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Diagramm 17-2006
 
Diagramm 17 – 2006
In dieser Stellung verspeiste Weiß ohne Argwohn den Bauern auf e5. Dieser war jedoch vergiftet. Was hatte Weiß übersehen?
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
The Open Games  -  Editor: Jan Timman, Preis: 59.- DM
besprochen von Peter Schreiner - Juli 1998
 
Diese CD-Rom beschäftigt sich in erster Linie mit Fragen der Eröffnungstheorie, speziell zu den Offenen Spielen. Der Schwerpunkt liegt auf folgenden Eröffnungen: Italienisch (incl. Evansgambit), Schottisch, Königsbauernspiele (Mittelgambit, Ponziani, Philidor, usw.), Wiener Eröffnung und dem Königsgambit. Anhand der Themenauswahl wird klar, dass es sich bei diesen Systemen um echte Klassiker handelt, die vor allem zum Ende des letzten Jahrhunderts häufig in der damaligen Turnierpraxis eingesetzt wurden.
 
In seinem Vorwort weist Timman darauf hin, dass gerade diese "alten" Eröffnungen dem 1.e4-Spieler einen großen Spielraum für eigene Analysen und Ideen bieten, um den Gegner auf neue, ihm noch unbekannte Gleise zu führen. Dass diese Systeme keineswegs minderwertiger als die aktuellen Eröffnungssysteme sind, zeigt sich an der Auswahl der Spieler, die diese Eröffnungen in ihrer Praxis einsetzen und damit sehr gute Erfolge erzielen: Kasparov, Spassky, Nunn, usw. sprechen in dieser Hinsicht für sich.
 
Zu dem Themenkomplex befinden sich auf der CD zehntausende von Partien, zusätzlich findet man noch eine reichhaltige Auswahl von Analysen und Kommentaren renommierter Autoren. Der Anwender hat mehrere Möglichkeiten, auf das Partienmaterial und die Analysen zuzugreifen:
  1. Auf der CD wird ein fein strukturierter Eröffnungsschlüssel mitgeliefert, mit dessen Hilfe man schnell zu den gewünschten Varianten gelangt, um diese auf dem grafischen Schachbrett nachzuspielen.
  2. Zahlreiche von Spitzenspielern aufbereitete Eröffnungsübersichten ermöglichen einen zusätzlichen schnellen Überblick über die komplexen Variantenstrukturen.
  3. Mit Hilfe einer Suchmaske kann man innerhalb der Datenbank gezielt nach verschiedenen Kriterien suchen, z.B. nach Spieler, Jahr, Turnierort, Autor der Analysen oder Resultat.
Die Partien kann man auf einem übersichtlichen grafischen Schachbrett incl. Darstellung der Varianten und Textkommentare nachspielen. Dabei ist mir eine kleine Schwachstelle aufgefallen: die Textkommentare liegen offensichtlich nur in holländischer und englischer Sprache vor. Dies gilt übrigens ebenso für die zahlreichen Infos zu den Kommentatoren oder Spielern. Ein Highlight dieser CD sehe ich darin, dass man zu jedem aufgeführten Kommentator und Spieler ein Photo oder Bild mit einer kurzen Biographie angezeigt bekommt. Die Analysen und Partiekommentierungen stammen durchweg von Koryphäen und sind vom Allerfeinsten.
 
Ein computergestütztes Schachtraining ist heutzutage ohne ein im Hintergrund mitlaufendes Schachprogramm kaum noch vorstellbar. Kaum ein Anwender wird auf die Dienste eines im Hintergrund eifrig mitrechnenden, elektronischen Analysehelfers verzichten wollen. New in Chess liefert auf der CD kein Analyseprogramm mit, hat aber eine Schnittstelle zu den bekannten Schachprogrammen Rebel 10, MChess oder Fritz 4/5 implementiert.
 
Diese Lösung setzt allerdings voraus, dass der Anwender auch im Besitz dieser Schachprogramme ist. Im Vergleich zu ähnlichen Produkten anderer Anbieter ist diese Lösung allerdings etwas umständlich. Das Konzept würde deutlich an Nutzwert gewinnen, wenn man direkt unter dem Interface der NIC-Oberfläche die Bewertungen des Schachprogramms einsehen könnte.
 
Noch ein Wort zu den Systemvoraussetzungen: das Programm gibt sich mit minimalen Ressourcen zufrieden und läuft sowohl unter dem älteren Windows 3.1, als auch unter den aktuelleren Versionen des Microsoft-Betriebssystems Win 95/98. Sehr gut ist, dass man alle Partien, Analysen und Kommentare direkt vom Programm heraus in ansprechender Form ausdrucken und zu Papier bringen kann.
 
 
Fazit
Zumindest im Bereich der Eröffnungstheorie wird die Kombination Computer + CD-Rom dem klassischen Medium Schachbuch langfristig den Rang ablaufen. Die vorliegende CD-Rom von New in Chess ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie ansprechend und komfortabel man schwierige Strukturen der Eröffnungstheorie mit Hilfe des Computers nachspielen und trainieren kann. Wer lieber "vom Blatt" arbeitet, druckt sich die gewünschten Bereiche eben einfach aus. Gut gefallen haben mir die ausführlichen Eröffnungsübersichten und die zahlreichen biographischen Informationen mit Abbildungen zu den aufgeführten Spielern und zahlreichen Kommentatoren der CD.
 
Peter Schreiner
 
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