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Diagramm 23-2006
 
Diagramm 23 – 2006
Schwarz hat zwei Bauern geopfert und steht nun vor der Frage, ob er sich auf e5 wieder einen zurück holen soll. Was meinen Sie?
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Chess Assistant 6.0 -
das universelle Programm - Teil 3
besprochen von Peter Schreiner - Mai 2001
 
 
Weitere Neuerungen
Die in Chess Assistant 5.1 nur rudimentär integrierte Ausgabe für das HTML-Format bietet nun ein deutlich professionelleres Niveau. Besonders dürfte Webmaster die neu integrierte Exportfunktion für Javascripts interessieren, die es einem Surfer ermöglicht, Schachnotation inkl. Notationen auf einem grafischen Schachbrett mit einem gängigen Internet-Browser nachzuspielen. Der Export ist sehr gut umgesetzt, die entsprechende Ordnerstruktur mit den HTML-Dateien und dazugehörigen Grafiken wird von CA 6 automatisch generiert.
 
Die Darstellung wird übersichtlich in drei Frames realisiert. Im linken Frame befindet sich das grafische Schachbrett, im rechten Frame die Schachnotation. Mit einem Klick in die Notation wird automatisch die korrespondierende Stellung auf das Schachbrett übertragen. Neben kompletten Partien kann die Exportfunktion auch Javascripts für Positionen, also unvollständige Partiefragmente erzeugen. Im oberen Frame befindet sich die Navigation, wo man unterschiedliche Brettgrößen einstellen oder aus einem Pull-down-Menü die gewünschte Partie laden kann. Prinzipiell ist der Export sehr unkompliziert, dafür stehen dem Anwender relativ wenig Möglichkeit zur Verfügung, das Layout aus CA 6 heraus an eigene Vorstellungen anzupassen.
 
Neu hinzugekommen ist in CA 6 die Option, eine Datenbank, die aus mehreren Dateien besteht, zu einer einzigen Datei zu komprimieren. Ähnlich wie bei dem bekannten Packprogramm Winrar kann die komprimierte Datei in mehrere kleine Pakete gesplittet werden, was bei großen Datenbanken insbesondere beim Versand per Email oder beim Verteilen auf mehrere Disketten Sinn macht. Der User kann sogar festlegen, welche Größe die komprimierten Bestandteile haben sollen. Logisch, dass es im Programm die Option gibt, die Dateien zu dekomprimieren. Der Anwender kann eine Datenbank direkt aus CA 6 heraus versenden. Dazu wird übrigens nicht ein externes Email-Programm gestartet, sondern dies kann direkt aus CA 6 heraus erledigt werden.
 
Ebenfalls neu ist die Option, schön gestaltete Turniertabellen zu generieren oder anhand der Datenbank Berechnungen für Wertungszahlen und Titelnormen durchzuführen. Das Programm unterschiedet dabei präzise zwischen den Anforderungen für die einzelnen Normen, z.B. WGM-Norm, IM-Norm, GM-Norm usw. Die statistischen Information werden übersichtlich mit der bereits bekannten Baumansicht dargestellt. Im linken Fenster steht die exakte Auflistung der Ergebnisse des Spielers in dem ausgewählten Zeitraum, im rechten Fenster sieht man alle Turniere, an denen der Spieler teilgenommen hat. Zu jedem Turnier bekommt man die Punkte, Anzahl der Partien, die Durchschnittselo und die daraus resultierende Wertung angezeigt. Im gleichen Abschnitt stehen die Informationen über die Gegnerschaft in den jeweiligen Turnieren.
 
In CA 5 gab es ein externes Modul, mit dem man einen direkten Baum erzeugen konnte. Dieses Utility war ein typisches Musterbeispiel dafür, wie unterschiedlich Programmierer und Anwender den Wert eines Programms beurteilen. Das in CA 5 mitgelieferte Tool war unbestritten ein Musterexemplar, wie man einem Anwender das Leben schwer machen kann. Diese Schwachstelle wurde ebenfalls beseitigt: in CA 6 besteht jetzt die Option, einen Positionsbaum direkt aus dem Programm heraus zu erzeugen. Bleibt festzuhalten, dass CA 6 fast alle bestehenden Funktionen mehr oder weniger erweitert und verbessert hat.
 
 
Lieferumfang + Systemvoraussetzungen
Als Minimalkonfiguration gibt Convekta einen P75 MHz mit 32 MB RAM und mindestens 50 MB freiem Festplattenspeicher an. Als Grundbasis für ein vernünftiges Arbeiten würde ich einen P200 mit mindestens 64 MB RAM und einen 17Zoll-Monitor ansetzen. Der Lieferumfang ist - wie bereits beim Vorgänger - beeindruckend und bietet in der Grundausstattung eine gelungene Zusammenstellung aller Komponenten, die man für die Arbeit mit der Schachdatenbank braucht. Noch stimmiger wäre der Lieferumfang gewesen, wenn Convekta wenigstens sämtliche Viersteiner der TableBases auf die CD gepackt hätte. Aber gut, auch so ist der Lieferumfang immer noch beindruckend genug.
 
1.) Zu einer Schachdatenbank gehört natürlich auch eine gute Partiensammlung. Auf der CD gibt es eine große Partiendatenbank mit über 1,5 Millionen Partien; Redaktionsschluss war Januar 2001. Bei der Aktualität und qualitativer Aufbereitung gibt es an den Daten nichts auszusetzen. Laut Convekta enthält die Datenbank keine Dubletten und sogar kommentierte Partien. Prinzipiell stimmt das, einschränkend muss man aber darauf hinweisen, dass sich die Kommentierung der Partien in erster Linie auf die beliebten Kürzel wie +, =, ?, !, usw. beschränkt. Von den zahlreichen Möglichkeiten des neuen Multimedia-Formates war bei der mitgelieferten Datenbank nichts zu sehen.
 
