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Diagramm 21-2006
 
Diagramm 21 – 2006
Weiß fand hier einen eleganten Weg, das Problem mit seiner angegriffenen Dame zu lösen. Sie können es ihm sicher gleichtun?!
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Fritz 7 - das kommunikative Schachprogramm!
besprochen von Peter Schreiner - November 2001 - Teil 3
 
 
Problemfall Schachprogramm?
Ein generelles Ärgernis beim Spiel auf allen Schachservern ist die Tatsache, dass einige Spieler ungehemmt mit Hilfe eines Computers spielen und auf die erschwindelten Mogelwertungszahlen auch noch stolz sind. Die Entwickler vom Fritz7-Server haben alles daran gesetzt, diesen Betrug zu unterbinden. Es ist z.B. nicht möglich, parallel auf dem gleichen Rechner einen Fritz zu starten, wenn man auf dem Server spielt. Natürlich ist es nicht zu verhindern, das ein Teilnehmer ein Programm auf einem zweiten Rechner parallel bedient.
 
Das Spielen mit Computerunterstützung gegen ahnungs- und arglose Gegner ist natürlich auf das Schärfste zu verurteilen und wird auf dem F7-Server streng geahndet. Schach.de verwendet eine Reihe von automatisierten Analysetechniken, um Partien im nachhinein auf Verwendung von Schachprogrammen zu untersuchen. Es gilt: "In dubio contra reo." Im wiederholten Verdachtsfall wird der Zugang jedoch konsequent gesperrt, da Computerbetrug eine erhebliche Beeinträchtigung der Spielkultur auf dem Server darstellt. Es bleibt zu hoffen, dass die Computerfreaks nachhaltig von der Möglichkeit Gebrauch machen, sich in den extra dafür eingerichteten Räumen auszutoben.
 
 
Ausblick
Der Schachserver wird dynamisch wachsen und konsequent weitergepflegt werden. Viele Funktionen und Inhalte waren zum Zeitpunkt dieses Artikels noch nicht realisiert und implementiert. Es wird z.B. möglich sein, Vorträge zu halten, Schachlehrgänge auszurichten, interaktive Schachlektionen und vieles mehr. Das System ist flexibel konzipiert, d.h. ChessBase kann und wird Änderungen und Erweiterungen an den Inhalten vornehmen.
 
Da der Client also laufend erweitert wird, gibt es eine einfache Möglichkeit, seine Installation auf den neuesten Stand zu bringen. Im Programm gibt es die Funktion Programm aktualisieren, die Fritz 7 automatisch aktualisiert und auf den neuesten Stand bringt. Der momentane Status Quo ist mehr als beeindruckend. Schon lange nicht mehr habe ich selbst so viel und aktiv Schach gespielt. Egal wann und zu welcher Uhrzeit ich eine Partie gegen einen Menschen spielen möchte: auf Schach.de finde ich immer einen spielbereiten Partner.
 
So wie das System angelegt ist, ahnt man schon jetzt, wie die Zukunft aussieht. Simultanveranstaltungen gegen Top-Großmeister, Vorträge, Analysen, Schachunterricht - es gibt unglaublich viele Anwendungsmöglichkeiten. Die Teilnehmer haben selbst die Möglichkeit, eigene Ideen und Vorschläge einzubringen und das System aktiv mitzugestalten. Ich freue mich schon darauf, Sie auf Schach.de anzutreffen ...
 
 
Der klassische Fritz
Bei aller Begeisterung über die Schnittstelle zum neuen Server: Fritz 7 ist nach wie vor ein Schachprogramm. Neben zahlreichen Detailverbesserungen an den Funktionen und der Oberfläche enthält das Paket eine brandneue Engine von Frans Morsch, der seit einiger Zeit konsequent sein Programm zum schachlichen Allrounder entwickelt. Betrachtet man sich einmal die Dateigröße der Engine, fällt auf, dass der Umfang im Vergleich zum Vorgänger deutlich angewachsen ist und jetzt 430 KB beträgt (Fritz 6 = 311 KB).
 
Der gewachsene Umfang resultiert u.a. von Algorithmen her, die der Engine vor allem im positionellen Bereich und bei der Königssicherheit ein besseres Spielverhalten ermöglichen. Das Hauptziel war ein ausgewogenes Spielverhalten in allen Spielsituationen. Speziell im Hinblick auf das Match gegen GM Kramnik soll das Programm nicht nur offene, scharfe Stellungen gut behandeln, sondern auch in ruhigen geschlossenen Stellungen nicht die Orientierung verlieren. Das Image der früheren Fritz-Versionen (superschnell und effektiv, aber mit nicht viel Wissen ausgestattet) fällt schon lange in den Bereich Historie.
 
Fritz 7 versteht eine ganze Menge von Schach und zeichnet sich meiner Ansicht nach durch ein sehr ausgewogenes Spielverhalten aus. In Testpartien gegen die hausinterne Konkurrenten Junior und Chess Tiger wurden sichere 60%-Resultate eingefahren, ein sehr gutes Ergebnis. In zahlreichen, positionell geprägten Teststellungen beweist Fritz 7 nachhaltig sein Positionsverständnis. Einige Beispiele:
 
Botvinnik,M - Flohr,S 1933
 
39...d5!! durch das Bauernopfer schlägt Schwarz zwei Fliegen mit einer Klappe: der weiße Läufer mutiert zu einem schlechten Läufer, da ihm der Bauer d5 die Aussicht nimmt, während der schwarze Springer auf einmal große Wirksamkeit entfaltet. 40.cxd5 c5 41.bxc5 bxc5 42.Da3 Sd6 43.Lf1 Kf7 44.Ld3 c4 45.Lc2 c3 46.Db4 Sc4 47.Dxc3 Dc5+ 48.Kh1 Dxd5+ ½-½
 
Fritz 7 benötigt für den Schlüsselzug, der für viele Programme sehr schwierig zu finden ist, auf meinem Athlon 1 GHz und 128 MB HashTables gerade einmal 39 Sekunden für den Schlüsselzug.
 
