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Diagramm 23-2006
 
Diagramm 23 – 2006
Schwarz hat zwei Bauern geopfert und steht nun vor der Frage, ob er sich auf e5 wieder einen zurück holen soll. Was meinen Sie?
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Fritz 7 - das kommunikative Schachprogramm!
besprochen von Peter Schreiner - November 2001 - Teil 1
 
Fritz 7Die Schachsoftware Fritz gehört ohne jeden Zweifel zu den Favoriten vieler Schachfreunde. Im Unterschied zu vielen anderen Programmen konnte sich das Zugpferd von ChessBase nicht nur in der spezifischen Computerschachszene etablieren, sondern erfreut sich großer Beliebtheit bei einem sehr breit gefächerten Anwenderkreis. Ob Amateur oder Weltklassespieler: Fritz ist immer dabei. Dafür gibt es natürlich einen guten Grund. Fritz bietet eine unglaublich Fülle an Spiel-, Trainings- und Analysefunktionen. In Kombination mit den erstklassigen Datenbankfunktionen bekommt der Anwender für einen sehr günstigen Preis eine Allroundsoftware in die Hand, mit der er alle relevanten Anwendungsgebiete abdecken kann.
 
Trotz des komplexen Leistungsumfangs ist das Programm sehr intuitiv und einfach zu bedienen und einen großen Anteil am Erfolg liegt sicher auch in dem hohen Spaß- und Unterhaltungswert von Fritz. Betrachtet man die Entwicklung des Programms über die Jahre hinweg, überzeugte jedes Release hinsichtlich technischer Innovationen. Man denke nur z.B. an das seinerzeit revolutionäre Enginekonzept, den äußerst effizient implementierten Positionsbaum, die Sprachkommentierung bei der Autoanalyse, die zahlreichen Hilfestellungen für Anfänger und Hobbyspieler usw. In diesem Jahr feiert Fritz seinen zehnten Geburtstag und natürlich war die Spannung groß, was sich die Hamburger Softwareschmiede für die Jubiläumsversion hat einfallen lassen. Eine ganze Menge, soviel kann vorab schon einmal festgehalten werden.
 
 
Der Schachserver
ChessBase hat schon vor Jahren die Bedeutung des Internets erkannt. Mir ist keine andere Firma in der Schachszene bekannt, die ihre Webseite unter www.chessbase.com so liebevoll und intensiv pflegt und betreut. Täglich gibt es neue Nachrichten aus der Welt des Schachs, zahlreiche Tipps und Tricks zu den Produkten, Programmupdates werden bereitgestellt usw. Neben den Neuerungen und Detailverbesserungen am eigentlichen Schachprogramm, deren Beschreibung an dieser Stelle den Seitenumfang der RE deutlich sprengen würde, ist das Highlight von Fritz 7 die Schnittstelle zu dem neuen, von ChessBase entwickelten Schachserver.
 
Was konkret ist eigentlich ein Schachserver? Eine ausführliche Antwort auf diese Frage dürfte vor allem für Schachspieler interessant sein, die bisher wenig Erfahrungen mit Onlineschach machen konnten. Fritz bietet einen vollwertigen Zugang zu einem virtuellen Schachklub, für den Sie lediglich einen funktionierenden Internetzugang und eben den neuen Fritz 7 als Zugangssoftware benötigen. Beim Start des Programms erscheint der Startbildschirm mit zwei Optionen:
  1. Fritz startet wie gewohnt das normale Schachprogramm mit den zahlreichen Spiel-, Analyse- und Datenbankfunktionen.
  2. Die Option Zu Schach.de führt direkt zu dem neu entwickelten Schachserver von ChessBase.
Dies funktioniert natürlich nur, wenn zuvor eine Internetverbindung über das DFÜ-Netzwerk aufgebaut wurde. Auf Schach.de gibt es eine Vielzahl von Angeboten und Inhalten. Die für die meisten Spieler wohl interessanteste Funktion: man kann über den PC im Internet mit Schachfreunden aus aller Welt live spielen, trainieren oder analysieren.
 
