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Diagramm 23-2006
 
Diagramm 23 – 2006
Schwarz hat zwei Bauern geopfert und steht nun vor der Frage, ob er sich auf e5 wieder einen zurück holen soll. Was meinen Sie?
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Weißrepertoire mit 1.e4
Autor: Alexander Bangiev, Preis: 24.99 Euro
besprochen von Peter Schreiner - März 2003
 
Der Autor dieser CD, Alexander Bangiev, ist ein erfahrener Schachtrainer. Wir haben bereits einige Werke aus der Reihe Schachtraining besprochen, die von dem Internationalen Meister verfasst wurden. Mit der vorliegenden CD hat er sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt und bietet ein komplettes Eröffnungsrepertoire für Weiß nach 1.e4 an. Vor einigen Jahren veröffentlichte ChessBase bereits eine Diskette mit dem Titel "1.e4! - ein Angriffsrepertoire für Weiß". Der Unterschied zu der damaligen Repertoireübersicht besteht vor allem darin, dass IM Bangiev auf der Basis des Grand-Prix-Angriffs im Sizilianer Varianten gegen die Hauptabspiele nach 1.e4 ausgesucht hat, die möglichst große Gemeinsamkeiten mit diesem System haben und zu ähnlichen Mittelspielbildern führen. Diesem Anspruch wird die Auswahl gerecht. Auf der CD findet man gegen alle möglichen Erwiderungen von Schwarz auf 1.e4 Varianten, denen gewisse Grundideen gemeinsam sind. Diese Gemeinsamkeiten führen zu Mittelspielstellungen, in denen sich der Benutzer dieser Varianten aufgrund des gründlichen Studiums wohl fühlt.
 
Folgende Systeme wurden als Grundlage für das Weißrepertoire ausgesucht und vom Autor tiefschürfend untersucht:
  1. 1.e4 e5 2.Sc3 gefolgt von 3.f4
  2. 1.e4 c5 2.Sc3 gefolgt von 3.f4, sowie 2.f4
  3. 1.e4 e6 3.d4 d5 3.e5, sowie 2.f4 d5 3.f4
  4. 1.e4 c6 3.d4 d5 3.e5
  5. 1.e4 d6 3.Sc3 Sf6 3.f4
  6. 1.e4 g6 2.Sc3 Lg7 3.f4
Wie aus der Auswahl ersichtlich, handelt es sich um aktive Eröffnungssysteme für Weiß. Für jede schwarze Antwort auf 1.e4 wird ein Repertoire angeboten. Auch für seltenere Verteidigungen des Nachziehenden, wie z.B. 1...Sf6, wird ein Abspiel angeboten. Wenn man sich die vom Autor vorgeschlagenen Systeme genauer anschaut, stellt man fest, dass sie fast alle zu einem einheitlichen System zusammengefasst sind.
 
So werden durch Zugumstellung entstandene Positionen unter einem einheitlichen Gesichtspunkt betrachtet. Für den Amateur, der naturgemäß wenig Zeit und Muße für das Eröffnungstraining hat, bietet das Konzept den großen Vorteil, dass er eine Menge Zeit spart und sich trotzdem gut vorbereitet an das Brett setzt. Bei der geschickt getroffenen Auswahl ist vor allem das Verständnis für den Stellungstyp und weniger die genaue Variantenkenntnis erforderlich. Ein wesentlicher Bestandteil in der praktischen Spielstärke besteht vor allem darin, dass man in der Eröffnungsphase Stellungen anstrebt, die man kennt und mit deren Behandlung man gut vertraut ist. Dies ist wichtiger, als zwanzigzügige Theorievarianten in scharfen Systemen abzuspulen. Anhand von zwei Beispielen wird das Konzept rasch klar. In der Wiener Partie nach 1.e4 e5 2.Sc3 kann Schwarz u.a. 2...Sf6 ziehen. In der Aljechin-Verteidigung nach 1.e4 Sf6 wird 2.Sc3 vorgeschlagen. Wenn nun Schwarz 2...e5 zieht entsteht ebenfalls die bereits bekannte Stellung aus der Wiener Partie.
 
