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Diagramm 23-2006
 
Diagramm 23 – 2006
Schwarz hat zwei Bauern geopfert und steht nun vor der Frage, ob er sich auf e5 wieder einen zurück holen soll. Was meinen Sie?
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Rochade-EuropaPeter Schreiner
 
 
Albins Gegengambit
Autor: Luc Henris, Preis: 19.99 Euro,
ISBN: 3-935602-81-2

besprochen von Peter Schreiner - Dezember 2003
 
Ist das Albins Gegengambit (1.d5 d5 2.c4 e5) eine seriöse Eröffnung? Manche Spieler glauben, dass selten gespielte Eröffnungen nicht gut sind. Pragmatiker vertreten dagegen die Ansicht, dass die Frage, ob ein Gambit korrekt ist oder nicht, zweitrangig ist, solange es erfolgreich ist! Bei der Zusammenstellung eines Repertoires muss man sich entscheiden, ob man sich auf ausanalysierte Hauptvarianten konzentrieren will oder lieber weniger ausgetretenen Eröffnungen folgt.
 
Viele Clubspieler meiden lieber die umfangreiche Theorie der Hauptvarianten und spielen stattdessen selten gespielte Eröffnungen. Das hat den großen Vorteil, dass das Eröffnungswissen des Gegners umgangen wird und er gezwungen wird, selbstständig zu denken. Mit dem Albins Gegengambit vermeidet Schwarz die üblichen Damenbauerneröffnungen. Er diktiert also die Eröffnungswahl und versucht von Anfang an die Initiative zu übernehmen.
 
Adolf Albin (1848-1920) führte das Gambit in die Meisterpraxis ein. Albin wurde in Bukarest 1847 geboren, zog später nach Österreich und lebte in Wien. Von Beruf Schachjournalist erreichte er seine beste Turnierplatzierung in New York 1893, wo er Zweiter hinter Lasker wurde, noch vor Pillsbury und Showalter.
 
Die erste Partie mit Albins Gegengambit zwischen zwei Meistern wurde zwischen Adolf Albin und Emanuel Lasker, dem späteren Weltmeister, in New York, 1893, gespielt. Danach wandte es der Namensgeber gegen Mikhail Chigorin in Nürnberg 1896 an. Heutzutage ist das Albins Gegengambit ein seltener Gast auf Meisterturnieren. Aber GMs wie Morozevich, Speelman, Mestel, Simagin, Westerinen, Renet, Ljubojevic, Krasenkow, Handoko und IMs wie Mozny, Reprintsev, Raetsky, Finegold, Muse, Mortensen, Schebler spielen das Gambit regelmäßig oder von Zeit zu Zeit.
 
Vor kurzem wurde dem Albins Gegengambit ein Thematurnier gewidmet, das der Schachclub Staunton der holländischen Stadt Groningen 2001 organisierte (Staunton CC Albin Thema). Es wurden interessante Spieler eingeladen, wie Tiviakov, van der Wiel, Ligterink und Brenninkmeijer. Dies war eine einzigartige Gelegenheit, zu beobachten, wie starke Spieler diese Eröffnung, die als unklar gilt und gewöhnlich nur auf Clublevel gespielt wird, mit Weiß und mit Schwarz behandeln. Wenn die Partien das Ansehen des Gambits auch nicht sehr verbesserten, boten sie doch zahlreiche neue theoretische Einblicke in verschiedene Varianten des Gambits und auch mögliche Verbesserungen für das schwarze Spiel.
 
Der Aufbau und die Präsentation des Materials auf der CD folgt bewährten Mustern. Innerhalb zahlreicher Datenbanktexte werden dem Einsteiger die grundlegenden Pläne und Ideen vorgestellt. Links auf illustrierende Partien ergänzen das Konzept, da man sich anhand der Partien einen Eindruck davon verschaffen kann, wie sich das Geschehen in der Spielpraxis entwickelt.
 
Die CD eignet sich aber nicht nur für Einsteiger. Gleichzeitig ist ein umfassender Überblick über die theoretische Entwicklung des Gambits bis zum heutigen Stand integriert. In den theoretischen Texten und zahlreichen kommentierten Partien wird bemerkenswert objektiv vorgegangen. Das Material wird also nicht einseitig durch die "schwarze Brille" beleuchtet und bewertet. Die Trainingspartien wurden vor allem unter dem Aspekt ausgewählt, die grundlegenden typischen Ideen und Motive aus der Sicht beider Parteien zu beleuchten.
 
Auf den Punkt gebracht kann man festhalten, dass diese gründliche Forschungsarbeit detailliert alle wichtigen Varianten abdeckt, viele neue Ideen enthält und zahlreiche frühere Analysen wieder mit aufnimmt. Die vorliegende CD enthält die wohl umfangreichste Partiensammlung zum Albins Gegengambit, die es bisher gibt. Viele dieser Partien stammen aus der aktuellen Praxis. Der Zugriff auf das Material wird durch einen fein strukturierten Eröffnungsschlüssel erleichtert. Für Anwender des Systems ist diese CD ein zwingendes Muss. Wer 1.d4 spielt, ist gut damit beraten, sich mit den Inhalten auseinander zusetzen. Speziell bei Blitz- und Schnellschachturnieren erlebt das System eine Renaissance und da kann es nichts schaden, gut vorbereitet den frühen Aktivitäten des Nachziehenden entgegenzutreten.
 
Peter Schreiner
 
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