Holländisch: A80-A85

Autor: Boris Schipkov, Preis: 24.99 Euro
besprochen von Peter Schreiner – Februar 2006

Im dritten und letzten Teil seiner Holländisch-Trilogie wendet sich Boris Schipkov den Nebenvarianten der Holländischen Verteidigung zu. Einige von ihnen haben sehr wohl das Potential zur Hauptvariante, denn sie werden von angesehenen Großmeistern gespielt und weisen eine ausgezeichnete Statistik für den Anziehenden auf. Zum Beispiel 2.Sc3 – Weiß beginnt sofort um den Vorstoß e2-e4 zu kämpfen und stellt Schwarz damit vor eine schwierige Wahl: entweder das positionell kaum wünschenswerte 2...d5 oder 2...Sf6, was aber sofort 3.Lg5 zur Folge hat.

Oder 2.c4 Sf6 3.Sc3 – die Stellung ist so häufig in der Praxis anzutreffen, dass man kaum noch von einer Nebenvariante sprechen kann. Die Größe der Datenbank – über 37.000 Partien – ist ein weiterer Beleg dafür, dass die so genannten Nebenvarianten sehr häufig in der Holländisch-Praxis vorkommen. Die mit Abstand meisten Partien, nämlich 186, davon 170 mit den schwarzen Steinen, hat übrigens Vladimir Malaniuk beigesteuert. Für jeden Holländisch-Adepten ist dieser Großmeister somit das ideale Vorbild.

Den theoretischen Untersuchungen vorangestellt ist wieder ein Text, in dem Schipkov die grundlegenden strategischen Ideen des auf der CD behandelten Holländischteils vorstellt und auf die jeweiligen Musterpartien verweist. So kann man also Holländisch verstehen lernen ohne eine einzige Variante auswendig zu kennen. Es folgen 17 Textkapitel, in denen der Autor die einzelnen Varianten präsentiert und bewertet. Schipkov hat 370 Musterpartien ausgewählt und kommentiert. Insgesamt enthält die Datenbank über 1000 mit Anmerkungen versehene Partien. Natürlich befindet sich auf der CD auch ein großer Baum aller Partien sowie der Reader auf Basis von ChessBase 9.0. Die Datenbank mit den Trainingsfragen enthält 30 Partien, in denen über 200mal nach dem richtigen Zug gefragt wird. Sowohl grundlegendes Wissen als auch weiterführende Kenntnisse werden verlangt.

Diagramm Ein Beispiel von der CD: In dieser Stellung (nach 1.d4 f5 2.h3 Sf6 3.g4) ist der beste Zug für Schwarz gesucht. Die Antwort lautet: 3...d5!
Diese Stellung kam laut Mega 2005 erstmals in einer Partie Kortschnoj-Känel, Biel 1979 vor. Schwarz spielte 3...fxg4 und verlor. Weiß erhielt ein starkes Zentrum und profitierte außerdem von der Linienöffnung am Königsflügel.

Der russische Schachtheoretiker Boris Schipkov, lebt in Novosibirsk und hat bereits verschiedene Bücher und Artikelveröffentlicht, u.a. die ChessBase-CDs Angenommenes Damengambit, Holländisch A90-A99 sowie Holländisch A86-A89. Er ist Chefredakteur der Online-Zeitschrift Chess Siberia unter www.chessib.com.

Peter Schreiner

Rochade-EuropaPeter Schreiner