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Diagramm 18-2006
 
Diagramm 18 – 2006
Hier wurde eine »Schachmaschine« demontiert. Wie zerlegte Weiß am Zuge die misslungene schwarze Partieanlage?
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Fritz-Endspieltrainer
Autor: Martin Weteschnik, Preis: 24.99 Euro
besprochen von Peter Schreiner - Dezember 2002
 
Jeder aktive Spieler weiß, dass eine gute Behandlung des Endspiels eine Grundbedingung für gute Turnierresultate ist. In der Regel wird aber trotz dieser Erkenntnis (zu)viel Zeit in das Erlernen von Eröffnungen investiert, während das Studium des Endspiels einen deutliche höheren Beitrag dazu leistet, die praktische Spielstärke zu verbessern. Bauernendspiele erinnern aufgrund ihrer äußerlichen Einfachheit ein wenig an andere Brettspiele, wie z.B. Go.
 
Auf den ersten Blick haben sie wenig mit den von vielen Spielern bevorzugten, komplexen Mittelspielstellungen gemein. Fakt ist aber: Gerade dieser Endspieltyp kommt in der Praxis häufig vor und man muss in gemischten Endspielen immer mit einer Abwicklung zu einem reinen Bauernendspiel rechnen. Die vorliegende CD des Schachtrainers Martin Weteschnik befasst sich mit elementaren Motiven, die in diesem Endspieltyp immer wieder vorkommen.
 
Vorab wird jedes Kapitel in sogenannten Workshops präsentiert. Das sind Videos mit Darstellung des Geschehens und gesprochenen Kommentaren. Jedes Motiv wird danach noch einmal mit einem ausführlichen Text vorgestellt. Dazu ein Beispiel von der CD:
 
In den Bauernendspielen mit vielen Bauern, kommt es gerade auf die Struktur der Bauern an. Die Ausnutzung der Schwächen, die Herausarbeitung der eigenen Stärken in der Führung des Endspiels mit vielen Bauern ist Thema des letzten Kapitels. Hier werden Ihnen auch noch ein paar zusätzliche Taktiken an die Hand gegeben. Strategische Pläne im Bauernendspiel orientieren sich an den markanten Punkten einer Stellung. Gibt es solche Merkmale noch nicht, müssen sie geschaffen werden. Man muss Schwächen bei der anderen Partei erzwingen, und eigene Stärken ausbauen.
 
Was sind aber eigentlich diese Schwächen und Stärken? Der Freibauer (verbunden, entfernt usw.) wäre z.B. eine Stärke. Ein angreifbarer vereinzelter Bauer mag eine Schwäche sein. Der besser aufgestellte König eine Stärke, ein passiver König mit einer Aufgabe eine Schwäche. Der Randbauer vielleicht eine Rettungsmöglichkeit, die verlorene Opposition vielleicht die Niederlage. Alle diese Dinge sind im Kampf mit den Bauern zu berücksichtigen und einzusetzen. Bevor wir uns auf weitere Stellungen stürzen, in denen es noch gar nicht so klar ist, wie man gewinnt oder ein Unentschieden hält, schauen wir uns noch ein paar dieser Stärken und Schwächen an.
 
Ein Tempo mehr zu haben als der Gegner, kann oft entscheidend sein. Das haben wir bereits beim Wettlauf der Bauern gesehen. Ist unser König schneller als der andere König, kann das gleichfalls den Sieg bringen. Aber es gibt noch eine andere Art von Tempo: das Reservetempo. In Zugzwangstellungen (z.B. der Opposition) hätten wir manchmal gerne ein Tempo oder würde gerne ein Tempo verlieren:
 
1.h3! dieses Reservetempo ermöglicht es Weiß die Opposition zu behalten und seinen b-Bauern zur Dame zu führen 1...Kc7 2.Ka6 und Weiß gewinnt.
 
Nach 1.Kc5? Kc7 2.b5 verschenkt Weiß sein Tempo (2.Kd5 dieser Plan ist schlecht, da der weiße Randbauer nicht zur Dame geführt werden kann 2...Kb6 3.Ke4 Kb5 4.Kf4 Kxb4 5.Kg4 Kc5 6.Kxh4 Kd6 7.Kg5 Ke7 8.Kg6 Kf8 und der schwarze König erreicht die Ecke.) 2...Kb7 3.h3 Kc7 und Weiß kann den Bauern nicht mehr verwandeln.
 
Praxisorientiertes Training ist die Devise dieser CD. Es geht nach dem Studium der einzelnen Kapitel vor allem darum, anhand von ca. 100 ausgewählten Trainingsstellungen das Endspiel gegen Fritz zum Sieg zu führen. Der Besitz von Fritz oder einem der aktuellen Schachprogramme ist also sehr zu empfehlen. Beim Spiel gegen Fritz sollte man meiner Meinung nach den Zugriff auf eventuell vorhandene Endspieltabellen abstellen, um reale Gewinnchancen zu erhalten. Andererseits bieten die Tablebases eine perfekte Illustration, wie ein solches Endspiel präzise zu behandeln ist.
 
Die vorliegende CD eignet sich für alle Schachfreunde, die sich das Ziel gesetzt haben, das eigene Endspielkönnen zu verbessern. Das Spektrum ist gewaltig und reicht von elementaren Bauernendspielen bis hin zu Beispielen aus der Weltmeisterpraxis. Wer selbst die schwierigen Aufgaben gelöst hat, kann in einer weiteren Datenbank aus 50 Studien auswählen und diese ebenfalls gegen Fritz trainieren.
 
Die Belohnung in Form von nachhaltigen Erfolgen bei künftigen Endspielen in eigenen Partien dürfte die Motivation deutlich erhöhen, sich nachhaltig mit der spannenden Materie zu beschäftigen. Für Übungsleiter stellt die CD eine erstklassige Arbeitsgrundlage für den Schachunterricht dar.
 
Peter Schreiner
 
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