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Diagramm 19-2006
 
Diagramm 19 – 2006
Die schwarzen Figuren stehen äußerst aktiv. Nun gilt es loszuschlagen. Haben Sie eine Idee, wie Schwarz seinen Gegner zur Aufgabe zwang?
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Schachspielen auf dem Fritz 7-Server
besprochen von Peter Schreiner - Januar 2002 - Teil 2
 
 
Kiebitzen
In normalen Schachklubs ist er kein beliebte Besucher: der Kiebitz, der sich laufend in die Partie einmischt und bei fremden Partien grundsätzlich alles besser weiß. Auf dem Fritz7-Server kann man ebenfalls kiebitzen, aber Einmischungen in eine laufende Partie sind nicht möglich. Dem Kiebitz stehen auf dem Fritz7-Server nützliche Hilfen zur Verfügung.
 
Nehmen wir an, Sie möchten die Partien der stärksten Spieler auf dem Server live mitverfolgen. Klicken Sie zuerst in der Spielerliste auf den Spalteneintrag Wertung, um die Liste nach Elozahl zu sortieren. Klicken Sie dann auf den Namen des Spielers und anschließend auf den Schalter "Zuschauen", um die Partie in einem Brettfenster zu verfolgen. Im Unterschied zu einer normalen Partie können Sie über das Menü Engine-Kiebitz hinzuholen eine Engine hinzuladen, die zu der aktuellen Brettstellung die Bewertung einblendet.
 
In Fritz ist der Term "Kiebitz" zweifach belegt. Er wird für einen Zuschauer und für ein mitlaufendes Schachprogramm benutzt. Trotzdem ist das Verfahren logisch. Der Zuschauer soll mit Hilfe der Engine einen weiteren Anhaltspunkt zur Bewertung einer Stellung erhalten. Dies macht vor allem dann Sinn, wenn sehr starke Spieler gegeneinander spielen. Hier beweist das mitlaufende Programm immer wieder, wie anfällig auch sehr starke Spieler im Blitz- oder Schnellschach sind.
 
Trotzdem tauchen für den Zuschauer immer wieder Fragen auf. Aus diesem Grund besteht zusätzlich die Möglichkeit, die laufende Partie nachzuspielen oder mit alternativen Varianten zu analysieren. Dazu müssen Sie allerdings im Menü Partie die laufende Übertragung unterbrechen. Sie können jetzt in aller Ruhe analysieren und alternative Varianten in der Notation ausprobieren. Wenn Sie sich wieder in die Partie einloggen, springt der Server zum letzten Zug der laufenden Partie und überschreibt die Analysen.
 
Wenn Sie die Analysen aufbewahren wollen, empfiehlt es sich daher, die Ergebnisse zuvor über das Menü Datei abzuspeichern. Eine weitere nützliche Hilfe ist der vom "klassischen" Fritz bekannte Spion aus dem Menü Hilfe. Nach Aktivierung dieser Funktion zeigt das Programm nach jedem Zug mit einem roten Pfeil die aktuelle Drohung auf dem Schachbrett an.
 
 
Die Weltkarte
Faszinierend ist die Möglichkeit, den Standort eines Spieler direkt über die Weltkarte zu lokalisieren. Neben den Fotos und dem Spielernamen trägt dieses Feature wesentlich dazu bei, eine persönlichere Atmosphäre auf dem Server zu schaffen. Die Navigation erfolgt über einen simplen Mausklick auf einen Ort. Damit wird der ausgewählte Standpunkt in die Mitte des Kartenfensters gezoomt.
 
Wenn Sie den Zeiger über die roten Markierung führen, stellen Sie fest, dass diese Markierungen den Standort eines aktiven Spielers kennzeichnen. Der Name des Spielers wird zusätzlich eingeblendet, per Rechtsklick können Sie sein Photo oder seine Wertungszahl einsehen. Die Darstellung bietet noch einige weitere Feinheiten. Wenn Sie unter Extras-Optionen-Globus Sonne zeigen einschalten, wird automatisch die Sonne auf den Punkt der Erdoberfläche gezeichnet, wo sie aktuell im Zenit steht. Die gleiche Möglichkeit steht auch für eine animierte Darstellung des Mondes zur Verfügung.
 
Tipp: sollte die Darstellung nicht wie beschrieben funktionieren, stellen Sie bei den Einstellungen ihres Systems auf den True-Color-Modus um. Dann sollte es funktionieren. Wenn Sie sich auf dem Schachserver anmelden, können Sie bereits aus vordefinierten Listeneinträgen ihre eigene geographische Position auswählen. Naturgemäß wird nicht jede kleinere Stadt aufgeführt. Eine Möglichkeit zur Definition ihres Standortes besteht darin, dass man per Navigation mit dem Mauszeiger die ungefähre Position des Standortes auf der Karte bestimmt.
 
