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Diagramm 16-2006
 
Diagramm 16 – 2006
Schwarz am Zuge benötige hier nur noch zwei Züge, um den Anziehenden zur Aufgabe zu bewegen. Wie setzte er fort?
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Pocket Fritz! -
eine Vorschau auf den Weltmeister im Taschenformat - Teil 2
besprochen von Peter Schreiner - Juli 2001
 
 
Ausstattung
Pocket FritzHier noch einige technische Details. Pocket Fritz nutzt Techniken wie HashTables und Permanent Brain, wegen der geringen Speicherressourcen gibt es aber keine Anbindung an Endspieldatenbanken. Im Lieferumfang des Programms werden voraussichtlich zwei Eröffnungsbücher enthalten sein, die dann möglichst breit angelegt werden und damit dem Besitzer ein Maximum an Abwechslung bieten.
 
Die Ausstattungsmerkmale von Pocket Fritz sind vom Feinsten und es wird schnell klar, dass es sich hier um ein absolut vollwertiges Schachprogramm für unterwegs handelt. Das grafische Interface entspricht den gängigen Standards von Windows CE und bietet neben mehreren Figurensätzen noch unterschiedliche Layoutansichten für den Spiel- oder Analysemodus. Sogar ein Multi-Varianten-Modus ist enthalten. Das Programm erstellt dabei eine Liste der besten Fortsetzungen mit Stellungsbewertung und Hauptvariante und zeigt sie im Suchinfo-Fenster an. Der Anwender hat dabei die Möglichkeit, die Zahl der zu untersuchenden Züge zu verringern oder zu erhöhen.
 
Beachtlich und im Bereich der PDA-Rechner wohl unübertroffen ist die Datenbankschnittstelle von Pocket Fritz. Das Programm setzt auf das universelle PGN-Format auf und der Anwender kann in diesem Format seine Partien oder Stellungen speichern, laden oder in themenbezogenen Partiensammlungen verwalten. Über einen Filter in der Datenbankliste ist es möglich, gezielte Suchabfragen nach Spielern, Turnier usw. durchzuführen. Das ist schon einmal sehr beachtlich, ein echtes "Killerfeature" ist dabei die Suchfunktion für die Onlinedatenbank von ChessBase. Damit kann der Anwender aus Pocket Fritz heraus bei aktiver Onlineverbindung jederzeit unter www.chessbase.com Suchabfragen in der großen Onlinedatenbank von ChessBase nach der aktuellen Brettposition, Spielern oder Turnier durchführen!
 
Die Pocket-PCs verfügen über eine Infrarotschnittstelle. Damit ergeben sich ebenfalls sehr interessante Anwendungsmöglichkeiten. Nehmen wir an, ein Bekannter von Ihnen besitzt ebenfalls die Kombination Pocket Fritz + Pocket PC. Dann ist es z.B. möglich, dass entweder Mensch - gegen Mensch spielt (Pocket Fritz dient dabei als Schachbrett) oder die Computer gegeneinander spielen. Auch die aktuelle Partie kann über die Infrarotschnittstelle ausgetauscht werden. Eine typische Anwendung: Sie können direkt im Turniersaal eine spannende Partie oder Stellung zu einem anderen Zuschauer "beamen" und Analysen austauschen.
 
Die meisten Schachspieler werden gegen Pocket Fritz kaum eine Chance haben. Um so wichtiger, dass ein spielstarkes Programm dem Anwender zahlreiche schachliche Hilfen anbietet. Pocket Fritz bietet dem User neben dem obligatorischen Zugvorschlag und der Anzeige von konkreten Drohungen auch einen Coach mit Zugrücknahme, falls ein schlechter Zug vom Anwender gespielt wurde. Im Modus "Trainingsstellungen lösen" lädt das Programm eine Position aus einer Stellungsdatei. Falls der Anwender den korrekten Schlüsselzug ausspielt, antwortet das Programm so lange mit dem nächsten Zug der gespeicherten Zugfolge, bis der User abweicht oder die Lösung vollständig eingegeben wurde. Die Notation und die Spielernamen werden erst dann sichtbar, wenn der Schalter "Lösung zeigen" betätigt wird.
 
Das Programm bietet natürlich praxisorientierte Modi, wie z.B. Pocket Fritz - Mensch, Mensch - Mensch (Pocket Fritz fungiert hier also als Taschenschach) und Pocket Fritz - Pocket Fritz. Der Modus Mensch - Mensch dient gleichzeitig als Analysemodus, denn wahlweise läuft die Schachengine im Analysemodus mit. Dieser Modus steht auch beim Nachspielen von Partien aus einer Datenbank zur Verfügung. Bei den Spielstufen bleiben ebenfalls keine Wünsche offen: neben den üblichen Zeitkontrollen für Turnier- und Blitzschach, Zeit pro Zug und benutzerdefinierten Stufen gibt es mehrere Handicapstufen im Elobereich von 1000 - 2000, um auch schwächeren Spielern ein Erfolgserlebnis zu ermöglichen.
 
