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Diagramm 20-2006
 
Diagramm 20 – 2006
Die Stellung sieht auf den ersten Blick harmlos aus. Aber Schwarz am Zuge fand eine hübsche Kombination und stellte die Weichen auf Sieg.
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
PocketGrandmaster
besprochen von Peter Schreiner - Januar 2002
 
Das Angebot an Schachsoftware für die mobilen Pocket-PCs wird immer interessanter. Das Programm PocketGrandmaster ist ein grafisch und vom Funktionsumfang her beeindruckendes Programm, das zudem mit einer sehr guten Spielstärke daherkommt. Es wurde von den beiden deutschen Autoren Frank Schneider und Kai Skibbe entwickelt, die in der Computerschachszene keine Unbekannten sind. Beide gewannen bei der letzten Mikro-WM 2001 in Maastricht mit ihrem Programm "GromitChess" den Titel des Amateurweltmeisters. PocketGrandmaster ist ein opulent ausgestattetes Programm mit einer exzellenten Benutzergrafik, das einen hervorragenden Eindruck hinterlässt.
 
Leider habe ich eine Beta des Programms erst unmittelbar vor Redaktionsschluss erhalten, so dass keine endgültigen Aussage zur Spielstärke möglich ist. Bei einigen Testpartien gefiel das Programm mit viel Spielwitz und einem variantenreichen, breit gestreuten Eröffnungsverhalten aus einer 200 000 Züge umfassenden Bibliothek. Die Benutzergrafik bietet zwei unterschiedliche Darstellungen. Das große Schachbrett ermöglicht eine bessere Übersicht über das Spielgeschehen, während die kleinere Darstellung den Vorzug bietet, dass man über die am Rand untergebrachten Funktionsicons häufig benutzte Funktion mit einem Klick aufrufen kann.
 
Auch bei den Spielstufen lässt das Programm keine Wünsche offen. Neben vordefinierten Spielstufen kann man eigene Levels definieren, eine Analysemodus mit der konstanten Bewertungsanzeige zur aktuellen Brettposition ist ebenfalls vorhanden. Der Analysemodus ergänzt sich exzellent mit den Datenbankfunktionen des Programms.
 
Die Partieverwaltung von PocketGrandmaster setzt auf dem Standardformat PGN auf. Innerhalb der PGN-Datenbanken ist es möglich, gezielt nach Partien mit bestimmten Suchkriterien zu suchen. Innerhalb einer geladenen PGN-Datenbank beherrscht PocketGrandmaster die Funktionen Speichern, Laden, Anhängen, Ersetzen und vor allem Löschen. Sehr gut ist, dass das Programm in PGN-Notationen eingebettete Kommentare und Varianten ohne Einschränkungen lesen kann. Alle auf dem Gerät gespielten Partien werden übrigens automatisch gespeichert.
 
Die Implementierung der diversen Funktionen hat Hand und Fuß. Man merkt, dass sich die Autoren aufmerksam und kritisch die Produkte der Konkurrenz angeschaut haben. Wie bei Fritz kann man sich z.B. den zuletzt ausgespielten Zug mit Hilfe eines gelben Pfeils auf dem Schachbrett anzeigen lassen. Anfänger bekommen während einer laufenden Partie zahlreiche Hilfestellungen. Auf Wunsch werden die Drohungen des Programms angezeigt oder Zugvorschläge unterbreitet. Die Engine unterstützt Permanent Brain und variabel einstellbare HashTables, die Anzeige des Rechenvorgangs mit Hauptvariante, Tiefe, Bewertung und Anzahl der bewerteten Positionen lässt nichts mehr zu wünschen übrig.
 
PocketGrandmaster ist fast universell einsetzbar. Das Programm läuft unter Windows CE 3.0 und dessen Nachfolger Pocket PC 2002. Man kann das Programm auf fast allen gängigen CPU-Typen für die Pocket-Rechner unterschiedlicher Hersteller einsetzen. Es läuft auf den schnellen ARM-Prozessoren, die in den Compaq-Modellen iPaq 36XX 37XX 38XX oder dem HP Jornada 565/567/568 zum Einsatz kommen. Ich selbst habe das Programm auf einem CASSIOPEIA mit einer Mips-CPU getestet und kann dem Programm ebenfalls eine hohe Laufstabilität bescheinigen. Nach Angaben der Autoren ist das Programm auch zu den SH3-Chips kompatibel.
 
Bevor Sie sich für die Anschaffung des Programms entscheiden, können Sie einfach mit der unter www.pocketgrandmaster.com zum Download bereitstehenden Demoversion testen, ob die Software zufriedenstellend auf Ihrem Handheld läuft. Der Speicherbedarf hält sich trotz komplexen Leistungsumfangs in Grenzen. 800 KB werden für die Programmdateien benötigt, 500 KB freier Speicher werden für den reibungslosen Betrieb des Programms angegeben. Mit kleineren HashTables reduziert man diese Anforderung.
 
Persönlich fand ich die Ausstattung und die Grafik des Programms besonders überzeugend. In dieser Hinsicht gefällt es mir zusammen mit Pocket Fritz von allen bisher verfügbaren Schachprogrammen für diese Plattform am besten. Das Programm wird zur Zeit ausschließlich über das Internet vertrieben, Preise und sonstige Konditionen können Sie bei Interesse direkt über die weiter oben angegebene Adresse abrufen.
 
 
Nachschlag - März 2002
Zwischenzeitlich ist eine weiterentwickelte Version des Programm verfügbar. Die Software läuft auf allen Pocket PCs mit einem ARM-, MIPS- oder SHG-Prozessor und Windows CE 3.0/Pocket-PC 2002. Die gravierendste Neuerung gegenüber der ersten Version: unter der GUI des PocketGrandmaster kann man andere Schachengines einbinden. Alternativ zu der hauseigenen Gromit-Engine kann man nun auch gegen eine angepasste Version des Programms SOS von Rudolf Huber spielen. Die PC-Version dieses ebenfalls sehr spielstarken Programm war Amateurweltmeister bei der WM 2000 in London.
 
Weitere neue Funktionen und Ausstattungsmerkmale unterstreichen die Begeisterung, mit der die beiden Autoren Frank Scheider und Kai Skibbe das Projekt weiterbetreiben und pflegen. Jetzt stehen zwei unterschiedliche Figurensätze zur Auswahl, es gibt eine Funktion zum automatischen Nachspielen von Partien usw. Eine funktionsreduzierte Demo-Version des PocketGrandmaster steht unter der oben angegebenen URL zur Verfügung, so dass man sich vor dem Kauf einen Eindruck von der Software verschaffen oder die Lauffähigkeit auf dem eigenen Pocketrechner prüfen kann.
 
Peter Schreiner
 
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