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Diagramm 19-2006
 
Diagramm 19 – 2006
Die schwarzen Figuren stehen äußerst aktiv. Nun gilt es loszuschlagen. Haben Sie eine Idee, wie Schwarz seinen Gegner zur Aufgabe zwang?
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Rebel 10.0 - Spitzenschach unter Dos
besprochen von Peter Schreiner - November 1998 - Teil 2
 
 
Datenbankschnittstelle
Die mitgelieferte Datenbankfunktion von Rebel gehörte schon immer zu den professionellsten Tools und wurde im Vergleich zum Vorgänger in einigen Bereichen deutlich verbessert. Am auffälligsten ist die neu konzipierte Suchmaske, die jetzt eine bedeutend verfeinerte Suche ermöglicht, was in Anbetracht der mitgelieferten Riesendatenbank mit über 300 000 Partien auch zwingend notwendig ist.
 
Innerhalb großer Datenbanken berücksichtigt die Suchfunktion Abfragen, welche die Bedingungen "und", "oder" + "nicht gleich" erfüllen und beliebig miteinander kombiniert werden können, was nach meinen Tests das gezielte Aufspüren entsprechender Partien für das Training bedeutend erleichtert. Innerhalb der Datenbank kann z.B. gezielt nach Spielern (Weiß oder Schwarz), Turnieren, Datum, Elozahlen, ECO-Eröffnungen und nach Kommentaren gesucht werden. Innerhalb der Suche nach dem Datum kann man die Suche sogar auf Monate oder Tage eingrenzen. Falls Sie also Partien in der Datenbank suchen, die im Dezember 1973 gespielt wurden, wird die Suchfunktion diese Daten auch finden; natürlich nur unter Bedingung, dass aus diesem Zeitraum auch Partien in der Datenbank vorhanden sind.
 
Neben der Eröffnungsklassifikation kann der Anwender wichtige Partien mit dem "Freien Index" nach eigenem Gusto klassifizieren, um diese Partien möglichst schnell aus der Datenbank herauszufiltern; mögliche Klassifikationen wären z.B. "grobe Fehler", "feine taktische Leistung!" oder "Fehler im 45.Zug" usw. Es ist zu jedem Zeitpunkt möglich, diese Partien blitzschnell auch aus großen Datenbanken mit Hilfe des frei konfigurierbaren Index wieder herauszufiltern.
 
Mit Rebel 10 werden Partiedatenbanken automatisch nach ECO-Klassifikation, Freiem Index neu klassifiziert. Standardvorgabe ist die Klassifikation nach Turnier, Weiß oder Schwarz. Ältere Partiesammlungen, die z.B. mit den Vorgänger-Versionen ausgeliefert oder gespeichert wurden, werden von Rebel 10 automatisch nach ECO und dem Freien Index klassifiziert. Der Vorteil besteht für den Anwender darin, dass jede Datenbank automatisch einheitlich nach Spielername (farbbezogen), ECO und dem Turnierindex sortiert ist. Zu den schon vom Vorgänger bekannten Statistiken gibt es im Datenbankbildschirm neue Übersichten:
  1. ECO zeigt eine Statistik über alle Eröffnungen innerhalb der Datenbank.
  2. TOP-40 zeigt die bezogen auf die Datenbank vierzig erfolgversprechensten Eröffnungssysteme an.
  3. Free-Index zeigt Statistiken zu den vordefinierten Indexen an.
  4. Top-Index zeigt Statistiken zu den besten Resultaten bezogen auf den freien Index an.
Die Möglichkeiten der integrierte Datenbank komplett zu beschreiben, würde den Rahmen dieses Artikels bei weitem sprengen. Anbei noch eine kurze Übersicht über die meiner Ansicht - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - nach wertvollsten Eigenschaften des Programms:
  • gezielte Eröffnungsabfragen sind möglich; man kann jederzeit feststellen, ob die aktuelle Zugfolge oder Brettposition schon einmal in einer Meisterpartie vorgekommen ist,
  • eine gezielte Suche nach Spielern, Turnieren, Ergebnis, Eröffnungen oder bestimmten Positionstypen kann mit einer Verknüpfung oder Kombination der Suchoptionen durchgeführt werden. Entsprechende Partien können in andere Datenbanken, z.B. sortiert nach Themen, Eröffnungen oder Spieler, exportiert werden,
  • die Datenbank nach bestimmten Stellungsmustern, z.B. weißer Springer e5 oder weißer Läufer auf d3 durchforstet werden,
  • bestimmten Materialkonstellationen, z.B. Läufer gegen Springer, findet das System auch. Die Suchkriterien werden genau wie bei der Suche nach Mustern einfach durch die Eingabe auf einem eingeblendeten Schachbrett definiert,
  • ein konfigurierbares Datenbankfenster mit Anzeige der ECO-Klassifikationsstellung und der Schlussstellung der Partie; die Partieübersicht stellt eine komplette Partie auf mehreren Mini-Schachbrettern dar und via Klick mit der rechten Maustaste auf eines der Bretter kann man innerhalb der Übersicht direkt eine Analyse zu starten, um schnell zu einer fundierten Einschätzung der Position zu kommen.
Vielfältige statistische Informationen zu einer großen Datenbank sind für das Training besonders wichtig. Ergänzend zu den weiter oben genannten Informationen werden diverse nützliche Statistiken angezeigt und können in eine Textdatei exportiert werden, z.B.
  • Gesamtübersicht - liefert eine Übersicht über die Resultate aller Spieler, die in der Datenbank geführt werden.
  • Eröffnungen - ermöglicht z.B. eine gezielte theoretische Vorbereitung auf einen Gegner. In einer Eingabemaske können Sie die Statistiken auf die komplette Datenbank oder auf bestimmte Spieler beschränken.
  • Zweikampf/Turnier - fragt innerhalb der Datenbank Statistiken von Zweikämpfen oder Turnieren ab und generiert auf Wunsch Turnier- oder Fortschrittstabellen, die über die Exportfunktion mit einer Textverarbeitung ausgedruckt werden können.
Letztendlich möchte ich noch die Möglichkeit erwähnen, innerhalb von Datenbanken Partien hin und her zu kopieren, Dubletten aufzuspüren und zu löschen, und Daten in gängige Dateiformate zu exportieren. Innerhalb der Partien kann man mit zwar Textkommentare eingeben; das ganze System würde allerdings deutlich an Wert gewinnen, wenn analog zu Fritz oder Genius die Möglichkeit bestehen würde, Partien mit Varianten und Untervarianten abzuspeichern.
 
