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Diagramm 22-2006
 
Diagramm 22 – 2006
In dieser Stellung stellte Weiß seine Dame nach e5 und erwartete von Schwarz die Aufgabe. Dieser spielte aber weiter und zog …
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Sizilianisch-Sweschnikow
Autor: Dorian Rogozenko, Preis: 49.90 DM
besprochen von Peter Schreiner - Oktober 2000
 
Zweifellos gehört Sizilianisch zu den aktivsten Eröffnungssystemen für den Nachziehenden gegen 1.e2-e4. Innerhalb des Sizilianers nimmt das Sweschnikow-System wiederum einen besonderen Stellenwert ein, da es zu besonders komplizierten und kämpferischen Stellungstypen führt. Nach den Zügen 1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 e5 (siehe Diagramm) entsteht die Grundstellung des von GM Jewgeni Sweschnikow besonders häufig angewandten und um viele Ideen bereicherten Systems. Natürlich war diese Variante bereits vor den Forschungsarbeiten von Sweschnikow bekannt. Richtige Anerkennung wurde diesem System aber erst nach den aufsehenerregenden Erfolgen von Sweschnikow zuteil, der das System konsequent in der eigenen Turnierpraxis anwandte und um viele Ideen bereicherte.
 
Wie in jedem System gibt es für beide Seite typische, positionelle Pläne und Ideen, deren Kenntnis häufig wichtiger als konkretes Variantenwissen ist. Die Besonderheiten der Stellung sind leicht auszumachen: Schwarz hat mit seinem 5.Zug das Feld d5 nachhaltig geschwächt. Weiß wird konsequenterweise versuchen, die Kontrolle über d5 aufrecht zu erhalten und letztendlich einen Springer auf d5 fest zu verankern. Wie immer im Leben, hat alles Vor- und Nachteile. Welchen Vorteil bietet das Sweschnikow-System trotz der erheblichen Schwäche d5 für den Nachziehenden?
 
Ausgehend von der bereits oben abgebildeten Grundstellung des Systems betrachten wir uns zum besseren Verständnis einige weitere Züge der Hauptvariante: 6.Sdb5 d6 7.Lg5 a6 8.Sa3 b5 9.Lxf6 gxf6 10.Sd5 f5 11.c3 Lg7 (siehe Diagramm). Zwar ist nun die schwarze Bauernstellung am Königsflügel zerrissen, aber Schwarz hat eine Bauernmehrheit im Zentrum sowie die halboffene g-Linie. Dabei hilft der Doppelbauer, das Zentrum mehrfach zu attackieren, während der Turm, selbst nach der kurzen Rochade nebst Kg8-h8, die g-Linie zum Angriff nutzen kann.
 
Das Sweschnikow-System erfreut sich also aufgrund der dynamisch ausgelegten Struktur sehr großer Beliebtheit in der aktuellen Turnierpraxis. Dies gilt für Turniere aller Kategorien. Ein Hauptgrund für die Popularität liegt sicher darin, dass das System aufgrund seiner Grundstruktur und den dazu gehörigen Plänen/ Strategien relativ leicht zu erlernen ist. Man kann den praktischen Wert eines bestimmten Eröffnungssystem mit Hilfe eines Datenbanksystems statistisch relativ genau bewerten. Fakt ist, dass Schwarz in der Praxis mit diesem Eröffnungssystem fast genau so viele Punkte wie der Anziehende einfährt. Kein Wunder also, dass viele Topspieler wie Kasparow, Kramnik, Shirov, Leko, Chalifman usw. dieses System immer wieder in der Praxis anwenden.
 
Der Autor, GM Dorian Rogozenko, beschäftigte sich bei der Zusammenstellung des Materials vor allem mit den beliebtesten Varianten aus der Turnierpraxis der letzten Jahre. Jeder Variante ist ein Einführungstext vorangestellt, in dem er auf die spezifischen Besonderheiten des jeweiligen Systems eingeht. Dabei wird zu jedem Stellungstyp der historische Hintergrund beleuchtet, die Hauptidee erläutert und eine subjektive Einschätzung für die zukünftige Entwicklung vorgenommen.
 
