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Diagramm 20-2006
 
Diagramm 20 – 2006
Die Stellung sieht auf den ersten Blick harmlos aus. Aber Schwarz am Zuge fand eine hübsche Kombination und stellte die Weichen auf Sieg.
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Rebel 10.0 - Spitzenschach unter Dos
besprochen von Peter Schreiner - November 1998 - Teil 1
 
RebelDer Holländer Ed Schröder gehört seit vielen Jahren zu der absoluten Top-Elite der Schachprogrammierer. Seit 1985 betreibt der Autor die Schachprogrammierung als Brotberuf und konnte sich - trotz stark gestiegener Konkurrenz - bis heute an der absoluten Spitze halten. Im Unterschied zu anderen Top-Autoren brachte Ed relativ spät sein erstes PC-Programm auf den Markt. Während die Hersteller von MChess oder Fritz schon 1990, bzw. 1991 zukünftige Trends in Bezug auf die wachsende Bedeutung eines handelsüblichen PC für das Computerschach erkannten und rechtzeitig auf den damals verstärkt aufkommenden PC-Boom reagierten, brachte Ed Schröder die erste Version seines PC-Programms mit der Bezeichnung Gideon 1993 auf den Markt.
 
Den Durchbruch und die volle Akzeptanz beim auf Spielstärke fixierten Anwender erreichte er 1994 mit der zweiten PC-Fassung seines Programms REBEL 6.0, das nicht nur mit einer sehr hohen Spielstärke, sondern auch mit einer integrierten, innovativen Datenbank die Anwender begeisterte.
 
Bis zu diesem Zeitpunkt entwickelte der Holländer seine diversen Programmversionen in erster Linie für verschiedene Hersteller von Schachcomputern, entschloss sich nun dazu, den Vertrieb und die Vermarktung seines Programms selbst in die Hand zu nehmen und gründete kurzentschlossen seine Firma Schröder B.V. Diese Entscheidung hatte auch für den Anwender einige Vorteile, da sich der Autor jetzt in seiner Rolle als Händler mit der Kritik und den Anregungen seiner Kundschaft direkt auseinandersetzen musste und wesentlich sensibler auf die Einwände der Anwender reagierte; z.B. wurde Rebel als eines der ersten Top-Programme quasi ohne anwenderfeindlichen Kopierschutz ausgeliefert.
 
Mittlerweile sind einige Jahre vergangen und Rebel gehört nicht nur zu den spielstärksten kommerziell verfügbaren Schachprogrammen, sondern hat sich auch in Punkto Ausstattung und Features zu einem absoluten Top-Produkt entwickelt. Berücksichtigt man die sehr gute Qualität der spielstarken und sehr opulent ausgestatteten Versionen Rebel 8 und 9, stellt sich für den Besitzer dieser Versionen natürlich die Frage, ob sich die Ausgabe für das Update eigentlich überhaupt noch lohnt?
 
Meiner Ansicht nach ist die Frage relativ leicht zu beantworten, denn die neueste Version des Schröder-Programms hat nicht nur bei der Spielstärke zugelegt, sondern kommt gleichzeitig mit einer Fülle von wichtigen, vor allem praxisrelevanten Verbesserungen daher, die eine Anschaffung oder ein Upgrade auf jeden Fall rechtfertigen. Rebel 10 bietet kein Multimedia mit Sprachausgaben, keine 3D-Grafiken oder Musik und richtet sich mit seiner schnörkellosen Grundkonzeption an den Schachspieler, der von seinem Schachprogramm vor allem drei Dinge erwartet:
 
Top-Spielstärke, eine rundum perfekte Unterstützung durch das Programm bei der Analyse von Partien und Stellungen und ein anspruchvolles Datenbanksystem für die Verwaltung von Schachpartien und Stellungen. Diesen Ansprüchen wird Rebel 10 in jeder Hinsicht gerecht; betrachten wir zuerst einmal die für den einwandfreien Betrieb notwendigen Systemvoraussetzungen.
 
