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Diagramm 19-2006
 
Diagramm 19 – 2006
Die schwarzen Figuren stehen äußerst aktiv. Nun gilt es loszuschlagen. Haben Sie eine Idee, wie Schwarz seinen Gegner zur Aufgabe zwang?
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Chessbase 7.0 - Schachinformation pur! - Teil 3
besprochen von Peter Schreiner - August 1998
 
 
Datenformate und erweiterte Kommentierung
Das mit CB 6.01 eingeführte, bewährte Datenformat mit seiner Multimedia-Unterstützung (CBH) wurde unverändert übernommen. Mit der Unterstützung des CBF- und PGN-Formates deckt CB 7.0 alle wichtigen Dateiformate zur Erfassung von Schachpartien im Computerschach ab. Vermisst habe ich lediglich eine Schnittstelle zum EPD-Format, das sich gerade im Internet als Standard zur Speicherung von Schachpositionen etabliert hat. Ansonsten bietet CB 7.0 einige neue Möglichkeiten im Bereich der Kommentierung von Schachpartien und Datenbanktexten.
 
Besonders praktisch ist die Möglichkeit, innerhalb von Datenbanken nicht nur Schachpartien, sondern auch komplette Texte abzuspeichern. Von diesem Feature profitieren bereits die weiter oben beschriebenen Funktionen wie der Eröffnungsreport, das Spielerdossier usw. ganz erheblich. In einem Datenbanktext werden jetzt die Anfangsbilder von Videos automatisch eingefügt und das Einbetten von Verweisen (Links) zum raschen Zugriff auf andere Webseiten, Datenbanken oder Notizen steigert den praktischen Nutzwert der Texte ganz beträchtlich.
 
Wichtige Partien innerhalb einer Datenbank konnte man bisher mit bestimmten Medaillen (vordefinierte Farbsymbole) versehen. Innerhalb einer Partieliste konnte der Anwender dann direkt anhand der vergebenen Medaille (Opfer, Strategie, Patzer, usw.) die Charakteristik der Partie erkennen. CB 7.0 geht jetzt noch einen Schritt weiter und ermöglicht die direkte Einstufung eines Zuges innerhalb der Partienotation mit einer Medaille.
 
In der Praxis kann es vorkommen, dass die Kommentare innerhalb einer Partiensammlung auf einen Rutsch entfernt werden sollen. CB 7.0 ermöglicht jetzt nicht nur das Entfernen von Kommentaren innerhalb einer Notation, sondern die Entkommentierung kompletter Datenbanken. Leider hat man in der Entwicklungsabteilung dieses Feature nicht konsequent umgesetzt, denn kurze Textkommentare zum letzten Zug, wie z.B. "Zeit" usw. werden nicht entfernt. Vielleicht kann man bei einer zukünftigen Version einen Dialog implementieren, um die Entkommentierung einer Datenbank benutzerdefiniert vorzunehmen, z.B. nur Varianten oder nur Textkommentare entfernen.
 
Für Profis ganz nützlich dürfte die Option zur Datenverschlüsselung sein. Bisher konnte man Datenbanken zwar komprimieren, aber nicht mit einem Kennwortschutz versehen. Profis (nicht nur die!) nehmen heutzutage in der Regel ein Notebook mit ihren speziellen Datenbanken und Unterlagen zu Turnieren mit. Diese Daten können jetzt direkt mit CB 7.0 verschlüsselt werden und sie sind mit einem Passwort geschützt (Dateiformat *.CBZ). Beim Verschlüsseln der Daten arbeitet das Programm mit einem ausgesprochen hohen Sicherheitsmodus, d.h. es gibt kein Master-Passwort oder eine bisher bekannte Methode, diese Daten ohne das Kennwort wieder lesbar zu machen. Wer also dieses Feature benutzt, sollte ein gutes Gedächtnis für Passwörter haben, da ansonsten keine Möglichkeit mehr besteht, die verschlüsselten Daten wieder lesbar zu machen!
 
Die vielfältigen Druck- und Importfunktionen sind bis auf die fehlende Seitenvorschau vorbildlich. Unter dem Menüpunkt Textdatei erzeugen wurde neben *.RTF, *.TXT ein wichtiges neues Datenformat untergebracht: das im Internet zur Darstellung von Webseiten eingesetzte HTML-Format. Diese HTML-Dateien können auf einem Web-Server oder einer selbsterstellten Homepage sinnvoll eingesetzt werden. Diagramme werden innerhalb des Dokuments als Gif-Datei eingebettet - falls Sie innerhalb eines HTML-Dokuments Diagramme einsetzen möchten, legt CB 7.0 in dem Verzeichnis, in dem diese Datei bearbeitet wird, einen Ordner mit der Bezeichnung GIF an. In diesem Ordner sind die Diagramme in kleinere Bitmaps für die Figuren aufgeteilt: durch diese Aufteilung wird die Übertragung und der Bildaufbau im Netz deutlich beschleunigt.
 