 
Das Konzept
Ganz neu ist die Idee natürlich nicht, denn es gibt seit Jahren gut funktionierende Schachserver wie z.B. der Internetschachklub ICC, FICS, ChessNet usw. Die von ChessBase entwickelte Serversoftware unter Fritz und die technische Realisierung unterscheiden sich meiner Ansicht nach vor allem in folgenden Punkten von den bisher bekannten Angeboten:
 
Ein wichtiges Kriterium ist nach m.M. die Benutzerfreundlichkeit der Software. Die zuvor erwähnten Server stammen noch aus einer Zeit, in der die Konfiguration und Einstellung aller Parameter keine triviale Angelegenheit darstellte. Auch wenn vieles besser geworden ist, die Konfiguration und Mitgliedschaft auf diesen englischsprachigen Servern ist für Einsteiger und Anfänger keine triviale Angelegenheit. Nach wie vor können viele Funktionen nur über eine zeilenorientierte, Dos-ähnliche Befehlsstruktur bedient werden. Hier hat Fritz 7 mit windowskonformen Dialog- und Hilfefunktionen eindeutig die Nase vorn. Einfacher kann man den Zugang zu einem Schachserver und den Inhalten kaum noch gestalten.
 
Die wichtigen Server sind durchweg englischsprachig. Damit sind vor allem ältere Anwender überfordert. Für den Fritz-User stellt sich das Problem nicht. Sämtliche Einstellparameter und Bedienungselemente kann er in seiner vertrauten Landessprache und Programmumgebung bedienen.
 
Sehr übersichtlich und für den Einsteiger nachvollziehbar ist das in der Software implementierte Raum-Konzept. Mann kann sich den Server wie ein riesiges Gebäude vorstellen, in dem es Räume mit den unterschiedlichsten schachlichen Aktivitäten gibt. Neben dem eigentlichen Turniersaal gibt es andere Foren, in denen spezielle Aktivitäten stattfinden. So gibt es z.B. einen speziellen Raum, wo nur Computer spielen, ein Analyseforum, einen Raum für technische Fragen usw. Sehr übersichtlich ist die Strukturierung der Räume in einer explorerähnlichen Ansicht. Man erkennt auf Anhieb, "wo was los ist" und wie viele Teilnehmer sich jeweils in einem Raum aufhalten.
 
In den Räumen gibt es "Plakate", die hier mit HTML-Dokumenten realisiert sind. Zukünftig wird man in jedem Raum News, Tipps und technische Informationen vorfinden.
 
Es ist natürlich klar, dass sich das Spiel auf dem Server von dem Besuch in einem "normalen" Schachklub vor allem durch den Wegfall der direkten persönlichen Begegnung unterscheidet. Im Unterschied zu anderen Servern kann man sich hier direkt einen Eindruck davon verschaffen, mit wem man es auf der anderen Seite des Brettes zu tun hat. Der direkte Zugriff auf die bisher erzielten Wertungen des Gegners gibt schon einmal eine konkrete Vorstellung davon, wie es um dessen Spielstärke bestimmt ist.
 
Im Idealfall kann man sogar Photos des Gegenübers und persönliche Informationen sehen, wenn der andere Teilnehmer z.B. ein Porträt zum Upload bereit gestellt oder einige Angaben zur Person gemacht hat. Das erzeugt eine Art von "Clubatmosphäre", die beim Spiel auf anderen Servern fehlt.
 
 
Erste Erfahrungen
Im September entschloss sich ChessBase, den Server-Client von Fritz 7 öffentlich zugänglich zu machen. Grund: Bis zu diesem Zeitpunkt wurde die Software und die Anbindung lediglich von einem kleinen Kreis ausgewählter Tester genutzt. Es stellt aber einen gewaltigen Unterschied dar, ob das System den Spielbetrieb von 10-15 Leuten verkraftet oder von einer großen Anzahl von Powerusern in Anspruch genommen wird. Kritisch war neben der Funktionalität der Software vor allem die Frage, ob der neu entwickelte Server einer professionellen Nutzung gerecht wird.
 
