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Diagramm 22-2006
 
Diagramm 22 – 2006
In dieser Stellung stellte Weiß seine Dame nach e5 und erwartete von Schwarz die Aufgabe. Dieser spielte aber weiter und zog …
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Chessbase 6.01
besprochen von Peter Schreiner - Juli 1998
 
Logo ChessBaseChessBase bietet die Version 6.01 ihrer bekannten Datenbank nun Kampfpreis von nur 129.- DM an. Das Windows-Programm basiert auf dem neuesten Stand der Technik und reizt insbesondere die Möglichkeiten moderner Computersysteme im Multimediabereich geschickt aus. Positives gibt es bezüglich des Kopierschutzes zu vermelden: der lästige Dongle fällt weg und das Programm kann uneingeschränkt vom Anwender genutzt werden. Zusätzlich befindet sich im Lieferumfang der CD noch eine Datenbank mit über 300 000 Partien sowie zwei Analysemodule (Fritz 4.01 + Fritz 5.03), die beim Nachspielen oder Eingeben von Partien Bewertungen zu der aktuellen Brettstellung einblenden. Das komplexe Windows-Programm benötigt nach unseren Erfahrungen ein übliche Hardwareumgebung und läuft unter allen Windows-Plattformen ohne Schwierigkeiten (WIN 3.11 sowie WIN 95/98/NT).
 
 
Datenformate
Mit der Version 6.01 haben Sie Zugriff auf drei im Computerschach weit verbreitete Datenformate:
  1. Das von ChessBase bereits 1988 entwickelte CBF-Format, ein Standard, der noch heute von vielen Schachprogrammen unterstützt wird.
  2. Das PGN-Format, das sich insbesondere im Internet als Standard etabliert hat und auch von fast jedem gutem Schachprogramm verstanden wird.
  3. Das CBH-Format, dieses wurde mit der Version 6.0 neu eingeführt und bietet den Vorteil höher Suchgeschwindigkeit, Multimedia-Unterstützung und einfacher Vereinheitlichung von Einträgen innerhalb der Datenbank.
Dank der Konvertierungsfunktion gibt es mit den anderen Formaten keinerlei Kompatibilitätsprobleme; lediglich eine Unterstützung des EPD-Formates wäre noch wünschenswert gewesen. Eine große Erleichterung ist die Option des neuen Datenformates, zu einer Datenbank automatisch einen Index für Spieler, Turniere, Kommentatoren oder Herkunft zu generieren. Möchten Sie z.B. wissen, welche Spieler mit Partien innerhalb der gewählten Datenbank vertreten sind, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Datenbanksymbol und wählen im PopUp - Menü die Option "Spieler". Jetzt erscheint eine alphabetisch sortierte Liste mit allen Spielern, die einen schnellen Zugriff auf das Partienmaterial erlaubt. Analog funktioniert der gezielte Zugriff auf Partien via Index mit Turnieren oder Eröffnungen.
 
 
Statistik und Information pur
Hinsichtlich statistischer Informationen überzeugt ChessBase 6.01 voll und ganz. Sie erkennen beispielsweise die Resultate eines Spielers auf einen Blick mit kompletter Übersicht der Gegner, Turniere, Tabelle (!) und Einzelergebnissen. Das Eröffnungsrepertoire wird nach dem ECO-Code klassifiziert und falls vorhanden, eine Eloperformance aus allen Partien berechnet. Um eine möglichst präzise Einschätzung des möglichen Gegners zu bekommen, berücksichtigt die Statistikfunktion sogar die Eloperformance für bestimmte Spielstärkegruppen! Sie erkennen also sofort, ob der Spieler besser gegen stärkere oder schwächere Spieler abschneidet. Innerhalb der Liste steht als erster Eintrag das erfolgreichste Turnier des Spielers und wenn Sie auf einen Eintrag doppelklicken, gibt's gleich noch eine komplette Turniertabelle dazu! Da mittlerweile nicht nur Turniere der Spitzenklasse, sondern auch zunehmend regionale Veranstaltungen durchweg mit ChessBase erfasst worden sind, können sich auch Spieler unterer Klassen gezielt und professionell auf Ihre kommenden Gegner vorbereiten.
 
