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Diagramm 17-2006
 
Diagramm 17 – 2006
In dieser Stellung verspeiste Weiß ohne Argwohn den Bauern auf e5. Dieser war jedoch vergiftet. Was hatte Weiß übersehen?
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Gandalf 4.32f
besprochen von Peter Schreiner - November 2000 - Teil 2
 
 
Freie Auswahl!
ChessBase hat für die Einbindung der zahlreichen WB-Engines einen "Winboard-Adapter" entwickelt, der die Kommunikation zwischen einer WB-Engine und dem Interface ansteuert. Eine aktuelle Version des ChessBase Winboard-Adapters ist im Lieferumfang der CD-Rom enthalten, so dass der Anwender Gandalf 4.32f direkt unter den Oberflächen von ChessBase nutzen kann. Insbesondere Fritz hat natürlich einen hohen Verbreitungsgrad und Gandalf profitiert in nicht unerheblichem Ausmaß von der Funktionsvielfalt der ausgereiften Benutzerschnittstelle. Wie immer im Leben gilt allerdings auch beim Einsatz der WB-Engine unter Fritz das Motto "ohne Fleiß kein Preis ..."
 
Schauen wir uns zuerst einmal die Einbindung der Gandalf-Engine unter Fritz an. Damit eine WB-Engine unter der ChessBase-Gui laufen kann, muss man die prinzipielle Vorgehensweise verstehen:
  1. Der von ChessBase entwickelte Winboard-Adapter muss entsprechend der eingesetzten WB-Engine umbenannt werden, im Fall von Gandalf lautet die Bezeichnung Gandalf_432f.eng.
  2. Der Adapter muss im Unterverzeichnis ENGINES von ChessBase stehen.
  3. Im Engineverzeichnis muss dann wieder ein Unterverzeichnis mit der Bezeichnung der Schachengine, hier in unserem Beispiel mit dem Namen Gandalf_432f angelegt werden. Der Teilpfad von dem Unterverzeichnis im ChessBase-Ordner sollte also wie folgt ausschauen: \ENGINES\Gandalf_432f\.
  4. In dieses Unterverzeichnis gehören nun die zum Betrieb von Gandalf entsprechenden Dateien.
  5. Die Parameter für das eigentliche Schachprogramm werden wie unter dem Winboard über die Konfigurationsdatei Gandalf.res gesteuert. Dies muss unbedingt, z.B. beim Einsatz der HashTables und dem Eröffnungsbuch von Dan Wulff beachtet werden!
Hier soll aber darauf hingewiesen werden, dass diese Konfiguration nicht manuell vorgenommen werden muss, da auf der CD eine entsprechende Setup-Routine vorhanden ist, die diese Pfadstruktur automatisiert anlegt, wenn sich der Anwender an einen in der Anleitung vorgegebenen Installationspfad hält. Trotzdem kann es nicht schaden, wenn grundlegende Kenntnisse über die Einbindung von WB-Engines vorhanden sind, um benutzerdefinierte Modifikationen vornehmen zu können.
 
Damit aber nicht genug. Damit eine WB-Engine unter der CB-Gui läuft, muss der Kommandoparameter der WB-Engine in einer Datei mit dem Suffix *.init definiert werden. Entscheidend ist in den meisten Fällen die Zeile CommandLine = *. Auch die Konfigurationsdatei Gandalf_432f.init wird automatisch von dem Setup installiert. Hier gilt es aber für den Gandalf-User eine Feinheit zu beachten, wenn er z.B. gerne intensiv von den Enginematches unter der Fritzoberfläche gebrauchen machen möchte. Die Standardeinstellung für den Eintrag für Gandalf lautet CommandLine = nodebug xboard und sollte für normale Partien und Analysen benutzt werden. Zusätzlich hat Autor Steen Suurballe einen speziellen Parameter implementiert, der bei reinen Engine-Engine Matches unter der Fritz-Oberfläche zum Einsatz kommen soll: CommandLine = nodebug xfritz xboard.
 
Generell kann man der Gandalf-Engine bescheinigen, dass sie unter dem Interface von Fritz 6 + Kollegen sehr gut läuft. Der Autor hat sich ganz offensichtlich sehr viel Mühe gegeben, die Engine möglichst optimal auf den Betrieb unter dem sehr weit verbreiteten Fritz einzustellen. Auf der Positivliste konnte ich in meinen Tests z.B. den reibungslosen Betrieb von Enginematches mit vordefinierten Ausgangspositionen, korrektes Handling der Zeitkontrollen (sogar getrennte Zeitkontrollen sind möglich) verbuchen. So weit so gut.
 