 
Ein DOS-Programm?
Entgegen dem in der Softwarebranche vorherrschenden Trend ist Rebel 10, übrigens genau wie MChess Pro 8.0 oder das kommende Hiarcs 7.0, ein DOS-Programm und befindet sich damit in allerbester Gesellschaft. Darüber wird der in erster Linie an dem Gebrauchswert interessierte Anwender in Anbetracht des mit einer Vielzahl von originellen Features gespickten Schachprogramms noch hinwegsehen.
 
Generell gibt es aber mit der zunehmenden Verbreitung von den üblichen Windows95/98-Systemen ein Problem: immer weniger Neueinsteiger und Anwender kennen sich überhaupt noch mit DOS und den entsprechenden Konfigurationseinstellungen für die Programme aus. Früher war es für den Freak selbstverständlich, dass für jedes Programm eine spezielle Konfiguration geladen und er sich mit den spezifischen Feinheiten der Speicherverwaltung des PC auskennen musste. Spätestens mit dem verstärkten Einsatz von Windows-Programmen brauchten sich viele Neueinsteiger mit dieser Problematik gar nicht mehr auseinander zusetzen und bringen daher oft gar nicht mehr diese Kenntnisse mit.
 
Ed Schröder hat auf diese Entwicklung vorbildlich reagiert und seinen Rebel 10 auf den Betrieb unter Windows95/98 optimiert. Es ist im Unterschied zu anderen DOS-Programmen nicht mehr notwendig, eine spezielle Bootkonfiguration für das Programm zu erstellen oder den PC gar mit einer Bootdiskette hochzufahren; auch die Installation kann man direkt unter laufendem Win95/98 vornehmen.
 
Die verbesserte Speicherverwaltung schaufelt trotz laufendem Windows das Optimum an Arbeitspeicher für das Schachprogramm frei. Zusätzlich hat Ed Schröder berücksichtigt, dass heutzutage aufgrund der stark gesunkenen Preise für RAM-Module auch Einsteiger-PC's in der Regel mit mindestens 64 MB RAM ausgeliefert werden und das Programm kann im Unterschied zum Vorgänger, der auf 60 MB begrenzt war, HashTabellen mit einer maximalen Größe von 120 MB (!) - bei entsprechendem RAM-Ausbau - nutzen.
 
Wichtig für den Anwender dabei ist: die nachfolgend aufgeführten Hashtabellengrößen lassen sich unter laufendem Windows 95/98 initialisieren:
0Kb, 512Kb, 1Mb, 2Mb, 4Mb, 6Mb, 8Mb, 10Mb, 13Mb, 20Mb, 28Mb, 40Mb, 60Mb, 80Mb, 100Mb, 120 Mb
 
Nehmen wir einmal an, Sie besitzen einen PC mit 64 MB RAM und Windows 95/98. Legen Sie einfach eine Verknüpfung auf dem Desktop an und starten Sie Rebel 10 via Doppelklick mit der Maus. Im Normalfall kann das Programm dann nach entsprechendem Freischaufeln des Arbeitsspeichers ohne Auslagern auf der Platte 60 MB für die Speicherung seiner Ergebnisse in den HashTables im RAM nutzen. Ich selbst konnte auf meinen Rechnern mit 128 MB ohne Schwierigkeiten 120 MB für HashTables trotz aktivem Windows bekommen. Einzigste Bedingung: es sollten neben dem Betriebsystem und Rebel keine zusätzlichen Programme aktiviert sein.
 
Natürlich besteht auch weiterhin die Option, dass der Benutzer kleinere Größen (siehe oben) einstellen kann. Der kleinste gemeinsame Nenner für die Nutzung von Rebel 10 ist von der Hardwareseite her ein 386er PC mit 4 MB RAM, einem CD-Laufwerk und als Betriebssystem DOS ab Version 5.0. Viel Freude dürfte aber mit solch einem Rechner nicht aufkommen; vernünftige Ergebnisse dürften erst im Zusammenspiel mit einem P90 oder besser gewährleistet sein.
 
