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Diagramm 21-2006
 
Diagramm 21 – 2006
Weiß fand hier einen eleganten Weg, das Problem mit seiner angegriffenen Dame zu lösen. Sie können es ihm sicher gleichtun?!
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Königsindisch mit h2-h3
Autor: Martin Breutigam, Preis: 24.99 Euro
besprochen von Peter Schreiner - Oktober 2002
 
Königsindisch mit h2-h3Die Königsindische Verteidigung ist eine der beliebtesten Verteidigungen gegen 1.d4. Viele Weißspieler suchen abseits der gängigen Hauptvarianten nach einer effizienten Waffe gegen den Königsinder. Ein relativ selten gespieltes System ist der Zug h2-h3, der in den Hauptvarianten nach den Zügen 1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.Sf3 0-0 6.h3 (E 90) oder 1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.h3 (E 71) gespielt wird. In den meisten Abhandlungen wird dieses System recht stiefmütterlich abgehandelt, obwohl die Anziehenden mit gut 60% eine ansprechende Erfolgsquote vorweisen können.
 
Hin und wieder wird das System von Weltklassespielern wie Kasparow, Kramnik, Iwantschuk u.a. angewandt. Der energischste Verfechter des Systems mit h3 ist Michal Krasenkow, dessen Ausbeute mit dem vermeintlich bescheidenen Randbauernzug bei deutlich über 80% liegt! Mit dem Randbauernzug verfolgt Weiß im wesentlichen zwei Ziele:
  1. Der Läufer soll auf e3 platziert werden, ohne durch Sf6-g4 belästigt zu werden.
  2. Er liebäugelt eventuell mit dem Angriffszug g2-g4
Die typische Mittelspielstrategie von Weiß zielt in diesem System vor allem darauf ab, die schwarzen Aktivitäten des Nachziehenden komplett einzuschränken. Weiß bereitet sich mit h2-h3 bereits auf den Standardvorstoß f7-f5 vor und lässt zugleich offen, wo der eigene König letztendlich sein endgültiges Domizil finden soll. Alles ist in diesem System möglich - die kurze Rochade, die lange Rochade, und manchmal bleibt der König einfach in der Mitte stehen.
 
Nicht zuletzt wegen dieser Flexibilität finden am weißen Konzept vor allem Spieler Gefallen, die im Mittelspiel gerne den gegnerischen König attackieren. Dazu werden Sie mit dem h3-System öfter Gelegenheit finden als etwa im klassischen System (5.Sf3 0-0 6.Le2 e5 7.0-0 Sc6 8.d5 Se7), in dem ja meistens Schwarz am Königsflügel angreift und Weiß am Damenflügel. Viele mögen die Eindimensionalität dieser Wettläufe nicht.
 
Im h3-System sind die Stellungstypen nach dem Standardvorstoß e7-e5 ebenfalls von zentraler Bedeutung. Doch im Unterschied zum klassischen System will Weiß nach e7-e5 das Zentrum sofort mit d4-d5 abschließen. Der Nachziehende muss auf den bescheiden wirkenden Zug h3 energisch reagieren, sonst bekommt er Probleme. Bei passivem schwarzen Spiel verwirklicht Weiß die strategischen Ziele oft sehr schnell.
 
Die typischen Ideen und Pläne des Systems vermittelt der Autor mit zahlreichen Texten, die in der Datenbank integriert sind. Dabei wird das System nicht einseitig aus Sicht des Anziehenden beleuchtet. Für beide Seiten werden so objektiv wie möglich die besten Strategien und Überlebensstrategien untersucht. Die CD wurde mit dem Anspruch konzipiert, dass Spieler aller Klassen einen Gewinn daraus ziehen können.
 
Für Einsteiger mag das Kapitel Basiswissen (Hauptvarianten mit e7-e5) zunächst interessant sein, in dem einige typische Motive auf den Grund gegangen wird, beispielsweise den Vorstößen g2-g4 oder f7-f5 und die Bedeutung des Schlüsselfeldes e4. Erfahrene Turnierspieler können in den anschließenden Kapiteln die Tiefen des Systems ausloten. In den letzten Jahren haben sich die Konzepte enorm weiterentwickelt, einige ganz neue Motive sind in dem System hinzugekommen.
 
In dieser ersten umfassenden Monographie über "Königsindisch mit h3" werden sämtliche Variationen untersucht, sowohl die Zugfolge 1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.Sf3 0-0 6.h3 (E 90) als auch 1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.h3 (E 71). Um das Theoriefeld komplett abzudecken und Spielern beider Seiten einen praktischen Nutzen zu bieten, finden auch die Variante 5.Sf3 Lg4 und die Abtauschvariante (nach 5.Sf3 0-0 6.h3 e5 7.dxe5) ausführliche Beachtung. In der Hauptdatenbank finden Sie 18 ausführliche Texte und 132 tiefschürend kommentierte Partien.
 
Besonders herheben möchte ich an dieser CD die instruktiven Einleitungstexte, in denen der Autor die Leitmotive und Feinheiten des Systems besonders anschaulich erklärt hat. Zu den Musterpartien springt man direkt über die im Text eingebetteten Links. Darüber hinaus finden Sie auf dieser CD neben den Datenbanken "E90", "E71", "E91_Lg4" und "BigTree" auch eine Trainingsdatei ("h3-Training"), mit der Sie später das erworbene Wissen vertiefen und selbst überprüfen können.
 
Fazit: Eine erstklassige Eröffnungs-CD, die als Musterbeispiel dafür für dient, wie man effizient Eröffnungstheorie vermittelt. In Anbetracht der sträflich vernachlässigten Theorie dieses Systems führt für eingefleischte "Königsinder" kein Weg an dieser CD vorbei. Wer als Anziehender nach einer neuen Waffe gegen Königsindisch sucht, bekommt mit der CD eine erstklassige Arbeitsgrundlage in die Hand, um sich die notwendigen Kenntnisse rasch anzueignen.
 
 
Beispielpartie:
Zur Verdeutlichung können Sie sich eine typische Beispielpartie zwischen Bent Larsen und Lubomir Kavalek anschauen und am Seitenende downloaden. Damit das Diagramm immer sichtbar bleibt, besteht die Seite aus einem Frameset. Um die Partie nachspielen zu können müssen Sie Javascipt aktiviert haben.
 
Peter Schreiner
 
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