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Diagramm 17-2006
 
Diagramm 17 – 2006
In dieser Stellung verspeiste Weiß ohne Argwohn den Bauern auf e5. Dieser war jedoch vergiftet. Was hatte Weiß übersehen?
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Fritz 8 - das universelle Schachprogramm!
besprochen von Peter Schreiner - Dezember 2002 - Teil 2
 
 
Der Schachserver
Viel Neues hat sich auf dem Schachserver getan. Eine technisch interessante Verbesserung beim Internetschach mit Fritz 8 sind die Simultanvorstellungen. Mit dem neuen Programm kann jedermann an Simultanvorstellungen teilnehmen oder sich selbst daran versuchen. Ein Uhrensimultan gegen etwa zwei bis drei Gegner ist eine schöne sportliche Herausforderung. Doch auch klassische Vorstellungen im Simultanschach, bei denen der Meisterspieler von Brett zu Brett geht, sind möglich.
 
Dazu wurde ein besonderes Fenster entwickelt, dass entweder nur das gerade aktive Brett oder alle Bretter entsprechend skaliert zeigt. Letzteres ist gerade im Uhrensimultan gegen wenige Gegner praktisch. Ein Simultan wird wie ein Turnier gestartet. Es gibt dafür spezielle Räume, aus denen serverweite Einladungen verschickt werden. Im Unterschied zu Turnieren kann man die Einladungen auf einen bestimmten Elobereich eingrenzen. Wer mit DWZ 1900 gegen vier Leute simultan spielen will, kann dafür eine obere Gegnergrenze von DWZ 1750 einhalten, um ein ausgewogenes Match zu bekommen.
 
 
- Spezielle Schachformen
Mit Fritz 8 haben Sie auf Schach.de (= www.schach.de) Zugriff auf drei ganz neue Räume, in denen man Sonderformen von Schach spielen kann. Im Raum Achtbauernschach geht jede Partie in der Grundstellung ohne alle Figuren los. Die Remisbreite ist in diesem Spiel etwas größer, doch es bedeutet intensives Training von Bauernendspielen. Im Raum Shuffle-Schach gibt es alle 24 Stunden eine neue Anfangsstellung aus den 960 Ausgangsstellungen des Fischer-Randoms-Schachs. Hier können jedoch nur die im klassischen Schach legalen Züge ausgeführt werden, die zusätzlichen Rochaden entfallen. Schließlich gibt es einen neuen Raum für Themablitz, in dem aktuelle Eröffnungsvarianten trainiert werden können. Jede Partie beginnt mit derselben Variante oder Stellung. Mit dieser Technik sind z.B. Thematurniere zu Turmendspielen usw. geplant.
 
 
- Neue Chatfunktionen
Ein großer Reiz des Schachspielens im Internet besteht darin, dass man per Chat (= getippte Unterhaltung) neue Freunde gewinnt. Fritz8 unterstützt das Chatten in mehrfacher Hinsicht. Praktisch sind die serverweiten Chatkanäle, in denen man sich zu bestimmten Themen in größeren Gruppen unterhalten kann. Die Einladungen zu Turnieren werden beispielsweise im Turnierkanal verschickt. Wichtig ist auch der Hilfekanal, in dem erfahrene Besucher des Servers auf Fragen antworten. Um in einem Chatkanal miteinander zu sprechen, braucht man sich nicht mehr im selben Raum des Servers aufzuhalten.
 
 
- Bessere Darstellung der Wertungszahlen
Eine Stärke und gleichzeitige Motivationshilfe auf Schach.de ist die Speicherung von bis zu 400 individuellen Ergebnissen bei jedem Spieler. So kann man auf einen Blick sehen, gegen wen man schon gespielt hat und wie sich die eigene Ratingzahl im Laufe der Zeit verändert. Bei Fritz8 werden die Gegnernamen direkt im Klartext angezeigt. Durch Sortieren der Wertungsliste lassen sich Fragen beantworten wie: "Wer war der stärkste Gegner, gegen den ich je gewonnen habe?" oder "Wie oft habe ich schon gegen 'Master Yoda' gespielt?"
 
Unterhalb des Listenfensters befinden sich die Schalter Performance, Verteilung und Chart, über die man in graphischer Form zusätzliche Informationen abrufen kann. Performance zeigt in graphischer Form die Eloperformance gegen Spieler mit bestimmter Spielstärke an. Verteilung zeigt die Verteilung (Anzahl der Partien) der gespielten Partien gegen bestimmte Spielstärken an während Chart den Verlauf, bzw. die Entwicklung des Ratings darstellt.
 
Dazu noch ein Tipp: Man kann sich eigene Ergebnisse gegen einen bestimmten Spieler zeigen lassen. Rechtsklick in die Spielerliste. Falls sich innerhalb der eigenen gespeicherten Eloergebnisse Partien gegen den angeklickten Spieler befinden, kann man über Bisherige Ergebnisse aus dem Kontextmenü den individuellen Score gegen diesen Gegner anzeigen lassen. Der Menüeintrag ist grau, falls keine Ergebnisse vorliegen.
 