Interessant finde ich übrigens, dass Rebel 10 bei der Ausführungsgeschwindigkeit in beträchtlichem Ausmaß von den sehr günstig angebotenen AMD-Prozessoren profitiert und hier bei gleichen Taktfrequenzen gegenüber Rechnern mit Intel-Chips deutlich davonzieht, was letztendlich auch den Ausschlag dafür gab, im Match gegen GM Anand AMD-Hardware einzusetzen.
 
Letztendlich spielen diese Überlegungen eher für den fanatischen Computerschachfreak eine Rolle, der aus seinem Schachprogramm jedes nur mögliche Quentchen Leistung herausholen will; mit Sicherheit dürfte Rebel 10 sowohl auf einem schnellen AMD als auch Intel-Prozessor jeden Normalsterblichen in Grund und Boden spielen ...
 
Wie schon weiter oben erwähnt, läuft Rebel 10 ohne Probleme unter den Betriebssystemen DOS ab 5.0 und Windows 95/98. Mit dem auch von Privatanwendern immer häufiger eingesetzten Windows NT versteht sich das Programm leider überhaupt nicht und stürzt gnadenlos ab; einzigste Möglichkeit für einen erfolgreichen Programmstart ist hier der Einsatz einer DOS - Bootdiskette. Man kann zu DOS-Programmen stehen, wie man will. Fakt ist: Rebel 10 läuft ohne mühseliges Feintuning einwandfrei unter Windows95/98 und auch ein Einsteiger kann das Programm ohne Leistungsverlust unter den Standardbetriebssystemen einsetzen.
 
 
Lieferumfang
Zum Glück sind die Preise für große Festplatten drastisch gesunken. Schaut man sich die heutzutage anfallenden Datenmengen an, die von Standardapplikationen benötigt werden, dürfte auch eine 8 GB Platte für einen Einstiegsrechner nicht überdimensioniert sein. Im Gegenteil: moderne Schachprogramme werden mit riesigen Eröffnungsbibliotheken, Positionsbäumen, Endspieldatenbanken und Partiesammlungen ausgeliefert, die alle sehr willkommene Trainingshilfen sind, aber: sie benötigen enorm viel Festplattenkapazität.
 
Ed Schröder schöpft diesmal ebenfalls aus dem Vollen und Rebel 10 wird beispielsweise mit einer Datenbank von über 300 000 Schachpartien ausgeliefert, die aus Gründen der Qualität in erster Linie Partien von Titelträgern enthält. Während der Installation wird nachgefragt, ob die Daten auf die Festplatte kopiert werden sollen. Falls ja, dann sind für die Datenbank ca. 90 MB Festplattenspeicher fällig.
 
Eine bedeutende Neuerung bei Rebel 10 ist der neue Eröffnungsbaum - im Prinzip eine Eröffnungsdatenbank mit einer Vielzahl von statistischen Informationen - bei einer Installation auf der Festplatte sind hier ca. 83 MB zu veranschlagen. Zum Glück ist die Installation dieser Daten auf der Platte nicht zwingend notwendig, da Rebel 10 diese Daten alternativ direkt von der eingelegten CD-Rom abrufen kann.
 
Ich würde hier folgende Vorgehensweise empfehlen, um die immer zu knappen Festplattenressourcen zu schonen: Falls Sie relativ selten mit der Datenbank arbeiten, sollten Sie die Partien nicht auf die Platte kopieren und die Daten von der CD abrufen. Die Installation des Positionsbaums auf der Platte ist schon eher anzuraten, da Rebel 10 diese Daten ergänzend zu seiner normalen Bibliothek ebenfalls in der Eröffnungsphase aktiv nutzen kann. Wer ganz wenig Plattenplatz frei hat, wählt die schlanke Variante und installiert einfach nur das Schachprogramm mit den Standardeinstellungen und legt bei Bedarf die CD-Rom ein, falls ein Zugriff auf die Datenbank und der Positionsbaum gewünscht wird.
 