Im Kartenfenster können Sie unten rechts die Daten ablesen und Sie dann über das Menü Bearbeiten-Benutzerdaten-Geographische Daten nachträglich ergänzen oder korrigieren. Eine weitere Möglichkeit um den eigenen Wohnort exakt zu bestimmen, ist die Abfrage in der geographischen Datenbank der Getty-Foundation, die Sie unter www.getty.edu/research/tools/vocabulary/tgn/index.html finden und befragen können.
 
 
Verzögerungen im Spielbetrieb
Bei der Übertragung von Spielzügen per Internet kann es zu Verzögerungen kommen. Der Fachausdruck für durch Laufzeiten im Netz bedingte Verzögerungen bezeichnet man als "Lag". Wenn Sie im Schachklub die Schachuhr drücken, beginnt die Uhr des Gegners sofort zu laufen. Wenn Sie hingegen einen Zug auf dem Fritz7-Server ausführen, muss diese Information über das Internet an Ihren Gegner geschickt werden.
 
Je nach Qualität der Netzanbindung und der Auslastung des Internets kann das im Extremfall einige Sekunden dauern und die Schachuhr des Gegners wird entsprechend später gestartet. Das ist besonders bei Blitz- oder Schnellpartien sehr ärgerlich, weil man den Eindruck gewinnt, der Gegner würde noch an seinem Zug überlegen. Stattdessen hat er bereits umgehend geantwortet und die Zuginformation ist noch in den Weiten des Internets unterwegs.
 
Der Fritz7-Server versucht dieses Problem zu umgehen, indem er eine Direktverbindung zwischen den beiden Spielern aufbaut. Wenn beide Spieler einen guten Netzanschluss besitzen, wird der Lag durch die Direktverbindung vernachlässigbar klein, weil der F7-Server im Unterschied zu anderen Schachservern als zeitfressende Zwischenstation wegfällt. Wenn Sie allerdings über einen Router ins Netz gehen oder hinter einem Firewall sitzen, funktioniert diese Direktverbindung nicht.
 
 
Verbindungsabbruch
Je nach Auslastung des Netzes kann es immer wieder einmal passieren, dass die Verbindung zu dem Server abreißt. Fritz 7 überprüft regelmäßig, ob die Verbindung zu dem Server noch besteht. Falls nicht, stellt das Programm die Verbindung selbständig wieder her. Mit Hilfe des Befehls "Server anpingen" im Menü Extras des Onlinefensters können sie jederzeit nachprüfen, ob die Verbindung noch steht. Der Server zeigt bei seiner Antwort die Laufzeit der Nachricht und die Verarbeitungszeit im Server an.
 
Da ein Ping von dem Server mit der gleichen Priorität wie ein Partiezug behandelt wird, können Sie den aktuellen Lag selbst messen. Eine gute akzeptable Pingzeit liegt im Bereich von ca. 0,2 Sekunden. Je nach Auslastung können einzelne Pings auch etwas länger dauern, wenn der Server aktuell extrem belastet wird. Nach Angaben der Entwickler hat der Schachserver eine direkte Anbindung an das Netz der Telekom. Aus diesem Grund sollten die zahlreichen T-Online Nutzer über eine Verbindung verfügen, die eine schnelle und sichere Nutzung zu vielen anderen deutschen Spielern ermöglicht.
 
Wie soll man sich verhalten, wenn eine Verbindung während der laufenden Partie abreißt? Zuerst einmal sollten Sie das aktuelle Brettfenster und das Programm geöffnet lassen. Wählen Sie sich rasch wieder ins Netz ein und rufen im Menü Extra den Eintrag "Wieder verbinden" auf. Der Server schickt Ihnen den aktuellen Stand der Partie zu und die Schachuhr wird wieder gestartet. Natürlich kann es sein, dass der Gegner inzwischen gezogen hat oder ein Zug von Ihnen durch den Abbruch nicht übertragen wurde.
 
Da dieses Problem für jeden Teilnehmer einmal akut werden kann, sollte der Gegner Verständnis für das Problem aufbringen. Prinzipiell hat er aber das Recht, einen Gewinn zu reklamieren. Sie sind in solchen Fällen darauf angewiesen, dass Ihr Gegner dem Wiedereintritt in die Partie zustimmt. Wenn Sie den F7-Server intensiv nutzen wollen, sollten sie also unbedingt auf eine stabile, schnelle Internetanbindung achten.
 
