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Diagramm 23-2006
 
Diagramm 23 – 2006
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
ChessGenius für den Pocket-PC
besprochen von Peter Schreiner - September 2001
 
Richard Lang bietet nun auch eine Version seines ChessGenius für die Pocket-PCs an. Es ist eine typische Eigenschaft der Programme des zehnfachen Weltmeisters, dass sie bereits auf relativ schwacher Hardware eine ausgezeichnete Spielstärke bieten. ChessGenius für Pocket-PCs läuft auf allen gängigen Pocket-PCs mit den Prozessoren ARM, MIPS und SHG und dem Betriebssystem Windows CE 3.0.
 
Dies bedeutet, dass das Programm im Unterschied zu den früheren Genius-Versionen nicht im schnellen Assembler, sondern in "C" geschrieben wurde. Ich habe das kompakte Programm auf einem CASSIOPEIA E-125 G getestet und konnte keinerlei Probleme mit der stabil laufenden Software feststellen. An dieser Stelle möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass es einen großen Unterschied macht, ob Sie Software auf den Pocket-PCs mit Stifteingabe oder auf den Handhelds mit einer Tastatur einsetzen.
Nach unseren Tests laufen sowohl Pocket Fritz wie auch ChessGenius nur auf Geräten mit Stifteingabe!
 
Der Programmumfang ist minimal, je nach Prozessorversion sind mit Interface, Eröffnungsbibliothek und Schachprogramm nur 110-130 KB fällig. Die Installation läuft problemlos ab. Während der Installation erkennt das Setup automatisch, mit welchem Prozessortyp der angeschlossene Pocket-PC arbeitet und installiert die entsprechende Version. Der erste Eindruck ist sehr positiv.
 
Pocket-GeniusDie grafische Oberfläche mit Schachbrett, Anzeige der Recheninformationen und den Uhren ist sehr übersichtlich, die wichtigsten Funktionen kann man direkt über Icons abrufen. Für Anfänger gibt es die Möglichkeit, sich diverse Zugvorschläge anzeigen zu lassen. Eine Stellungseingabe ist auch vorhanden und bei den Spielstufen lässt das Programm ebenfalls keine Wünsche offen. Besonders interessant ist dabei für fortgeschrittene Spieler der Analysemodus, bei dem das Programm seine Bewertung zur aktuellen Brettstellung einblendet. Die Dateiverwaltung ermöglicht das Speichern von Partien und Stellungen im PGN-Format, allerdings werden Varianten und Kommentare in der Notation abgeschnitten und nicht unterstützt.
 
Die schnellsten Pocket-PCs von Compaq bieten immerhin Taktfrequenzen von über 200 MHz und bis zu 64 MB RAM. Wenn man sich noch einmal vor Augen führt, dass ChessGenius in seinen Glanzzeiten Topresultate auf einer Hardware erzielte, die nicht viel schneller war - unvergessen ist der Sieg des Programms gegen Kasparov auf einem P90 mit 16 MB RAM beim Intel Grand Prix 1994 - ist die Erwartungshaltung natürlich groß. Bei direkten Vergleichen mit den älteren Genius-Programmen gab es etliche Abweichungen, so dass man nicht davon ausgehen kann, dass die Pocket Version identisch oder zumindest sehr ähnlich spielt.
 
Im direkten Vergleich gegen den legendären Brettcomputer Mephisto Genius 68030 / 33 MHz hielt das Programm auf meinem Pocket-PC sehr gut mit, konnte sich aber nicht entscheidend absetzen. In Anbetracht der schnelleren Hardware des Pocket-PC ist es auf den ersten Blick etwas enttäuschend, dass sich das Programm nicht entscheidend gegenüber seinem Vorgänger durchsetzen konnte. Meiner Einschätzung nach wird das Programm durch einige unnötige Limitierungen etwas in der Performance eingeschränkt, die in Anbetracht des Potentials der Hardware unnötig sind.
 
So unterstützt ChessGenius z.B. kein Permanent Brain, was sich insbesondere in den Blitzstufen nachteilig auswirkt und die Größe der HashTabellen ist auf 128 KB beschränkt. Autor Richard Lang hat es sicher gut gemeint und wollte den Akku des Gerätes schonen. Ich bin aber der Meinung, dass es dem Anwender überlassen sein sollte, ob er Strom sparen will oder nicht. Auch das Eröffnungsverhalten des Programms kann nicht überzeugen. In der Regel ist das Programm in den gängigen Hauptvarianten bereits nach 7-8 Zügen aus dem Buch. Auch in dieser Hinsicht hätte man auf einem Pocket-PC mehr realisieren können.
 
Damit aber kein Missverständnis aufkommt. Die aktuelle Version spielt auf einem realistischen Level von ca. 2100-2150 Elopunkten und eignet sich damit hervorragend als Spiel- und Trainingspartner für unterwegs. Wer sich für Schach interessiert und einen Pocket-PC besitzt, bekommt für den günstigen Preis von nur 25 US-Dollar ein sauber programmiertes, solide spielendes Programm mit interessanten Funktionen.
 
Registrierte Anwender profitieren von dem professionellen Service und bekommen zukünftige Updates kostenlos, z.B. arbeitet Richard Lang bereits intensiv an der Implementierung des Permanent Brain, einem größeren Eröffnungsbuch und variabel einstellbaren HashTabellen. Wenn Sie einen Pocket-PC besitzen, können Sie eine Demoversion (funktionsreduziert) unter www.chessgenius.com downloaden und das Programm ausgiebig testen.
 
Peter Schreiner
 
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