Das in Rebel 10 integrierte Datenbanksystem geht deutlich über die Möglichkeiten einer einfachen Partieverwaltung hinaus und stellt ein mächtiges Hilfsmittel für das tägliche Schachtraining dar. Die Bedienung komplexerer Funktionen ist allerdings nicht sonderlich intuitiv umgesetzt und setzt vom Anwender einiges an Bereitschaft voraus, sich in die entsprechenden Funktionen einzuarbeiten.
 
 
Dateiformate
Sehr professionell ist der Support der wichtigsten Dateiformate zur Speicherung von Partien und Stellungen, die es im Computerschach gibt. Im Unterverzeichnis TOBASE befinden sich Konvertierter, um komplette Partiensammlungen die noch in dem Format älterer Datenbankversionen gespeichert wurden (CBF, NIC und TBG), in das Rebel-Format zu konvertieren. Bei diesem Verfahren gibt es allerdings eine Einschränkung: es werden nur komplette Partiennotationen und keine Positionen konvertiert. Vorbildlich wurde die Unterstützung der beiden wichtigsten Dateiformate des Internets (PGN und EPD) implementiert.
 
Das PGN-Format ist Standard zur Speicherung kompletter Notationen und wird von jedem guten Schachprogramm oder Datenbanksystem unterstützt; damit ist ein universeller Datenaustausch ohne Spezialprogramme gewährleistet. Rebel 10 kann direkt auf diese PGN-Datensammlungen zugreifen und bei Bedarf in das hauseigene Format umwandeln. Im Netz gibt es mittlerweile riesige Datenbestände in diesem Format und man kann über diese Schiene lfd. seine Datenbestände erweitern und mit Hilfe von Rebel 10 effektiv organisieren.
 
Das EPD-Format ist - genau wie PGN - ein simples Ascii-Format und dient im Unterschied zu PGN als Standard zur Speicherung von Schachpositionen, bzw. Partiefragmenten. Rebel 10 liest das EPD-Format zwar ein, bietet aber im Unterschied zu PGN nicht einen direkten Zugriff, z.B. mit einer Liste der Positionen. Abhilfe schafft hier die Option, eine EPD-Datei via Mausklick einfach in eine Datenbank im hauseigenen Rebel-Format zu konvertieren.
 
Das hauseigene Datenformat von Rebel 10 ist sehr leistungsfähig und kann sowohl komplette Partien, als auch Positionen mit Kommentaren abspeichern. Leider fehlt die Möglichkeit, verschachtelte Variantenbäume abzuspeichern. Insgesamt bleibt festzustellen, dass sich das Programm in Punkto Datenaustausch und Dateiformaten keine Blöße gibt.
 
 
Analysepower pur
Eine der Hauptstärken von Rebel war schon immer die nahezu perfekte Unterstützung des Anwenders hinsichtlich der Analyse. Gerade in diesem Funktionsbereich zeigt sich deutlich, mit wie viel Liebe zum Detail und Ideenreichtum sich Ed Schröder bemüht hat, ein möglichst vielseitiges Analysewerkzeug für den starken Turnierspieler zu entwickeln. Ich beschränke mich an dieser Stelle auf die meiner Ansicht nach wichtigsten Features in diesem Bereich.
 
