zu vielen anderen Programmierern konzentriert sich Stefan Meyer-Kahlen nicht ausschließlich auf die Weiterentwicklung seiner Schachengine, sondern findet mindestens genauso viel Gefallen an der Entwicklung neuer Features und der graphischen Benutzeroberfläche von Shredder. Das Interface der Vorgänger-Version Shredder 5 erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit bei vielen Anwendern und wird von vielen als die einzigste brauchbare Alternative zu den GUIs von ChessBase angesehen.
 
Nachdem Stefan Meyer-Kahlen im Mai von Millennium 2000 zu ChessBase wechselte, wurde teilweise darüber spekuliert, ob die eigenständige Benutzergrafik von Shredder überhaupt noch gepflegt und weiterentwickelt würde. Sie wird weitergepflegt. Letztendlich gibt es auch keinen plausiblen Grund, die Shredder-Gui in der Versenkung verschwinden zu lassen.
 
Immerhin erfreut sich das Programm großer Beliebtheit bei den Anwendern und bietet teilweise einzigartige Features, die wir im folgenden Text noch ausführlicher vorstellen werden. Trotzdem bleibt der Wechsel von Stefan Meyer-Kahlen zu ChessBase nicht ohne Folgen, aber mit ausschließlich erfreulichen Konsequenzen. Das Programm wird nämlich gleich mit zwei unterschiedlichen Programmoberflächen ausgeliefert!
 
 
Lieferumfang
Shredder 6 kostet 99,90 DM und wird - wie zuvor bereits erwähnt - mit zwei unterschiedlichen Benutzeroberflächen ausgeliefert. Wenn Sie bisher mit den Programmen der Fritz-Serie gearbeitet haben, finden Sie Shredder 6 in der aktuellen Fritz 7- Umgebung vor. Die bedeutet, dass die Shredder 6-Engine mit der identischen Benutzergrafik und allen neuen Features von Fritz 7 inkl. der Schnittstelle zu dem neuen Schachserver genutzt werden kann.
 
Der einzigste Unterschied besteht darin, dass sich im Lieferumfang die WM-Engine von Shredder, anstatt der Fritz 7-Engine befindet und die Sprachdateien fehlen. Die Shredder 6-Engine kann übrigens auch ohne Einschränkungen unter den Datenbanksystemen ChessBase 7/8 zur Analyse eingesetzt werden. Ebenfalls auf der CD befindet sich die identische Schachengine in der UCI-Version mit der von Stefan Meyer-Kahlen entwickelten Benutzeroberfläche.
 
Im Lieferumfang sind neben dem vom Eröffnungsspezialisten Sandro Necci entwickelten Eröffnungsbuch noch alle Drei- und Viersteiner (TableBases) von Eugene Nalimov enthalten. Damit bietet ChessBase eine universell einsetzbare Version von Shredder an. Der Anwender kann selber frei entscheiden, mit welcher Benutzeroberfläche er arbeiten möchte.
 
Im folgenden Text gehen wir vor allem auf die markantesten Ausstattungsmerkmale der Shredder-Gui ein. Die Funktionalität des ChessBase-Schachservers und die wichtigsten neuen Features der Fritz 7-Oberfläche wurden bereits im Artikel zu Fritz 7 vorgestellt.
 
 
Features
Shredder ist ein etabliertes Programm, welches neben der klaren Benutzergrafik einen beeindruckenden Funktionsumfang aufweist. Im Laufe der Entwicklung nach Shredder 3/4 und 5 waren die Menüs derart prall gefüllt, dass Stefan Meyer-Kahlen für Shredder 6 eine übersichtlichere Strukturierung der Benutzeroberfläche und der Menüs implementiert hat.
 
Bereits beim Programmstart fällt dem Kenner der Vorgänger-Version das veränderte Design auf. Neue Brettbitmaps und 2D- bzw. 3D-Figuren sowie die volle Konfigurierbarkeit der Farben für alle Bildschirmelemente überlässt dem Anwender weitgehende Kontrolle darüber, wie er seine Arbeitsumgebung unter Shredder 6 einrichten will. Wie gehabt, kann man für unterschiedliche Anwendungsgebiete eigene Designs entwickeln, speichern und bei Bedarf wieder laden.
 
Viele Feinheiten entdeckt man erst bei genauerem Hinschauen. So ist z.B. die Darstellung der Schachuhr wesentlich informativer und flexibler. Per Rechtsklick auf die Schachuhr kann man z.B. zwischen einer ein- oder zweizeiligen Darstellung auswählen. Bei der letzteren Variante wird neben dem Verbrauch der Gesamtzeit noch die benötigen Bedenkzeit pro Zug angezeigt. Bei den Spielstufen sind neue Einstellungen hinzugekommen. Neu sind z.B. die Level "durchschnittliche Zeit pro Zug", Zeitinkrement pro Zug für alle Zeitkontrollen und der "Menschenbonus" bei Blitzstufen. Damit kann man z.B. Blitzpartien mit unterschiedlichen Bedenkzeiten spielen.
 