Der Vorteil bei dieser Methode: Rebel 10 begnügt sich mit 7 MB auf der Platte, dafür muss man für einen Zugriff auf diese Daten jedes Mal die CD-Rom herauskramen und einlegen. Wer einen neuen Rechner mit einer dementsprechend großen Festplatte hat, sollte aus Gründen des Komforts die Daten direkt von der Platte nutzen, es lohnt sich auf jeden Fall! Abgerundet wird die Lieferung mit der neuesten Windows-Version des Freeware-Tools EPD2DIAG von Manfred Rosenboom, das meiner Ansicht nach im Handling mit EPD-Dateien unverzichtbar ist.
 
 
Neue Benutzerschnittstelle
Der Anwender kann jetzt die Oberfläche des Programms vollkommen an seine Bedürfnisse anpassen. Alle Bildschirmelemente wie z.B. Schachbrett, Uhren, Zugliste, usw. kann man mit der Maus beliebig auf dem Bildschirm verschieben, ein- oder ausblenden oder das Schachbrett in verschiedene Größen zoomen. Leider kann man die einzelnen Elemente nicht wie unter Windows in der Größe stufenlos anpassen und so kann es vorkommen, dass ein Element nicht mehr zusätzlich auf den Bildschirm passt und Rebel dies lapidar mit der Meldung: "es gibt zu wenig Platz für dieses Fenster" kommentiert.
 
Hat man sich dann seine Oberfläche nach eigenem Gusto zusammengebastelt, kann man diese Einstellungen benutzerdefiniert abspeichern und zu einem späteren Zeitpunkt wieder laden. Dies macht unter anderem auch deshalb Sinn, weil Rebel 10 mit einer Vielzahl von Analysemodi daherkommt. Fall Sie z.B. die Informationen des mitgelieferten Eröffnungsbaums einsehen und damit trainieren wollen, sollten Sie das entsprechende Fenster möglichst großformatig auf dem Bildschirm platzieren, ein entsprechend kleineres Schachbrett auswählen usw. und diese Layouts für eine spätere Nutzung archivieren.
 
Der Funktionsumfang von Rebel 10 ist mittlerweile an Komplexität kaum noch zu überbieten. In Anbetracht der Fülle von Menüeinträgen könnte sich das Abrufen von bestimmten Funktionen zu einer langwierigen Angelegenheit gestalten; es war daher nötig, dem Anwender eine Möglichkeit zu bieten, möglichst schnell die am häufigst gebrauchten Funktionen direkt vom Screen via Button abzurufen. Rebel 10 bietet jetzt die Möglichkeit, jeden Funktionseintrag der Menüs (auch Untermenüs) direkt als Button beliebig auf der Arbeitsoberfläche zu platzieren. Als zusätzliche Orientierungshilfe fährt man einfach mit der Maus über die vordefinierten Buttons und die Bedeutung der Funktion wird in einem kleinen Textfeld eingeblendet: sehr praktisch!
 
Letztendlich hat sich Schröder auch einige Gedanken um die Neueinsteiger gemacht, die vielleicht erst vor kurzem den Einstieg in das Computerschach gewagt haben und noch nicht den ganzen Funktionsumfangs des komplexen Programms durchschauen. Um dieser Zielgruppe die Bedienung des Programms zu erleichtern, gibt es jetzt drei verschiedene Oberflächen, die je nach Erfahrung des Nutzers bestimmte Funktionen aktivieren:
  1. Anfänger Modus - in diesem Modus stehen nur die grundlegenden Funktionen zur Verfügung.
  2. Fortgeschrittener Modus - alle Pull-Down Menüs mit komplexeren Funktionen sind aktiv.
  3. Experten Modus - alle Funktionen und Optionen sind eingeschaltet.
Rebel 10 bietet von allen mir bekannten DOS-Programmen das mit Abstand beste Interface und erlaubt dem Anwender eine hohe Flexibilität hinsichtlich der benutzerdefinierten Einstellungen. Besonders gut gefiel mir, dass man fast allen Menüeinträgen sogenannte "Shortcuts", also Tastaturkürzel zuweisen und dadurch das Programm auch flott über die Tastatur bedienen kann.
 
 
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