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Diagramm 22-2006
 
Diagramm 22 – 2006
In dieser Stellung stellte Weiß seine Dame nach e5 und erwartete von Schwarz die Aufgabe. Dieser spielte aber weiter und zog …
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Der ChessGenius für die Westentasche! - Teil 1
besprochen von Peter Schreiner - September 2000
 
Die Suche nach einem mobilen, elektronischen Schachpartner war bisher trotz aller innovativen Fortschritte bei der Miniaturisierung der Elektronik nicht ganz einfach. Viele Anhänger des PC-Schachs haben sich zusätzlich zu ihrem Desktop-PC noch ein Notebook angeschafft. In der Praxis stellt sich aber häufig heraus, dass auch die mobilen Rechner der heutigen Generation in vielen Situationen immer noch viel zu sperrig und unhandlich sind, um ganz einfach einmal rasch eine Partie Schach zu spielen oder etwa Notizen zu erfassen.
 
Für eine schnelle Partie zwischendurch haben sich daher viele Schachspieler einen der zahlreichen, speziellen Reiseschachcomputer angeschafft, die zwar locker in jede Jackentasche passen, aber ebenfalls einige Einschränkungen aufweisen. Extrem unkomfortabel sind z.B. die in der Regel viel zu klein geratenen Schachfiguren, die neben der mangelnden Übersicht auch noch die Eigenschaft haben, dass sie gerne verloren gehen.
 
Als echte Alternative für ein wirklich mobiles Arbeiten bieten sich vor allem die immer beliebteren Organizer an, die in jede Jackentasche passen und mit denen man mittlerweile erstaunlich komfortabel und vielfältig arbeiten kann. Einer der empfehlenswertesten Minicomputer ist der PALM Organizer, für den es seit kurzem auch ein sehr starkes, komfortabel zu bedienendes Schachprogramm gibt: ChessGenius vom 10fachen Computerschachweltmeister Richard Lang.
 
 
Palm-Computing
Die Palm-Organizer sind sehr kompakte, handliche Minicomputer mit einem ausgezeichnet ablesbarem Display. Ich selbst habe mir extra für den ChessGenius den Palm IIIc angeschafft, der u.a. ein brillantes, farbiges TFT-Display bietet. Es gibt zur Zeit drei aktuelle Modelle, die sich in den technischen Daten und damit naturgemäß auch im Preis unterscheiden.
 
Falls Sie an Informationen über die Palm-Organizer, dem Zubehör oder den entsprechenden Softwareapplikationen interessiert sind, empfehle ich Ihnen die Internetseiten www.palmdownload.de und www.palminfo.de, wo Sie eine Fülle von Informationen und frei verfügbarer Software finden. Beim Sichten der Informationen werden Sie schnell feststellen, dass es für die Palm-Plattform eine Vielzahl von hochinteressanten, nützlichen Tools gibt, die teilweise kostenlos oder zumindest in einer aussagekräftigen Demo zur Verfügung stehen. Dies trifft übrigens auch für das neue ChessGenius von Richard Lang zu, das in einer funktionsreduzierten Fassung ausgiebig vor einem eventuellen Kauf getestet werden kann.
 
 
Installation + Bezug
Der Bezug und die Installation stellt kein großes Problem dar. Auf der Homepage von Richard Lang unter www.chessgenius.com können Sie eine funktionsreduzierte Version des Programms im Zip-Format downloaden. Das Programm kann dann von dem PC (alternativ auch MAC) mit Hilfe der mitgelieferten Software und der Dockingstation (serielle Schnittstelle) auf den Palm überspielt werden.
 
Mit dieser eingeschränkten Version können Sie Testpartien spielen und sich einen ersten Eindruck von der Grafik, Benutzerführung usw. verschaffen. Die Einschränkungen der Demo sind relativ moderat: nach 10 Spielzügen wird z.B. keine Hauptvariante mehr angezeigt, die gewählte Spielstufe wird nach 20 Zügen automatisch auf die Stufe 1 Sekunde pro Zug umgestellt und auch die Bibliothek ist eingeschränkt. Um sich aber einen guten Eindruck zu verschaffen, reicht die Demo absolut aus.
 
Falls Sie nun (was ich nur nachhaltig empfehlen kann) die Vollversion auf dem Palm einsetzen wollen, ist eine Registrierung bei Richard Lang notwendig. Am einfachsten kann das via Email gemacht werden, alternativ kann man sich das Programm auch mit der Post zusenden lassen. Nach der Registrierung und Bezahlung erhalten Sie einen Freischaltungscode, der nur noch in den Palm eingetippt werden muss und die Demo in ein voll funktionsfähiges Programm verwandelt.
 