Im September war es dann soweit. Auf der Website von ChessBase und im CSS-Forum wurde auf den Download der Clientsoftware hingewiesen. Im Unterschied zu der mir vorliegenden Beta-Version des Programms war der klassische Spielteil von Fritz 7 mit Spiel-, Analyse- und Datenbankfunktionen abgeklemmt. Während der Anwender im Startbildschirm der Finalversion entscheiden kann, mit welchem Modul er arbeiten möchte (Fritz startet das eigentliche Schachprogramm, Zu Schach.de startet die Serversoftware), war in der Beta der klassische Spielteil deaktiviert. Es war klar, dass es bei dem Betatest darum ging, die Funktionalität des Spielbetriebs auf dem Server gründlich zu testen.
 
Kurz vor Redaktionsschluss konnte man nach einigen Wochen Dauerspielbetrieb auf einige Erfahrungen zurückgreifen. Die wohl wichtigste Erkenntnis: der Spaß- und Suchtfaktor ist extrem hoch! Die begeisterte Zustimmung und intensive Nutzung durch viele Anwender lässt keinen anderen Schluss zu. Es ist einfach zu verführerisch, dass man quasi zu jeder Zeit Schachpartner findet, die Zeit und Lust auf eine Partie haben. Auf den Ablauf im praktischen Spielbetrieb gehen wir später noch ausführlich ein.
 
 
Installation und Zugang
Eine der Stärken des Systems ist ohne Zweifel das unproblematische Handling für den User. Die zeigt sich bereits beim Zugang zu dem System. Wenn man nach der Installation das Fritz-Programm startet, kann man - wie bereits zuvor beschrieben - entscheiden, ob man mit dem "normalen" Schachprogramm oder auf die Inhalte des Servers zugreifen will. Grundbedingung für den Zugang zu Schach.de ist lediglich ein stabiler Internetzugang, der über das DFÜ-Netzwerk konfiguriert sein muss.
 
Die Inhalte auf dem Server selbst sind völlig kostenfrei und nicht gebührenpflichtig. Außer den Kosten für Telefon, Provider und dem Obolus für Fritz 7 fallen also keine weiteren Kosten an. Verdeutlichen wir die Vorgehensweise einfach an der realen Praxis. Nehmen wir an, Sie haben soeben Fritz 7 installiert und möchten jetzt einmal einen Blick auf die Inhalte des Servers "riskieren." Aktivieren Sie zuerst einmal die Verbindung zum Internet, sonst ist natürlich kein Zugriff möglich. Auf dem Desktop befindet sich ein Icon, bzw. eine Verknüpfung zu Fritz 7. Mit einem Doppelklick starten Sie das Programm und klicken jetzt auf die Option Zu Schach.de. Damit starten Sie das Login auf dem Server.
 
Beim ersten Besuch gibt es einige Formalitäten zu erledigen, die Sie über den Eingabedialog erledigen. Keine Sorge, die Prozedur ist unkompliziert und kostet nur wenig Zeit. Für erste Versuche mit dem Schachserver reicht der Zugang als Gast völlig aus. Sie haben so die Möglichkeit, sich ohne weitere Formalitäten auf dem Server erst einmal umzuschauen und die angebotenen Inhalte zu testen. Wenn alle Inhalte des Servers genutzt werden sollen, muss wie bei einer Bank ein eigenes Konto mit den persönlichen Zugangsdaten eingerichtet werden. Keine Sorge, auch dieses Vorgehen kostet nur wenig Zeit und ist nicht mit Kosten verbunden. Ein Klick auf die Option Neues Konto anlegen startet eine Dialogbox, in denen man die benutzerspezifischen Daten für den Zugang eingeben kann.
 
