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Diagramm 23-2006
 
Diagramm 23 – 2006
Schwarz hat zwei Bauern geopfert und steht nun vor der Frage, ob er sich auf e5 wieder einen zurück holen soll. Was meinen Sie?
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Fritz 5.32 - mehr als nur ein Update!
besprochen von Peter Schreiner - Dezember 1998 - Teil 1
 
Die deutsche Firma ChessBase aus Hamburg setzt bereits seit vielen Jahren immer wieder neue Standards hinsichtlich der Ausstattung ihrer Softwareprodukte. Als die Hamburger 1991 mit Fritz erstmals neben dem Datenbankprogramm ihr erstes Schachprogramm auf den Markt brachten, konnte sich Fritz auf Anhieb in der Schachszene etablieren. Nach meinen Erfahrungen hat die von ChessBase entwickelte Software den wohl größten Verbreitungsgrad bei Hobby- und Vereinsspielern und in fast jedem Schachclub ist das Programm mit dem markanten Namen ein Thema.
 
Die Gründe dafür sind vielfältig: neben erstklassigen Datenbank- und Trainingsfunktionen, Spitzengrafik + vielfältigen Features spricht Fritz mit einer ganzen Reihe von Lernfunktionen auch den Hobbyspieler oder Einsteiger an, der ein möglichst einfach zu bedienendes und trotzdem vielseitiges Schachprogramm sucht. Bereits die beiden ersten Windows-Versionen bewiesen nachhaltig, dass man sich in der Entwicklungsabteilung in vorbildlicher Manier darum bemüht, dem Anwender ein Schachtool in die Hand zu geben, mit dem er gezielt sein schachliches Können verbessern kann.
 
Spätestens mit Fritz 5 war für mich eigentlich der Punkt erreicht, wo ich mir ernsthaft die Frage gestellt habe, ob man ein solch opulent ausgestattetes und dabei einfach zu bedienendes Schachprogramm überhaupt noch sinnvoll verbessern kann. Offensichtlich ja, wobei die Entwicklungsabteilung von ChessBase mit dem vorliegenden "Update" Fritz 5.32 - wie gewohnt - beachtlichen Einfallsreichtum und ein überragendes Können bei der technischen Umsetzung der Neuerungen unter Beweis gestellt hat.
 
Warum man bei ChessBase anhand der geringfügigen Erweiterung der Versionsnummer mit ungewohnter Bescheidenheit nur ein kleines "Update" signalisiert, kann ich aufgrund der kompletten Portierung von Oberfläche, Schachalgorithmus und Datenbankfunktionen in 32Bit und der Vielzahl neuer Funktionen nicht nachvollziehen; meiner Ansicht nach hätte man das Programm durchaus auch Fritz 6.0 nennen können.
 
Letztendlich ist es dem Anwender aber egal, unter welcher Bezeichnung das Programm vertrieben wird. Er interessiert sich vor allem dafür, was er für den geforderten Preis von 98.- DM geboten bekommt und ob diese Ausgabe in Anbetracht des schon reichhaltig ausgestatteten 16Bitters - Fritz 5 für ihn Sinn macht. Schauen wir uns also zwecks Überprüfung dieser nicht unwichtigen Frage den Lieferumfang des von ChessBase geschnürten Paketes an.
 
 
Lieferumfang
Für den Hunderter bekommt der Kunde einen außerordentlich fairen Gegenwert in Form einer vollgepackten CD geboten. Neben dem eigentlichen neuen 32Bit-Programm findet man auf der CD als Zugabe noch diverse "Engines", also weitere Schachprogramme, die man unter der neuen Oberfläche in vollem Funktionsumfang nutzen kann. Anbei eine Auflistung der mitgelieferten Schachengines:
 1. Fritz 5.32 (32Bit) von Frans Morsch
 2. Comet A96 (32Bit) von Dr. Ulrich Türke
 3. Crafty 15-20 (32Bit) von Prof. Robert Hyatt
 4. Doctor? 3.0 (32Bit) von Dr. Kraas and Dr. Schrüfer
 5. EXChess 2.50 (32Bit) von Dan Homan
 6. Fritz 1.20 (16Bit) von Frans Morsch
 7. Fritz 3.10 (16Bit) von Frans Morsch
 8. Fritz 5 (16Bit) von Frans Morsch
 9. Fritz 4.01 (16Bit) von Frans Morsch
10. Doctor? 2.0 (16Bit) von Dr. Kraas and Dr. Schrüfer
 