 
Texte innerhalb der Datenbank
Neben Schachpartien kann man in einer Datenbank auch Texte abspeichern. Für die komfortable Erstellung dieser Texte hat ChessBase extra einen leistungsfähigen Editor entwickelt, mit dem der Anwender diverse Formatierungen, z.B. beliebige Stile und Größen einzelner Fonts, Unterstreichungen, kursiv, zentrierte oder eingerückte Schrift usw. vornehmen kann. Zusätzlich können Bilder, Diagramme, Verknüpfungen mit Partien, Diagramme oder Turniertabellen eingebettet werden, was ganz neue publizistische Möglichkeiten bietet. Sehr schöne Beispiele für die ganz neuen Möglichkeiten des Systems liefern z.B. die diversen Trainings-CDs von ChessBase. Leider kann man diese Texte mit Bildern nicht direkt ausdrucken oder innerhalb eines anderen Textverarbeitungssystems einlesen, d.h. diese Berichte sind ausschließlich an ChessBase gebunden und können daher nur mit dem Programm eingesehen werden. Trotzdem ist das Studium von Schach so wesentlich interessanter und lehrreicher für den Anwender.
 
 
Perfektes Fernschachmanagement
Fernschachspieler dürften an dem Programm ebenfalls viel Freude haben. Eine komplette Fernschachverwaltung ist im Lieferumfang enthalten, die Ihre laufenden Fernschachpartien in einer Datenbank speichert und einen Kommentar hinzufügen. Darin tragen Sie neben der Adresse Ihres Gegners, Bedenkzeit, Urlaubsreglung usw. ein. ChessBase berechnet selbstständig die verbrauchte Bedenkzeit und besonders wichtig: das Programm druckt Ihnen fertige Fernschachbriefe oder Postkarten, auf Wunsch mit Diagrammstellung, Remisangebot oder Aufgabe aus! Immer beliebter werden die Fernschachturniere via Email; auch hier lässt Sie das Programm nicht im Stich. Kopieren Sie einfach die Notation mit allen Informationen in die Zwischenablage und übernehmen Sie die Daten aus dem Clipboard.
 
 
Multimedia
ChessBase führte mit der Version 6.0 die kompletten Einbindung von Multimedia als Mittel der Partiekommentierung ein. Innerhalb von ChessBase 6.0 ist es möglich, eingebundene Videofilme, Bilder oder Sounddateien abzuspielen. Damit ergeben sich neue Möglichkeiten, Schachpartien spannend und lehrreich zu präsentieren. Besonders interessant ist es beim Nachspielen von Partien, wenn der Spieler oder Kommentator in Bild und Ton seine Sicht zur Entwicklung des Spielgeschehens erläutert. Natürlich können Sie die neuen Funktionen auch selbst nutzen, die dafür notwendigen Hardwarevoraussetzungen sind relativ bescheiden. Nehmen wir einmal an, Sie möchten eine Partie nicht nur mit Varianten oder Text, sondern mit eigenen gesprochenen Kommentaren versehen. Dafür benötigen Sie lediglich eine Soundkarte mit einem Mikrofon, der integrierte "Recorder" ist sehr einfach zu bedienen. Zusätzlich können Sie innerhalb der Partien eine beliebige Anzahl von Bildern oder Grafiken einbinden, vielleicht einen Schnappschuss zweier Vereinsmitglieder während der Entscheidungspartie usw. Prinzipiell steht der Erstellung kompletter, mit Bild und Ton kommentierter Berichte nichts mehr im Wege.
 
 
Spielerlexikon
Auf der Programm-CD befindet sich ein Spielerlexikon, das Photos, Geburtsdaten, Elozahl und Nationalität für Tausende von Spielern enthält. Insgesamt befinden sich fast 4000 Photos von Schachspielern aller Epochen im Lexikon. Man kann entweder direkt im Lexikon einen Spieler suchen, dessen Daten und seine Bilder anschauen. Berühmte Meister sind in der Regel mit einer ganzen Reihe von Bildern vertreten, was innerhalb der Datenbank geschickt genutzt wird. Nehmen wir einmal an, Sie laden eine Partie aus dem Match zwischen Fischer und Spassky 1992. Sie können neben den eigentlichen Partieinformationen dann auch das Alter der Kontrahenten zum Zeitpunkt der Partie und Photos abrufen. ChessBase versucht übrigens selbstständig, ein Photo aus der Zeit abzurufen, die möglichst nahe an den Zeitpunkt der Partie heranreicht.
 
 
Training
Mit der Funktion "Trainingskommentar" wird der Anwender an kritischen Momenten der Partie nach dem nächsten Zug gefragt. Zur besseren Motivation läuft eine Uhr und es gibt Bonuspunkte für die richtige Lösung. Falls der Anwender den falschen Zug angibt, kann man Reaktionen auf Abweichungen programmieren. Diese Funktion finde ich vor allem für Trainer im Jugendbereich hochinteressant, die jetzt die Möglichkeit haben, ein besonders spannendes Training für den Nachwuchs zu gestalten. Wenn Sie eine Datenbank speziell als "Trainingsdatenbank" festlegen, wird eine zufällig ausgewählte Position geladen. ChessBase merkt sich, welche Aufgaben schon bearbeitet wurden und bietet diese erst wieder an, wenn das komplette Material aufgearbeitet wurde.
 
