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Diagramm 21-2006
 
Diagramm 21 – 2006
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Chessbase 7.0 - Schachinformation pur! - Teil 1
besprochen von Peter Schreiner - August 1998
 
Logo ChessBaseSeit Anfang Juli 1998 ist von der Hamburger Firma ChessBase die neue Version ihrer Datenbank ChessBase mit der Versions-Nr.7 im Handel. Das bekannteste und auch erfolgreichste Datenbankprogramm kommt in der neusten Fassung zum ersten Mal als reines 32-Bit Programm und läuft daher nicht mehr unter dem Gespann DOS/Windows 3.1, sondern setzt ein 32Bit-Betriebssystem wie Windows 95/98 oder Windows NT voraus. Ich bin bereits ausführlich auf die vielfältigen Möglichkeiten des preisreduzierten Vorgängers ChessBase 6.01 eingegangen.
 
 
32Bit-Anwendung
Sämtliche dort beschriebenen Funktionen sind natürlich auch mit der neuen Version ChessBase 7.0 zu bewerkstelligen. Um zahlreiche Wiederholungen zu vermeiden beschränken wir uns hier auf die zahlreichen Neuerungen des Programms. Spätestens mit der Markteinführung von WIN 95 war das Thema 32-Bit in aller Munde. Dies ist neben dem preemptiven Multitasking vor allem einer Systemkomponente von Win95/98 zu verdanken: seiner im Vergleich zu den Vorgängern deutlich verbesserten Speicherverwaltung. Unter Win 95/98 bekommt eine 32Bit- Anwendung einen eigenen Adressraum zugewiesen, bleibt beim Speicherzugriff darauf beschränkt und läuft im Prinzip daher stabiler.
 
ChessBase 7.0 wurde bereits in der Betaphase zwecks gründlicher Abtestung an über 100 ausgewählte Tester verschickt und läuft nach meinen eigenen Erfahrungen erfreulich betriebssicher. Neben vielen Detailverbesserungen (z.B. Unterstützung von langen Dateinamen oder intensive Nutzung der rechten Maustaste) liegt der Schwerpunkt des neuen Programms eindeutig auf verbesserten - teilweise sensationellen - Möglichkeiten des Eröffnungstrainings und in der Implementierung effektiver Wartungsfunktionen zur Pflege von Partiensammlungen hinsichtlich Dubletten, Schreibweisen, usw.
 
Die Anforderungen an die Hardware sind relativ moderat und leicht zu erfüllen: ab einem Pentium 90 MHz und 32 MB RAM läuft das Programm flüssig und verzögerungsfrei. Da davon auszugehen ist, dass ein Anwender viele Stunden vor dem Rechner verbringen wird, empfehlen wir ein Gespann aus einer guten Grafikkarte (zwecks farbiger Darstellung sollte diese mindestens den High-Color Modus unterstützen) und einem flimmerfreien Monitor, ideal - wie für fast alle Windowsprogramme - ist ein 17-Zöller. CD-Rom und Soundkarte sind heutzutage die Standardausstattung und sind für die Nutzung der mit ChessBase 6.0 eingeführten Multi-Media Dateien unverzichtbar.
 
 
Erster Eindruck
ChessBase hat eine sehr mutige Entscheidung getroffen und liefert die Programm-CD ohne lästige Kopierschutzverfahren, wie z.B. einen Dongle oder CD-Check, aus. Für den Anwender bedeutet dies, dass er das Programm auch auf seinem Zweit-PC oder Notebook ohne Einschränkungen nutzen kann. So erfreulich diese Entscheidung natürlich für den Anwender ist, bin ich sehr gespannt, ob ChessBase dieses Verfahren auch zukünftig anwenden wird. Immerhin gehört ein CD-Brenner heutzutage schon fast zur Grundausstattung vieler Rechner und gerade deshalb verdient das Vertrauen der Firma in die Ehrlichkeit ihrer Anwender höchsten Respekt.
 