Der größte Vorteil gegenüber dem herkömmlichen Schachbuch liegt darin, dass man über die integrierten Links zum Eröffnungsschlüssel wechseln oder die wichtigsten Partien mit den Erklärungen und Ausführungen direkt auf dem Bildschirm nachvollziehen kann. In der Hauptdatenbank befinden sich über 12 000 illustrierende Partien zum Thema, davon eine ganze Reihe sehr gut kommentierter Partien. Dabei wird nicht nur einseitig aus schwarzer Sicht analysiert, auch als 1.e4-Spieler bekommt man erstklassiges Studienmaterial in die Hand.
 
Auf der CD befindet sich neben der großen Hauptdatenbank noch eine Trainingsdatenbank mit typischen Stellungsfragmenten des Sweschnikow-Systems. Hier gilt es, die Aufgaben innerhalb einer begrenzter Bedenkzeit möglichst selbständig zu lösen, wobei es als Motivationshilfe natürlich ein Punktesystem gibt. Abgerundet wird der Lieferumfang durch den mitgelieferten Positionsbaum, der wohl auf der Basis der großen Trainingsdatenbank generiert wurde. Sie können diesen Positionsbaum als Eröffnungsbibliothek für die Programme Fritz, Junior, Nimzo bzw. Hiarcs von ChessBase einsetzen und ihre frisch erworbenen Eröffnungskenntnisse direkt gegen das Schachprogramm ausprobieren.
 
Die vorliegende CD-Rom überzeugt durch eine sehr gediegene und saubere Aufbereitung des Themenkomplexes. Die Zusammenstellung beleuchtet das Material nicht nur einseitig durch die "Brille" des Nachziehenden, sondern dürfte auch dem Anziehenden eine Fülle von Anregungen beim Kampf gegen das Sweschnikow-System bieten. Eine Besonderheit der CD besteht darin, dass der Schwerpunkt auf die Bedeutung des Sweschnikow-Systems in der heutigen Spielpraxis gelegt wurde. Dies geht deutlich aus den immer wiederkehrenden Einschätzungen des Autoren zu der Bedeutung der einzelnen Abspiele aus heutiger Sicht hervor.
 
Bleibt noch die Frage zu klären, welche schachliche Qualifikation ein Interessent mitbringen sollte, der sich für diese CD-Rom interessiert? Meiner Meinung nach eignet sich das Werk vor allem für erfahrene Spieler, die schon Erfahrungen mit dem System gesammelt haben oder ihre Kenntnisse vertiefen wollen. Ideal ist die Zusammenstellung für Spieler, die eventuell ihr Repertoire auf Sweschnikow umstellen wollen: effizienter und rascher kann man sich die erforderlichen Informationen nicht zusammenstellen.
 
Ein weiteres Plus: die zahlreichen Texterklärungen und Hinweise sind sehr gut verständlich. Themen wie Bauernstruktur, Figurenaktivität und Gegenspiel spielen bei der Beschäftigung mit dem Sweschnikow System eine wichtige Rolle. Damit bietet die CD eine hervorragende Grundlage, das allgemeine Schachverständnis zu schulen. Fazit: eine erstklassige, saubere Arbeit die ohne Einschränkungen empfohlen werden kann.
 
 
Beispielpartie
Zur Verdeutlichung können Sie sich eine typische Beispielpartie zwischen Gary Kasparow und Joel Lautier anschauen und am Seitenende downloaden. Damit das Diagramm immer sichtbar bleibt, besteht die Seite aus einem Frameset. Um die Partie nachspielen zu können müssen Sie Javascipt aktiviert haben.
 
Peter Schreiner
 
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