Im umgekehrten Fall sollten Sie immer berücksichtigen, dass dieses Missgeschick auch Ihren Gegner betreffen kann. Ein typisches Indiz für einen möglichen Abbruch ist z.B. die Situation, dass Ihr Gegner extrem lange an einem Zug überlegt. Es könnte in diesem Fall sein, dass er keine Verbindung mehr zum Schachserver hat. Probieren Sie in solchen Fällen, den Gegner über das Menü Extras im Brettfenster "anzupingen". Erscheint im Chatfenster keine Laufzeitmessung, ist der Gegner nicht mehr verbunden oder nicht mehr in der Partie.
 
Eine weitere Möglichkeit: sprechen Sie ihn einmal in der Chatzeile im Brettfenster direkt an. Als fairer Spieler sollten Sie 1-2 Minuten warten, um ihm die Möglichkeit zu geben, seine Verbindung wieder herzustellen. Wenn dann immer noch nichts passiert, können sie Gewinn reklamieren. Der Server nimmt daraufhin eine Überprüfung vor, ob der Gegner verbunden ist. Falls nicht, bekommen sie den vollen Punkt.
 
 
Computerbetrug
Ein echtes Ärgernis auf vielen Schachservern sind die notorischen Schwindler, die mit Hilfe eines im Hintergrund mitlaufenden Schachprogramms ihre Punkte einfahren wollen. Der Fritz7-Server bietet für Computerschachfreunde zahlreiche legale Möglichkeiten zum Spiel. So kann man z.B. im Maschinenraum vollautomatisch mit Schachengines spielen oder als "Zentaur" eine Art "Advanced Chess" mit Hilfe des Lieblingsprogramms spielen. In dem Raum Cafe sind ebenfalls Partien mit Computerunterstützung erlaubt.
 
In allen anderen Räumen des Servers ist das Spiel mit Unterstützung von Schachprogrammen streng untersagt. Die Entwickler haben eine ganze Reihe von ausgeklügelten Überwachungstechniken entwickelt, um diese Form des Betrugs auszumerzen. Unter anderem werden die gespielten Partien einer nachträglichen Partienanalyse unterzogen, um Betrügern auf die Schliche zu kommen. Die Betroffenen werden radikal vom Spielbetrieb ausgeschlossen und erhalten auch mit einem neuen Benutzerkonto keinen Zugang mehr zu dem Fritz7-Server. Der Nachweis und die Sperrung erfolgt übrigens automatisch vom System.
 
 
Beleidigungen
Wie im richtigen Leben kann es in der Hitze des Gefechts zu Beleidigungen kommen. Unbeherrschte Spieler reagieren ihren Frust mit Kraftausdrücken oder unfairem Verhalten in Richtung ihres Gegners ab. Dies müssen Sie sich nicht bieten lassen und es besteht die Möglichkeit, sich dagegen zu wehren. Die einfachste Methode besteht darin, unliebsame Personen einfach per Rechtsklick - Anwender ignorieren dauerhaft aus ihrem Radius auszuschließen.
 
Der Server leitet in diesem Fall keine Herausforderungen oder Chateinträge mehr von den betreffenden Personen an Sie weiter. Bei ernsthaften Beleidigungen oder Drohungen senden Sie einfach eine Beschwerde an die Administratoren des Schachservers. Mit einem Rechtsklick auf die entsprechende Chatzeile rufen Sie den Eintrag Missbrauch anzeigen auf. Damit leiten Sie den kompletten Dialog mit dem Spieler an die Administratoren weiter, die nach Prüfung des Sachverhalts unter Umständen eine Sperrung des Teilnehmers vornehmen.
 
 
Fazit
Der Fritz7-Server ist in der vorliegenden Form ein ausgereiftes Projekt, das Ihnen einen hohen Spaß- und Unterhaltungswert bietet. Natürlich gibt es laufend neue Ideen und Anregungen, die in die Entwicklung mit einfließen. So wird es z.B. in naher Zukunft möglich sein, sich über eine Webcam unmittelbar ein Bild vom Gegner zu verschaffen. Das System ist also nicht statisch angelegt und wird fortlaufend weiterentwickelt.
 
Der Server erkennt automatisch, mit welcher Version des Programms er verbunden ist. Als registrierter Teilnehmer wird Ihnen auf dem Server in unregelmäßigen Abständen automatisch ein Update mit erweitertem Funktionsumfang angeboten. Sollte dies der Fall sein, sollten Sie unbedingt der Installation durch den Server zustimmen.
 
Peter Schreiner
 
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