Während der Installation kann zwischen einer Standard - oder Internetversion gewählt werden. Die letztgenannte Fassung bietet sich an, falls Sie über einen Internetzugang verfügen. Jeder registrierte Anwender hat die Möglichkeit, sich via Internet das neueste Programm-Update oder neue Partiesammlungen downzuloaden. Die Internetversion von ChessBase 7.0 verträgt sich allerdings nicht mit dem Internet Explorer 3.0 von Microsoft, da sie benötigte Komponenten des Nachfolgers IE 4.0 einrichtet. Auch WINCIM 3 von Compuserve kooperiert nicht mit der Internet-Version von ChessBase 7.0.
 
Auf den Punkt gebracht: falls Sie mit den Browsern Netscape oder Internet Explorer 4.0 arbeiten, sind keine Probleme zu erwarten. Falls Sie den IE 3.0 bevorzugen, empfiehlt sich eine Standard-Installation der Datenbank. Bei der Internetversion ist noch darauf zu achten, dass der Netzzugang als Windows95-DFÜ-Verbindung (PPP-Zugang) konfiguriert ist; diverse Online-Dienste wie z.B. AOL, arbeiten mit einem eigenen Protokoll und sind daher für diese Funktion nicht geeignet.
 
Nach dem ersten Start von CB 7.0 fallen dem erfahrenen CB-User sofort einige Änderungen auf. Neben den grafisch teilweise neu gestalteten Icons gibt es ein neu konzipiertes Datenbankfenster, das eine wesentlich bessere Gliederung aufweist und damit bessere Übersicht über vorhandene Partiensammlungen gewährleistet. Innerhalb des Datenbankfensters können Symbole für Verzeichnisse und Laufwerke aufgenommen werden. Per Doppelklick aktiviert man ein zusätzliches Fenster mit den Datenbanken oder Verzeichnissen, die darin enthalten sind.
 
Ein weiteres Plus dieser Datenverwaltung besteht darin, dass nun jederzeit eine erweiterte Suche möglich ist: z.B. eine gezielte Suche in allen Datenbanken die auf Laufwerk D vorhanden sind, usw. Falls mehrere Datenbanken zu einer größeren Datenbank zusammengefügt werden sollen, kann man sich die Arbeit mit dem neuen System deutlich abkürzen: einfach das entsprechende Verzeichnissymbol mit den darin enthaltenen Datenbanken auf ein neues Symbol ziehen. Insbesondere Power-User, die neben der Hauptdatenbank mit vielen kleineren Partiensammlungen arbeiten, werden von der übersichtlichen Datenverwaltung profitieren.
 
 
Datenpflege
Im Lieferumfang des Grundpaketes befindet sich eine CD-Rom mit über 875 000 editierten und klassifizierten Schachpartien. Bereits bei der Erstveröffentlichung von Partiedaten hat man bei ChessBase einen immensen Arbeitsaufwand in die sorgfältige Editierung von Partiedaten investiert, die zur einwandfreien statistischen Auswertung großer Datenbestände einfach unerlässlich ist.
 
Seit einigen Jahren werden verstärkt zu günstigen Preisen große Partiensammlungen auf CD-Rom in den Handel gebracht, die aber aufgrund von Dubletten, abweichender Schreibweisen und mangelnder Klassifikation einen relativ geringen Nutzwert aufweisen (eben Masse statt Klasse). Mit nun deutlich leistungsfähigeren Bordmitteln stellt ChessBase 7.0 alle Werkzeuge zur Verfügung, um diese Partiedaten zu editieren oder auszuwerten. Die Vereinheitlichung der Schreibweisen für Spieler oder Turniere war bereits mit dem Vorgänger einwandfrei zu bewerkstelligen.
 