Insbesondere Schachvereine mit einer eigenen Homepage dürften sich über den Support für HTML zur Gestaltung schachbezogener Dokumente freuen. Eröffnungsbezogene Kommentare werden mit Hilfe der Funktion RR-Eröffnungskommentare in die Notation eingefügt und stellen unter anderem ein wertvolles Hilfsmittel für chronisch überlastete Redakteure von Schachpublikationen dar ...
 
 
Mehr Komfort
CB 7.0 unterstützt jetzt farbige Bretter, falls die Grafikkarte mindestens HighColor darstellen kann (kann heutzutage jede Billigkarte). Dies lässt die Anpassung der Oberfläche nach eigenem Gusto zu. Neben der schöner anzuschauenden Oberfläche gibt es eine ganze Reihe kleinerer, aber sehr nützlicher Verbesserungen, welche die Arbeit mit der Datenbank erleichtern.
 
Das Layout der Partienotationen wurde übersichtlicher strukturiert; z.B. gibt es jetzt eine umfassendere Variantennummerierung und die Alternativzüge werden farblich abgesetzt. In der Fußzeile der Notation findet sich eine Anzeige der Materialbilanz zur aktuellen Brettstellung: der Anwender erkennt auf einen Blick, wie sich die Materialverteilungen in der Brettstellung darstellen. Sehr gut!
 
Falls Sie sich innerhalb von Partienotationen bewegen, die ausgiebig mit Varianten kommentiert sind, stoppt CB 7.0 am Ende der Variante mit einem Signalton und man kann via Shortcut direkt zum Anfang, Ende oder zu der nächsten Variante springen. Direkt neben dem Brett befinden sich zwei kleinere Schalter, mit deren Hilfe man zur nächsten oder der vorherigen Partie in der Partienliste springen kann.
 
Die Suchmaske ist leicht modifiziert und in ihrem Funktionsumfang erweitert worden. Eine Suche nach einer Liste von Spielern wird durch den Spielerindex einfacher bewerkstelligt und ist daher weggefallen. Falls eine Repertoiredatenbank angelegt wurde, kann der Anwender den Inhalt des persönlichen Eröffnungsrepertoires als weiteres Kriterium der Suchmaske nutzen. Um zu komplizierten Mittelspielmanövern entsprechende Beispiele aus einer Datenbank zu filtern, setzt man die Manöversuche ein. So war es bisher kein Problem, z.B. alle Partien zu finden, in denen ein Läuferopfer auf h7 vorkam. Die Manöversuche kann jetzt auch "gespiegelt" werden und findet dann Partien, in denen ein Läuferopfer auf h2 vorkam. Letztendlich filtert die Suchmaske auch zuverlässig Partien heraus, die einen beliebigen Text oder ein Schachsymbol enthalten.
 
Der Eingabe-Modus zur Erfassung von Schachpartien wurde um eine weitere Funktion ergänzt: man kann nachträglich Züge in die Notation einfügen oder vertauschte Zugfolgen korrigieren. Spätestens mit der Einführung der zahlreichen WIN95-Programme entdeckten viele Software-Entwickler den Nutzen der bis dahin sträflich vernachlässigten rechten Maustaste. Innerhalb von CB 7.0 sollten Sie von dieser Taste recht häufig Gebrauch machen, da sich damit wichtige Funktionen kontextbezogen blitzschnell aufrufen lassen. Sie spielen z.B. eine Partie nach und möchten wissen, ob in der Datenbank noch mehr Partien mit der aktuellen Brettstellung vorhanden sind. Ein Rechtsklick auf das Brettfenster genügt und man kann die entsprechende Funktion aus dem Menü abrufen usw.
 
 
32Bit-Vorteile
Durch die Umsetzung von CB 7.0 auf 32Bit profitiert der Anwender neben der deutlich schnelleren Ausführungsgeschwindigkeit von einigen typischen WIN95/98/NT-Ausstattungsmerkmalen. Endlich kann man beim Speichern von Datenbanken lange, aussagekräftige Dateinamen nutzen, z.B. "meine besten Partien im Verein". Diese Datenbanken können von den hauseigenen 16Bit-Programmen von ChessBase ohne Probleme gelesen werden, lediglich z.B. in der Dateiauswahlmaske von CB 6.01 oder Fritz 5.0 werden die langen Dateinamen nur unvollständig angezeigt.
 