Im Grand-Prix-Angriff der Sizilianischen Verteidigung ist folgende Variante möglich: 1.e4 c5 2.f4 e6 3.Sf3 d5. An dieser Stelle kann Weiß u.a. 4.e5 ziehen. Diese Stellung kommt auch in der französischen Verteidigung nach den Zügen: 1.e4 e6 2.f4 d5 3.e5 c5 4.Sf3 vor. Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass die ausgesuchten Varianten je nach Standpunkt nicht immer die optimalste Fortsetzung enthalten. Es kommt vor allem auf eine möglichst einheitliche Linie an, damit man Stellungen auf das Brett bekommt, die man von der Vorbereitung her "kennt". Das Ziel des Anziehenden besteht u.a. auch darin, dass er auf der Basis seines Anzugsvorteils nach Initiative strebt. Das vom Autor vorgeschlagene Repertoire zielt vor allem auf den Königsangriff ab. Es eignet sich daher vor allem für Spieler, die mit Weiß gerne gewisse Risiken in Kauf nehmen und nach dem vollen Punkt streben.
 
 
Struktur der CD
Zu jeder untersuchten Eröffnung gibt es eine eigene Datenbank. Am Anfang der Datenbankliste findet man einen ausführlichen Datenbanktext, in dem der jeweilige Repertoirevorschlag des Autoren mit den typischen Grundideen und Motiven erklärt wird. Wie bereits aus der Einleitung ersichtlich, wird das jeweilige System vor allem aus dem Blickwinkel des Anziehenden untersucht. Innerhalb der Texte sind Verknüpfungen (Links) zu den Repertoireübersichten, Schlüsseln und den relevanten Links integriert. Neben der qualitativ hervorragenden Aufbereitung mit den vielen Kommentaren beeindruckt die Fülle des Materials.
 
In der Datenbank mit der französischen Vorstoßvariante nach 1.e4 e6 2.d4 d5 3.e5 gibt es alleine für dieses System fast 21 000 Partien! Die Schlüsselpartien des Systems stehen am Anfang der Datenbankliste und sind durchweg kommentiert. Die Vorgehensweise beim Studium ist damit klar vorgegeben. Zuerst sollten man die Texte studieren, in denen die typischen Motive des jeweiligen Systems erklärt werden. Bei Bedarf kann man sich weitere Informationen aus der großen Datenbank heraussuchen. Eine Trainingsdatenbank enthält typische Beispiele zu grundsätzlichen Problemen in der Eröffnungsphase und der Anwender muss versuchen, selbständig den Lösungszug bei mitlaufender Schachuhr zu finden.
 
 
Fazit
Die vorliegende Arbeit eignet sich vor allem für den Schachspieler, der nicht allzu viel Zeit für das Studium von Eröffnungen hat und sich ohne langes Variantenstudium gut vorbereitet an das Brett setzen möchte. Wie bei fast allen Trainings-CDs von ChessBase ist keinerlei Zusatzsoftware notwendig, um die Inhalte einzulesen. Im Lieferumfang ist ein Leseprogramm enthalten, mit dem man alle Daten einlesen kann. Alternativ kann man die Inhalte mit den aktuellen Schachprogrammen von ChessBase oder natürlich dem hauseigenen Datenbanksystem nutzen.
 
Diese CD-ROM überzeugt vor durch die übersichtliche Aufbereitung des Materials und die transparente Darstellung der Inhalte. Ein ambitionierter Anwender dürfte keine Probleme damit haben, sich das Repertoire rasch anzueignen und es erfolgreich in der Praxis anzuwenden.
 
 
Beispielpartie:
Zur Verdeutlichung können Sie sich eine typische Beispielpartie zwischen Alexander Bangiev und Pedrag Nikolic anschauen und am Seitenende downloaden. Damit das Diagramm immer sichtbar bleibt, besteht die Seite aus einem Frameset. Um die Partie nachspielen zu können müssen Sie Javascipt aktiviert haben.
 
Peter Schreiner
 
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