Kurzname
Hier wird der Spielername (Handle) eingetragen, der für die anderen Teilnehmer in der Spielerliste sichtbar sein wird. In der Betaphase konnte man sich von dem Einfallsreichtum überzeugen, den einige Teilnehmer bei der Auswahl ihrer Namen an den Tag legen. Das ist akzeptabel, man sollte allerdings vermeiden, sich unter dem Namen von berühmten Großmeistern oder bekannten Schachprogrammen einzuloggen.
 
Email
Die E-Mail-Adresse wird in erster Linie benötigt, falls man sein Passwort vergisst. Aufgrund der teilweise negativen Erfahrungen in manchen Internetforen dient die Mailadresse auch dazu, den Server vor Missbrauch zu schützen. Zugänge ohne gültige Mailadresse werde nach einiger Zeit gelöscht. Falls Sie die Sorge haben, dass Sie bei Angabe der Mailadresse mit Werbemails überflutet werden, kann hier direkt Entwarnung gegeben werden. ChessBase versichert ausdrücklich, dass die angegebenen Mailadresse nicht für Werbezwecke benutzt wird.
 
Vor- und Nachname
Diese Angaben sind nicht zwingend vorgeschrieben. Es spricht aber aus Gründen der Fairness nichts dagegen, wenn man diese Angaben macht. So kann man z.B. bei einer Herausforderung durch einen Spieler diese Info abfragen und sieht auf Anhieb, mit wem man es auf der anderen Seite des Bretts zu tun hat. Die bisher vorliegenden Erfahrungswerte zeigen ganz deutlich, dass Spieler mit anonymen Handles weniger Akzeptanz bei den anderen Teilnehmern finden.
 
Nation, geographische Daten
In diesem Abschnitt gibt man die Nation und die geographischen Eckdaten an. In der Regel ist es möglich, seine Heimatstadt aus einer vordefinierten Liste abzurufen, die entsprechenden Länge- und Breitegrade werden dann automatisch übernommen. Falls Sie ihre Stadt in der Liste nicht finden, findet man in dem Raum Technical Support auf dem Server rasch Hilfe. Die Angabe dieser Daten dient u.a. dazu, dass Ihr Gegner auf einer Karte nachschauen kann, wo Sie ihren Lebensmittelpunkt haben.
 
Wertungs- und Titeldaten
Diese Angaben sind freiwillig und werden vor allem für Sonderpreise und -ranglisten (wie z.B. bester Jugendspieler, beste Dame usw.) benötigt.
 
Bild senden
Auch diese Information ist freiwillig, sollte aber unbedingt genutzt werden. Sie können Ihr Porträt auf den Server hochladen. Zur Zeit muss es noch im BMP-Format sein, zukünftig wird die Client-Software aber auch die Anzeige von JPEGs unterstützen. Das Porträt kann - wie die Benutzerdaten - jederzeit geändert oder ausgetauscht werden. Wozu dient nun die Grafik. Ganz einfach, auf Wunsch kann der Gegner sich auch visuell einen Eindruck davon verschaffen, gegen wen er da gerade antritt. Keine Zukunftsmusik: mit Sicherheit werden in nicht allzu ferner Zukunft auch bewegte Bilder usw. integriert.
 
Persönliche Informationen
Hier können Sie einige persönliche Angaben machen. Wenn Sie z.B. bevorzugt Partien mit längerer Bedenkzeit spielen, können Sie diese Information genauso eintragen wie philosophische Abhandlungen. Im Klartext: es steht Ihnen frei, was Sie den anderen Teilnehmern über sich preisgeben wollen.
 
Nach der Eingabe aller Anwenderdaten erscheint abschließend der Dialog Kennwort festlegen. Falls man sein Passwort vergessen hat, kann man per E-Mail eine Gedächtnisstütze anfordern. Pro Anwender sind übrigens maximal drei Konten möglich.
 
 
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