Fine,R - Alekhine,A 1938
 
Schwarz hat seine Entwicklung nicht abgeschlossen. Weiß muss energisch fortsetzen, sonst verflüchtigt sich sein Entwicklungsvorsprung und damit sein Vorteil. Richtig ist das Linien öffnende 10.f4!, das Fritz 7 bereits nach 15 Sekunden ausspielt.
 
Die folgende Stellung stammt aus dem "Wettkampf des Jahrhunderts" in Belgrad 1970.
 
Taimanov,M - Uhlmann,W
 
In schlechten Stellungen sollte man nicht unbedingt das Heil in taktischen Verwicklungen suchen, sondern überlegt maximalen Widerstand entgegensetzen. Eine typische Methode ist die Vereinfachung durch Abtausch. 25...c4! das sieht nach Verzweiflung aus, denn Weiß gewinnt jetzt sogar einen zweiten Bauern. Dafür erreicht Schwarz eine aktive Platzierung seiner Figuren. 26.Td4 Sc5 27.Txc4 Le6 28.Tb4 a5 29.Tb2 Ld7 30.Tba2 Sb3 31.Td1 Sc5 32.Td4 Se6 33.Tc4 g5 34.Ld6 Sc5 35.Sd4 Sxa4 36.Tcxa4 Lxa4 37.Txa4 Txe3 38.Sb5 Te1+ 39.Kf2 Tb1 40.c4 Td7 41.Le5 Td2+ 42.Ke3 Txg2 43.Ke4 Tb4! Schwarz schafft sich jetzt einen Freibauern und damit endgültig gute Gegenchancen. 44.Txb4 axb4 45.Sd4 Ke7 46.Lc7 Kd7 47.Lxb6 b3 48.Sxb3 Tb2 49.Le3 Txb3 50.Lxg5 Tc3 51.Lf6 Txc4+ 52.Kf5 Tc2 53.h4 Tf2 54.f4 Ke8 55.Kg5 Tg2+ 56.Kh5 Tg6 57.Lg5 Kf7 58.f5 Tc6 59.f6 Ke6 60.Kh6 Tc7 61.Le3 ½-½
 
Den Schlüsselzug 25...c4 spielt Fritz 7 auf meinem Athlon bereits nach 36 Sekunden aus.
 
Spielmann - Decker 1934
 
Noch ein Beispiel zum Thema typische Angriffsverfahren:
1.Lxh7+!! Kxh7 2.Sg5+ Kg8 3.Dd3 Te8 4.Dh7+ Kf8 5.Dh8+ Ke7 6.Dxg7 Kd8 7.Dxf7 Sf8 8.h4 1-0
Vor diesem Stellungstyp warnt jedes Lehrbuch über die Französische Verteidigung und das Läuferopfer auf h7 ist an dieser Stelle elementar. Fritz 7 hat im Unterschied zu vielen anderen Programmen auf meinem Rechner den Durchblick und spielt das Opfer bereits nach 58 Sekunden aus.
 
Neu in der Fritz 7-Engine sind z.B. die zahlreichen Optionen, mit denen man die Parameter der Engine ändern und damit das Spielverhalten des Programms beeinflussen kann.
 
 
Viele Neuerungen
Eine ausführliche Beschreibung der neuen Features und Optionen im klassischen Spielprogramm von Fritz 7 würde den Rahmen dieser Besprechung bei weitem sprengen. In der kommenden Ausgabe werden wir noch ausführlich auf die zahlreichen Neuerungen im klassischen Spielprogramm von Fritz 7 eingehen und mit praktischen Tipps und Tricks unterstützen. An dieser Stelle möchten wir aber zumindest auf die aus unserer Sicht wichtigsten Neuerungen hinweisen:
  • Shuffle Schach - Fritz 7 bietet jetzt auch diese Schachvariante an. Beim Start einer Partie stehen die Figuren auf unterschiedlichen Feldern. Dies führt zu ungewöhnlichen Stellungskonstellationen, bei denen die bekannten positionellen Muster nicht greifen.
  • Frei definierbare Hotkeys und eine separate Anzeige der Funktionsbelegung der Tastatur
  • Erweitertes Bewertungsprofil mit Balkenanzeige
  • Fischer Schachuhr mit allen Zeitkontrollen
  • Seitenvorschau beim Ausdruck
  • Ein intelligentes Analysebrett zur Unterstützung von Analysen
  • Digitale Schachuhr mit Anzeige von Gesamtzeit und Zeit pro Zug für beide Seiten
  • Deutliche verbesserte Datenbankfunktionen und Turniertabellen
  • Zeitkontrolle wird mit der Partie gespeichert und wieder geladen
  • Erwartete Züge werden in der Notation gespeichert
  • Informative Anzeigen bei Enginematches, Lösen von Teststellungen 
 
Fazit
Die Jubiläumsausgabe von Fritz 7 kostet 99.90 DM und wird bei Erscheinen der vorliegenden RE-Ausgabe bereits im Handel sein. Besonders öffentlichkeitswirksam und aus meiner Sicht sehr gelungen ist der für den Anwender unproblematische Zugang zu dem Schachserver. Das klassische Spielmodul bietet eine Raum genug für eine adäquate Besprechung, die wir in der nächsten Ausgabe nachholen wollen. Vertiefende Informationen zu dem Programm erhalten Sie überall im qualifizierten Fachhandel oder direkt bei ChessBase unter www.chessbase.com
 
Peter Schreiner
 
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