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Diagramm 21-2006
 
Diagramm 21 – 2006
Weiß fand hier einen eleganten Weg, das Problem mit seiner angegriffenen Dame zu lösen. Sie können es ihm sicher gleichtun?!
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Weltmeister Mikhail Tal - Preis: 48.- DM
besprochen von Peter Schreiner - Januar 2000
 
Angriffspieler haben in der Regel mehr Fans als Spieler, die eher mit positionellen Mitteln den Erfolg im Turnierschach suchen. Einer der begnadesten Angriffspieler in diesem Jahrhundert war der Weltmeister der Jahre 1960-1961, Michail Tal, der leider viel zu früh im Jahr 1992 verstarb. Die vorliegende CD-Rom widmet sich ausschließlich dem Schaffen des begnadeten Letten und verschafft dem Interessenten quasi eine komplette Übersicht über das Lebenswerk von Tal.
 
Die Installation der grafisch ausgezeichneten Windowsapplikationen ist in deutscher Sprache, genau wie sämtliche Menüeinträge der beiden Programme. Eine Schwachstelle sehe ich darin, dass der Hersteller zwar ein umfangreiches Handbuch mit beigelegt hat, das lediglich einen, allerdings für den deutschen Markt gravierenden Nachteil aufweist: die Beschreibung sämtlicher Programmfunktionen im Handbuch ist ausschließlich in englischer Sprache.
 
 
Datenbank Tal
Die erste Komponente des Programms besteht aus einer funktionsreduzierten Version der von Convekta vertriebenen Schachdatenbank Chess Assistant. Über Geschmack kann man bekanntlich streiten: ich finde das Interface des 32Bit-Programms mit den zur Verfügung gestellten Programmfunktionen ganz ausgezeichnet und sehr gut gelungen! Wir wollen an dieser Stelle nicht zu intensiv auf den beachtlichen Funktionsumfang der mitgelieferten Version eingehen, einige Highlights sollen aber doch erwähnt werden:
 
1.) Man kann z.B. externe Schachengines unter der Oberfläche einbinden, damit analysieren und die Analysen direkt in die Notation mit übernehmen! Mitgeliefert sind bereits eine Version von Robert Hyatts Crafty, das sich offensichtlich bei diversen Herstellern als Bonuszugabe größter Beliebtheit erfreut und ein internes Modul mit der Bezeichnung Dragon. Auch bei der funktionsreduzierten Version des CA kann man eine ganze Reihe von bekannten Programmen als alternative Engine einsetzen, z.B. aktuelle Versionen von Rebel, Genius, MChess und es wird bereits vor Veröffentlichung eine Schnittstelle zur momentanen Nr.1 der SSDF, Chess Tiger angeboten.
 
2.) Man kann Kommentare und Änderungen der Notationen vornehmen, drucken, usw. Erwähnen möchte ich die Möglichkeit, Partienotationen direkt incl. Schachdiagrammen in das HTML-Format oder zwecks Datenaustausch mit anderen Schachprogrammen in das EPD-Format zu exportieren.
 
Die Übersicht über den Inhalt der Datenbank erinnert an das Konzept des Windows-Explorers mit seiner zweigeteilten Fensteransicht und ist sehr übersichtlich. In einem Fenster werden die Ordner samt Inhalt angezeigt, wobei im Fall des CA-Light eine sinnvolle Strukturierung nach Jahren vorgenommen wurde. Klickt man auf einen der Ordner, z.B. das Jahr 1954, bekommt man ein Porträtphoto von Tal aus diesem Jahr mit einigen ausgewählten Positionen angezeigt. Klickt man einfach auf die Jahresordner, dokumentiert dies u.a. eindrucksvoll die Änderungen im Aussehen des Meisters im Verlauf der Jahrzehnte. Zu jedem Jahr gibt es eine Auswahl besonders eindrucksvoller Stellungen mit Lösungen oder alternativ eine Liste mit ausgewählten Partien aus dem jeweiligen Zeitraum.
 
Insgesamt befinden sich über 2600 Partien von Tal auf der CD, die zwar kommentiert, aber fast ausschließlich mit Kürzeln und ohne Textkommentare versehen sind. Die Analysen stammen durchweg von renommierten Spielern wie Khalifman, Judasin usw. und man geteilter Ansicht darüber sein, wie Analysen und Anmerkungen zu einer Partie präsentiert werden sollten. Ich persönlich bevorzuge auf jeden Fall eine Kombination von Textkommentaren und Varianten.
 
Der Schachtutor
Als echte Perle entpuppt sich dagegen die zweite Komponente, ein neu gestaltetes Tutorial auf der Basis der Partien von Tal. Der Kurs ist thematisch sortiert, z.B. Angriff auf den unrochierten König, Angriff gegen die Rochadestellung, taktische Schläge, Endspieltechnik usw. Falls der User die richtige Lösung nicht findet, gibt das Programm Hilfestellungen mittels farbiger Markierungen. Alternativ besteht sogar die Option, die gewählte Position gegen ein Schachprogramm weiterzuspielen. Die Schaltzentrale des Tutorials ist der Navigator, mit dessen Hilfe man die einzelnen Übungen, Themen, Benutzerprofile usw. ansteuert. Man kann zwischen verschiedenen Modi auswählen.
 
Im Praxis-Modus geht es darum, selbständig in einer vorgegebenen Stellung einen Zug auf dem Brett auszuführen. Falls ein falscher Zug eingegeben wurde, wird ein dezenter Hinweis auf die zu ziehende Figur gegeben, die auf ihrem Ausgangsfeld blinkt. Mit den Pfeiltasten unterhalb des Schachbretts ist es möglich, gezielt bestimmte Lektionen anzuspringen. Nachdem eine Übung abgeschlossen wurde, wird dem Benutzer eine kleine Erfolgsstatistik präsentiert und die nächste Übung (nach Schwierigkeitsgrad gestaffelt) ist fällig. Die Erfolgsstatistiken werden konstant gespeichert und für den Benutzer wird eine Statistik angelegt.
 
Der Modus Test ist dem Praxistest sehr ähnlich, es gibt allerdings kleinere Unterschiede: Die Übungen können vom User in beliebiger Reihenfolge abgearbeitet werden. Eine bereits gelöste Aufgabe steht nicht mehr zur Verfügung. Computeranalyse ist nicht möglich und die Aufgabe muss in einem vorgegebenen Zeitraum gelöst werden. Wenn der Test durchgearbeitet wurde, werden die Testresultate (Elozahl, Anzahl der gelösten Aufgaben, usw.) in einem Fenster eingeblendet.
 
Wichtig: das Programm kann die Ergebnisse mehrerer User getrennt in Benutzerprofilen verwalten und eignet sich damit ausgezeichnet für das Schachtraining in Gruppen! Abgerundet wird das Tutorial mit zwei weiteren nützlichen Optionen. Man kann entweder direkt gegen eines der Schachprogramme spielen, die von der CALight-Version unterstützt werden oder man versucht, in einem speziellen Spielmodus die in der Partie vorgekommenen Züge zu erraten, zu berechnen oder wie auch immer.
 
 
Fazit
Die vorliegende CD-Rom dürfte insbesondere Fans des legendären Weltmeisters ansprechen. Gleichzeitig stellt sie einen gelungenen Versuch dar, das Schachtraining abwechslungsreich und komfortabel zu gestalten. Sinnvoll scheint mir ein Einsatz des Programms in Trainingsgruppen zu sein, da die Ergebnisse mehrerer Benutzer vom Programm verwaltet werden können.
 
Peter Schreiner
 
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