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Diagramm 19-2006
 
Diagramm 19 – 2006
Die schwarzen Figuren stehen äußerst aktiv. Nun gilt es loszuschlagen. Haben Sie eine Idee, wie Schwarz seinen Gegner zur Aufgabe zwang?
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Der Trompovsky-Angriff
Autor: Rainer Knaak, Preis: 48.- DM
besprochen von Peter Schreiner - März 1999
 
Ein berufstätiger Schachamateur kann naturgemäß recht wenig Zeit in die Pflege seines Eröffnungsrepertoires investieren und sich über alle Neuerungen der Schachtheorie auf dem neuesten Stand halten. Für Profis ist ein möglichst breites Eröffnungsrepertoire natürlich kein Luxus, sondern im heutigen Informationszeitalter mit Internet, Schachdatenbanken usw. eine zwingende Notwendigkeit, um dem Gegner eine gezielte Vorbereitung zu erschweren. Gilt dieser Zwang auch für den Schachspieler, der seinen geliebten Sport lediglich als Hobby betreibt? Mit der vorliegenden CD-Rom unterbreitet GM Rainer Knaak einen Repertoirevorschlag für Spieler, die in erster Linie Schach spielen wollen und nicht die Zeit haben, andauernd an ihrem Eröffnungsrepertoire zu feilen.
 
Trompovsky Angriff, was soll das sein? Diese Eröffnungsvariante entsteht nach den Zügen 1.d4 Sf6 2.Lg5 und wurde von Levitzky im Jahr 1912 erstmals angewandt; dem Brasilianer Octavio Trompovsky aber kommt der Verdienst zu, diese Variante regelmäßig mit gutem Erfolg angewandt zu haben. Die größten Vorzüge dieses Systems: es erfordert relativ wenig Lernaufwand, basiert auf einer soliden positionellen Grundlage und wirft den Gegner in der Regel aus den gewohnten Schemata heraus. Das ist doch schon etwas. Gleichzeitig beweist der Autor, dass diese Eröffnung auch gerne von vielen Spitzenspielern gelegentlich als Überraschungswaffe eingesetzt wird: Namen wie Karpov, Salov, Adams sind ja wahrlich keine schlechte Referenz.
 
Das Eröffnungsrepertoire wird in gewohnt fundierter Weise vermittelt. In einer kleineren Datenbank mit 100 Beispielen findet man unter anderem eine ganze Reihe von Datenbanktexten, wo die Grundideen und Hauptvarianten dieser Eröffnung erklärt werden. Mit Hilfe der 100 ausführlich kommentierten Partien kann der Anwender sein Verständnis für die Ideen und Motive dieses Systems vertiefen. Zusätzlich wird auf der CD eine Referenzdatenbank mit exakt 6017 Partien zum Trompovsky-Angriff mitgeliefert, die allerdings nicht kommentiert sind und in erster Linie zur statistischen Auswertung mit Hilfe der mitgelieferten Light-Fassung von CB 6.0 gedacht sind.
 
Besonders gut ist, dass eine kleine Trainings-Datenbank mitgeliefert wird. Anhand von 16 ausgewählten Beispielen kann der Anwender sein Verständnis für das System durch selbständige Lösungsversuche (die Lösung wird zuerst nicht auf dem Bildschirm angezeigt) trainieren. Abgerundet wird das Angebot mit einem mitgelieferten Positionsbaum, der aus der Partiendatenbank erzeugt wurde. Die Schachprogramme Fritz 5 oder Junior 5.0 können diese Bäume als Bibliothek nutzen. Das hat den Vorteil, dass der Anwender seine neu erworbenen Eröffnungskenntnisse direkt gegen einen starken elektronischen Widerpart ausprobieren kann und dementsprechend schnell zu einer sicheren Behandlung dieses Eröffnungssystems kommt. Sehr gut!
 
Fazit: meiner Ansicht nach ist diese CD ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie man Schachtheorie unterhaltsam und lehrreich vermitteln kann. Ein ausgezeichnetes Konzept, das die Gefahr in sich birgt, dem herkömmlichen Schachbuch klassischer Machart den Rang abzulaufen.
 
Peter Schreiner
 
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