 
Viel Bedienungskomfort
Ein Markenzeichen von Richard Lang ist seine saubere, effiziente Programmierung. Dies trifft auch uneingeschränkt für den PalmGenius zu, der sich nahtlos in die Philosophie der Palmsoftware einfügt: einfachste Bedienung, sichere Laufstabilität und sehr gute Grafik.
Palm-DisplayBei der Systemstabilität kann man nicht nur dem ChessGenius, sondern auch dem kompletten Minirechner bestmögliche Stabilität bescheinigen. Bisher konnte ich trotz intensivster Beschäftigung mit der Palmsoftware und dem Lang-Programm keinen einzigen Aussetzer feststellen. Die Benutzergrafik ist trotz des Minibildschirms an Klarheit und Übersicht nicht zu übertreffen. ChessGenius bietet drei unterschiedliche Ansichten:
  1. Kleines Brett - (siehe Bild) in dieser Darstellung liefert das Programm die meisten Informationen. Neben der Anzeige der letzten Züge und der Schachuhr kann man in der Infozeile unter dem Schachbrett noch die Suchtiefe und die Hauptvariante inkl. dem besten Zug ablesen.
  2. Großes Brett - diese Darstellung eignet sich vor allem für ernsthafte Partien. Unter dem Schachbrett werden lediglich die Schachuhren für beide Seiten und der zuletzt gespielte Zug angezeigt.
  3. Sehr großes Brett - in diesem Modus sieht man auf dem Bildschirm nur das Schachbrett mit den Figuren und sonst keinerlei Informationen. Diese Ansicht ist speziell für Anwender gedacht, die Probleme mit der Sehfähigkeit haben. Man kann übrigens jederzeit die Ansichtsmodi während der Partie wechseln.
Besitzer eines Palm IIIc mit Farbdisplay können zusätzlich noch die Farben des Schachbretts beliebig einstellen oder alternativ die Graustufeneinstellung wählen. Nahtlos an das hervorragende Display schließt sich die komfortable Bedienung an. Die Zugeingabe wird mit dem mitgelieferten Eingabestift durchgeführt: einfach Ausgangs- und Zielfeld anklicken und fertig. Grosses Plus: im Unterschied zu den bekannten Reisegeräten muss man sich hier keine Sorgen um heruntergefallene Figuren machen.
 
Der Start einer neuen Partie ist mit einem einzigen Klick blitzschnell erledigt, dies ist ein weiterer Vorteil gegenüber den herkömmlichen Reiseschachcomputern. Wenn Sie eine laufende Partie unterbrechen müssen, schalten Sie unbesorgt einfach den Palm aus. Sämtliche Parameter wie die aktuelle Stellung oder etwa die verbrauchten Bedenkzeiten werden gespeichert; beim nächsten Start kann die Partie umgehend mit der zuletzt abgebrochenen Position fortgesetzt werden. Es besteht auch die Möglichkeit, Stellungen in den Palm einzugeben, wie z.B. Mattprobleme usw. Die Eingabemaske ist selbsterklärend und dürfte auch ungeübte Hobbyspieler vor keine unlösbaren Probleme stellen.
 
Beim Start einer neuen Partie kann man jeweils die Spielstufe einstellen. Es gibt 40 Spielstufen, die den Bedürfnissen der meisten Anwender entgegenkommen. Neben zahlreichen Anfängerstufen (Genius macht absichtlich Fehler), gibt es zehn Blitzstufen (Zeit pro Partie), zehn Zeitstufen (Zeit pro Zug) und zehn Problemstufen. Die Palm-Computer sind mit einem Stromsparmechanismus versehen, der die Implementierung einer Analysestufe unmöglich macht. Wenn bei dem Gerät nach spätestens drei Minuten keine Eingabe erfolgt ist, schaltet sich das Gerät selbständig ab.
 
Das einzig wirklich gravierende Manko ist aus meiner Sicht die fehlende Option zum Speichern und Laden von Partien. Dies muss einfach möglich sein, wenn man den kleinen Mobilrechner optimal nutzen will. Hier gibt es eine gute Nachricht. Nachdem ich Richard beharrlich mit meiner Kritik an dieser fehlenden, elementaren Funktion genervt habe, hat er mir definitiv Abhilfe zugesagt. In Kürze wird es ein kostenloses Update auf eine neue Programmversion geben, mit der das Speichern und Laden von Partien möglich sein wird!
 
Im kommenden Update wird übrigens auch Permanent Brain und die von den PC-Programmen bekannte Hintergrundanalyse integriert sein, bei der man die Züge beider Seiten auf dem grafischen Schachbrett eingibt und das Programm seine Bewertungen zu der aktuellen Position einblendet. Die Kombination Palm + ChessGenius hat mich bereits nach kurzer Zeit restlos überzeugt und bietet zur Zeit ohne Zweifel die spielstärkste und vor allem mit Abstand komfortabelste mobile Lösung für Schachspieler.
 
 
ChessGenius
Richard Lang gehört ohne Zweifel zu den erfolgreichsten Autoren von Schachsoftware, die insgesamt zehn Weltmeistertitel oder der unvergessene Sieg des Programms auf einem 100 MHz (!) Pentium gegen Garry Kasparov sprechen da eine eindeutige Sprache und müssen nicht zum wiederholten Mal kommentiert werden. Erinnern möchte ich in diesem Zusammenhang noch an einige Erfolge, die auf bedeutend schwächerer Hardware erzielt wurden. So gewann das Programm (inoffiziell natürlich) die deutsche Blitzmeisterschaft 1990 oder erreichte gegen den unvergessenen Exweltmeister Michail Tal in einem Blitzmatch ein Unentschieden.
 
Vergleicht man diese Ergebnisse mit den Leistungen der aktuellen PC-Programme, muss man daran erinnern, dass das Programm von Richard seinerzeit auf einem 36MHz-Prozessor mit relativ wenig Speicher lief. Dies relativiert aus meiner Sicht einiges. Die Programme des sympathischen Engländers verfügen also vor allem über eine Eigenschaft, die sie geradezu für den Einsatz auf relativ langsamer Hardware prädestinieren: Sie bringen auch hier ausgezeichnete schachliche Leistungen! Naturgemäß ist ein Vergleich mit den aktuellen PC-Programmen wenig sinnvoll, da das Programm auf einem 16/20MHz-Prozessor nicht eine vergleichbare Spielstärke erreichen kann. Es geht in erster Linie darum, ob die Kombination Palm plus ChessGenius auch einem engagierten Vereinsspieler einen adäquaten Schachpartner ersetzen kann.
 
 
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