Andererseits lässt sich das relativ unkomfortable Handling von WB-Engines unter den externen Oberflächen am Beispiel von Fritz recht einfach nachweisen. Nehmen wir z.B. das interne Eröffnungsbuch von Dan Wulff. In der Standardeinstellung unter Fritz 6 wird nämlich die aktivierte CB-Bibliothek benutzt. Wenn Sie also das interne Buch von Gandalf benutzen wollen, müssen Sie das Fritzbuch unter Buchoptionen/Buch benutzen unbedingt ausschalten. Allerdings muss der User dann auf die informative Anzeige der Inhalte des Buches verzichten.
 
Kommen wir zum Thema TableBases. Gandalf verfügt eine eigene Verwaltung der Endspieldatenbanken von Eugene Nalimov. Wenn das Programm also unter Fritz und anderen Benutzeroberflächen die TableBases nutzen soll, wird dies über die Konfigurationsdatei Gandalf4.res geregelt. Dies funktioniert aber nur dann, wenn der interne CB-Zugriff auf die TableBases abgeschaltet wird. Das kann bewerkstelligt werden, in dem man beim Laden einer Engine den Zugriff auf die Endspieltabellen deaktiviert.
 
Unter Umständen kann es Probleme beim Lösen von Testsuiten unter Fritz geben. Im Test kam es mehrfach vor, dass die erste Stellung gelöst wurde, die zweite Stellung aber erst gar nicht mehr geladen wurde. Dies konnte sich zwar durch Entfernen des Pfades für das interne Eröffnungsbuch zufriedenstellend gelöst werden, aber darauf muss man erst einmal kommen! Ansonsten kann man festhalten, dass man - einiges Verständnis des Anwenders - vorausgesetzt, mit Gandalf sehr gut unter dem Interface von Fritz arbeiten kann.
 
Dies gilt aber auch durchaus für die Oberflächen anderer Anbieter. So ließ sich Gandalf problemlos unter dem Interface von Genius 6.5 einbinden. Die Einbindung einer WB-Engine unter Genius wird ebenfalls mit Hilfe eines Adapters realisiert. Im Unterschied zur Fritzoberfläche werden unter ChessGenius bei Engine-Engine Matches zwar nicht mehrere Prozessoren unterstützt, dafür funktionierte aber die Anbindung der Gandalf-Engine zum Autoplayer im Unterschied zu Fritz einwandfrei.
 
Wenn Sie beispielsweise die Eröffnungsbibliothek unter ChessGenius abschalten, spielt Gandalf aus dem Originalbuch. Hierzu noch einen Tipp: falls Gandalf unter mehreren Oberflächen eingesetzt wird, empfiehlt es sich, in der jeweils aktiven Konfigurationsdatei Gandalf4.res die entsprechende Pfadangabe zum Buch von Dan Wulff anzugeben. Damit vermeidet man die mehrfache Installation des 8 MB großen Buchs und kann die immer notorisch knapp bemessene Festplatte etwas schonen.
 
 
Der Autoplayer
Da Gandalf in der vorliegenden Fassung ein recht neues Programm ist, möchten Computerschachfans das Programm mit dem Autoplayer 232 gegen andere Programme auf einem separaten PC testen. Generell stehe ich nach wie vor den beliebten Engine-Engine Matches unter einer Oberfläche skeptisch gegenüber, da sich die Programme die Ressourcen eines Computers teilen müssen. Unter Fritz z.B. werden zwar zwei Prozessoren bei Enginematches unterstützt, es dürften aber momentan nur wenige Schachfreunde sein, die ein Dualboard zu Hause im Einsatz haben.
 
Unter Fritz gibt es das generelle Problem, dass beim Einsatz von Gandalf unter dem Autoplayer ganz offensichtlich das eigene Eröffnungsbuch nicht angesprochen werden kann, was im übrigen auf die meisten WB-Engines unter Fritz zutrifft. Besser sieht es da schon unter dem Interface des ChessGenius 6.5 aus. Wenn man unter Genius die Eröffnungsbibliothek abschaltet, spielt Gandalf mit dem eigenen Eröffnungsbuch. Das funktioniert auch in Kombination mit dem Autoplayer, so dass beim Einsatz von Gandalf unter Genius der Autoplayer problemlos mit dem Gandalfbuch getestet werden kann.
 
Allerdings kommuniziert Gandalf mit dem Interface des MCS-Systems (= Genius) ebenfalls über einen Adapter, was zwar nach unseren Tests nicht zu messbaren Performanceverlusten führt, von dem "Puristen" aber mit Skepsis betrachtet wird. Wir haben uns daher mit den Möglichkeiten beschäftigt, die unter dem Original, also dem Winboard zur Verfügung stehen. Das Winboard bietet zwar keine direkte Schnittstelle zum Autoplayer 232, man kann diesen Zustand aber leicht mit dem von dem Franzosen Remi Coulon entwickelten Auto232-Treiber für das Winboard lösen.
 
