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Diagramm 23-2006
 
Diagramm 23 – 2006
Schwarz hat zwei Bauern geopfert und steht nun vor der Frage, ob er sich auf e5 wieder einen zurück holen soll. Was meinen Sie?
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Elektronische Schachbücher - von Chess Academy
besprochen von Peter Schreiner - Mai 2000
 
 
Der Datenbankspezialist ChessAcademy Software bietet seit kurzem elektronische Schachbücher auf CD-Rom an, die in Anbetracht des enormen Lieferumfangs ein phantastisches Preis-Leistungsverhältnis bieten. Für diesen Review lagen uns 13 Ausgaben der neuen elektronische Schachbücher vor, die vor allem als Trainingsgrundlage für das häusliche Training oder den Schachunterricht konzipiert sind. Je nach Ausstattung sind für ein Exemplar entweder 48.- DM oder 79,- DM zu bezahlen.
 
 
Lieferumfang
Bemerkenswert ist der Lieferumfang der elektronischen Bücher. Neben den eigentlichen Trainingskursen enthalten die CD-Roms eine Vollversion der hauseigenen Datenbanksoftware, die ohne jegliche Einschränkung funktioniert! Ein Beispiel: Sie kaufen z.B. das elektronische Schachbuch Enzyklopädie: Leichtfigurenendspiele für 79.- DM. Sie erhalten als Gegenwert nicht nur einen ausgezeichnet aufbereiteten Trainingskurs zu diesem Thema, sondern bekommen quasi als Dreingabe eine uneinschränkt funktionierende Version der Schachdatenbank ChessAcademy 2000 mit einer Sammlung von 1.590.744 Schachpartien dazu.
 
Berücksichtigt man den enormen Funktions- und Leistungsumfang dieser Datenbanksoftware, ist es durchaus angebracht, das Preis-Leistungsverhältnis als außerordentlich anwenderfreundlich zu bezeichnen. Wir haben das Programm bereits ausführlich vorgestellt, möchten aber noch einmal auf einige Highlights hinweisen, die in dem Paket (= EBook) integriert sind:
 
1.) hervorragender Enginesupport; die ChessAcademy 2000 kommt nicht nur mit einem selbstentwickelten Schachprogramm und speziellen Eröffnungsbüchern, sondern bietet auch eine sehr gut funktionierende Schnittstelle zu den Winboard-Engines. Es dient also nicht nur als Schachdatenbank, sondern gleichzeitig als Interface für diverse Schachprogramme. Sehr professionell ist die Anbindung des Autoplayers 232 und die Schnittstelle zu den Thompson Endspieldatenbanken!
 
2.) erstklassige Datenbankfunktionen mit vielfältigen Suchkriterien; schnelle Suchfunktionen; Positionsbaum und Klassifikation von Eröffnungen, Mittel- und Endspiel nach Informatorstandard. Mit dem Support der wichtigsten Dateiformate im Computerschach (CBF, PGN und EPD) sind alle Voraussetzungen für einen unproblematischen Datenaustausch mit anderen Schachprogrammen gegeben. Über die HTML-Schnittstelle können Sie Diagramme und figurine Notationen für ihre Website generieren.
 
3.) das 32Bit-Windows-Programm bietet eine erstklassige Bildschirmgrafik, u.a. mit unterschiedlichen 3D-Figurensätzen, Schnellstartleiste mit aussagekräftigen Icons usw.
 
Also eine absolut erstklassige Ausstattung für nur 79.- DM. Ein Windows-Programm mit solch professionellen Leistungsmerkmalen für diesen Preis: billiger können Sie zur Zeit kaum an ein vollwertiges Schachsystem mit den erwähnten Leistungsmerkmalen kommen. Es würde an dieser Stelle zu weit führen, nochmals eine komplette Beschreibung der ChessAcademy 2000 vorzunehmen.
 
Die Preisunterschiede der elektronischen Schachbücher sind durch die Version des mitgelieferten Datenbankprogramms bestimmt. Die Bücher in der Preiskategorie von 48.- DM werden mit der Vorgänger Version ChessAcademy 99 ausgeliefert. Auch hier handelt es sich um ein vollwertiges Datenbankprogramm. Der Hauptunterschied zur aktuellen ChessAcademy 2000 besteht vor allem darin, dass man bei dieser Version auf den Spielmodus und die Analyseunterstützung durch die Schachprogramme verzichten muss. Nun zu den elektronischen Büchern, bzw. den Lernprogrammen.
 
 
Lernprogramme
Mir lagen mehrere EBooks mit unterschiedlichen Themen vor. Generell kann man festhalten, dass die mitgelieferten Beispiele aller EBooks anspruchsvoll und damit vor allem für fortgeschrittene Schachspieler geeignet sind. Anfänger und wenig erfahrene Spieler dürften mit den meisten Inhalten überfordert sein. Das Konzept basiert auf der praktischen Anwendung durch den User nach dem Motto "Learning by doing". Zuerst lädt man im Lernmodus das gewünschte Kapitel aus. Über den Schalter Info wird eine Information über die Anzahl der gelieferten Beispiele angezeigt. Der Ablauf ist dann immer gleich. Laden Sie in der Beispielliste das gewünschte Beispiel aus. Achten Sie darauf, dass die Beispiele klassifiziert und unterstrukturiert sind. Sie können auf diese Weise schnell die gewünschten Lernbeispiele auswählen.
 
