Schachprogramme optimal installieren und warten

von Peter Schreiner – Juli 2005

Viele Anwender setzen mehrere Schachprogramme von ChessBase ein, z.B. Fritz 8, Junior 9 oder Shredder 9. Im Lieferumfang ist neben der Engine und dem Eröffnungsbuch immer die zum Zeitpunkt der Produktion aktuelle GUI (= Benutzeroberfläche) enthalten. Es ist wichtig zu wissen, dass bei der Konzeption des Schachprogramms eine strikte Trennung zwischen Benutzerinterface und Schachengine vorgenommen wurde. Dies bedeutet, dass sowohl die Engine als auch das Interface als eigenständiger Task unter Windows laufen.

Wenn Sie nun mehrere Schachprogramme von ChessBase einsetzen, ist es nicht notwendig, jedes Mal die Benutzeroberfläche neu zu installieren. Man verschwendet damit nicht nur unnötig Festplattenspeicher. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass man teilweise veraltete Versionen der GUI einsetzt. Einfacher und effektiver ist es daher, wenn man nur eine Version der Benutzerschnittstelle installiert und diese konsequent mit den angebotenen Updates pflegt.

Die unterschiedlichen Engines mit den spezifisch angepassten Eröffnungsbüchern kann man problemlos unter der aktuellen GUI betreiben. Soweit die einleitende Erklärung. Nachstehend finden Sie eine Beschreibung, wie man die Schachprogramme mit der jeweils aktuellen GUI installiert und wartet. Wenn man den Standardvorgaben des Installationsprogramms folgt, werden die Schachprogramme im folgenden Pfad installiert: C:/Programme/ChessBase/. Wenn Sie z.B. Fritz 8 installieren, wird das Programm im folgenden Pfad installiert: C:/Programme/ChessBase/Chessprogram8
Man muss den Vorgaben des Installationsprogramms nicht folgen und kann alternativ ein anderes Verzeichnis auf einer beliebigen Festplattenpartition auswählen.

Parallel zum Programmverzeichnis befindet sich das Verzeichnis ENGINES. Dort finden Sie alle Schachengines, die auf Ihrem System installiert sind. Davon fertigen Sie jetzt bitte eine Sicherungskopie an. Am einfachsten geht das, wenn man den Inhalt des Verzeichnisses ENGINES in ein beliebiges Verzeichnis auf dem Rechner kopiert. Diese Dateien werden später noch benötigt.

Nachdem eine Sicherungskopie aller vorhandenen Engines erstellt wurde, deinstallieren Sie alle in Systemsteuerung aufgeführten Schachprogramme. Die saubere Deinstallation kann man über die Windows-Systemsteuerung vornehmen.
START - EINSTELLUNGEN - SYSTEMSTEUERUNG - SOFTWARE

Man findet in dem Dialog eine Auflistung aller Programme, die auf dem Rechner installiert sind. Wählen Sie nacheinander die jeweiligen Schachprogramme von ChessBase aus und wählen Sie die Option 'Entfernen'. Damit deinstallieren Sie nacheinander alle vorhandenen Schachprogramme inkl. der unterschiedlichen Benutzeroberflächen.

Im nächsten Schritt prüfen Sie, ob sich in dem unter Schritt 1 angegebenen Verzeichnispfad C:/Programme/ChessBase/ noch irgendwelche Rückstände (Dateien) befinden. Falls ja, löschen Sie diese aus dem Verzeichnis. Falls sich dort noch Datenbanken befinden, machen Sie davon ebenfalls eine Sicherungskopie.

In den folgenden Schritten geht es jetzt darum, die aktuellste Version der GUI zu installieren. Unter dieser Oberfläche können Sie alle vorhandenen Engines von ChessBase ohne jegliche Einschränkung benutzen. Berücksichtigt man, dass man zusätzlich auch noch alle Engines einsetzen kann, die im UCI-Format entwickelt wurden, steht einem eine universelle Schnittstelle zur Verfügung. Diese soll in Zukunft weiter gepflegt und aktualisiert werden. Dazu nehmen Sie jetzt eines der aktuellen Schachprogramme (Fritz 8, Junior 9 oder Shredder 9) und starten die Installation des Programms. Im Idealfall übernehmen Sie die Vorgaben des Installers, z.B. den Standardpfad für das Installationsverzeichnis. Nachdem die Installation abgeschlossen wurde, müssen wir die Benutzerschnittstelle, die konsequent weiter entwickelt wird, auf den aktuellen Stand bringen.

Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten: Wählen Sie sich auf dem Schachserver Schach.de ein und legen Sie – falls noch nicht geschehen – ein Spielerkonto an. Unter dem Menüpunkt 'Hilfe - Programm aktualisieren' kann man die aktuellste Version der GUI herunterladen. Der Server prüft die vorhandene Version und bietet Ihnen – falls notwenig – die aktuellste Version des Programms an. Dieses Angebot sollten Sie akzeptieren, die Aktualisierung erfolgt dann automatisch. Alternativ steht den Anwendern des ChessBase-Magazins immer das aktuelle Upgrade auf der beiliegenden CD zur Verfügung.

Nachdem Sie Ihre Benutzerschnittstelle aktualisiert und auf den neuesten Stand gebracht haben, wollen Sie natürlich Ihrer anderen Engines weiter nutzen und in die GUI anbinden. Dazu greifen Sie auf die Sicherungskopie zurück, die Sie im ersten Schritt angelegt haben. Kopieren Sie alle Dateien aus dem Verzeichnis mit der Sicherungskopie zurück in den Pfad C:/Programme/ChessBase/Engines.

Hinweis: Dieser Pfad hat nur dann Gültigkeit, wenn Sie die Standardvorgabe für den Zielpfad übernommen haben. Das Verzeichnis ENGINES befindet sich IMMER parallel zum Programmverzeichnis (Chessprogram8), ansonsten ist kein Zugriff auf die Engines möglich.

Wie bereits erwähnt, kann man alle verfügbaren Schachengines mit den spezifischen Eröffnungsbüchern ohne Einschränkungen unter der GUI einsetzen. Lediglich bei enginespezifischen Features, wie z.B. dem 'Fritz-Mark' sollte man unter 'Extras - Optionen - Version' unter dem Abschnitt 'Gui-Version' den zur Engine passenden Eintrag auswählen.

Peter Schreiner

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