Damit hat man für nur 98.- DM bereits 10 mehr oder weniger starke Schachprogramme zur Verfügung! Auf die Möglichkeiten des Multi-Enginekonzeptes für das Schachtraining gehen wir noch an anderer Stelle ausführlich ein. Die im rein positionellen Bereich wohl stärkste Engine, die 16Bit-Fassung von Hiarcs 6.0, kann ohne spürbaren Leistungsverlust unter dem neuen 32Bit-Interface genutzt werden; diese muss aber genau wie die Top-Programme Junior 5.0 und Nimzo 99 explizit erworben und natürlich extra bezahlt werden.
 
Zusätzlich befindet sich auf der CD-Rom ein neues, über 90 MB großes Eröffnungsbuch in dem mit Fritz 5 eingeführten, neuen Baumformat. Fritz 3 gewann 1995 die für alle Rechnersysteme offene Computer-WM in Hongkong und wird diesen Titel im Juni 1999 in Paderborn verteidigen müssen. Sehr gut finde ich daher, dass man an die zahlreichen Sammler gedacht hat. Mittlerweile ist ChessBase ja schon sehr lange auf dem Markt tätig und man erhält auf der CD quasi alle wichtigen Fritz-Versionen von Frans Morsch mitgeliefert.
 
So gibt es neben der DOS-Version Fritz 3, die damals den Titel in Hongkong gewann, noch das bisher unveröffentlichte Eröffnungsbuch im älteren FBK-Format, das unter anderem für den seinerzeit sensationellen Sieg gegen den als übermächtig eingeschätzten IBM-Rechner Deep Blue verantwortlich war. Man kann man das Buch auch unter der neuen Version im weiterhin unterstützten FBK-Format einsetzen, oder es in das komfortablere, aber speicherfressende Baumformat konvertieren; zum guten Schluss ist auf der CD natürlich die letzte Original-Version vom in der SSDF so erfolgreichen 16Bitter Fritz5 incl. Interface für die Sammler dabei.
 
 
Installation + System
Schaut man sich die Preisentwicklung in der Hardwarebranche an, sind die Systemvoraussetzungen für das 32Bit-Programm mit einer heutzutage üblichen Konfiguration einfach zu erfüllen; als Minimum für einen reibungslosen Betrieb würde ich einen P90 mit 32 MB RAM ansetzen. Fritz 5.32 profitiert in starkem Ausmaß von großen HashTabellen und sollte daher auf einem Rechner laufen, der mit reichlich Arbeitsspeicher bestückt ist. Insbesondere Windows 98 ist mit dem im Systemkern fest implementierten Internet Explorer ein besonders übler Speicherfresser, dies sollte berücksichtigt werden; unter Win98 könnte es mit 32 MB RAM sehr eng werden. Nicht ohne Grund gibt es heute auch bei Einsteigergeräten mindestens 64 MB vorinstalliertes RAM. Als echtes 32Bit-Programm setzt Fritz 5.32 mindestens Win 95/98 oder NT voraus; beim Einsatz des Programms unter NT muss man allerdings auf die Nutzung der mitgelieferten 16Bit-Engines verzichten.
 
Während der Installation möchte Fritzen standardmäßig im Unterverzeichnis C:\Windows\Programme\ChessBase installiert werden; davon raten wir ab. Zwecks einer besseren Übersicht und einem bei späteren Dateioperationen schnelleren Zugriff via Explorer sollte Sie das Programm auf der Hauptebene einer beliebigen Plattenpartition unter ChessBase/Fritz532 installieren. Vorsicht: falls Sie das Programm - wie sonst gewohnt - direkt in einem Pfad wie z.B. C:\Fritz532 installieren, landen einige Verzeichnisse wie z.B. ENGINES oder DEVICES auf der Hauptebene und man verliert sehr schnell den Überblick.
 