Der "Coach", also die Schachlehrerfunktion, ist individuell konfigurierbar. Das Zügefenster zeigt im Modus "Endspieldatenbank" direkt alle Züge mit den Werten aus den Nalimov-Datenbanken an. Unter dem Menü Datei findet man z.B. eine Liste mit der Direktanwahl der zuletzt benutzten Datenbanken und Eröffnungsbücher und kann schneller auf die zuletzt bearbeiteten Dateien zugreifen. Auch die Menüs wurden "gestrafft". Untermenüs mit tiefen Verschachtelungen gibt es nicht mehr, auch wurde die Anzahl der Pull-down-Menüs gegenüber Shredder 5 reduziert.
 
Dies bedeutet aber nicht, dass der Funktionsumfang beschnitten wurde. Bis auf den Support der ohnehin veralteten Thompson-Datenbanken und die wohl kaum genutzte Sprachkommentierung blieb der bisherige Funktionsumfang erhalten und wurde in vielen Details erweitert. Die verbesserte Funktionalität wurde durch die konsequente Implementierung von Kontextmenüs erreicht.
 
Wenn Sie mit Shredder 6 arbeiten, sollten Sie also häufig Gebrauch von der rechten Maustaste machen. Mit einem Rechtsklick auf ein Bildschirmelement finden Sie kontextbezogene Funktionen, die in den Hauptmenüs nicht mehr vorhanden sind. Ein Beispiel: Shredder 6 ist wie der Vorgänger oder Fritz ein Multi-Enginesystem. Dies bedeutet, man kann unter der Benutzeroberfläche von Shredder Schachengines von unterschiedlichen Autoren einsetzen. Sämtliche Funktionen zum Laden, Wechseln oder Hinzufügen von Schachengines stehen jetzt ausschließlich nach einem Rechtsklick auf das Analysefenster und nicht mehr im Hauptmenü zur Verfügung.
 
Das macht Sinn, weil die Bedienung per Rechtsklick flüssiger abläuft und die Übersichtlichkeit verbessert wurde. Dieses Konzept ist konsequent implementiert und erleichtert die Bedienung des opulent ausgestatteten Programms natürlich erheblich. Geblieben ist die stimmige Funktionsleiste zum Abrufen der wichtigsten Funktionen. Wenn man mit der Maus über einem der Buttons verharrt, wird mit einem kleinen Text die korrespondierende Funktion angezeigt.
 
Neben den Kontextmenüs gibt es noch spezifische Doppelklicks mit der linken Maustaste, mit denen man häufig benötigte Funktionen starten kann. Wenn Sie z.B. in das Notationsfenster doppelklicken, wird die Dialogbox zum Einfügen von Kommentierungssymbolen eingefügt. Es empfiehlt sich daher, sich in der Onlinehilfe mit diesen Funktionen vertraut zu machen. Man wird mit einem deutlich flüssigeren Arbeitsablauf belohnt.
 
 
PC-Schachbretter
Shredder bietet Support für das externe elektronischen PC-Brett der Firma DGT. Das Brett bietet keine LCD-Dioden zur Anzeige der Züge. Man kann sich die Züge über die Kommentierungsfunktion von Shredder mit der Stimme von Matthias Wüllenweber ansagen lassen, wenn man nicht laufend auf dem Monitor die Züge ablesen möchte. Das DGT-Brett verfügt, wie auch das weit verbreitete Smartboard von Tasc, das von Shredder 6 ebenfalls unterstützt wird, über eine vollautomatische Figurenerkennung und verhält sich damit gegenüber den Benutzereingaben einigermaßen intelligent.
 
Wer bisher gerne mit dem Vorgänger Shredder 5 gearbeitet hat, wird mit Shredder 6 erst recht seine Freude haben. Eine aufgeräumte Gui ohne überflüssigen "Schnickschnack", die stabil läuft und sich einfach bedienen lässt. An dieser Stelle soll noch einmal darauf hingewiesen werden, das die Shredder-Engine alternativ unter der mitgelieferten neuesten Fritz 7-Gui eingesetzt werden kann. Damit steht Shredder auch die volle Datenbankfunktionalität des Fritz-Programms zur Verfügung, was den ohnehin schon sehr guten Funktionsumfang von Shredder nochmals deutlich erweitert.
 
 
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