Diese Beschreibung sollte hinreichend verdeutlichen, dass Pocket Fritz auch bei der Ausstattung und den Features ein absolut vollwertiges Schachprogramm darstellt, mit dem man professionell arbeiten kann.
 
 
Fazit
Der neue Pocket Fritz setzt meiner Meinung nach bei den mobilen Geräten einen neuen Standard im Anwendungssektor Schach. Das Programm ist trotz des komplexen Funktionsumfangs kinderleicht zu bedienen und demonstriert eine Spielstärke, mit der die klassischen Highend-Brettcomputer bei weitem nicht mehr mithalten können. Damit bieten Stefan Meyer-Kahlen + ChessBase mit Pocket Fritz eine Schachsoftware für die mobilen Pocket-PCs an, die auch für sehr starke Schachspieler eine echte Herausforderung darstellt.
 
Zu einem Problem könnte das Produkt lediglich für die weitere Entwicklung im normalen Turnierschach werden. Für den ein oder anderen Schachspieler könnte es sehr verführerisch sein, während der laufenden Turnierpartie schnell noch einmal einen Blick in die Onlinedatenbank zu riskieren oder den Taschenweltmeister zu einer kritischen Position zu "befragen." Es ist daher klar, dass Pocket Fritz bei Turnieren strenges Lokalverbot erhalten wird. Nachdem bereits über Dopingkontrollen für Schachspieler heftig diskutiert wird, bleibt nur zu hoffen, dass es bei zukünftigen Turnieren nicht noch zu einem obligatorischen "Pocket-Check" kommt ...
 
Pocket Fritz kostet 99,90 DM, läuft absolut zufriedenstellend auf Pocket-PCs mit Windows CE 3.0 / 16 MB Ram und wird ca. ab Anfang Juli verfügbar sein. Vertiefende Informationen zu dem innovativen Produkt finden Sie unter www.chessbase.com
 
 
Hardware für Pocket Fritz - Oktober 2001
Welche Hardware benötigen Sie, um Pocket Fritz optimal einzusetzen? Bevor Sie sich einen Pocket PC anschaffen, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass das Programm ausschließlich auf Pocketrechnern mit Stifteingabe läuft. Sehr beliebt sind im Bereich Mobilcomputing die sogenannten Handhelds wie z.B. der HP Journada 720, die zwar ebenfalls mit dem Betriebssystem WINDOWS CE 3.0 laufen, sich aber von den Pocket PCs durch eine externeTastatur und eine anderes Bildschirmformat unterscheiden, das nicht zu Pocket Fritz kompatibel ist.
 
Bei der Anschaffung der Hardware für Pocket Fritz sollte man daher unbedingt darauf achten, dass es sich wirklich um ein Gerät mit reiner Stifteingabe und dem Betriebssystem Windows CE 3.0 handelt. Auf der sicheren Seite sind Sie mit den Modellen HP Jornada 525 + 548, Cassiopeia E-125G + EM-500G von Casio oder den IPAQs H3130 + H3630 oder H3660 von Compaq. Compaq bietet allen Käufern eines IPAQ Pocket PC H3630 oder H3660 im Zeitraum von heute bis einschließlich 30. November 2001 ein kostenloses Upgrade auf das neue Microsoft Betriebssystem "Pocket PC 2002" an.
 