Kritisch ist aber für jedes Programm das Aufspüren von Dubletten, die den Wert von statistischen Auswertungen erheblich schmälern. Stammen die Daten aus unterschiedlichen Quellen, kommt es z.B. sehr häufig vor, dass sich die Partielänge unterscheidet, obwohl ansonsten der Partieverlauf absolut identisch ist. Bei der Selektion von Dubletten muss das Programm zwei wichtige Entscheidungen treffen, um doppelte Partien aus der Datenbank herauszufiltern:
  1. Sind die beiden Partien wirklich Dubletten?
  2. Falls die Partien wirklich Dubletten sind: welche Partie soll als gelöscht markiert werden?
Offensichtlich arbeitet die Dublettenfunktion von CB 7.0 bedeutend effektiver als beim Vorgänger. In einer mit CB 6.0 und den CB-Power Tools von Rob Weir bearbeiteten, aus diversen Quellen selbst zusammengestellten Datenbank mit ca. 1,1 Mill. Partien, filterte die neue Dublettenerkennung immerhin fast 9% der Partien als überflüssigen Datenschrott heraus! Offensichtlich ist der neue Algorithmus also wesentlich effektiver geworden.
 
Zusätzlich gibt es jetzt die Option, nach vorgegebenen Kriterien den Suchalgorithmus beim Aufspüren doppelter Partien zu konfigurieren. Falls Partien lediglich Abweichungen bedingt durch unterschiedliche Schreibweisen oder Partielängen aufweisen, können diese ebenfalls jetzt sicher aufgespürt werden. Tipp: natürlich sollte man dem Computer nicht blind vertrauen. Die sicherste Methode besteht darin, die aufgespürten Dubletten zur Überprüfung zuerst im Klemmbrett anzuschauen und zu einem späteren Zeitpunkt zu löschen.
 
Die Dublettensuche ist nicht nur in Punkto Effizienz, sondern auch in Punkto Geschwindigkeit deutlich optimiert. Dies gilt auch für die internen Bearbeitungsfunktionen, wie z.B. den Integritätstest oder das Reorganisieren einer Datenbank. Beispiel: für das Reorganisieren einer Datenbank (nach Jahreszahlen aufsteigend) braucht CB 7.0 auf einem K6/300 mit 128 MB RAM keine 30 Minuten; der Integritätstest für die gleiche Datenbank benötigt gerade einmal 20 Minuten. Das komplette Reorganisieren einer Datenbank mit über 1 Millionen Partien war also in knapp über einer Stunde erledigt. Kompliment und ein dickes Lob an die Entwickler!
 
Zeitaufwendiger geht das alternative Importieren von Partien mit gleichzeitigem Check auf Dubletten vor sich; beim Import großer Datenmengen kann das System damit einige Stunden ausgelastet sein; diese Methode empfiehlt sich eher beim Import kleiner Partiensammlungen in die Hauptdatenbank. Hat man sich erst einmal eine gut sortierte Datenbank aufgebaut, möchte man diese natürlich immer wieder mit aktuellen oder neuen Partien weiter ergänzen. So findet man im Internet ein Fülle von Partien, die man unter Umständen gerne in die Hauptdatenbank übernehmen möchte.
 
Optimal lässt sich diese Aufgabe mit der neuen Funktion "Datenbank ausschlachten" lösen. Diese Funktion veranlasst CB 7.0, nach allen Partien zu suchen, die nicht in der sorgfältig editierten Hauptdatenbank vorhanden sind. Diese Partien werden dann zuerst einmal in einer neuen Drittdatei gespeichert, wo sie mit den verschiedenen Werkzeugen editiert und geprüft werden können. Anschließend kann der Anwender selbst entscheiden, ob und welche Partien (z.B. nur komplett erfasste Turniere) in die Hauptdatenbank aufgenommen werden sollen.
 
Erstes Fazit: ChessBase 7.0 liefert endlich ein leistungsfähiges, exaktes Tool zur Pflege der eigenen Datenbestände mit, das im Unterschied zum Vorgänger keine Wünsche mehr offen lässt.
 
 
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