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Diagramm 21-2006
 
Diagramm 21 – 2006
Weiß fand hier einen eleganten Weg, das Problem mit seiner angegriffenen Dame zu lösen. Sie können es ihm sicher gleichtun?!
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Die Meraner-Verteidigung
Autor: Alexey Dreev, Preis: 49.90 DM
besprochen von Peter Schreiner - Juli 2001
 
Meraner-VerteidigungGM Alexey Dreev, der Autor dieser CD über die Meraner-Verteidigung, gehört als Spieler zur absoluten Weltklasse. Die Meraner-Verteidigung wendet er seit über 12 Jahren konsequent in wichtigen Turnieren an und kennt die Feinheiten des Systems besonders gut. Die Ausgangsstellung der Meraner-Verteidigung entsteht nach den Zügen 1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 c6 4.Sf3 Sf6 5.e3 - durch den Zug des e-Bauern nach e3 umgeht Weiß die zweischneidigen Abspiele nach 5.Lg5 (5...dxc4 6.e4 b5 = Botwinnik Variante; 5...h6 6.Lxf6 Dxf6 = Moskauer Variante; 5...h6 6.Lh4 dxc4 7.e4 g5 8.Lg3 b5 = Anti-Moskauer Gambit) und versucht, dem Spiel einen positionelleren Charakter zu verleihen - 5...Sbd7 6.Ld3 dxc4 7.Lxc4 b5. Damit ist die Ausgangsstellung der Meraner-Verteidigung (siehe Diagramm) erreicht.
 
Das System wurde erstmals 1924 von GM Akiba Rubinstein in einer Partie gegen Ernst Grünfeld angewandt. Anstelle der damals üblichen Fortsetzungen 6...Le7, 6...Ld6 oder 6...Lb4 spielte er den Zug 6...dxc4!?, womit er eine der interessantesten Varianten im Damengambit in die Praxis einführte. Nach 7.Lxc4 b5 entstand die als Meraner charakterisierte Position. Prinzipiell führt dieses Abspiel zu interessantem, sehr scharfem Spiel. Obwohl das System über Jahrzehnte hinweg kontinuierlich erprobt und angewandt wird, stellt man beim Studium der Varianten fest, dass zahlreiche aus dem Meraner resultierende Positionen von den Kommentatoren als "zweischneidig", "unklar" usw. charakterisiert werden.
 
Dies spricht einerseits für die komplexen Möglichkeiten des Systems, andererseits wird klar, dass man als Anwender ohne entsprechende Theoriekenntnisse auf relativ verlorenem Posten steht. Je nach Spielanlage gibt es zahlreiche Möglichkeiten, das Spiel in ruhigere, positionelle Fahrwasser zu lenken oder scharfe, taktische Abspiele anzustreben.
 
Die Grundidee des Systems besteht darin, dass Schwarz dem drohenden weißen Vormarsch im Zentrum mit einem Gegenangriff im Zentrum begegnet. Wichtige Elemente sind nach a6 der Läuferzug auf b7 und vor allem der Hebel c6-c5, wobei der Nachziehende zusätzlich von dem gewonnenen Tempo durch den Abtausch auf c4 profitiert. Mit den aktiven Möglichkeiten eignet sich der Meraner vor allem für Spieler, die als Nachziehender möglichst rasch zu aktivem Gegenspiel kommen wollen.
 
In der obigen Diagrammstellung hat der weiße Läufer die Wahl zwischen drei verschiedenen Feldern mit 8.Lb3, 8.Le2 oder 8.Ld3. Diese Hauptfortsetzungen werden von GM Dreev tiefschürfend untersucht und analysiert. Mit 8.Lb3 verbleibt der Läufer auf der Diagonale a2-g8 und hält den Druck auf die Felder d5, e6, f7 konstant aufrecht, während das abwartende 8.Le2 den Läufer auf der Diagonalen f1-a6 belässt, ohne die d-Linie zu verstellen. In der Turnierpraxis ist 8.Ld3 am populärsten, wonach Schwarz in der Regel die folgende Fortsetzungen bevorzugt:
8...b4 - die Lundin-Variante,
8...a6 - das so genannte Klassische System, welches in den Anfangsjahren des Systems sehr beliebt war, sowie
8...Lb7 - das Moderne System und die heutzutage aktuellste Fortsetzung, und
8...Ld6 was ebenfalls möglich ist, aber selten angewandt wird.
 
Die Aufbereitung der einzelnen Themenkomplexe ist an Übersichtlichkeit nicht zu überbieten. Wie in einem herkömmlichen Schachbuch stehen am Anfang der Hauptdatenbank zahlreiche Datenbanktexte, die zuerst einmal die strategischen Grundideen des Systems und der einzelnen Hauptfortsetzungen verständlich beleuchten. Innerhalb der Texte ist der rasche Zugriff mit Hilfe des fein strukturierten Index möglich. Die Hauptdatenbank enthält 934 Partien, davon sind die meisten ausführlich mit Text und Varianten kommentiert.
 
Zusätzlich findet man auf der CD-ROM neben der Hauptdatenbank noch folgende Komponenten:
  1. Eine weitere Partiendatenbank mit 5471 Meraner Partien, davon etliche ebenfalls kommentiert. Hier wurde der Schwerpunkt vor allem auf Material aus der aktuellen Turnierpraxis gesetzt.
  2. Aus den Partien der Datenbank wurde ein Positionsbaum generiert, der nicht nur nützliche statistische Hinweise zu den einzelnen Fortsetzungen bietet, sondern gleichzeitig auch als Eröffnungsbuch unter den Schachprogrammen von ChessBase eingesetzt werden kann.
  3. Um die erlernten Kenntnisse zu vertiefen, gibt es noch eine Trainingsdatenbank mit 20 Partiefragmenten aus der großen Datenbank. Hier gilt es, unter turnierähnlichen Bedingungen mit begrenzter Bedenkzeit selbständig den richtigen Lösungszug zu ermitteln.
Fazit: eine erstklassige, sehr gründliche Analyse der Meraner Verteidigung, die sich naturgemäß an erfahrene Spieler wendet. Auch diese CD-ROM zeigt anschaulich, wie unterhaltsam und effektiv man Schachtheorie mit Hilfe des Computers erlernen kann.
 
Peter Schreiner
 
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