Der Grund für die Platzierung einige Ordner über dem eigentlichen Programmverzeichnis liegt darin, dass andere Programm-Versionen gemeinsam auf bestehende Unterverzeichnisse zugreifen. Ein kleines Ärgernis ist bei allen Windows-Programmen der leichtfertige Umgang mit den Festplatten-Ressourcen des Benutzers. Muss es wirklich sein, dass Installationsroutinen unbenötigte Dateien auf die Platte kopieren, die der Anwender gar nicht braucht? Dazu einige Tipps.
 
 
Eröffnungsbuch
Auf der CD wird ein großes Eröffnungsbuch als Positionsbaum mitgeliefert. Dieser Positionsbaum ist zwar wunderbar für das Eröffnungstraining zu gebrauchen, kostet aber aufgrund der zahlreichen statistischen Informationen (60 Byte pro Stellung) reichlich Festplattenspeicher. Fritz kann während der Partie seine Züge zwar von dem CD-Rom lesen, dies schränkt aber den Gebrauchswert dieses wunderschönen Features zu sehr ein. Auf einem schreibgeschützten Medium kann man halt keine Änderungen durchführen, um den Baum zu ergänzen, zu editieren oder anderweitig zu bearbeiten. Außerdem ist der Zugriff von der Platte aus wesentlich schneller und man muss nicht immer die CD in das Laufwerk einlegen. Also:
  1. Eröffnungsbaum auf die Platte kopieren, z.B. in das Unterverzeichnis CHESSBASE/BOOKS
  2. Schreibschutzattribute entfernen » mit der rechten Maustaste die Dateien General.CTG, General.CTB und General.CTO anklicken und im folgenden PopUp-Menü unter Eigenschaften den Schreibschutz aufheben.
  3. Das Buch unter Fritz 5.32 mit Angabe des neuen Pfades laden (Button BUCH anklicken und BUCH LADEN auswählen). 
 
Überflüssige Dateien löschen
Das große Eröffnungsbuch sollte man also unbedingt auf die Festplatte kopieren. Auch wenn eine große Platte im System eingebaut ist, sollte man prinzipiell jeden unnützen Datenschrott beseitigen. Als deutscher User benötigen Sie wahrscheinlich keine Onlinehilfe in Slowenisch, Spanisch, usw. Löschen Sie alle nicht benötigten Hilfedateien in diesen Sprachen im eigentlichen Programmverzeichnis FRITZ532, z.B. fr_e.hlp usw. Sie wollen in erster Linie Schach spielen und benötigen keine musikalische Untermalung durch die zahlreichen Musikdateien. Weg damit und einiges an wertvollem Speicherplatz gespart!
 
In dem Ordner SOUNDS/DEUTSCH + ENGLISCH befinden sich die Tondateien für die Ansage der Züge. Diese Dateien machen aber nur Sinn, wenn Sie das Sensorbrett von DGT zusammen mit Fritz einsetzen, das über keine LED-Anzeige verfügt und daher auf diese Ansage angewiesen ist. Sie besitzen kein DGT-Brett: also weg mit dem für Sie überflüssigen Datenschrott.
 
Echte Puristen können noch einen Schritt weitergehen: wechseln Sie beispielsweise in den Ordner DEFAULT.CKO. Dort finden sich die Dateien für die Eröffnungsanzeige und können alle Ordner außer DEUTSCH löschen und haben schon wieder Platz gespart. Gleiches gilt für den Ordner CHATTER im Programmverzeichnis FRITZ532. Dort befinden sich die wunderbar frechen Sprüche, die Fritzen während der Partie unterhalb seines Schachbrettes anzeigt. Löschen Sie alles außer dem Ordner DEUTSCH, specken ihre Fritz-Installation ab und nutzen den gesparten Festplattenspeicher für wichtigere Daten.
 
 
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