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Diagramm 16-2006
 
Diagramm 16 – 2006
Schwarz am Zuge benötige hier nur noch zwei Züge, um den Anziehenden zur Aufgabe zu bewegen. Wie setzte er fort?
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Chess Assistant 6.0 -
das universelle Programm - Teil 2
besprochen von Peter Schreiner - Mai 2001
 
 
Die Schachprogramme
Bereits mit der Vorgänger-Version von CA bekam der Anwender mit der Highend-Datenbank als Bonus noch das Schachprogramm Chess Tiger und ein vollwertiges Interface zum Einbinden externer Engines in die Hand. Etliche Stolpersteine des Vorgängers wurden in CA 6 konsequent beseitigt. Aber zuerst einmal der Reihe nach. Zur Zeit ist das Schachprogramm Chess Tiger 14 ein beliebtes Thema in sämtliche Computerschachforen im Internet. Dafür gibt es einen guten Grund: die neueste Version des Programms von Christophe Theron erzielt beeindruckende Resultate gegen die Topelite der elektronischen Konkurrenz. Mittlerweile wird die aktuelle Fassung des Chess Tiger 14 und Gambit Tiger 2.0 von unterschiedlichen Herstellern, z.B. von der Schröder B.V. aus Deventer und von ChessBase aus Hamburg angeboten.
 
Auch bei CA 6 sind die aktuellen Versionen der beiden Programme von Christophe Theron im Lieferumfang enthalten. Da Convekta von Anfang an auf die Engines von Christophe Theron gesetzt hat, hebt sich der Lieferumfang von Convekta dahingehend ab, dass auch die Vorgänger-Versionen Chess Tiger 12/13 und Gambit Tiger 1.0 mit ausgeliefert werden. Testwütige Computerschachfreaks haben hier die Möglichkeit, die Versionsunterschiede konkret auszutesten.
 
 
Unterschiedliche Engineprotokolle
Gleichzeitig unterstützt das neue Interface auch eine Vielzahl von unterschiedlichsten Engineprotokollen, was insbesondere für Computerschachfans sehr interessant sein dürfte. Das Protokoll des Winboards gab es bereits beim Vorgänger, in der aktuellen Version funktioniert die Anbindung besser und viele WB-Engines laufen unter dem Interface von CA 6 jetzt ohne Schwierigkeiten. Neben den Engines des "alten" MCS-Systems unterstützt CA 6.0 das neue UCI-Protokoll, also das Engine-Interface, das von Stefan Meyer-Kahlen entwickelt und erstmals zusammen mit Shredder 5.0 implementiert wurde.
 
Dies bedeutet, das man auch das amtierende WM-Programm ohne Einschränkungen unter Chess Assistant 6.0 einsetzen kann. An der Anbindung der Engines, speziell der Tiger-Programme, gibt es aus meiner Sicht nicht das geringste auszusetzen. Ein Engine-Interface sollte dem Anwender die Möglichkeit bieten, die unterschiedlichen Programme unter dem Interface auszutesten. In diesem Bereich hat die neue Version deutlich zugelegt. Im Unterschied zu CA 5.1 ist es jetzt möglich, neben reinen Enginematches auch komplette Rundenturniere unter den Engines auszutragen.
 
Dabei kann der Anwender festlegen, nach welchem Turniermodus, z.B. ein Rundenturnier oder Schweizer System, ein Turnier ausgetragen werden soll. Nach Abschluss eines Turniers listet CA 6 die Ergebnisse inkl. Turniertabelle in einem separaten Fenster säuberlich auf. Natürlich will man den Rechner nicht dauerhaft mit Enginematches blockieren, deshalb gibt es die Option, ein Turnier zu unterbrechen und zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen. Man mag diesen Funktionen skeptisch gegenüber stehen oder auch nicht. Tester von Schachprogrammen werden diese neuen Optionen auf jeden Fall dankbar annehmen, ich selbst hätte mir aber noch gewünscht, dass das Programm dem Anwender die Option bietet, in einem laufenden Turnier mitzuspielen.
 