 
- Mailsystem und Offline-Abruf von Spielerdaten
Bisher konnte man auf Schach.de nur etwas über Spieler erfahren, wenn Sie sich im gleichen Raum befinden. Auch eine Kontaktaufnahme oder Verabredung funktioniert nur per Chat im gleichen Raum. Um die Verabredung von Partien zu ermöglichen, verfügt Fritz8 nun über ein Nachrichtensystem, das wie E-Mail funktioniert. Sofern man den Usernamen eines anderen Spielers kennt, kann man ihm eine kurze Nachricht schicken. Es sind gar einfache Formatierungen wie Fett- und Kursivschrift möglich. Nachrichten an andere Spieler sind jedoch nur erlaubt, wenn man vorher eine bei Fritz mitgelieferte Seriennummer eingibt. Damit soll Missbrauch ("Spamming") mit anonymen Konten vorgebeugt werden. Weiterhin kann man das Bild oder die Elokurven von nicht anwesenden Spielern einsehen, was besonders in der Top100-Liste nützlich ist.
 
 
- Automatisches Kiebitzen
Auf Schach.de sind häufig sehr starke Spieler unterwegs. Wenn z.B. ein Großmeister wie GM Dr. John Nunn seine Blitzpartien spielt, möchte man gerne bei den Partien kiebitzen. Das Zuschauen bei Partieserien eines bestimmten Spielers war in Fritz7 umständlich. Beim Ende jeder Partie musste man das Fenster schließen und danach erneut für den betrachteten Spieler auf Zuschauen klicken. Fritz8 vereinfacht dies durch die Funktion Verfolgen. Wenn man auf einen Namen in der Spielerliste doppelklickt, so öffnet sich die gerade gespielte Partie. Ist diese beendet, erscheint automatisch im gleichen Fenster die nächste Partie, falls der Spieler mit dem selben oder einem anderen Gegner weiterspielt.
 
 
- Bewertung von anderen Spielern
Seit dem Bestehen des Fritz-Schachservers hat sich unter den Teilnehmern eine soziale Struktur herausbildet, in der es nicht nur auf die schachlichen Dinge wie beispielsweise Ratingzahlen ankommt. Die "zwischenmenschlichen" Aspekte unterstützt Fritz 8 z.B. durch die Applausfunktion. Man kann jederzeit einem anderen Spieler, Gegner oder nicht, einen Applaus senden. Beim Empfänger erscheint eine kurze Notiz im Chatfenster und in seinen persönlichen Daten wird der Applauszähler erhöht. Ein hoher Applauszähler bedeutet ein gutes soziales Prestige. Applaus ist bei schönen schachlichen Erfolgen angebracht, doch auch eine gute Turnierleiterleistung oder eine ehrenamtliche Liveübertragung sind damit belohnbar.
 
Leider gibt es im Internet Leute, die unerlaubt Schachcomputer oder Schachprogramme gegen Menschen einsetzen oder gar andere Spieler beleidigen. Dem wirkt das neue Programm neben automatisierten Techniken mit einem basisdemokratischen Mechanismus entgegen, der Bewertung von Spielern. Wer sich durch einen Mitspieler belästigt oder unfair behandelt fühlt, kann diesen entsprechend bewerten. Sobald sich eine größere Zahl von negativen Bewertungen häuft, schickt der Server den Fall automatisch an die Systemadministratoren zwecks Überprüfung.
 
Angenehmer und wichtiger sind die positiven Bewertungen. Wer sich im Chat humorvoll verhält oder durch faires Spiel auffällt, sammelt positive Bewertungen von seinen Mitspielern. Positive Bewertungen werden schon bei niedriger Schranke angezeigt, negative bleiben vertraulich, um einem ungerechtfertigten Mobbing vorzubeugen. Jeder Teilnehmer kann jeden anderen Spieler nur einmal bewerten.
 
 
Lieferumfang + Systemvoraussetzungen
Fritz 8 wird auf 2 CDs ausgeliefert. Die zahlreichen Komponenten wie die 3D-Grafiken, Eröffnungsbuch, Partiendatenbank, usw. passen nicht mehr auf eine CD. Im Lieferumfang ist noch ein Kurs für Anfänger enthalten, der von Björn Lengwenus entwickelt wurde. Für fortgeschrittene Spieler dürfte der Multimedia-Schachkurs von Dr. Helmut Pfleger interessant sein. Eine Demoversion des preisgekrönten Kinderlernprogramms Fritz & Fertig ist ebenfalls auf den CDs. Auch wenn Sie das Schachspiel bereits mehr oder weniger gut beherrschen, sollten Sie unbedingt einmal einen Blick darauf werfen.
 
Die Systemvoraussetzungen für Fritz 8 sind nicht weiter exotisch. Empfohlen wird ein Rechner mit 128 MB Speicher und den aktuelleren Windows-Versionen ab Win98. Unter Windows 95 läuft Fritz 8 nicht mehr. Für die 3D-Grafik und den neuen Globus ist die Installation von DirectX 8.1 von Microsoft notwendig, das auf der CD mitgeliefert wird. Weiterhin wird eine 3D-fähige Grafikkarte empfohlen, sie ist jedoch zwingende keine Voraussetzung, denn Fritz 8 enthält auch noch das alte 3D-Brett. Fritz 8 hat eine eigene Webseite unter www.fritz8.de, alternativ erhalten Sie vertiefende Informationen direkt bei ChessBase unter www.chessbase.de
 
Peter Schreiner
 
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