Innerhalb der Registry von Win 95/98 werden die Dateitypen CBH, CBF, CBV, CBZ, CTG und PGN als ChessBase-Dateitypen registriert. Wenn Sie im Explorer oder einem alternativen Dateimanager auf eine solche Datei doppelklicken, wird ChessBase direkt gestartet. Alternativ kann man aus dem Explorer die Datenbank direkt auf das CB-Symbol ziehen und das Programm starten.
 
Bisher wurden bei einem Löschvorgang aus dem Programm heraus die entsprechenden Dateien direkt gelöscht; CB 7.0 unterstützt nach Win 95/98-Konvention sicherheitshalber den Papierkorb, wo die Dateien zu einem späteren Zeitpunkt endgültig von der Platte gelöscht werden können. Ansonsten profitiert CB 7.0 in der Ausführungsgeschwindigkeit ganz erheblich von der Umsetzung auf 32 Bit - im Schnitt eine Beschleunigung von ca. 30 %. Einige systembedingte Einschränkungen der 16Bit-Vorgänger, z.B. die Begrenzung von max. 4000 auswählbaren Partien in Partienlisten, Schlüssellisten fallen jetzt weg.
 
Letztendlich sollen die vorbildliche Dokumentation (Handbuch) und die kontextbezogene Hilfefunktion nicht unerwähnt bleiben, die auch heutzutage nicht bei allen Programmen selbstverständlich sind. Gerade das mitgelieferte Handbuch ist aufgrund seiner instruktiven Ausführungen ideal dazu geeignet, dem Neuanwender des Programms im Umgang mit der teilweise recht komplexen Materie möglichst schnelle Fortschritte zu ermöglichen.
 
 
Fazit
Die neueste Version des deutschen Datenbankprogramms verbindet in vorbildlicher Weise die Vorzüge einer positionsorientierten Baumstruktur mit der bisherigen Schlüsselklassifikation. Die weitgehend automatisierten Arbeitshilfen wie der Eröffnungsreport, Spielerdossier und insbesondere die elegante Implementierung des Positionsbaums erleichtern Turnierspielern das Eröffnungstraining beträchtlich; für diese Zielgruppe ist meiner Ansicht nach eine Anschaffung von ChessBase 7.0 unumgänglich.
 
Neben den neuen Funktionen zum Eröffnungstraining haben mich die immens verbesserten, sehr schnellen Programmfunktionen hinsichtlich der Datenpflege beeindruckt, die bei einer positionsorientierten Datenbank zwecks aussagekräftiger Statistiken zwingend vorhanden sein müssen. Die Integration des Positionsbaums scheint mir aufgrund der zahlreichen nützlichen Zusatzinformationen gegenüber vergleichbaren Systemen deutlich überlegen. Die Möglichkeit zur parallelen Analyse mit Hilfe mehrer Engines gibt schon einmal einen Vorgeschmack, was mit Hilfe 32Bit-Programmierung bei zukünftigen Schachprogrammen möglich und zu erwarten sein wird.
 
Zieht man noch die zahlreichen Detailverbesserungen des Programms in Betracht, muss man konstatieren, das es die Entwicklungsabteilung von ChessBase wieder einmal geschafft hat, im Bereich der Schachdatenbanken einen neuen Standard zu etablieren. Aufgrund des gebotenen Leistungsumfangs kann ich das Update für 198.- DM von CB 6.0 auf die neue Version (248.- DM von allen älteren Versionen) vorbehaltlos empfehlen. Zum Lieferumfang des Updates gehören neben CB 7.0 noch:
1. Spielerdatenbank mit über 8000 Bildern,
2. neue True-Type Zeichensätze,
3. die Schachengines Crafty und Fritz 5 zur Hintergrundanalyse,
4. ChessBase 6.01 und
5. eine ausführliche Dokumentation aller Programmfunktionen.
 
Bei einer Neuanschaffung sind für das exzellente Datenbanktool 498.- DM fällig, dafür ist im Lieferumfang noch eine CD-Rom mit 875 000 sorgfältig editierten Partien enthalten. Die ultimative ChessBase-Ausstattung erhält man mit dem Megapaket für stolze 998.- DM. Im Lieferumfang dieses Paketes befinden sich noch die Endspieldatenbanken von Ken Thompson auf CD-Rom, ein Jahresabo der hausinternen Zeitschrift ChessBase-Magazin sowie über 30 000 von führenden Großmeistern kommentierte Partien. Vertiefende Informationen zu ChessBase 7.0 gibt es bei www.chessbase.com oder im Fachhandel.
 
 
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