Logo "blaue" Seiten

 
 
 
 
- Anzeige -
Für den Erwerb von Schachartikeln empfiehlt Ihnen der SC Leinzell den
 Schachversand Dreier 
 
 
Testen Sie Ihr Schach!
 
Diagramm 23-2006
 
Diagramm 23 – 2006
Schwarz hat zwei Bauern geopfert und steht nun vor der Frage, ob er sich auf e5 wieder einen zurück holen soll. Was meinen Sie?
 zur Lösung 
 
 
 
 
zur Startseite
 News | Sitekalender | Sitemap | Team | Kontakt 
Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Wolfgang Unzicker
Autor: Hans Dieter Müller, Preis: 25.50 Euro
besprochen von Peter Schreiner - August 2002
 
Diese Monographie von ChessBase widmet sich dem Schaffen des langjährigen deutschen Spitzenspielers GM Wolfgang Unzicker. Der Schachhistoriker Hans-Dieter Müller hat akribisch die Fakten und das schachliche Wirken des Großmeisters untersucht und präsentiert eine umfassende Biographie eines aktiven Zeitzeugen der Schachszene der letzten 60 Jahre. GM Wolfgang Unzicker wurde 1925 geboren und lebt seit Anfang der Dreißiger des vorigen Jahrhunderts in München.
 
Mit 10 Jahren erlernte er das Schachspiel, dem er bis zum heutigen Tag treu geblieben ist. Die Biographie beginnt mit dem ersten öffentlichen Auftritt des begabten Nachwuchsspielers bei der Jugendschachwoche 1939 in Fürstenwalde bei Berlin. Dort wurde ein Trainingslehrgang für talentierte Nachwuchsspieler veranstaltet, bei dem Unzicker u.a. den legendären, viel zu früh verstorbenen Klaus Junge kennenlernte, der in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges fiel.
 
Interessant die Beurteilung des Nachwuchstalentes durch den damaligen Lehrgangsleiters Willi Schlage:
»Als die stärksten Begabungen erwiesen sich die beiden Jüngsten, Unzicker und Junge. Während Junge bereits auf verschiedenen Mannschaftskämpfen gute Erfolge hatte, ist der eben 14 Jahre alte Unzicker eine wertvolle Neuentdeckung. Sein angriffslustiges, phantasievolles Spiel berechtigt für die Zukunft zu schönen Hoffnungen, zumal er für sein Alter über erstaunliche Theoriekenntnisse verfügt.«
 
In den Datenbanktexten findet man eine ausführliche Beschreibung der Schachkarriere von GM Unzicker. Ein Highlight dieser CD sind die zahlreichen Videos von einem längeren Gespräch, das Hans-Dieter Müller bei einem Besuch bei GM Unzicker in München aufgenommen hat. Hier gibt der begnadete Erzähler GM Unzicker zahlreiche Anekdoten über die Turniere der Nachkriegszeit zum Besten, man erfährt viel über Spitzenspieler der letzten 50 Jahre (Botwinnik, Keres, Tal, Fischer, Kortschnoi u.a.), gegen die der Großmeister gespielt hat oder warum für ihn nie eine Laufbahn als Schachprofi in Frage kam.
 
Das Gespräch behandelt aber auch aktuelle Themen, z.B. die kürzlich von der FIDE eingeführte, verkürzte Bedenkzeit bei Turnierpartien. Hier bezieht GM Unzicker deutlich Stellung. Er weist klar darauf hin, dass viele Endspiele, die in die Literatur eingegangen sind, bei verkürzter Bedenkzeit gar nicht möglich gewesen wären. Eine weitere Fundgrube für schachhistorisch Interessierte sind die zahlreichen seltenen Photos aus dem Besitz von GM Unzicker.
 
Zu einer umfassenden Biographie eines Schachmeisters gehören natürlich nicht nur Bilder und eine Beschreibung des Lebensweges, sondern vor allem Partien. Auf der CD befindet sich eine Datenbank mit 1749 Partien aus der langen Karriere von Unzicker, beginnend mit ersten Partien aus dem Jahr 1937 bis einschließlich 2001. Viele Partien sind ausführlich kommentiert, vor allem die Begegnungen, in denen Unzicker auf absolute Weltklassespieler traf.
 
Die vorliegende CD-ROM dokumentiert in eindrucksvoller Weise die schachliche Entwicklung der letzten 55 Jahre und ist gleichzeitig eine umfassende Biographie des Spitzenspielers GM Unzicker. Besonders gut haben mir die zahlreichen Videos mit der Aufzeichnung des Interviews mit GM Unzicker gefallen. Man sitzt quasi mit am Wohnzimmertisch und erfährt viele interessante Details über Schachgrößen der Gegenwart und vergangener Schachzeiten.
 
Auch Spitzenschach kommt auf der CD nicht zu kurz. In der großen Partiendatenbank findet man sehr viele tiefschürfend kommentierte Partien, deren Studium für alle Turnierspieler von großem Nutzen sein dürfte. Das Fazit fällt bei dieser CD leicht: rundum empfehlenswert!
 
Peter Schreiner
 
zum Seitenanfang zurück |