Nachdem eine Stellung geladen wurde, erscheint in vielen Beispielen zuerst einmal ein fundierter, erklärender Kommentar zur aktuellen Stellung. Mit Hilfe der Pfeiltasten können Sie bis zur Schlüsselstellung vorspielen. Jetzt geht es darum, den Schlüsselzug selbständig in einer vorgegebenen Zeit zu ermitteln. Man kann im Lernprogramm einstellen, wie viele Lösungsversuche der Anwender vornehmen darf. In diesem Modus sind natürlich sämtliche Hinweise und Kommentare ausgeblendet.
 
Eine kleine, aber nützliche Hilfe ist jedoch vorhanden: mit einem Mausklick kann optional ein Analysebrett zugeschaltet werden. Auf dem Analysebrett kann man eigene Ideen und Alternativen ausprobieren. Das Lernprogramm vergibt für die richtige Lösung Bonuspunkte, die addiert und für eine Gesamtwertung gespeichert werden. Falls nach mehreren Versuchen keine Lösung gefunden wurde, wird der richtige Zug vorgeführt, bzw. man kann die Hauptvariante nachspielen.
 
Eine Schwachstelle des Programms besteht darin, dass die Lernsoftware keine Information darüber speichert, mit welcher Lektion sich der Anwender zuletzt beschäftigt hat. Man muss nach jedem Start die entsprechenden Kapitel und Lektionen neu starten. Eines der wenigen Mankos, das vom Hersteller noch unbedingt verbessert werden sollte.
 
Ein weiteres Plus des Lernprogramms: der Anwender kann mit Hilfe der ChessAcademy eigene Aufgaben oder Lehrgänge nach eigenen Vorstellungen entwickeln. Schachtrainer, Jugendwarte usw. dürften kaum eine preiswertere Alternative auf dem Markt finden, um komfortabel solche Lehrgänge zu erstellen. In Kombination mit dem Datenbankmodul könnte man sich mit Hilfe der ausgefeilten Suchmaske das passende Material aus der riesigen Datenbank herausfiltern, kommentieren und für eigene, themenbezogene Lehrgänge verwenden.
 
Alle Trainingskurse kann man übrigens auch inkl. eingebetteter Diagramme ausdrucken und so als Arbeitsgrundlage für den Schachunterricht ohne Computer sehr gut einsetzen. Alle vorliegenden Muster haben mir durch die fundierte, kompetente Aufbereitung des Lernstoffes sehr gut gefallen. Der verantwortliche Projektleiter und Mitautor des Programms, Witali Braslawski, war lange Zeit ein erfolgreicher Schachtrainer. Die bei dieser Tätigkeit gewonnenen Erfahrungen sind sehr anwenderfreundlich umgesetzt worden. Rundum empfehlenswert!
 
 
Fazit
Nachdem ich das erste elektronische Schachbuch installiert hatte, vermutete ich zuerst ein Versehen des Herstellers. Eine komplette Schachdatenbank mit allen Schikanen, ein Schachprogramm, Schnittstelle zu den Winboard-Engines, eine Partiensammlung mit über 1,5 Millionen Partien usw. für nur 79.- DM? Also war Rücksprache mit dem Hersteller angesagt. Aber: es hat alles seine Richtigkeit. Die mit 79.- DM veranschlagten EBooks bieten ohne wenn und aber den identischen Leistungsumfang der ChessAcademy 2000. Lediglich ein Update auf kommende Academy-Versionen ist mit diesen Produkten nicht möglich. Falls Sie noch keine Schachdatenbank besitzen, sollten Sie unbedingt zuschlagen!
 
Die für 48.- DM angebotenen EBooks enthalten ebenfalls hervorragend aufgemachte Trainingskurse. Im Lieferumfang ist hier die ChessAcademy 99 enthalten, die im Unterschied zur aktuelleren Version über kein eigenes Schachprogramm oder eine Schnittstelle zu den Winboard-Engines verfügt. Ansonsten ist es ein vollwertiges, ausgefeiltes Datenbankprogramm.
 
Falls Sie über einen Internetzugang verfügen, sollten Sie unbedingt die Möglichkeit wahrnehmen und sich unter www.chessacademy.de eine Demo-Version herunterzuladen, die diese Bezeichnung eigentlich nicht verdient. Es fehlen zwar große Partiendatenbanken, Eröffnungsbücher usw., man kann aber trotzdem sehr gut mit diesem Programm arbeiten. Toptipp!
 
Peter Schreiner
 
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