 
Taktiktraining mit Pocket Fritz - Oktober 2001
Pocket Fritz bietet die nützliche Option, gezielt die taktischen Fähigkeiten zu trainieren. Wenn sie unter dem Menüpunkt "Datei" die Funktion Taktiktraining wählen, lädt das Programm eine Datenbank mit ausgewählten, vor allem taktisch geprägten Positionen. Die meisten Anwender sind sowohl mit dem Schwierigkeitsgrad und der Positionsauswahl der Datenbank zufrieden. Falls Sie sich eine Trainingsdatenbank für Pocket Fritz mit eigenen Stellungen einrichten wollen, ist das überhaupt kein Problem, wenn Sie Fritz 6 oder ChessBase 8 besitzen. Die Vorgehensweise ist einfach:
  1. Legen Sie mit ChessBase 8 oder Fritz 6 eine neue Datenbank mit der Bezeichnung "Tactics.pgn" an. Achten Sie darauf, dass Sie unter "Datenbanktyp" das PGN-Format auswählen.
  2. In einer PGN-Datenbank können neben kompletten Notationen auch Partiefragmente, also Schachpositionen, gespeichert sein. Geben sie die entweder die gewünschte Position über die Stellungseingabe ein oder übernehmen Sie ein Partiefragment aus einer Partie.
  3. Geben Sie von der Position aus den Lösungszug ein, der im Notationsfenster angezeigt wird. Sie können auch mehrzügige Zugfolgen eingeben. Wenn Sie Partiefragmente aus kommentierten Partien übernehmen, dürfen in der Notation keine Kommentare enthalten sein.
  4. Nachdem Sie die gewünschten Stellungen eingegeben haben, muß die Datei "Tactics.pgn" in das Verzeichnis von Pocket Fritz auf dem Pocketrechner kopiert werden. Dies kann man z.B. einfach mit dem Windows Explorer realisieren. Pocket Fritz sucht bei Aktivierung der Funktion "Taktiktraining" die entsprechende Datei in seinem Programmverzeichnis. Achten Sie daher darauf, dass die korrekte Bezeichnung gewählt wurde.
Bei der Zusammenstellung der Testaufgaben ist es sinnvoll, wenn Sie vor allem Schachpositionen auswählen, die taktische Motive oder forcierte Mattvarianten enthalten. Falls der Lösungszug trotz intensiver Bemühungen nicht selbständig gefunden wird, kann man sich die Lösung jederzeit mit einem Klick auf das Icon mit dem Fragezeichen anzeigen lassen.
 
 
Eigene Eröffnungsbücher für Pocket Fritz - September 2002
Die Eröffnungsbibliothek von Pocket Fritz ist breit angelegt. Das Programm für Pocket-PCs soll in der Eröffnung möglichst varianten- und abwechslungsreich spielen. Wenn sie den großen Bruder von Pocket Fritz, Shredder Classic, besitzen, können Sie damit Eröffnungsbücher für Pocket Fritz erstellen. Eine Eröffnungsbibliothek ist in Shredder Classic als Positionsbaum aufgebaut und hat die Dateiendung *.BKT. Der Eröffnungseditor bietet bei einfacher Bedienung wie Fritz &Co ausgefeilte Optionen für den Datenimport und die Festlegung der Ausspielpräferenzen. Um mit Shredder Classic ein Eröffnungsbuch in ein für Pocket Fritz lesbares Format zu konvertieren gehen Sie wie folgt vor:
  • Unter dem Menü Extras - Eröffnungsbuch - gibt es die Option Eröffnungsbuch exportieren. Klicken Sie den Eintrag an, nachdem Sie die gewünschten Ausspielpräferenzen für das Buch unter Shredder 6 eingestellt haben.
  • Die Bibliothek wird nach Anwählen der Funktion generiert. Eine Dialogbox informiert Sie darüber, ob die Konvertierung erfolgreich war.
  • Im Shredder-Verzeichnis finden Sie jetzt eine Datei mit der Endung *.pbk. Pocket Fritz sucht seine Eröffnungszüge immer in einer Datei mit der Bezeichnung "book.pbk". In Kenntnis dieses Sachverhaltes ist der nächste Schritt klar: die erzeugte Datei mit dem Namen des Shredder-Buchs muss entsprechend umbenannt werden. Wenn Sie z.B. nach der Konvertierung eine Datei "Shredder6.bkt.pbk" vorfinden (die Datei kann je nach Bezeichnung des Buchs auch einen anderen Namen haben), benennen Sie diese z.B. mit Hilfe des Windowsexplorers in "book.pbk" um.
  • Im letzten Schritt kopieren Sie ihr neues Buch in das Verzeichnis von Pocket Fritz auf Ihrem Handheld. Und schon können Sie mit ihrem neuen Eröffnungsbuch gegen Pocket Fritz loslegen!
Ein weiterer Tipp: der Positionsbaum von Shredder Classic ermöglicht den Import von Bibliotheken älterer Schachprogramme. Wenn Sie z.B. noch einen "alten" Genius bis zur Version 5 im Regal stehen haben, können Sie ohne weiteres dessen Bibliotheken konvertieren und für den Einsatz unter Shredder oder Pocket Fritz einsetzen. Das macht durchaus Sinn. Als diese Programme veröffentlicht wurden, war Festplattenspeicher noch sehr kostbar und die Dateigrößen der Bibliotheken sind entsprechend gering.
 
Der Speicherbedarf hält sich nach der Konvertierung in Grenzen, für den Einsatz auf dem Handheld ein nicht ganz unwichtiger Aspekt. Beim Import dieser Bibliotheken übernimmt Shredder, bzw. später Pocket Fritz, übrigens die Gewichtungen des jeweiligen Buches! Speziell die Bücher der Genius-Versionen 3-5 eignen sich ausgezeichnet für den Einsatz unter Pocket Fritz, optional kann man auch Bücher von Rebel oder den frühen Fritz-Versionen (1-4) importieren.
 
Peter Schreiner
 
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