2.) Neben dem Positionsbaum gibt es als "Dreingabe" noch eine elektronische Eröffnungs-Enzyklopädie, die strikt nach dem ECO-Code klassifiziert ist und zahlreiche Bewertungen und Analysen zu aktuellen Eröffnungssystemen enthält.
 
3.) Die erstmals beim Vorgänger mitgelieferte CAP-Datenbank, die ausschließlich von Computern analysierte Positionen enthält, basiert jetzt auf über 6 Millionen Positionen. Das klingt zuerst einmal sehr beindruckend, andererseits ist bei der Interpretation der Statistiken eine gesunde Portion Skepsis angebracht. Im CAP-Projekt wurden in erster Linie Eröffnungspositionen von unterschiedlichen Programmen analysiert. Die Bewertungen wurden von den unterschiedlichsten Programmen vorgenommen, die zudem noch auf vorsintflutlichen Rechnern ihre Dienste verrichten mussten. Man kann zwar davon ausgehen, dass die Bewertungen in taktischer Hinsicht relativ wasserdicht sein dürften, etwas anders sieht es aber mit der Bewertung hinsichtlich langfristiger Konsequenzen aus. Man sollte die CAP-Datenbank daher als das betrachten, was sie ist: eine Orientierungshilfe zur Beurteilung einzelner Züge, mehr nicht.
 
4.) CA 6 fungiert nicht nur als Datenbank, sondern gleichzeitig mit den im Lieferumfang enthaltenen Tiger-Engines als vollwertiges Schachprogramm. Die aktuellen Versionen von Chess Tiger gibt es auch von anderen Anbietern. Lediglich im Lieferumfang des CA 6 sind alle bis heute erschienen Tiger-Engines von Christophe Theron mit dabei, was wohl vor allem für Computerschachfreaks, die gerne alle Versionen dieses Programms besitzen möchten, interessant sein könnte. Mit dem Zukauf der Engines von Christophe Theron hat Convekta ein glückliches Händchen bewiesen, da sowohl Chess Tiger 14 als auch Gambit Tiger 2.0 unbestritten zu den besten momentan verfügbaren Schachengines gehören. Die Schnittstellen zum Winboard-, MCS- und dem UCI-Protokoll des WM-Paketes 2001 ermöglichen den Einsatz einer Vielzahl von externen Topengines, wie z.B. dem WM-Programm Shredder 5 von Stefan Meyer-Kahlen.
 
 
Fazit
CA 6 wurde von mir unter Windows ME und unter Win2000 getestet und ich konnte keinerlei Probleme feststellen; das Programm läuft erfreulich stabil. Etwas kritischer beurteile ich die Benutzerführung des Programms. Sämtliche Menüs, Dialogboxen usw. wirken trotz Verschachtelung teilweise überfrachtet, was zu Lasten intuitiver Bedienbarkeit geht. Bei Interesse an der Software sollte der Anwender daher unbedingt die Bereitschaft mitbringen, sich zu Beginn der Arbeit intensiv mit dem objektorientierten Konzept und den zahlreichen Optionen auseinander zusetzen.
 
Die Stärke des Programms liegt aus meiner Sicht vor allem in der Vielseitigkeit und dem multifunktionalen Aufbau der Software. Die Integration von Schachdatenbank, Schachprogramm sowie dem Multi-Engine-Interface ist durchweg sehr gut durchdacht und der Anwender kann fast alle in der Praxis anstehenden Aufgaben mit dem Paket lösen. Der Lieferumfang des Paketes mit einer großen Partiendatenbank, mehreren Schachengines der Spitzenklasse, Eröffnungsenzyklopädie, Positionsbaum usw. rechtfertigt den anvisierten Preis von 299,- DM allemal. Die deutsche Version soll nach Angaben von Convekta etwa Mitte Mai im Fachhandel erhältlich sein. Vertiefende Informationen zu den Konditionen, Updates oder eventuellen Modifikationen bekommen Sie im qualifizierten Fachhandel.
 
 
Nachtrag
Chess Assistant 6.0 kann gleichzeitig als Konsole für das Spiel auf dem (kostenpflichtigen) Schachserver vom ICC eingesetzt werden. Viele Schachfreunde nutzen das Internet, um online direkt mit anderen Schachfreunden zu spielen. Dieser Entwicklung wurde bei der Neuentwicklung von CA 6 berücksichtigt und war ein Schwerpunkt bei der Entwicklung der neuen Version. Auf dem Schachserver von ICC (= Internet Chess Club) werden regelmäßig Turniere ausgetragen, wo man im Laufe der Zeit eine Wertungszahl erwerben kann.
 
Mit dem speziellen Interface von CA 6 kann man alle Funktionen auf dem Server von ICC nutzen, also Partien spielen, zuschauen, Teilnehmer suchen, Kommentare eingeben und eben - was leider mittlerweile sehr häufig vorkommt - mit einer im Hintergrund mitrechnenden Schachengine auch "schummeln." CA 6 - Anwender können sich vorab einmal einen Eindruck von dem Spielbetrieb von ICC verschaffen, da die Mitgliedschaft im ersten Monat nicht kostenpflichtig ist.
 
Peter Schreiner
 
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