 
Nützlich
Wichtige oder besonders lehrreiche Partien erhalten sogenannte "Medaillen". Hierbei handelt es sich um farbliche Markierungen innerhalb der Partieliste, die dem Anwender sofort einen Überblick darüber verschaffen, welches Hauptmotiv in der jeweiligen Partie zum tragen kam. Insgesamt gibt es sechzehn verschiedene Medaillen, die übrigens untereinander kombiniert werden können. Mit der Suchmaske kann man schnell alle Partien herausfiltern, die einer bestimmten Medaille zugeordnet sind. Die Option, alle Partien aus der Datenbank herauszufiltern, die mit einem Patt oder erzwungenen Matt beendet wurden, finde ich schlichtweg genial, weil das Programm nicht nur reine Matts findet, sondern auch alle Partien, die erst nach ein paar Zügen mit einem forcierten Matt beendet gewesen wären! Der Eintrag "Partiezitat" schafft eine Verbindung zu einer zweiten Partie, die bei Bedarf zusätzlich geladen wird. Um bestimmte Spielideen oder Manöver zu verdeutlichen, ist es oft sinnvoll, mehrere Züge für eine Seite hintereinander eingeben zu können.
 
Beim Programmstart blendet ChessBase 6.0 ähnlich wie Winword einen sogenannten Anwendungsberater ein, der Ihnen kurze, nützliche Hinweise zur Bedienung der Datenbank gibt. Das System verfügt über eine gewisse Intelligenz, da das Programm darauf achtet, welche Funktionen Sie nutzen und wie Sie diese bedienen. Im Laufe der Zeit weist der Anwendungsberater Sie besonders auf Funktionen hin, die Sie nur selten oder nie benutzen. Das neue CBH-Datenformat ist trotz der zahlreichen Erweiterungen immer noch sehr kompakt und platzsparend. Falls Sie aber einmal eine Datei platz- und kostensparend versenden oder Festplattenspeicher frei machen wollen, können Sie aus ChessBase heraus Datenbanken komprimieren und direkt auf dieses gepackte Archiv zugreifen.
 
Das Programm kann Turnier- und Fortschrittstabellen generieren, die Sie via Clipboard jederzeit in eine Textverarbeitung übernehmen können. Zu einem Turnier können Sie weitere Angaben, wie z.B. Spielort, Rundenzahl, Land usw. angeben. Alle Partien eines Rundenturniers können ohne Züge nach der Eingabe der Setzliste gespeichert werden, für jeden Turnierleiter eine unschätzbare Hilfe!
 
ChessBase 6.0 unterstützt fast alle auf dem Markt erhältlichen True-Type Fonts für Diagramme, z.B. Chess Ole, für einen verbesserten Ausdruck von figuriner Notation und Diagrammen. Partienotationen können jetzt via Clipboard direkt in ChessBase gemäß der Konvention STRG-V in ein Brettfenster eingefügt werden. Beim scannen von Partienotationen können Sie diese ebenfalls via Clipboard in ChessBase übernehmen! Quasi direkt vom Schachbuch in die Datenbank, bequemer geht es wohl kaum, Scanner natürlich vorausgesetzt!
 
 
Profiwerkzeug
Man spürt bei der Arbeit mit dem Programm, dass in Entwicklung des Systems die Erfahrung von über 10 Jahren eingeflossen ist. Trotz des komplexen Funktionsumfangs ist das Programm angenehm intuitiv zu bedienen, läuft sehr stabil und ist bei dem jetzigen Kampfpreis von 129.- DM ohne Einschränkungen zu empfehlen. Im Unterschied zur TascBase 2.1 kann man das Programm nicht als Spielprogramm einsetzen; der Schwerpunkt von ChessBase 6.01 liegt eindeutig in der optimalen Vermittlung von Schachinformation pur. Natürlich ist es im Rahmen dieses Artikels nicht möglich, alle Funktionen des Programms auch nur annähernd zu beschreiben. Falls Sie jetzt wegen des günstigen Preises eine Anschaffung erwägen und immer noch unsicher sind, bietet der Hersteller eine im Funktionsumfang leicht eingeschränkte Demo-Version von ChessBase 6.01 an (limitierte Größe von 8000 Partien pro Datenbank; Funktionen wie Speichern, Drucken usw. sind im Unterschied zur vorherigen Demo voll nutzbar), die von der Website www.chessbase.com heruntergeladen werden kann. Die preisreduzierte Version berechtigt übrigens zum Update auf ChessBase 7.0.
 
Peter Schreiner
 
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