1.  Standard ist die Hintergrundanalyse, bei der das Programm während des Nachspielens oder Eingebens einer Partie keine Züge ausspielt und lediglich die Bewertung zur aktuellen Brettstellung anzeigt. An dieser Stelle möchte ich noch anmerken, dass die Anzeige des Programms neben Stellungsbewertung, Suchtiefen, Anzahl der bewerteten Positionen noch einen sogenannten Rolliermodus anbietet, um die vorhergehenden Berechnungen nachvollziehen zu können. Während der Analyse kann der Anwender das Klemmbrett nutzen, um nach dem Ausprobieren alternativer Varianten jederzeit wieder zur Partie zu springen.
 
2.  Die Ressourcen des Programms können auf vom Benutzer vorgegebene Züge beschränkt werden. Im Klartext: der Anwender gibt Rebel 10 vor, welche Züge es analysieren soll oder eben nicht. Falls die vier kleinen, externen Analysebretter neben dem eigentlichen Schachbrett zugeschaltet wurden, kann man schnell via Mausklick zu bestimmten Partien oder Stellungen wechseln.
 
3.  Vollautomatische Analyse von Partien, Stellungen und sogar kompletten Datenbanken! Dabei kann man Rebel vorgeben, ob es die Züge nur für eine Partei (Weiß oder Schwarz) oder für beide Seiten untersuchen soll. Die Resultate werden in die Datenbank eingetragen und sind jederzeit zu einem späteren Zeitpunkt beim Nachspielen im Infofenster einsehbar oder für einen Ausdruck in eine Textdatei zu exportieren.
 
4.  Für testwütige Computerschachfreaks hat sich Ed Schröder eine besonders schöne Analysefunktion für EPD-Dateien (siehe oben) ausgedacht. Im Menüeintrag EXTRA findet man den schlichten Untereintrag "Analysiere EPD-Datei", der die Analysefunktion von Rebel wunderbar abrundet. Mit Hilfe dieser Funktion wird eine EPD-Datei, die ja mehrere Positionen enthalten kann, vollautomatisch abgearbeitet und die Resultate zum Suchvorgang schreibt Rebel übersichtlich in eine Textdatei.
 
Viele der gängigen Computerschachtests liegen im EPD-Format vor und Rebel installiert zum Ausprobieren dieser Funktion alle wichtigen Tests (BT2630-Test, BS-2820-Test, LCT2-Test, usw.) direkt mit. Das Ziel dieser Testreihen soll darin bestehen, anhand der ermittelten Lösungszeiten eine Wertungszahl für ein Programm zu berechnen. Innerhalb des EPD-Files, das ja im Ascii-Format vorliegt und mit jedem beliebigen Texteditor bearbeitet werden kann, kann man die Zeitvorgabe für die Analyse als auch die Suchtiefe einstellen. Besonders interessant ist dabei die Möglichkeit, innerhalb einer Testserie die maximale Elozahl vorzugeben, die im Test erreicht werden kann. Rebel 10 liefert nach der Abarbeitung des EPD-Files nicht nur eine exakte Statistik über sein Lösungsverhalten zu jeder Teststellung, sondern zeigt auch die erreichte Performance im Lösungsparcours in ELO an.
 
In einer Textdatei protokolliert Rebel 10 die Zahl der Teststellungen, die Einstellungen des Programms - z.B. Größe der HashTabellen - und zu jeder Teststellung gibt die Datei Informationen zum Suchvorgang und ob der Schlüsselzug überhaupt gefunden wurde.
 
Ein weiteres Beispiel für diese Funktion findet man z.B. im Menü START unter "Bench Test". Auf der Basis von drei vorgegebenen Testpositionen bewertet Rebel ein Elorating, das unter anderem als Test für die Leistungsfähigkeit des vorhandenen Rechners fungiert. Je nach Leistungsfähigkeit des benutzten PCs wird die erreichte Elozahl natürlich unterschiedlich ausfallen. Auf meinem Rechner K6/333 MHz erzielte Rebel 10 ein Rating von 2550 Punkten.
 
Ed Schröder beabsichtigt, die Ergebnisse des Benchmarks für die unterschiedlichsten Systeme zu sammeln und quasi als neuen Rebel-Benchmark für die diversen Rechnersysteme auf seiner Homepage unter www.rebel.nl/bench.htm zum Vergleich zu veröffentlichen. Da der bisherige Benchmark auf älteren Versionen basierte, die zudem nicht mehr so häufig im Einsatz sind, ist der so ermittelte Vergleichswert für jeden Freak interessant, der die Ergebnisse von R10 auf seinem System mit anderen Rechnern vergleichen will. Wichtig sind für den Aufbau des Benchmarks die Lösungszeiten der drei Aufgaben und das von Rebel 10 ermittelte Benchrating.
 
Tipp: alle Textdateien - auch die komplette Onlinehilfe! - sind übrigens direkt aus Rebel heraus mit dem integrierten Editor einzusehen. Fazit: Rebel 10 bietet bei der Analyse von Positionen oder kompletten Schachpartien wertvolle Dienste und ist das Analysewerkzeug für Turnier - und Fernschachspieler.
 
 
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