Eine weitere Neuerung ist die Schnittstelle zum Autoplayer 232. Mit Hilfe von CA 6 ist es kein großes Problem, alle darunter laufenden Engines per Autoplayer 232 + Nullmodem-Kabel gegen ein anderes Programm auf einem zweiten Rechner vollautomatisch Testpartien zu spielen.
 
Jedes vernünftige Schachprogramm bietet dem Anwender die Option, Stellungsdatenbanken mit mehreren Positionen vollautomatisch zu analysieren. Das kann CA 6 jetzt auch, allerdings war es mir einigermaßen unverständlich, warum das Programm in Anbetracht seines eigenen, ausgefeilten Datenformates hier auf das vor allem hinsichtlich der Kommentierung eher rudimentäre EPD-Format aufsetzt. Ansonsten gibt es nicht viel an dem Feature auszusetzen. Bei der vollautomatischen Analyse von EPD-Dateien wird direkt angegeben, ob der richtige Lösungszug (falls vorhanden) von der aktiven Engine gefunden wurde.
 
Sehr übersichtlich ist dagegen die Präsentation der Ergebnisse der unterschiedlichen Engines. Die Ergebnisse jeder Engine wird im bewährten Explorerlook mit Baumstruktur dargestellt. Jede Engine bekommt als Haupteintrag einen Ordner zugewiesen, der die Resultate der einzelnen Teststellungen enthält. Nach einem Klick auf den Eintrag wird eine Liste eingeblendet, wo man die Lösungszeit zu jeder einzelnen Stellung einsehen kann. Dabei gibt es einen programmiertechnischen Leckerbissen, Wenn man mit der Maus über einem Listeneintrag verharrt, wird ohne weiteren Mausklick umgehend die entsprechende Brettstellung eingeblendet!
 
 
Die TableBases
Eine Schnittstelle für die von uns in der RE bereits mehrfach besprochenen Endspieldatenbanken von Eugene Nalimov ist jetzt ebenfalls integriert. In CA 6 wurde die Anbindung in Form einer separaten TableBase-Engine realisiert, die automatisch gestartet wird, wenn ein Vier- oder Fünfsteiner auf das Brett kommt. Diese Option ist vor allem dann sinnvoll, wenn eine Engine zum Einsatz kommt, die keinen Code für die Anbindung an die Nalimov Datenbanken bietet. Hinweis: im Lieferumfang von CA 6 sind keine Nalimov-Datenbanken enthalten.
 
Beim Einsatz der TableBases unter CA 6 gibt es allerdings einige Feinheiten zu beachten. Generell muss man unterscheiden, ob eine Engine von Haus aus überhaupt eine Anbindung für die TableBases unterstützt. Bei den aktuellen Engines wie Chess Tiger 14, Gambit Tiger 2.0 oder Shredder 5 ist dies gegeben. Für diese Engines empfiehlt es sich daher, lediglich im Einstelldialog der Engine (ALT-F11) den Pfad zu den TableBases und die Größe des Caches anzugeben.
 
Die Einstellungen sind für jede Engine explizit zu setzen. Die prinzipielle Vorgehensweise bleibt dabei immer gleich. Zuerst mit der Tastenkombination ALT-F11 den Einstelldialog aufrufen, die zu modifizierende Engine auswählen und dann den Pfad für die TableBases einstellen. Falls der Anwender auf die an sich logische Idee kommen sollte, den Schalter Nutze TableBases zu aktivieren, gibt es bei den zuvor beschriebenen Engines ein Problem, da zusätzliche Ressourcen verbraucht werden und eventuelle Konflikte nicht auszuschließen sind. Diese Option macht nur dann Sinn, wenn Sie eine Engine laden, die von Haus aus keinen Support für die TableBases mitbringt, wie das z.B. bei der Shredder 4-Engine des MCS-Systems oder den früheren Tiger-Versionen der Fall ist.
 