Da in der Bedienungsanleitung so gut wie überhaupt nicht auf das Thema Autoplayer eingegangen wird, anbei eine Step-by-Step Anleitung für Powerfreaks, die Gandalf mit dem Autoplayer direkt unter dem Winboard testen wollen:
  1. Zuerst muss das Winboard von der Gandalf-CD installiert werden. Die nachfolgende Beschreibung basiert auf der Pfadangabe "c:\winboard". Falls ein anderes Verzeichnis zur Installation gewählt wird, muss die Konfiguration natürlich entsprechend angepasst werden.
  2. Im Gandalf-Verzeichnis muss ein Ordner für die TableBases vorhanden sein. Die Grundeinstellung lautet "TB", es spricht nichts dagegen, die Angabe zu übernehmen. Der Pfad sollte jetzt so ausschauen: c:\winboard\gandalf\tb.
  3. Im nächsten Schritt sollten die Vier- und Fünfsteiner in das Unterverzeichnis "TB" kopiert werden. Hinweis: nach Möglichkeit sollten nur komplette TableBases genutzt werden. Eine Begründung finden Sie im Abschnitt über die TableBases.
  4. Unter www-leibniz.imag.fr/~coulom/ kann auf der Homepage von Remi Coulon der Treiber (wbengine.exe) für die Ansteuerung des Autoplayers bezogen werden. Der Treiber muss im Verzeichnis c:\winboard installiert sein.
  5. In unserer Beispielkonfiguration müssen die Dateien "gandalf_432f.exe" und die Konfigurationsdatei "gandalf4.res" ebenfalls im Pfad c:\winboard installiert sein. Kopieren Sie also diese beiden Files aus dem Unterverzeichnis Gandalf eine Ebene höher.
  6. Die Kommunikation des Treibers wird über eine zusätzliche Konfigurationsdatei mit der Endung *.CUI gesteuert. Im Fall von Gandalf lautet die Bezeichnung "gandalf4.cui". Auf unserem Testrechner sieht der Inhalt der Datei wie folgt aus:
    special
    command gandalf_432f xboard nodebug
    start
    ponder on
    send level 40 120 0
    x
    enginewin
    win on
    x
    win232
    comport 1
    file gandalf.pgn
    numgames 50
    initcom
    wait off

    Eine schlüssige Erklärung zu der Bedeutung der einzelnen Parameter befindet sich in der Dokumentation von Remi Coulon.
Hinweis: falls Sie unsere Beispielkonfiguration für den Betrieb des Auto 232 nicht 1:1 übernehmen und z.B. eine abweichende Pfadangabe auswählen, müssen vor allem folgende Settings modifiziert werden:
  1. die Pfadangabe zu den TableBases und
  2. der Pfad zu dem Eröffnungsbuch von Dan Wulff (= dbchs.dat).
Nachdem nun in den Schritten 1-6 alle erforderlichen Vorarbeiten für die Anbindung des Autoplayers unter dem Winboard vorgenommen wurden, kann es losgehen. Dazu sind jetzt noch folgende Schritte notwendig:
  1. Computer 1: öffnen Sie eine DOS-Box unter Windows.
  2. Geben Sie ein: c:\winboard - mit Enter die Eingabe abschließen!
  3. Starten Sie mit "wbengine.exe gandalf4.cui" (natürlich ohne die Anführungszeichen!)
Damit wird Gandalf auf Computer 1 mit der Zeitkontrolle 40/120 als "Slave" im Autoplayermodus mit einem Limit von 50 Partien gestartet (siehe den Eintrag "numgames 50" in der Konfigurationsdatei gandalf4.cui). Der gegnerische Computer 2 übernimmt dabei die Funktion des "Masters" im Autoplayermode. Falls Sie eine andere serielle Schnittstelle als in unserem Beispiel (Com1) benutzen, muss der Wert dementsprechend angepasst werden. Ändern Sie in der Datei den Wert "comport 1" z.B. nach "comport 2", wenn das Kabel an der zweiten seriellen Schnittstelle angeschlossen wurde.
 
Anhand des Beispiels Autoplayer wird ebenfalls recht deutlich, was wir bereits beim Einsatz unter externen Oberflächen beschrieben haben. Prinzipiell kann man mit der WB-Engine sehr viel machen, vom Anwender werden aber einige Kenntnisse über interne Abläufe und die Konfiguration vorausgesetzt.
 
 
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