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Diagramm 20-2006
 
Diagramm 20 – 2006
Die Stellung sieht auf den ersten Blick harmlos aus. Aber Schwarz am Zuge fand eine hübsche Kombination und stellte die Weichen auf Sieg.
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Angenommenes Damengambit
Autor: Boris Schipkov, Preis: 25.50 Euro
besprochen von Peter Schreiner - März 2002
 
Das angenommene Damengambit ist Thema dieser tiefschürfenden Untersuchung von dem russischen Schachtheoretiker Boris Schipkov, der u.a. Chefredakteur der Onlinezeitschrift Chess Sibiria unter www.chessib.com ist. Seit etlichen Jahrzehnten wird das angenommene Damengambit von Spielern aller Klassen mit Schwarz angewandt. Von den bekanntesten Anhängern des angenommenen Damengambits sind aus der aktuellen Turnierpraxis Spieler wie Anand, Kasparov, Kortschnoj, Baburin, Ibragimov, Ivanchuk, Hübner, Lautier, Yakovich zu nennen. Viele der Ideen und typischen Pläne für Weiß und Schwarz stammen von Koryphäen wie Steinitz, Aljechin, Rubinstein, Botvinnik, Euwe, Smyslov, Petrosian, Spassky, Karpov, Kramnik und vielen anderen.
 
Das angenommene Damengambit ist eine der ältesten Eröffnungen: Bereits Greco spielte 1620 gegen das Angenommene Damengambit und auch Philidor entschied sich in einer in 1794 in London gespielten Partie für 2...dxc4. Bei dem ersten weltweit beachteten Matchkampf der modernen Schachgeschichte zwischen De Labourdonnais und McDonnel im Jahr 1834 war diese Eröffnung Grundlage für viele hart umkämpfte Partien. Die Eröffnung gewinnt bereits nach den Zügen 1.d2-d4 d7-d5 2.c2-c4 d5xc4 (siehe Diagramm) Konturen.
 
angenommenes Damengambit Wenn man sich die Grundstellung anschaut, wird deutlich, warum diese Eröffnung so häufig von den Nachziehenden angewandt wird. Das Angenommene Damengambit ist eine postmoderne Eröffnung, weil sie klassische und hypermoderne Ideen des Positionsspiels kombiniert. Schwarz gibt "hypermodern" freiwillig das Zentrum auf, verfügt aber über keine Schwächen (klassisch). In der Folge gibt es für Schwarz eine Fülle verschiedener Möglichkeiten, aktives Gegenspiel aufzuziehen. Anders als im Abgelehnten Damengambit ist Schwarz in der Lage, seinen Läufer von c8 nach b7 oder g4 zu entwickeln; Gegenstöße mit e7-e5 oder c7-c5 sind möglich, ohne wie in der Slawischen Verteidigung ein Tempo zu verlieren. Weiß verfügt im angenommenen Damengambit natürlich ebenfalls über verschiedene Optionen und Ressourcen.
 
Die Hauptfortsetzungen von Weiß sind 3.e3, 3.e4 und 3.Sf3 Sf6. Nach 3.e3 und 3.e4 möchte Weiß den c-Bauern sogleich zurück gewinnen. Nach 3.Sf3 Sf6 kann Weiß das Gambit System (4.Sc3 a6 5.e4 b5) oder 4.e3 spielen. Hier hat Schwarz die Wahl zwischen dem Modernen System (4... Lg4) und dem Klassischen System (4...e6 5. Lxc4 c5). In den vergangenen 100 Jahren war Sf3, was den Gegenangriff mit e7-e5 unterbindet, die beliebteste Fortsetzung.
 
Ein anderes, typisches Merkmal des Angenommenen Damengambits sollte noch erwähnt werden. Die Eröffnung führt in der Regel zu taktisch geprägten Positionen, die voller taktischer Möglichkeiten sind und zahlreiche Opfermöglichkeiten beinhalten. Im Klassischen System gibt es zwei grundsätzliche Stellungstypen:
  1. Weiß spielt mit isoliertem Bauern auf d4 (nach cxd4, exd4).
  2. Schwarz hat seine Bauern am Damenflügel nach vorne gerückt (nach a6 und b5).
Das theoretische Material ist auf der CD übersichtlich zusammengestellt und handelt alle wesentlichen Abspiele in insgesamt 17 Kapiteln ab. Zu Beginn jedes Kapitels werden die typischen Merkmale und Ideen des Systems mit ausführlichem Text und Diagrammen in den Datenbanktexten vorgestellt. Zahlreiche kommentierter Partien illustrieren die Ausführungen des Autoren.
 
Neben den zahlreichen kommentierten Partien gibt es auf der CD-Rom Anschauungsmaterial satt zum Thema: weit über 20.000 Partien sind in der mitgelieferten Datenbank enthalten. Der mitgelieferte Variantenbaum, einsetzbar als Eröffnungsbibliothek unter Fritz & Co und 30 Trainingsaufgaben runden den Umfang des Produktes ab. Die Hauptdatenbank ist zusätzlich mit einem fein strukturierten Eröffnungsschlüssel klassifiziert.
 
Diese CD wendet sich eindeutig an fortgeschrittene Spieler mit einer Elozahl zwischen 1700-2400, die bereits gute Kenntnisse mitbringen. Gleichzeitig stellt dieses Werk die wohl umfassendste theoretische Abhandlung zum Angenommenen Damengambit dar und ist damit für d4-Spieler und Anhänger des Systems als Nachschlagewerk ein unverzichtbares Muss.
 
Peter Schreiner
 
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