In der vorliegenden Version gibt das Interface dem User keine konkrete Information, ob und wie die TableBases von einer Engine genutzt werden. Diese Schwachstelle soll bei der kommenden deutschen Version gefixt sein. Etwas missverständlich ist auch der Ladedialog für die TableBases geraten. Wenn Sie den Pfad für die TableBases setzen, erlaubt CA 6 anscheinend nur das Laden einer einzigen Datei. Das irritiert natürlich, da die Nutzung der TableBases nur dann Sinn macht, wenn das Programm auf alle Dateien inkl. der gespeicherten Informationen zugreifen kann. Offensichtlich ist das aber nur ein Designfehler. Wenn Sie eine der Dateien auswählen, bzw. anklicken, wird damit der Zugriff auf das komplette Verzeichnis aktiviert. Auch diese Schwachstelle soll in der kommenden deutschen Version bereits ausgeräumt sein.
 
Verbesserungswürdig ist auf jeden Fall noch das Handling mit dem Eröffnungsbuch des Programms. Prinzipiell ist es zwar möglich, das Buch zu erweitern und eigene Präferenzen zu setzen. Die Bedienung kann aber nur über ein externes Programm vorgenommen werden, das im übrigen ohne Dokumentation ausgeliefert wird. Dies ist im Vergleich zu den bekannten Schachprogrammen ein gravierendes Manko und völlig indiskutabel. Nach Angaben des Herstellers soll das Problem mit einem Patch behoben werden.
 
 
Schnittstelle zum DGT-Brett
Besonders komfortabel gestaltet sich das Spiel gegen den Computer mit einem elektronische Holzsensorbrett. Viele Anwender ziehen das natürlichere Spiel mit "echten" Schachfiguren der etwas abstrakten 2D-Bildschirmgrafik auf dem Monitor vor. Für diese Zielgruppe bietet CA 6 eine Schnittstelle zu dem von uns besprochenen DGT-Brett. Prinzipiell ist die Anbindung an das PC-Brett eine sehr gute Idee, es gibt aus meiner Sicht aber ein konzeptionelles Problem.
 
Das DGT-Brett wird ohne Leuchtdioden ausgeliefert. Dies bedeutet, dass das Brett selbst dem Anwender keinerlei Information darüber geben kann, welcher Zug gerade ausgespielt wurde. Mit dem DGT-Brett kann man daher nur dann einigermaßen flüssig spielen, wenn das Schachprogramm die Koordinaten über die Soundkarte im Klartext ansagt. Dies ist z.B. bei Programmen wie Fritz 6 oder Shredder 5 der Fall und dort macht der Einsatz des DGT-Brettes auch Sinn. Welchen Vorzug die Anbindung des DGT-Brettes allerdings unter CA 6 haben soll, ist mir in Anbetracht der nicht vorhandenen Zugansage absolut nicht einsichtig. Wenn sie z.B. gegen Tiger spielen, bleibt Ihnen nicht anderes übrig, als auf dem Monitor nachzuschauen, welcher Zug ausgespielt wurde und diesen dann auf das Holzbrett zu übertragen. Insofern kann man konstatieren, dass die Anbindung an das DGT-Brett zwar funktioniert, aber sicherlich noch verbessert werden kann ...
 
Die Darstellung im reinen Spielmodus ist sehr informativ. Neben dem variabel einstellbaren Schachbrett zeigt die jeweils aktive Engine neben den üblichen Suchinformationen zum Rechenvorgang eine Eröffnungsanzeige mit ECO-Klassifikation + Namen, die Kenndaten der Partie, Schachuhr, die aktive Engine und die Materialbilanz an. Sämtliche Bewertungen zum Suchvorgang werden auf Wunsch in die Partienotation übernommen. Ein nettes optionales Feature ist die Anzeige der berechneten Züge mit farbigen Pfeilen auf der Brettgrafik.
 
In der Summe der Eigenschaften muss man Convekta einen sehr konstruktiven Umgang mit dem Feedback durch die Anwender bescheinigen. Sämtliche Schwachstellen im seinerzeit neu integrierten Spielmodus bei CA 5.0 wurden ganz konsequent ausgemerzt und verbessert. Das Interface von CA 6 bietet mit der sehr gelungenen Engineplattform, guten Bildschirmgrafik und informativen Anzeige aller relevanten Informationen genau die Ausstattungsmerkmale, die der Anwender heutzutage von einem modernen Schachprogramm erwartet.
 
 
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